Aktuell: The Rise of Skywalker


Aus Zeitgründen habe ich mich von der „Aktuell-Kategorie“ meines Blogs schon vor einiger Zeit verabschiedet (es dürfte vielleicht aufgefallen sein, dass meine Post-Frequenz im letzten Jahr deutlich abgenommen hat, was vor allem daran lag, dass ich mit dem Sammeln von Überstunden beschäftigt war). Aber hin und wieder will man doch zumindest mal semi-aktuell sein – und was eignet sich da besser als der Teaser zur nächsten Star-Wars-Episode.

Gemessen an dem, was da dieses Jahr auf uns zukommt – nichts weniger als das Finale der Skywalker-Saga – lässt zumindest mich das erstaunlich kalt. Übersättigung, Nachwirkungen der Episode VIII-Problematik bzw. der damit zusammenhängenden Debatte – vermutlich eine Mischung aus all diesen Elementen. Der Teaser selbst ist da leider keine große Hilfe, denn insgesamt ist er relativ unspektakulär. Er beginnt (mal wieder) auf einem Wüstenplanteten – ob Jakku, Tatooine oder ein neuer ist nicht klar – und mit einer Rey, die sich einem Tie-Fighter gegenübersieht. Es wurde ja schon lange spekuliert, in wie fern Disney bzw. J.J. Abrams angesichts der vielen negativen Fan-Reaktionen auf „Die letzten Jedi“ Rian Johnsons Entscheidungen rückgängig machen würde. Die erste findet sich bereits: Rey hat offenbar Anakins altes Lichtschwert repariert. Die folgende akrobatische Einlage erinnert eher an die Prequels als an den zumindest diesbezüglich etwas konservativeren Einsatz der Macht in den Sequels.

Nach dieser recht langen, wenn auch kaum aussagekräftigen Sequenz folgen kürzere Eindrücke: Anflug auf einen neuen Planeten, Kylo Ren und seine Truppen in der Schlacht, eine unbekannte, aber recht haarige Person schweißt Kylos Helm wieder zusammen, kurze Eindrücke von Finn und Poe sowie BB8 und einem neuen Droiden und Lando Calrissian im Cockpit des Falken – alles untermalt von einer Trailermusik-Version von Leias Thema. Es folgt ein kurzer Action-Eindruck auf dem unidentifizierten Wüstenplaneten, wobei sich unsere Helden auf einem Fahrzeug befinden, das stark an Jabbas Gefährte aus Episode VI erinnert, eine Einstellung der Siegesmedallien aus Episode IV, Rey, die Leia umarmt und schließlich eine Gruppenaufnahme mit Rey, Finn, Poe, Chewie, C-3PO, BB8 und dem neuen Droiden, die vielleicht auf Endor anzusiedeln ist. Die nächste Einstellung zeigt jedenfalls etwas, das verdammt nach einem Trümmerstück des Todessterns aussieht. Der Planet selbst mit seiner zerklüfteten Küstenlandschaft wirkt zwar nicht wie Endor, aber selbst ein Waldmond muss ja nicht ausschließlich aus Wald bestehen.

Der beste Moment des Teasers folgt kurz vor der Titeleinblendung als Antwort auf Lukes Kommentar aus dem Off „No one’s ever really gone“ (eigentlich eine Dialogzeiel aus Episode VIII): Es erklingt das vertraute Lachen von Darth Sidious. Dann erfahren wir endlich den Titel von Episode IX: „The Rise of Skywalker“.

Gesamteindruck: Der Teaser sagt selbst für einen Teaser verdammt wenig darüber aus, worum es eigentlich geht und besteht primär aus Nostalgie-Beats, die auf Episode VI verweisen. Das Highlight ist zweifelsohne die angedeutete und inzwischen auch von J.J. Abrams bestätigte Rückkehr Palpatines. In welcher Form das geschehen wird bleibt natürlich unklar. Kehrt der Dunkle Lord der Sith tatsächlich von den Toten zurück, eventuell so, wie er es in der Comicserie „Dark Empire“ tat? Dort besetzte sein Geist Klonkörper seiner selbst. Kehrt er „nur“ als Dunkle-Seite-Version eines Machtgeistes zurück? Oder vielleicht sogar nur in Form von Aufzeichnungen oder Flashbacks?

