Aktuell: Versatile Blogger Award

Es gab Zeiten, da kam pro Woche mindestens ein Award, Stöckchen oder sonstige Blogparade, sodass es fast schon ein wenig lästig wurde. Wenn dann allerdings mal etwas länger Pause ist, freut man sich umso mehr. Miss Booleana hat mich mit dem Versatile Blogger Award beehrt (noch einmal herzlichen Dank dafür). Die Regeln sind einfach: Ich muss sieben beliebige Fakten über mich preisgeben und dann meinerseits Blogs nominieren. Nun denn, frisch ans Werk.

1. Ich bin schon länger ein Tolkien- als ein Star-Wars-Fan. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann die jeweilige Franchiseliebe begann, ich weiß aber, dass ich Mittelerde schon länger kenne als die weit, weit entfernte Galaxis. Star Wars lernte ich natürlich durch die Sichtung der OT kennen, Mittelerde durch die Hörspiele des WDR, welcher den „Hobbit“ 1980 umsetzte und den „Herrn der Ringe“ (allerdings mit anderen Sprechern) 1991. Vor allem beim HdR-Hörspiel ist die Aussprache der Namen katastrophal und es herrscht ein gewisses Ungleichgewicht, so wurde der Anfang sehr ausführlich adaptiert (sogar die Tom-Bombadil-Episode ist vorhanden), während hinten raus sehr viel fehlt – das Hörspiel endet mit der Rückkehr der Hobbits ins Auenland und streicht die Säuberung und Frodos Fahrt nach Valinor ersatzlos, um nur das gravierendste Beispiel zu nennen. Als Kind wusste ich das freilich noch nicht und habe diese Hörspiele so lange gehört, bis ich sie auswendig kannte. Die Romane habe ich allerdings erst gelesen, als die HdR-Filmtrilogie näher rückte. Jedenfalls erinnere ich mich an ein einziges Detail meiner ersten Episode-IV-Sichtung: Als die Jawas zum ersten Mal auftauchten, dachte ich: „Die sehen aus wie Ringgeister im Kleinformat.“

2. Vielleicht, ich wiederhole, vielleicht wird bald eine meiner Kurzgeschichten tatsächlich publiziert. Sollte es dazu kommen werde ich das selbstverständlich hier aufgreifen und ein wenig schamlose Eigenwerbung machen.

3. Ich habe lange überlegt, wie ich meine religiösen Ansichten bezeichnen würde. Ich bin schließlich auf „Agonstiker mit Tendenz zu Atheismus und Kosmizismus“ gekommen. Das bedeutet im Klartext, dass ich an keinen Gott oder Götter glaube, die Existenz eines „höheren Wesens“, das uns an Wissen und Macht so weit überlegen ist, dass es uns wie ein Gott erscheint, aber nicht kategorisch ausschließe (das Universum ist groß). Die kosmizistische Philosophie (beide Daumen hoch für H. P. Lovecraft) besagt dass, sollte es derartige Wesen geben, sie uns gegenüber bestenfalls völlig gleichgültig und schlimmstenfalls feindlich gesinnt sind. Solange es aber keine eindeutigen Indizien für die Existenz eines solchen Wesens gibt, egal ob es sich um Jahwe, Cthulhu oder das fliegende Spagettimonster handelt, betrachte ich es als nichtexistent.

4. Wo wir gerade von Religion sprechen: Ich finde es nach wie vor sehr interessant, mich mit religiösen Thematiken zu beschäftigen. Ich habe gerade angefangen, mich verstärkt mit christlicher Mystik auseinanderzusetzen, auch weil ich denke, dass sich da einiges an Material findet, das sich später in andere Bahnen lenken lässt (zum Beispiel für eine potentielle Fortsetzung von Punkt 2 dieser Aufzählung).

5. Ich finde Netflix besser als Amazon Prime. Mir sagt die Benutzeroberfläche mehr zu, ich finde die Auswahl besser und nutze Netflix in größerem Ausmaß. Amazon Prime nutze ich zwar auch, aber eher sporadisch und für spezifische Serien, etwa „American Gods“. Wenn ich stöbern will oder nach einer neuen Serie suche, schaue ich zuerst auf Netflix und werde meistens auch fündig.

6. Ich finde Franchises, Franchisebildung und Franchiseentwicklung sehr faszinierend, mein Interesse daran ist eigentlich schon wissenschaftlich. Das gleiche gilt für den aktuellen Serientrend, sowohl was die wachsende Anzahl an qualitativ hochwertigen Serie angeht, als auch die Tendenz, Filmreihen immer mehr wie Fernsehserien zu gestalten. Das bedeutet beileibe nicht, dass ich alles gut heißen würde, was die geldgierigen Hollywoodstudios so treiben, im Gegenteil, aber faszinierend ist es definitiv, weshalb ich wohl auch das DCEU weiterverfolgen werde, obwohl es mich unendlich frustriert. Es gibt allerdings so ein paar Filmreihen, die nach wie vor wachsen und gedeihen, für die ich nicht einmal wissenschaftliche Neugier übrig habe, geschweige denn echtes Interesse. Dazu gehören vor allem „Transformers“ und „The Fast and the Furious“.

