Twilight – Jedi-Dämmerung


Enthalten in US-Star Wars (Republic) 19-22 (engl.) und Star Wars 19-21 (dt.).
Irgendwie war das Erweiterte Star-Wars-Universum zu der Zeit, als die Prequel-Trilogie in den Kinos lief (1999 bis 2005) um einiges besser und interessanter als die Comics und Romane (und besonders Fernsehserien), die dem geneigten Star-Wars-Fan heute vorgesetzt werden.
Ein sehr schönes Beispiel ist die Star-Wars-Comicserie, die der Dark Horse Verlag 1998 startete und die später mit dem Namenszusatz „Repbulic“ versehen wurde. Im Prä-Episode-1-EU wurde diese Ära für gewöhnlich ausgeklammert (eben wegen dem angekündigten Episoden 1-3), doch als bekannt wurde, in welche Richtung sich die neuen Star Wars Filme entwickeln würden, konnten die kreativen Köpfe bei Dark Horse damit beginnen, die neu vorgestellten Figuren zu ergründen. Nach einigen Geschichten mit Ki-Adi Mundi und anderen Mitgliedern des Jedi-Rats wurde das Autor-Zeichner-Team John Ostrander und Jan Duursema verpflichtet, um die Geschichte einer Figur zu erzählen, die nur in einer Sekunde kurz in „Die Dunkle Bedrohung“ zu sehen ist. Aus diesem Kurzauftritt eines vorerst namenlosen Mannes mit schwarzen Haaren und einem gelben Strich im Gesicht wurde eine der interessantesten, beliebtesten und vielschichtigsten Figuren des Erweiterten Universums: Quinlan Vos. Aber der Reihe nach:
Ein Mann erwacht in einem brennenden Zimmer, weiß nicht wo er ist, weiß nicht wer er ist und weiß schon gar nicht, wie er in diese Lage geraten konnte. Kaum, dass er sich mithilfe von merkwürdigen Kärften befreit hat, wird er auch schon von einer wilden Meute Kopfgeldjäger angegriffen und schließlich von einem äußerst unangenehmen Devaronianer names Vilmahr Grahrk gerettet, der ihm sagt, er wäre ein „Jedi“. Doch damit fangen die Probleme erst an. Zwar entdeckt unser Jedi, dass er telemetirsche Fähigkeiten hat (d.h. er kann Bilder aus Gegenständen herauslesen) und erfährt so über sein Lichtschwert, dass er den Namen Quinlan Vos trägt, und bekommt einige Eindrücke seiner Vergangenheit, aber vorerst hilft ihm das nicht weiter, deshalb beschließt er, seine Padawan, Aayla Secura, ausfindig zu machen und stößt dabei auf eine Verschwörung und die Hintergründe seines Gedächtnisverlustes.
„Twilight“ ist eine wunderbar düstere und spannende Thriller-Story, die sich weniger mit den großen Ereignissen und wichtigen Kriegen beschäftigt, sondern kleiner, persönlicher und dreckiger ist als vieles andere in den Weiten des EU.
Quinlan Vos ist dabei ein sehr glaubhafter und sympathischer Protagonist, der bei weitem kein Sauberjedi ist, sondern jemand, der mit ernsthaften Problemen, seinem Gedächtnisverlust, seinen Agressionen und natürlich seiner eigenen Dunkelheit kämpfen muss. Dazu scheint er ständig von Verrat umgeben zu sein und muss lernen, dass er kaum jemandem vertrauen kann.
Auch die anderen Figuren wirken durchweg glaubhaft, Vilmahr Grahrk ist auf seine schurkische Art irgendwie liebenswert und die wirklichen Schurken sind nicht nur Fieslinge, sondern handeln durchaus nachvollziehbar und wirken recht realistisch – man könnte Twilight schon fast als Drogen- oder Gangsterthriller bezeichnen, mit Quinlan Vos als Ermittler.
Fazit: Alles in allem ein sehr guter Comic, der den Standard für die späteren Klonkriegecomics festlegte, mit Quinlan Vos eine der erfolgreichsten und (zu Recht) beliebtesten Figuren einführte und auch sonst wirklich zu empfehlen ist. Die Zeichnungen von Jan Duursema sind noch ein wenig ungeschliffen, vor allem im Vergleich zu späteren Werken, aber bereits hervorragend.

Siehe auch:
Infinity’s End – Das dunkle Portal
Darkness – Das ewige Dunkel

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