Batman: The Dark Knight Returns Teil 1


Story: Zehn Jahre sind vergangen, seit Batman (Peter Weller) zum letzten Mal gesichtet wurde. Der siebzigjährige Comissioner Gordon (David Selby) steht kurz vor dem Ruhestand, während der ebenfalls gealterte Bruce Wayne nicht mehr weiß, was er mit sich anfangen soll und in Autorennen sein Leben scheinbar sinnlos riskiert. Allerdings ist die Lage in Gotham City schlimmer als zuvor. Wegen einer Bande, die sich als „Die Mutanten“ bezeichnet, steigt die Kriminalität immer weiter an. Als dann auch noch der scheinbar geheilte Harvey Dent (Wade Williams) kurz nach seiner Entlassung verschwindet und wieder als Two-Face aktiv wird, legt auch Bruce Wayne noch einmal Umhang und Maske an, um als Dunkler Ritter für Ordnung zu sorgen. Doch trotz seines Sieges über Dent stellt sich angesichts der Mutantenbedrohung schon bald die Frage, ob ein gealterter Batman den neuen Gefahren Gothams gewachsen ist…

Kritik: Frank Miller ist einer der beliebtesten und zugleich gehasstesten Autoren, der je für Batman geschrieben hat. Sein „Frühwerk“ wird unter Fans und Kennern generell sehr geschätzt und ohne ihn wären Batman und Daredevil sicher nicht so erfolgreich und beliebt, wie sie es sind. In den 90ern begann Miller allerdings damit, „Sin City“ zu schreiben. Während auch diese Serie noch sehr beliebt ist und ich sie ebenfalls schätze, beginnt doch damit das Problem: Frank Miller hat nie wieder damit aufgehört, „Sin City“ zu schreiben. Natürlich, gewisse Tendenzen und Parallelen gab es schon in seinen vorherigen Werken, aber alles, was er ab den späten 90ern geschrieben hat, ist praktisch „Sin City“ in anderem Gewand, selbst wenn es sich dabei um die Geschichte des Spartaners Leonidas handelt. Erschwerend hinzu kommt, dass sein Spätwerk mitunter äußerst abstrus ist. Bei „All-Star Batman and Robin the Boy-Wonder“, „The Dark Knight Strikes Again“, aber auch seine Regiearbeit „The Spirit“ scheint sich Miller hauptsächlich darauf zu konzentrieren, das Vorlagenmaterial zu dekonstruieren und ad absurdum zu führen, wobei er allerdings die Geschichte, die er erzählen will, völlig aus den Augen verliert. Ich gebe zu, für „All-Star Batman“ habe ich eine gewisse Schwäche (nicht zuletzt wegen Jim Lees fantastischen Zeichnungen), was aber nichts daran ändert, dass diese Miniserie mitunter äußerst dämlich ist. Insofern ist es schön, durch die DCUAOM-Adaption von „The Dark Knight Returns“ an Millers glorreiche Tage erinnert zu werden. „The Dark Knight Returns“ gilt als Millers einflussreichstes und bestes Werk – Ersteres lässt sich nicht bestreiten, ich persönlich ziehe allerdings „Batman: Year One“ vor – und führt nach wie vor viele Batman- und sogar Comichitlisten an. Gerade in diesem Jahr wurde „The Dark Knight Returns“ wieder sehr interessant, da es auch eine der wichtigsten Inspirationsquellen für „The Dark Knight Rises“ ist. Konsequenterweise entschied man sich, diese doch sehr komplexe Graphic Novel zweiteilig zu verfilmen und erfreulicherweise ist der erste Teil der Verfilmung auch hierzulande erschienen (was sicherlich mit dem Nolan-Finale zusammenhängt), nachdem die beiden vorangegangenen DCUAOMs „Justice League: Doom“ und „Superman vs. the Elite“ das leider nicht geschafft haben.
Wie schon bei der Adaption von „Year One“ ist der Stil eine Mischung des „normalen“ DCUAOM-Stils (in Reinform zu sehen in „Justice League: Crisis on Two Earths“) und den Zeichnungen der Vorlage. Vor allem in Bezug auf das Figurendesign orientierte man sich stark an den Bildern Frank Millers, wir haben es hier mit einem sehr bulligen Batman zu tun. Ich muss zugeben, mit Millers Batman-Design (extrem bulliger Batman mit winzigen Ohren) war ich nie ganz zufrieden, aber zur vorlagentreuen Adaption gehört das eben dazu.
