Game of Thrones – Soundtrack


Tracklisting:

Staffel 1:
01. Main Title
02. North of the Wall
03. Goodbye Brother
04. The Kingsroad
05. The King’s Arrival
06. Love in the Eyes
07. A Raven From King’s Landing
08. The Wall
09. Things I Do For Love
10. A Golden Crown
11. Winter Is Coming
12. A Bird Without Feathers
13. Await The King’s Justice
14. You’ll Be Queen One Day
15. The Assassin’s Dagger
16. To Vaes Dothrak
17. Jon’s Honor
18. Black Of Hair
19. You Win Or You Die
20. Small Pack Of Wolves
21. Game Of Thrones
22. Kill Them All
23. The Pointy End
24. Victory Does Not Make Us Conquerors
25. When The Sun Rises In The West
26. King Of The North
27. The Night’s Watch
28. Fire And Blood
29. Finale

Staffel 2:
01. Main Title
02. The Throne is Mine
03. What is Dead May Never Die
04. Warrior of Light
05. Valar Morghulis
06. Winterfell
07. Qarth
08. Wildfire
09. I am Hers, She is Mine
10. Pyat Pree
11. Don’t Die with a Clean Sword
12. We are the Watchers on the Wall
13. Pay the Iron Price
14. One More Drink Before the War
15. House of the Undying
16. Stand and Fight
17. The Old Gods and the New
18. Mother of Dragons
19. I Will Keep You Safe
20. The Rains of Castamere (peformed by The National)
21. Three Blasts