Ursprünglich wurde in der neuen Disney-Kontinuität der Eindruck erweckt, dass es den Sith nicht mehr möglich sei, nach ihrem Tod als Geister wiederzukommen, so wie es in den Legends der Fall war. Nutzer der Dunklen Seite konnten zwar nicht zu „echten“ Machtgeistern werden, wie es den Jedi möglich war, aber sie konnten ihre Essenz an Gegenstände oder Orte binden oder per Essenztransfer in einen neuen Körper schlüpfen – einer ganzen Reihe von Dunklen Lords gelang es so, auch noch lange nach ihrem Tod ziemlichen Schaden anzurichten, von Marka Ragnos über Naga Sadow, Freedon Nadd, Darth Andeddu und Exar Kun bis hin zu, wie bereits erwähnt, Palpatine selbst. George Lucas gefiel diese Idee allerdings nicht. In den Mortis-Folgen der dritten Clone-Wars-Staffel waren ursprüngliche Gastauftritte der Sith-Lords Revan und Bane geplant, doch Lucas legte letztendlich sein Veto ein mit der Begründung, den Sith sei es nicht möglich, als Geister zurückzukehren. Selbst der Gastauftritt des von Mark Hamill gesprochenen Darth Bane, dem Yoda auf Moraband (formerly known as Korriban) in der sechsten Staffel der Serie begegnet, ist nur eine Illusion der Machtpriesterinnen und kein tatsächlicher Geist.

Mit der von Charles Soule verfassten Kanon-Darth-Vader-Comicserie, die kurz nach Episode III spielt, scheint diese Regel aber schon wieder ad acta gelegt zu sein, denn dort tauchte der Sith Lord Momin auf, dessen Essenz in seinem Helm weiterexistierte, ganz ähnlich wie es bei diversen Legends-Sith-Lords der Fall war; man denke etwa an Karness Muur, der ähnlich wie Momin von anderen durch ein Artefakt Besitz ergreifen konnte. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich halte es durchaus für möglich, dass Palpatine tatsächlich auf diese Weise zurückkehrt. Zweifelsohne wäre es eine, aber nicht die eleganteste Lösung für das Schurken-Problem von Episode IX. Denn, seien wir mal ehrlich, Kylo Ren funktioniert als Big Bad einer Trilogie genauso wenig wie General Hux. Hux kann nach Episode VIII ohnehin niemand ernst nehmen, während Kylo sowohl in Episode VII als auch in Episode VIII jeweils eine verheerende Niederlage hinnehmen musste. Im Vergleich dazu blieb Vader bis Episode VI im Grunde unbesiegt, die beiden Lichtschwertduelle, die er absolvierte, gewann er – und dabei war er nicht mal der Oberschurke.

Also bleiben letztendlich nur ein paar wenige Möglichkeiten: J.J. Abrams und sein Mit-Drehbuchautor Chris Terrio können versuchen, Kylo tatsächlich zum Oberschurken zu machen, sie können Snoke zurückbringen (was in meinen Augen aber ebenso wenig funktionieren würde), sie können einen neuen Big Bad aus dem Hut zaubern oder man nimmt eben einen, der sich bereits bewährt hat, wie Darth Sidious. Der cleverste Weg wäre wohl, Sidious als Präsenz zurückzubringen, ohne ihn tatsächlich wiederzubeleben. Dazu müsste er nicht einmal als Geist auftauchen, stattdessen könnte es sich um einen lange vorbereiteten Plan handeln, während Palpatine in Form von Aufzeichnungen und Flashbacks als treibende Kraft wirkt. Schon lange kursieren im Internet Gerüchte, Matt Smith würde einen jungen Palpatine spielen. Immerhin gehen die Saw-Filme seit John Kramers Tod im dritten Teil seit einiger Zeit auf diese Weise vor. Zugegeben, nicht das beste Beispiel, aber dennoch. Diese Idee gab es in Chuck Wendigs Aftermath-Trilogie und anderen, in diesem Zeitraum spielenden Medien zwar bereits (Stichwort: „Operation Cinder“) , aber darauf könnte man tatsächlich aufbauen.

Ein weiteres Mal zeigt sich hier nun das fundamentale Problem der Sequel-Trilogie: Der Mangel an Planung und Gesamtkonzept und die Unentschlossenheit bei der Konzeption von Episode VII. Entweder hätte man die Sequels tatsächlich als Fortführung der Skywalker-Saga konzipieren müssen, oder aber etwas völlig Neues aufziehen. Darth Sidious war der überspannende Schurke der bisherigen Saga. Natürlich, das war er nicht von Anfang an, bekanntermaßen sollte der Imperator in Episode IV ein schwacher Diktator sein, der von Leuten wie Tarkin kontrolliert wurde. Erst mit Episode V und VI entwickelte wurde er zum Oberschurken und erst mit den Prequels zum alles umfassenden Überschurken, der der für den Fall der Republik und die Vernichtung der Jedi verantwortlich war, quasi dem Star-Was-Äquivalent zu Satan. Es wäre naheliegend gewesen, ihn als auch Bedrohung der Episoden VII bis IX beizubehalten, sei es als tatsächlich aktiver Schurke, als Geist oder Holocronaufzeichnung, um einen Nachfolger heranzuzüchten.

