Crimson Empire


Als ich das erste Mal „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ anschaute, fiel mir ein kleines Detail sofort auf: Die rot gewandeten Wachen des Imperators. Im Grau, Weiß, Schwarz und Olivgrün des farbig doch recht eintönigen Imperiums stechen diese Farbflecke sofort ins Auge und man beginnt sich unweigerlich zu fragen: Wer sind diese schweigsamen Jungs mit den coolen Helmen, die den Imperator das eskortieren? Für alle, die die von der Imperialen Ehrengarde ebenfalls fasziniert sind und darüber hinaus mal eine Ecke des Star-Wars-Universums kennen lernen möchten, in dem nicht ständig die altbekannten Leutchen rumlaufen, ist die von Mike Richardson und Randy Stradley geschriebene und von Paul Gulacy gezeichnete sechsteilige Miniserie „Crimson Empire“ (inzwischen auch als Sammelband erhältlich) genau das richtige.
Wir schreiben das Jahr 11 nach der Schlacht um Yavin. Der letzte Klon Imperator Palpatines wurde, auch aufgrund eines Verrats aus den Reihen seiner Ehrengard, von Luke Skywalker und den Solos vernichtet. Besagtes Mitglied der Ehrengard, Carnor Jax, hat nun die Kontrolle über einen Teil des Restimperiums übernommen. Doch ein Mann stellt sich ihm in den Weg: Kir Kanos, der letzte getreue Gardist des Imperators, sinnt auf Rache und wird nicht ruhen bis alle, die seinen toten Herrn und Meister verraten haben, vernichtet sind. Um dieses Ziel zu erreichen verbündet sich Kanos sogar mit Truppen der Neuen Republik.
Grundsätzlich hebt sich „Crimson Empire“ erst mal wohltuend von vielen anderen EU-Werken dieser Ära ab: Sämtliche wichtigen Personen haben hier ihren ersten Auftritt, was diesen Comic weitaus interessanter macht als die hundertste Neuauflage von Skywalker und Solo gegen das Imperium. Auch der Protagonist Kir Kanos selbst ist ein wenig anders gestrickt als die meisten anderen Helden der weit, weit entfernten Galaxis. Er ist kein strahlender Held der Rebellion und auch kein Jedi, sondern ein eigentlich treuer Gefolgsmann des Imperators, der nach Rache sucht und den somit die Umstände zu einem Bündnis mit den eigentlichen „Guten“ zwingt (wobei es auch in den Reihen der Neuen Republik bei weitem nicht nur Helden gibt). Gerade dieser innere Konflikt macht Kanos, der den eigentlichen Sinn seines Lebens verloren hat, interessant und verleiht ihm eine gewisse Tragik.
Darüber hinaus sind vor allem die Einblicke in Struktur und Training der Imperialen Ehrengarde, die hier erstmals ausführlich gewährt werden, hochinteressant. Und auch sonst weiß „Crimson Empire“ bestens zu unterhalten. Die Story ist zwar recht geradlinig, aber das schadet ihr nicht, im Gegenteil; der Comic ist äußerst spannend, sehr schnell gelesen und der Showdown zwischen Kanos und Jax mehr als befriedigend.
Paul Gulacys manchmal ein wenig kantige, aber sehr schöne und detaillierte Zeichnungen unterstützen dies noch, auch wenn die Oberweite der Rebellenführerin Mirith Sinn vielleicht doch ein wenig zu groß ausgefallen ist. Aber dafür sehen die Prototypen der Garderüstungen, die Kir Kanos und Carnor Jax tragen, wirklich extrem cool aus.
Fazit: „Crimson Empire“ gehört zu den ersten Star-Wars-Comics, die ich gelesen habe und kann sich auch heute noch sehen lassen. Dank der spannenden Story und des Protagonisten der etwas anderen Art auch heute noch einer der absoluten EU-Klassiker.

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