Infinity’s End – Das dunkle Portal


Enthalten in US-Star Wars (Republic) 23-26 (engl.) und Star Wars 28-29 (dt.).
Die zweite Geschichte, die von den Abenteuern des Jedi-Ritters Quinlan Vos erzählt, fällt im Vergleich zu den anderen gehörig aus dem Rahmen. Im Gegensatz zu „Twilight – Jedi-Dämmerung“, „Darkness“, „Das Jedi-Ritual“ und den meisten der späteren Klonkriegscomics, in denen besagter Jedi eine tragende Rolle spielt, wurde dieser vierteilige Handlungsbogen aus der Republic-Serie weder von John Ostrander verfasst noch von Jan Duursema gezeichnet, und dieser Umstand fällt auch in negativer Hinsicht mehrfach auf. Stattdessen zeichnet sich Pat Mills („Requiem, der Vampirritter“) für die Story verantwortlich, während Roman Bachs („Jedi vs. Sith“) die Zeichenarbeit erledigte. Beide führen ihren Job zwar routiniert, aber doch sehr unisnpiriert aus. Die Geschichte handelt von den sogenannten „Schwestern der Nacht“, einer Gruppe machtbegabter Hexen vom Planeten Dathomir, die mithilfe einer alten Waffe Coruscant zerstören wollen. Quinlan Vos wird vom Jedi-Rat geschickt, um in dieser Sache zu ermitteln und muss sich mit den matriarchalischen Hexen, vor allem ihrer Anführerin Zalem und deren Tochter Ros Lai herumärgern.
Und da liegen auch schon die Probleme dieses Comics. Zum einen wären da die Schwestern der Nacht. Offenbar hat Pat Mills Dave Wolvertons Roman „Entführung nach Dathomir“, in dem die Schwestern der Nacht zum ersten Mal auftraten, wenn überhaupt nur flüchtig gelesen, da die Hexen des Comics mit denen des Romans recht wenig gemein haben – dafür sorgt allein schon das nuttige Aussehen. Natürlich wurde die Ungereimtheiten zwischen den Nachtschwester-Versionen später geretconnt, aber dennoch wäre es in meinen Augen zielführender, wenn man die vorherigen EU-Werke einfach besser berücksichtigen würde (das gilt ganz besonders für „The Clone Wars“, in dem die Nachtschwestern noch mehr verschandelt werden).
Viel schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass Quinlan Vos als Protagonist völlig austauschbar ist, er hätte problemlos durch irgendeinen anderen, x-beliebigen Jedi ersetzt werden können. In jeder der Ostrander-Geschichten wird mit der Figur äußerst sorgsam umgegangen, Ostrander enthüllt nach und nach Teile der Vergangenheit, verleiht Quinlan mehr Facetten und entwickelt ihn auf glaubwürdige Art und Weise weiter. In „Infinity’s End“ ist genau das Gegenteil der Fall, die Geschichte trägt absolut nichts zur Figur bei.
Der einzige interessante Charakter ist die Schurkin Ros Lai, der man auf Grund ihrer Vergangenheit durchaus Mitleid entgegnbringen kann. Leider wussten die EU-Autoren nach dieser Geschichte nicht mehr allzu viel mit ihr anzufangen.
Was diese Geschichte für mich endgültig zu den eher vergessenswerten EU-Werken macht, sind Roman Bachs Zeichnungen. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde seinen Stil einfach ziemlich hässlich, kein Vergleich zu Jan Duursema, die die Figuren des Star-Wars-Universums weitaus besser in Szene zu setzen vermag.
Fazit: „Infinity’s End“ ist eindeutig das schwarze Schaf unter den Comics über Quinlan Vos. Der sonst sehr vielschichtige Protagonist verkommt hier zum austauschbaren Jedi, die Zeichnungen sind unansehnlich und die Geschichte weiß nicht wirklich zu überzeugen. Kurz gesagt: John Ostranders Fehlen als Autor wird hier schmerzlich vermisst. Zum Glück geht es mit den folgenden Quinlan-Vos-Geschichten wieder steil bergauf.

Siehe auch:
Twilight – Jedi-Dämmerung
Darkness – Das ewige Dunkel

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