Die Alternative wäre gewesen, Episode VII als Start von etwas völlig Neuem zu inszenieren, ähnlich wie es die „New Jedi Order“ im Legends-Bereich tat. Damit will ich nicht sagen, dass Lucasfilm die Yuuzhan Vong in den Kanon hätte bringen sollen, aber eventuell ein Gegenstück, eine wie auch immer geartete neue Bedrohung, die vielleicht sogar Rebellen/Republik und Rest-Imperium dazu gezwungen hätte, sich zu verbünden. Letztendlich entschied man sich dann aber eben dafür, denselben Konflikt mit neuen Figuren noch einmal auszutragen. Snoke statt Palpatine, Kylo Ren statt Darth Vader, die Erste Ordnung statt dem Imperium und der Widerstand statt der Rebellion. So, wie sie jetzt ist, ist die Sequel-Trilogie weder richtige Fortsetzung noch der wirkliche Start eines neuen Kapitels, sondern bestenfalls ein Nachgedanke, ein Anhängsel, weder Fisch noch Fleisch.

Natürlich könnte Episode IX das rückwirkend noch revidieren, der aktuelle Teaser macht sehr deutlich, dass genau das der Ansatz von Abrams und Terrio ist. Aber selbst dann würde es aufgesetzt wirken, schließlich wurde von offizieller Seite bereits mehrfach zugegeben, dass die Sequels nicht durchgeplant wurden und dass Rian Johnson auch nicht an Abrams‘ Ideen für den Rest der Trilogie gebunden war, sondern im Grunde tun konnte, was er wollte. Ich persönlich bin ja eigentlich immer für kreative Freiheit, aber nicht zum Preis der übergeordneten Handlung.

Wie dem auch sei, ich befürchte, dass „The Rise of Skywalker“ abermals in zu großem Ausmaß die Nostalgiekarte ausspielen wird. Der Titel ist natürlich ein Kuriosum für sich, passt aber zu den Aussagen, man wolle die gesamte Skywalker-Saga aufgreifen und alles zusammenführen. Fraglich ist natürlich, was mit dem Titel gemeint ist. Tatsächlich noch lebende Skywalkers sind Kylo und Leia, aber es erscheint unwahrscheinlich, dass einer von beiden gemeint ist. Ist Rey doch eine Skywalker? Kehrt Luke zurück? Oder ist das ganze in irgendeiner Form metaphorisch zu verstehen?

Um auf einer positiven Note zu enden: Insgesamt erhoffe ich mir von Episode IX erst einmal einen gelungenen letzten John-Williams-Star-Wars-Soundtrack, einige schöne neue Auftritte von Ian McDiamird als Darth Sidious (diese können auch noch den schwächsten Film aufwerten) und endlich mal wieder ein wirklich zünftiges Lichtschwertduell, denn diesbezüglich gab es in der Disney-Ära außerhalb von „Star Wars Rebels“ wirklich sehr wenige, und auch die Rebels-Duelle waren nicht immer das Gelben vom Ei bzw. das Weiße vom Lichtschwert.

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Aktuell: Halloween 2017


Nachdem ich mir letzte Woche eine kleine Pause gegönnt habe, geht es nun wieder voll zur Sache. Der obligatorische herbstliche Themenmonat steht an, und da ich einiges geplant habe, starten wir schon im September. Unter anderem will ich das eine oder andere schon länger geplante Großprojekt umsetzen, zur einen oder anderen Artikelreihe noch etwas beisteuern und mindestens ein aktuelles Ereignis steht ebenfalls auf der To-Do-Liste (das oben eingebettete Musikstück gibt einen subtilen Hinweis). Dazu kommen noch ein paar Rezension zu sonstigen Horror-Filmen aus meinem DVD- bzw. BD-Stapel und der Netflix- bzw. Amazon-Prime-Watchlist In diesem Sinne: Freuen wir uns auf einen erschreckenden Herbst.