7. Ich bin der Meinung, dass George R. R. Martins „A Song of Ice and Fire“ das literarische Werk ist, das unsere Zeit und die gegenwärtigen Probleme und Zustände am besten einfängt. Das trifft besonders auf „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ zu. Natürlich sind die in diesen Romanen geschilderten Zustände nicht wirklich neu (Martin wollte ja eigentlich nicht Romane schreiben, die die Gegenwart widerspiegeln, sondern ließ sich primär von Geschichte inspirieren, die sich bekanntermaßen immer wieder wiederholt, weil der Mensch ein äußerst lernresistentes Wesen ist), aber ich finde es schon faszinierend, wie anwendbar diese Werke auf die Gegenwart sind. Man hat mit Flüchtlingskrisen zu kämpfen, alte Ordnungen zerfallen, das Chaos greift um sich, religiöse Extremisten werden immer stärker, allerorts ergreifen autoritäre Egomanen die Macht und dann ist da noch eine Bedrohung am Horizont, um die man sich eigentlich kümmern sollte, die aber wegen im Grunde kleinlicher Konflikte ignoriert wird. Da behaupte noch einer, bei Fantasy handle es sich um Eskapismus.

Und hier meine Nominierungen:
Faemrael’s Portfolio
Score Geek
Mighty Movies/Xsehu Films
Xeledons Spiegel
Infernal Cinematic Affairs
Cinematographic Tides

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9 Kommentare zu “Aktuell: Versatile Blogger Award

  1. Ich muss sagen, da du ja nicht so viel Persönliches bloggst, war ich sehr gespannt darauf, was du hier schreibst. 😉

    Ich weiß ja echt nicht, wann ich meinen ersten Star Wars gesehen habe. Bin zwar „alt“, aber nicht so alt, dass ich irgendeinen der Originaltrilogie tatsächlich im Kino gesehen hätte. Aber ich würde mich eh als größeren Tolkien- als Star Wars-Fan bezeichnen.

    Bin gespannt auf deine Kurzgeschichte! 🙂

    • hemator sagt:

      Episode VI habe ich tatsächlich im Kino gesehen – das war aber natürlich die Wiederaufführung der Special Edition, das müsste 1998 gewesen sein. Das war zwar nicht das erste Mal, dass ich den Film gesehen habe, aber es war mein erstes Star-Wars-Kinoerlebnis. Ich glaube, ich habe die OT zum ersten Mal etwa ein bis zwei Jahre vor besagtem Kinobesuch gesehen, da müsste ich so um die sieben Jahre alt gewesen sein. 😉 Ich würde mein Tolkien-Fantum auch ein wenig größer einschätzen als mein SW-Fantum, aber nur minimal. Auf jeden Fall ist die Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingsbuch, -film und liebsten musikalischen Werk dieselbe: „Der Herr der Ringe“ 😀

  2. Lasse Vogt sagt:

    Danke für die Nominierung! Ich werde mich bemühen.

  3. Curima sagt:

    Oh wow, danke schön für die Nominierung!! Da werde ich auch mal gucken, was mir zum Thema so einfällt.

    Ich war übrigens auch schon länger Tolkien-Fan als SW-Fan, wobei ich die alte Trilogie und HdR beide so ungefähr mit 16 oder 17 gesehen habe, als die Filme halt ins Kino kamen (HdR) bzw. mir ein Kumpel seine SW-Videokassetten (!) auslieh *g*. Lustigerweise habe ich mir dann jahrelang gar nicht so viel aus Star Wars gemacht, dann kam The Force Awakens und ich bin zum hoffnungslosen Fangirl mutiert ;).

    Und Netflix ist SO viel besser als Amazon Prime! Aber über die frühzeitige American Gods-Ausstrahlung freu ich mich dennoch.

    Spannende Gedanken zu GRRMs Büchern. Könnte sein, dass du da sehr richtig liegst.

    • hemator sagt:

      Ich bin schon gespannt 😉

      Ich finde es immer wieder interessant, wie man zu seinem Fandom kommt. Für mich war Star Wars allerdings immer präsent, als eifriger EU-Konsument gab es immer etwas Neues, und im EU gibt es auch durchaus Werke, die den Filmen mindestens ebenbürtig sind, wenn nicht mehr („Darth Plagueis“ zum Beispiel).

      Wird auch spannend zu sehen, wie „The Winds of Winter“ sich in diesem Kontext interpretieren lässt, sofern das Buch erscheint, bevor die Welt endgültig den Bach runtergegangen ist.

  4. Morgen Luft sagt:

    Das Franchise-Phänomen wird in Zukunft sehr bedeutend sein bzw. einen markanten Punkt in der Filmgeschichte bilden. Bin gespannt, wie das mit Abstand aufgenommen wird. Danke für die Nominierung. Im Augenblick werde ich aber nicht dazu kommen fürchte ich.

    • hemator sagt:

      Ich bin ebenfalls gespannt, wie das wohl rückblickend bewertet wird. 2016 ist da ja durchaus auch ein interessantes Jahr, in dem doch so einige Franchisefilme deutlich weniger eingespielt haben, als die jeweiligen Studios gehofft haben.

      Hat ja auch Zeit 😉

      • Morgen Luft sagt:

        Ach ja. In meinem nächsten Leben studiere ich Medienwissenschaften… Schade, dass man sich heute aufgrund der Fülle der Infos, nicht mehr so einfach in ein so weitreichendes Feld einlesen kann.

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