Achtung, enthält Spoiler zur zweiten Staffel von „Game of Thrones“

Als ich der Musik zur Serienadaption von George R. R. Martins „A Song of Ice and Fire“ zum ersten Mal lauschte, war ich nicht sonderlich begeistert. Das Album mit Musik zur ersten Staffel hatte beim ersten Hören außer einem ziemlich orhwurmverdächtigen Titelthema in meinen Augen nicht allzu viel zu bieten. Möglicherweise hing dies auch mit einer gewissen Voreingenommenheit zusammen, da sich Komponist Ramin Djawadi bisher vor allem als Hans-Zimmer-Abziehbild ohne Eigeninnovation gezeigt hat (das beste Beispiel ist seine Arbeit für „Kampf der Titanen“).
Jedoch, die Musik zu „Game of Thrones“ gehört zu den Soundtracks, die bei jedem Hören immer besser werden und ihre Komplexität erst nach und nach enthüllen. Nebenbei ist sie mit Abstand Djawadis bisher bestes Werk.
Die Musik wird größtenteils von Streichern, Percussions und Elektronik dominiert, da man für eine TV-Serie, selbst eine HBO-Serie, aus Budgetgründen kein volles Symphonieorchester auffahren konnte oder wollte, insbesondere, da eine Serie mit einer Staffeldauer von zehn Stunden ja auch weitaus mehr Musik braucht als ein Blockbuster mit nur zwei Stunden Laufzeit, für den aber weitaus mehr Geld zur Verfügung steht. Obwohl ich das Hauptthema durchaus gerne einmal in einer epischen Blechbläservariation hören würde, hat die Beschränkung bei den Instrumenten durchaus auch gute Seiten, denn dadurch erhält die Musik zur Serie ihren ganz eigenen Musikstil. Man hört zwar, dass Djawadi ein Remote-Control-Komponist ist, aber bei weitem nicht so massiv wie etwa bei „Kampf der Titanen“. Wie in besagtem Remake bleibt das reine Underscoring allerdings eher uninteressant und unkreativ, der interessanteste Teil der Musik sind die Leitmotive.
Wie bereits erwähnt ist das Hauptthema (Main Title), das mich persönlich immer ein wenig an Trevor Morris‘ Titelthema aus der Showtime-Serie „Die Tudors“ erinnert, wohl das hervorstechendste Element von Djawadis Schaffen für die Serie, was auch nicht verwunderlich ist, erklingt es doch vor jeder Folge.
In der Serie wird es allerdings eher sparsam eingesetzt, seine Funktion ist dabei eher vage: Als „Serienthema“ erklingt es bei wichtigen, bedeutsamen Szenen und Wendepunkten. Ein gutes Beispiel ist The Kingsroad: In der Szene, die von diesem Stück untermalt wird, trennen sich die Wege von Jon Snow und Eddard Stark. In I Will Keep You Safe begleitet es den siegreichen Tywin Lannister in den Thronsaal, in Mother of Dragons untermalt es Daenerys‘ Aufbruch aus Xaro Xhoan Daxos‘ Haus und auch in den jeweils letzten Szenen der beiden Staffeln ist es zu vernehmen; in Finale vermischt es sich mit Daenerys‘ Thema, um die Geburt der Drachen zu verkünden und in Three Blasts begleitet eine besonders garstige und Dissonante Variation die anrückende Untotenarmee.
Die meisten anderen Themen sind entweder Adelshäusern oder Charakteren gewidmet, haben meist sehr viel weniger Ohrwurmqualität als das Hauptthema und sind oft recht einfach gestrickt, was dafür sorgt, dass sie auch als bloße Untermalung durchgehen können. Dennoch verwendet Djawadi einige nette Kniffe, Verknüpfungen und thematische Entwicklungen, sodass sich die Geschichte in der Musik wiederspiegelt.
Das nach dem Hauptthema wohl markanteste Leitmotiv ist das Thema des Hauses Baratheon, das auch ein wunderbares Beispiel für die Oben erwähnten Verknüpfungen darstellt. Zum ersten Mal ist es in all seiner Pracht in The King’s Arrival zu hören, zuerst im Stil mittelalterlicher Tanzmusik, dann als majestätische Fanfare. Mit dem Fall Robert Baratheons und der Thronbesteigung seines vermeintlichen Sohnes Joffrey ändert sich das Thema allerdings und integriert ein anderes Leitmotiv, das Thema der Lannisters. Bei diesem Thema handelt es sich um eine eher schleichende, heimtückische Melodie, die ein wenig an das Thema Lord Cutler Becketts aus „Pirates of the Caribbean“ erinnert und die Methoden der Lannisters, speziell die Methoden Cerseis, sehr gut repräsentiert. Zu hören ist es unter anderem in A Bird Without Feathers ab 1:14, in Await the King’s Justice mischt es sich heimtückisch bei 0:59 dazu und auch in Black of Hair ist es deutlich zu vernehmen (0:52). Richtig interessant wird es allerdings mit dem Beginn von Joffreys Herrschaft, die mit You Win or You Die eingeläutet wird. Dieser Track beginnt mit einer bedrohlichen Variation des Lannister-Themas, zu der sich das Baratheon-Thema in einer nicht minder bedrohlichen Variation mischt. Darauf wird in der Musik zur zweiten Staffel noch aufgebaut: Als Joffrey die Morde an Roberts Bastarden befielt und diese von den Goldröcken ausgeführt werden, erklingt abermals eine düstere Kombination beider Themen, dieses Mal allerdings sehr viel kräftiger (The Throne Is Mine). Auch in Wildfire, einem Stück aus der neunten Episode, „Blackwater“ (interessanterweise dürften etwa sechs Stücke auf dem Album zur zweiten Staffel aus dieser Episode stammen), sind Fragmente des Lannister- und des Baratheon-Themas zu hören.
In Bezug auf die Lannisters muss auch noch The Rains of Castamere erwähnt werden, da ich darüber allerdings bereits ausführlich geschrieben habe, werde ich es eher knapp halten. Die Melodie dieses Liedes, die mit dem Lannister-Thema verwandt ist, beginnt in der zweiten Staffel damit, dieses teilweise abzulösen und tritt vor allem (aber nicht ausschließlich) zusammen mit Tywin Lannstern auf, u.a. in One Drink Before the War und Don’t Die With a Clean Sword.
Natürlich hat auch Haus Stark sein eigenes Thema, eine sehr getragene, kalte Melodie, die sehr schön den Pessimismus des Stark-Mottos wiederspiegelt („Winter is coming“) – zu hören ist es bereits in Goodbye Brother. In Kill Them All vermischt es sich mit dem Hauptthema und in King of the North (müsste eigentlich King in the North heißen) ist die kräftigste Variation zu hören. Auf dem Album zur zweiten Staffel taucht es nur in Winterfell auf – auch dies ist nachvollziehbar, immerhin hat die Familie ihr Oberhaupt verloren und ist über Westeros verstreut.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist natürlich auch das exotisch angehauchte Thema von Daenerys Targaryen, das sie auf ihrem Weg von Pentos über Vaes Dothrak bis nach Qarth begleitet. Zu Beginn ist es noch ziemlich zaghaft (Love in the Eyes, gleich zu Beginn), um nach und nach stärker zu werden (To Vaes Dothrak, die Instrumentierung klingt hier sehr nach „Stammesmusik“). Nach Drogos Verletzung und dem Tod ihres Sohnes erklingt eine trauernde Variante (When the Sun Rises in the West), bevor sich das Thema in Finale voll entfaltet und mit dem Hauptthema vermischt. Wie das Thema der Starks macht sich auch Daenerys‘ Thema auf der CD zur zweiten Staffel eher rar und taucht seltener auf, etwa in In The House of the Undying als ätherisch-tragisches Chorstück und in Mother of Dragons in einer Variation, die stark an Finale erinnert.
Dafür weiß die zweite Staffel allerdings mit einigen neuen Themen aufzuwarten. Neben dem grandiosen The Rains of Castamere erhält vor allem Stannis Baratheons Thema große Bedeutung. Dieses mysteriöse, leicht unheimliche Leitmotiv hängt natürlich auch mit Melisandre zusammen und ist am besten in Warrior of Light zu hören. Der interessanteste Einsatz findet sich jedoch in Wildfire; dort ringt es geradezu mit dem Lannister- und Baratheon-Thema. In Don’t Die with a Clean Sword ist darüber hinaus auch noch eine sehr martialische Version zu vernehmen.
Neben diesen größeren Themen gibt es auch noch einige weniger oft auftretende, u.a. für Haus Greyjoy (What Is Dead May Never Die, Pay the Iron Price), Jon Snow (The Wall, Jon’s Honor) und Jaquen H’ghar (Valar Morghulis).
Fazit: Die Musik zu „Game of Thrones“ kann es an Komplexität und thematischem sowie musikalischem Einfallsreichtum zwar nicht mit Howard Shores Meisterwerk aufnehmen (was Martins Romane bzw. die Serie zwar durchaus verdienen würden, andererseits aber wohl grundsätzlich schwierig zu bewerkstelligen wäre), ist jedoch dennoch als gelungen zu bezeichnen. Neben einem ohrwurmträchtigen Hauptthema hat Djawadi einige zwar zum Teil wenig markante und recht simple, aber gut passende Leitmotive geschrieben, diese mit gutem Gespür für die Geschichte verwoben und damit seine bisher besten Arbeiten abgeliefert.

Siehe auch:
Game of Thrones Staffel 1
Game of Thrones Staffel 2
Stück der Woche: The Rains of Castamere
Stück der Woche: Game of Thrones Main Title

Game of Thrones Staffel 3:
Valar Dohaeris
Dark Wings, Dark Words
Walk of Punishment
And Now His Watch Is Ended
Kissed by Fire
The Climb

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