Aktuell: Hemator zum Hören

Wer einmal meine Stimme hören möchte, kann das jetzt tun. Radio Fritz interviewt im Rahmen der Sendung „Trackback“ jede Woche einen anderen Blogger, wobei jeder interviewte Blogger seinen Nachfolger nominieren muss. Die Singende Lehrerin hat mich nominiert und ich wurde erfolgreich per Telefon interviewt. Ich bin ja eher ein Schreiber als ein Redner, dementsprechend viele „Ähs“ (besser: viel zu viele) kommen am Anfang auch vor. Primär konzentriert sich das Interview auf Filmmusik (sofern man das in aller Kürze gebührend besprechen kann) und den Mangel an Wertung bei meinen Artikeln. Die Frage zu meiner Artikelreihe „Lovecrafts Vermächtnis“ wurde leider rausgekürzt – ausgerechnet da habe ich (zumindest meinem Empfinden nach) meine beste und eloquenteste Antwort völlig ohne „Ähs“ gegeben. Nun ja, wie die meisten Menschen höre auch ich meine eigene Stimme nicht besonders gerne, aber immerhin war ich halbwegs erfolgreich dabei, den Dialekt rauszutilgen. Wer mich hören will, kann das hier tun.

Aktuell: Neuer Komponist für „Justice League“

Ich habe ja in letzter Zeit kaum einmal etwas zu aktuellen Film-Neuigkeiten geschrieben, aber das kam jetzt doch so unerwartet, dass ich meinen Senf dazu loswerden wollte. Tom Holkenborg alias Junkie XL, Komponist von Scores wie „300: Rise of an Empire“, „Mad Max: Fury Road“ und „Deadpool“, der darüber hinaus bereits an „Man of Steel“ und „Batman v Superman: Dawn of Justice“ mit Hans Zimmer kollaborierte, schreibt nicht mehr die Musik für „Justice League“. Stattdessen nimmt Danny Elfman den Taktstock für DCs großes Superheldenteam in die Hand. Zumindest für mich kam das völlig überraschend. Nun wird im Netz eifrig spekuliert, warum und weshalb. Hängt es mit Joss Whedon zusammen, der den Film nun beendet, da Zack Snyder aufgrund einer schrecklichen persönlichen Tragödie nachvollziehbarerweise ausschied? Angeblich ging es nur um den Feinschliff, es sollte trotz allem Zack Snyders Film sein, während Whedon nur die Fertigstellung überwacht. Andererseits sprang Danny Elfman bereits bei „Avengers: Age of Ultron“ für Joss Whedon in die Bresche, als Brian Tyler, wohl wegen „Fast & Furious 7“, der sich wegen Paul Walkers Tod verzögerte, die Arbeit nicht abschließen konnte. Bei „Justice League“ sieht die Lage jedoch ein wenig anders aus, denn beim zweiten Avengers-Film schrieb Elfman nur zusätzliche Musik und adaptierte Alan Silvestris Avengers-Thema, während das, was Tyler bereits komponiert hatte, auch verwendet wurde. Hier scheint Elfman den Score jedoch nun komplett zu schreiben.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll: Für mich sind das verdammt gute Nachrichten. Ich halte Tom Holkenborg für einen der überbewertetsten Komponisten unserer Zeit. Sein Stil sagt mir absolut nicht zu, insbesondere wenn es um Action-Musik geht. Holkenborg treibt den Zimmer’schen Minimalismus der letzten Jahre noch weiter, macht ihn noch harscher, noch elektronischer und wummernder, ohne Finesse, Stil oder interessante Orchesterarbeit; bei Holkenborg wird nur tumb draufgehauen. Sein bislang bester Score war „Mad Max: Fury Road“, aber selbst diesen fand ich eher funktional denn wirklich gut – wenn ich bedenke, was jemand wie Elliot Goldenthal oder Don Davis mit diesem Film gemacht hätte…

Natürlich ist es bitter für Holkenborg, einfach so ersetzt zu werden, aber mein Mitleid hält sich da ehrlich gesagt in Grenzen, da es keinen Mangel an hochkarätigen Projekten für ihn gibt (dieses Jahr u.a. Stephen Kings „Der dunkle Turm“, nächstes Jahr der Tomb-Raider-Reboot) und er seinerseits schon des Öfteren andere Komponisten ersetzt hat. Elfman wäre für „Justice League“ zwar nicht unbedingt meine erste Wahl gewesen, aber er ist definitiv keine schlechte Alternative, im Gegenteil.

Wie dem auch sei, besonders interessant ist die Frage, wie man nun mit den bereits etablierten Themen verfährt. Der wirklich einzige Pluspunkt, den das DC Extended Universe bislang bei mir in musikalischer Hinsicht sammeln konnte, ist der Umstand, dass auf leitmotivische Kontinuität wert gelegt wird. Unglücklicherweise finde ich die Themen größtenteils fürchterlich. Elfmans Stil unterscheidet sich nun doch stark vom Zimmer/Holkenborg-Stil des DCEU. Wird er die Themen weiterverwenden und adaptieren, wie er es mit Alan Silvestris Avengers-Thema tat? Ich denke, Warner wird zumindest das in „Batman v Superman“ etablierte Wonder-Woman-Motiv beibehalten wollen, dieses kam beim Publikum sehr gut an und wurde im Marketing und Score von Petty Jenkins‘ „Wonder Woman“ bereits sehr ausgiebig verwendet. Das Superman-Thema (What Are you Going to Do When You’re not Saving the World) und das Bat-Stampfen (Beautiful Lie) dürften dem gemeinen Kinogänger dagegen eher weniger in Erinnerung geblieben sein.

Ich hoffe jedenfalls, man zwängt Elfman nicht den Remote-Control-Stil auf, aber das wäre schon ziemlich daneben, sonst hätte man ja gleich Holkenborg behalten können. Mir als Bat- und Filmmusik-Veteranen drängt sich natürlich auch die Frage auf, ob Elfman sein klassischen Batman-Thema aus den Tim-Burton-Filmen wieder aufgreift. Zumindest das aus fünf bzw. sechs Noten bestehende Kernmotiv ließe sich in meinen Augen relativ problemlos in einen anderen Kontext adaptieren – Elfman ist als Komponist definitiv fähig genug, sein Thema derart weiterzuentwickeln.

In diesem Zusammenhang gibt es noch eine interessante kleine Anekdote, denn Danny Elfmans Batman-Thema, bzw. besagtes Kernmotiv, erklang bereits einmal in einem DCEU-Film, nämlich in „Suicide Squad“, komponiert von Steven Price. In You Make My Teeth Hurt, dem Track, der die Rückblicksszene untermalt, in der Batman den Joker und Harley Quinn verfolgt, ist es bei 0:27 zu hören. Es könnte sich dabei natürlich auch nur um eine zufällige Ähnlichkeit handeln, oder Steven Price hat sich einen kleinen, musikalischen Gag bzw. eine Hommage erlaubt. Oder er besitzt tatsächlich präkognitive Fähigkeiten.

Jedenfalls bin ich insgesamt guter Dinge. Danny Elfman ist ein exzellenter und vielseitiger Komponist, der auch sehr düstere und harsche Klänge beherrscht, wie er beim Remake von „Planet der Affen“, „Sleepy Hollow“ und „The Wolfman“ ausgiebig bewiesen hat, ebenso wie modernere Action-Musik, die trotzdem eindeutig die Seine ist – Beispiele sind „Wanted“, seine beiden Spider-Man-Scores und auch seine Arbeit am Men-in-Black-Franchise. Seine letzte Superheldenarbeit, die Stücke, die er zu „Age of Ultron“ beigesteuert hat, haben mir ebenfalls extrem gut gefallen. Zwar gehen sie im Film z.T. etwas unter, aber das liegt an der Tonmischung und nicht an Elfman. Tracks, die an die Qualität von It Begins oder Inevitably – One Good Eye herankommen, sucht man im DCEU bislang vergeblich: Wie leicht Elfman hier mit seinen eignen Themen sowie denen von Silvestri und Tyler jongliert, die Action ansprechend und dynamisch umsetzt und sich dem Stil des MCU annähert, ohne dabei seine Identität aufzugeben – ich denke, die Justice League ist bei ihm in guten Händen.

Quelle

Aktuell: Versatile Blogger Award

Es gab Zeiten, da kam pro Woche mindestens ein Award, Stöckchen oder sonstige Blogparade, sodass es fast schon ein wenig lästig wurde. Wenn dann allerdings mal etwas länger Pause ist, freut man sich umso mehr. Miss Booleana hat mich mit dem Versatile Blogger Award beehrt (noch einmal herzlichen Dank dafür). Die Regeln sind einfach: Ich muss sieben beliebige Fakten über mich preisgeben und dann meinerseits Blogs nominieren. Nun denn, frisch ans Werk.

1. Ich bin schon länger ein Tolkien- als ein Star-Wars-Fan. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann die jeweilige Franchiseliebe begann, ich weiß aber, dass ich Mittelerde schon länger kenne als die weit, weit entfernte Galaxis. Star Wars lernte ich natürlich durch die Sichtung der OT kennen, Mittelerde durch die Hörspiele des WDR, welcher den „Hobbit“ 1980 umsetzte und den „Herrn der Ringe“ (allerdings mit anderen Sprechern) 1991. Vor allem beim HdR-Hörspiel ist die Aussprache der Namen katastrophal und es herrscht ein gewisses Ungleichgewicht, so wurde der Anfang sehr ausführlich adaptiert (sogar die Tom-Bombadil-Episode ist vorhanden), während hinten raus sehr viel fehlt – das Hörspiel endet mit der Rückkehr der Hobbits ins Auenland und streicht die Säuberung und Frodos Fahrt nach Valinor ersatzlos, um nur das gravierendste Beispiel zu nennen. Als Kind wusste ich das freilich noch nicht und habe diese Hörspiele so lange gehört, bis ich sie auswendig kannte. Die Romane habe ich allerdings erst gelesen, als die HdR-Filmtrilogie näher rückte. Jedenfalls erinnere ich mich an ein einziges Detail meiner ersten Episode-IV-Sichtung: Als die Jawas zum ersten Mal auftauchten, dachte ich: „Die sehen aus wie Ringgeister im Kleinformat.“

2. Vielleicht, ich wiederhole, vielleicht wird bald eine meiner Kurzgeschichten tatsächlich publiziert. Sollte es dazu kommen werde ich das selbstverständlich hier aufgreifen und ein wenig schamlose Eigenwerbung machen.

3. Ich habe lange überlegt, wie ich meine religiösen Ansichten bezeichnen würde. Ich bin schließlich auf „Agonstiker mit Tendenz zu Atheismus und Kosmizismus“ gekommen. Das bedeutet im Klartext, dass ich an keinen Gott oder Götter glaube, die Existenz eines „höheren Wesens“, das uns an Wissen und Macht so weit überlegen ist, dass es uns wie ein Gott erscheint, aber nicht kategorisch ausschließe (das Universum ist groß). Die kosmizistische Philosophie (beide Daumen hoch für H. P. Lovecraft) besagt dass, sollte es derartige Wesen geben, sie uns gegenüber bestenfalls völlig gleichgültig und schlimmstenfalls feindlich gesinnt sind. Solange es aber keine eindeutigen Indizien für die Existenz eines solchen Wesens gibt, egal ob es sich um Jahwe, Cthulhu oder das fliegende Spagettimonster handelt, betrachte ich es als nichtexistent.

4. Wo wir gerade von Religion sprechen: Ich finde es nach wie vor sehr interessant, mich mit religiösen Thematiken zu beschäftigen. Ich habe gerade angefangen, mich verstärkt mit christlicher Mystik auseinanderzusetzen, auch weil ich denke, dass sich da einiges an Material findet, das sich später in andere Bahnen lenken lässt (zum Beispiel für eine potentielle Fortsetzung von Punkt 2 dieser Aufzählung).

5. Ich finde Netflix besser als Amazon Prime. Mir sagt die Benutzeroberfläche mehr zu, ich finde die Auswahl besser und nutze Netflix in größerem Ausmaß. Amazon Prime nutze ich zwar auch, aber eher sporadisch und für spezifische Serien, etwa „American Gods“. Wenn ich stöbern will oder nach einer neuen Serie suche, schaue ich zuerst auf Netflix und werde meistens auch fündig.

6. Ich finde Franchises, Franchisebildung und Franchiseentwicklung sehr faszinierend, mein Interesse daran ist eigentlich schon wissenschaftlich. Das gleiche gilt für den aktuellen Serientrend, sowohl was die wachsende Anzahl an qualitativ hochwertigen Serie angeht, als auch die Tendenz, Filmreihen immer mehr wie Fernsehserien zu gestalten. Das bedeutet beileibe nicht, dass ich alles gut heißen würde, was die geldgierigen Hollywoodstudios so treiben, im Gegenteil, aber faszinierend ist es definitiv, weshalb ich wohl auch das DCEU weiterverfolgen werde, obwohl es mich unendlich frustriert. Es gibt allerdings so ein paar Filmreihen, die nach wie vor wachsen und gedeihen, für die ich nicht einmal wissenschaftliche Neugier übrig habe, geschweige denn echtes Interesse. Dazu gehören vor allem „Transformers“ und „The Fast and the Furious“.

7. Ich bin der Meinung, dass George R. R. Martins „A Song of Ice and Fire“ das literarische Werk ist, das unsere Zeit und die gegenwärtigen Probleme und Zustände am besten einfängt. Das trifft besonders auf „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ zu. Natürlich sind die in diesen Romanen geschilderten Zustände nicht wirklich neu (Martin wollte ja eigentlich nicht Romane schreiben, die die Gegenwart widerspiegeln, sondern ließ sich primär von Geschichte inspirieren, die sich bekanntermaßen immer wieder wiederholt, weil der Mensch ein äußerst lernresistentes Wesen ist), aber ich finde es schon faszinierend, wie anwendbar diese Werke auf die Gegenwart sind. Man hat mit Flüchtlingskrisen zu kämpfen, alte Ordnungen zerfallen, das Chaos greift um sich, religiöse Extremisten werden immer stärker, allerorts ergreifen autoritäre Egomanen die Macht und dann ist da noch eine Bedrohung am Horizont, um die man sich eigentlich kümmern sollte, die aber wegen im Grunde kleinlicher Konflikte ignoriert wird. Da behaupte noch einer, bei Fantasy handle es sich um Eskapismus.

Und hier meine Nominierungen:
Faemrael’s Portfolio
Score Geek
Mighty Movies/Xsehu Films
Xeledons Spiegel
Infernal Cinematic Affairs
Cinematographic Tides

Aktuell: Rogue-One-Countdown


Halloween ist vorbei, und obwohl eventuell noch der eine oder andere Nachtrag kommt, wird mein Fokus für den Rest des Jahres auf einem anderen Thema liegen: Mit „Rogue One: A Star Wars Story“ steht uns der erste SW-Realfilm bevor, der nicht Teil der Hauptsaga ist. Meine Erwartungen sind diesbezüglich etwas gespalten: Einerseits haben wir eine interessante Prämisse (ein SW-Kriegsfilm; die Episoden sind, trotz des Franchisenamens, doch allesamt Space-Operas), vielversprechende Trailer und einen ausgezeichneten Cast (Felicity Jones, Mads Mikkelsen, Ben Mendelson etc.), auf der anderen Seite sind aber einige der Hintergrundberichte doch zumindest beunruhigend: Während Re-Shoots bei großen Blockbustern normal sind, wurden bei „Rogue One“ angeblich etwa 40 Prozent des Films neu gedreht, was dann doch eher außergewöhnlich ist. Hat Gareth Edwards Mist gebaut? War Disney Edwards‘ Film zu wenig SW-typisch? Gab es bei Alexandre Desplat wirklich Terminschwierigkeiten oder hat man Michael Giacchino doch angeheuert, weil die Musik stärker nach Williams klingen sollte? Immerhin, der Star-Wars-Fan kann sich damit trösten, dass auch Episode IV eine ziemlich problematische Produktion war und wir wissen ja, was dabei herausgekommen ist: Hintergrundschwierigkeiten gehören bei SW-Filmen fast zur Tradition. Wie dem auch sei, ich hoffe und wünsche mir, dass „Rogue One“ gut und erfolgreich wird und Filmemachern ermöglicht, in Zukunft interessante und vielfältige Projekte im Rahmen der Spin-offs umzusetzen, die sich auf neue Konflikte und Figuren konzentrieren und nicht Elemente abarbeiten, die das nicht nötig haben. Bis die Antworten auf die hier gestellten Fragen kommen, werde ich mich noch einmal diverser Themen quer durch das Franchise annehmen, Romane, Musik, Animation, Kanon, Legends etc.

Aktuell: Podcast-Empfehlungen

Schon seit einigen Jahre finde ich immer größeren Gefallen am Medium „Podcast“ und habe eine ganze Reihe an Vertretern gefunden, die ich inzwischen sehr regelmäßig, oder doch zumindest semi-regelmäßig, höre – sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache. Dabei geht es natürlich um die üblichen Themen, über die ich auch hier schreibe. Nach so vielen Stunden der Unterhaltung empfehle ich meine Favoriten dann doch gerne auch mal weiter.

Radio Tatooine
Inzwischen nicht mehr der einzige, aber doch der erste deutsche Star-Wars-Podcast – und, trotz manchmal anders lautender Meinung der beiden Moderatoren Ben und Tim, ein sehr gelungener. Egal ob sie mit oder ohne Gäste über News, die Episoden (sehr, sehr, sehr ausführlich und tiefschürfend) oder andere Themen wie „The Clone Wars“ sprechen, die Meinungen sind immer interessant und differenziert. Und vor allem: Es gibt kein unreflektiertes Prequel-Bashing á la „alles an ihnen ist scheiße, George Lucas hat meine Kindheit zerstört“. Stattdessen werden mit viel Sachkenntnis die Stärken und Schwächen alle Episoden analysiert. Für EU-, bzw. SW-Literatur- und Comicfans wie mich ist auch das Spin-off „Der Buchclub“ sehr lohnenswert, in dem, wie könnte es anders sein, spezifisch auf  die Literatur aus der weit, weit entfernten Galaxis eingegangen wird.

Rebel Force Radio
Rebel Force Radio ist im englischsprachigen Raum so weit ich weiß DER Star-Wars-Podcast, in dem sich Jimmy Mac, Jason Swank und diverse Gäste über die weit, weit entfernte Galaxis diskutieren. Die Hauptserie ist schon sehr gelungen, das wirklich Highlight von RFR ist allerdings die Unterserie „Star Wars Oxygen“, in welcher Jimmy Mac und David W. Collins, der u.a. für LucasArts gearbeitet und in „The Force Unleashed“ dem Droiden PROXY seine Stimme geliehen hat, die SW-Musik von John Williams ausführlich und höchst unterhaltsam analysieren. Auch die Episoden-Kommentare mit Sam Witwer (SW-Experte und Stimme von Darth Maul in „The Clone Wars“ und „Rebels“ sowie Starkiller in „The Force Unleashed“ sind äußerst lohnenswert.

Soundcast
Ein englischer Filmmusik-Podcast, gehostet von Christopher Coleman. Zwischen Juli 2015 und Mai 2016 ist dort leider nicht viel passiert, aber inzwischen wurde das Format leicht abgeändert, statt der längeren Diskussionen mit mehreren Teilnehmern gibt es nun pro Woche eine Folge, die zwischen 30 und 45 Minuten lang ist und in der Coleman und Eric Woods, seines Zeichens ebenfalls passionierter Podcaster, über ein bestimmtes filmmusikalisches Thema sprechen, was auch sehr gut funktioniert. Die älteren Folgen sind immer noch auf der Seite zu finden und lohnen sich durchaus.

Sideshow Sound Theatre
Und gleich nochmal ein Filmmusik-Podcast: „Sideshow Sound Theatre“ wurden von den Komponisten Wendell Jones und Will Dodson ins Leben gerufen. Anders als beim Soundcast geht es hier eher um Analyse denn Kritik (das Sideshow-Team ist insgesamt sehr positiv). Inzwischen gibt es mehrere Unterserien, zum Beispiel „Score Guide“ (ausführliche Analyse eines bestimmten Scores), „Mouse Music“ (alles über Disney-Soundtracks) oder „In Defense Of“ (ein bestimmter Film/Score, der keinen allzu guten Ruf hat, wird verteidigt). Die Score-Analysen sind zum Teil recht technisch, was mich persönlich allerdings nicht wirklich stört.

Donalds Erben
Ein deutschsprachiger Podcast, gehostet von Disney-Fan und Blogger-Kollege Sidney Schering alias Sir Donnerbold, in dem er sich mit diversen Gästen über alle möglichen filmischen Themen unterhält, wobei der Fokus natürlich immer wieder stark auf Disney liegt. Aber auch abseits davon wird interessant über alle möglichen Filme und Filmreihen diskutiert. Leider ist hier seit Dezember 2015 nichts mehr passiert.

Talking Tolkien
Zwei Tolkien-Veteranen, Katie und John, und ein Neuling, Chase, der lediglich die Filme gesehen hat, lesen zusammen das „Silmarillion“, den „Hobbit“ und den „Herrn der Ringe“ und sprechen dann darüber. Gerade für Tolkien-Fans ein sehr lohnender (allerdings englischsprachiger Podcast. Gerade die Perspektive des Neulings ist immer interessant, besonders, wenn er nur mit Filmkenntnis das „Silmarillion“ liest. Vor allem empfehlenswert für alle jene, die sich tiefer mit der Materie beschäftigen wollen, aber am „Silmarillion“ gescheitert sind.

Der Batcast
Alles rund um den Dunklen Ritter, gehostet von Bernd alias Batcomputer, dem Betreiber der Seite batmannews.de. Primär stehen die Filme bzw. News zu den Filmen im Fokus (es gibt u.a. Besprechungen zu fast allen der Kinofilme, nur mit „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“ sind Bernd und Gäste noch nicht durchgekommen, weil „Batman V Superman: Dawn of Justice“ dazwischen kam), aber auch alle anderen Bat-relevanten Bereiche (Comics, Fernsehserien, Merchandise etc.) werden zumindest angerissen. Ein sehr gelungener deutscher Batman-Podcast.

Arkham Insiders/H. P. Podcraft
Ich führe beide Podcasts hier zusammen auf, da ich sie nur sporadisch höre und sie sich ziemlich gut ergänzen. „Arkham Insiders“ ist ein deutscher Podcast, der sich primär mit der Biographie H. P. Lovecrafts beschäftigt, während sich die Moderatoren des englischsprachigen „H. P. Podcraft“ stärker mit seinen Werken (sowie diversen anderen Werken der klassischen Schauerliteratur) auseinandersetzen. Wer sich für den Schriftsteller aus Providence interessiert, macht mit beiden Podcasts nichts falsch.

Hellraiser Podcast
Jetzt kommen wir langsam zu den wirklich obskuren Themen. Aber Hellraiser ist nun mal meine Lieblingshorrorfilmserie, die mit jedem Sequel immer schlechter wird, und auch dazu gibt es einen Podcast, in dem die Filme, Prosawerke und Comics von und inspiriert durch Clive Barker besprochen werden.