Die Farbgebung ist ein wenig kräftiger und wirkt alles in allem nicht ganz so „dreckig“ und rau wie in der Vorlage. Sehr schön gelungen ist das Miller-typische Spiel mit den Schatten, das an manchen Stellen auch ein wenig an die nicht minder gelungene Animationsarbeit von „Batman: The Animated Series“ erinnert.
Handlungstechnisch wurde die Graphic Novel sehr genau adaptiert, allerdings gibt es dennoch einige Unterschiede. Die Medienpräsenz etwa wurde zurückgefahren – in der Vorlage wurde die Handlung fast ständig von Medienreaktionen auf die aktuelle Lage, Batmans Rückkehr etc. unterbrochen, was im Film auf das Nötigste reduziert wurde. Einerseits geht dadurch natürlich ein wenig an Hintergrund und Tiefe sowie satirischem Element verloren, andererseits hilft diese Reduzierung allerdings auch dabei, die Geschichte etwas stringenter zu gestalten.
Die zweite Änderung betrifft die bei Frank Miller häufig anzutreffenden inneren Monologe. Während diese in der Verfilmung von „Year One“ direkt übernommen wurden, fehlen sie in Dark-Knight-Returns-Adaption völlig – ein wenig ironisch, wenn man bedenkt, dass es diese Graphic Novel war, die dieses Stilmittel unter Comicschaffenden wirklich populär gemacht hat. Nur an zwei Stellen im Film hört man eine Stimme aus Batmans Kopf, die allerdings eine Neuinterpretation darstellt, die in der Vorlage nicht vorhanden war. Es scheint sich dabei nämlich nicht um Bruce Waynes, sondern explizit um Batmans Stimme zu handeln, was den Eindruck einer multiplen Persönlichkeit verstärkt. Das ist zweifellos interessant, allerdings offerierten gerade die inneren Monologe Batmans, in denen er über sein Handeln reflektiert, eine charakterliche Tiefe, die im Film ein wenig fehlt.
Erwähnenswert sind noch kleiner Umstrukturierungen, so wurde etwa das erste Gespräch zwischen dem Präsidenten und Superman gestrichen (oder auf den zweiten Teil verschoben) und das „Erwachen“ des Jokers wurde an das Ende dieses ersten Teils gesetzt, was zu einer grandiosen Schlussszene führt.
Das größte Manko dieser Adaption sind leider die Sprecher. Keiner davon ist wirklich schlecht, allerdings hat man im Rahmen der diversen Zeichentrickfilme und -serien aus dem DC-Universum einfach schon viel Besseres gehört. Während Ariel Winter als Carrie Kelley/Robin zu überzeugen weiß, lässt sich dies über David Selbys Comissioner Gordon leider nicht sagen. Auch Wade Williams‘ Harvey Dent bleibt leider weit hinter Richard Moll („Batman: The Animated Series“), Troy Baker („Batman: Arkham City“) oder Aaron Eckhart („The Dark Knight“) zurück und schafft es nicht, einen Akzent zu setzen. Unglücklicherweise trifft Ähnliches auch auf Peter Weller als Batman/Bruce Wayne zu. Gerade weil die Dualität zwischen Bruce Wayne und Batman stärker betont wird, hätte es sich angeboten, einen stärkeren stimmlichen Kontrast zwischen den beiden Identitäten des Helden zu schaffen. So ist Peter Weller als Bruce Wayne zwar recht gut, enttäuscht aber als Batman – Kevin Conroy (der in „Batman Beyond“ bewiesen hat, dass er einen älteren Bruce Wayne ebenfalls grandios vertont) oder Michael Ironside (der in der B:TAS-Folde „Legends of the Dark Knight“ den Miller-Batman gesprochen hat) wären in meinen Augen eine bessere Wahl gewesen.
Fazit: Vor allem optisch durchaus ansprechende Verfilmung, die dem Klassikerstatus der Vorlage allerdings nicht gerecht wird und deren Sprecher leider nicht völlig zu überzeugen wissen. Im Großen und Ganzen jedoch mehr als annehmbar, wenn auch etwas schwächer als „Batman: Year One“ und „Batman: Under the Red Hood“.

Weitere Rezensionen zu DC Univerese Animated Original Movies:
Batman: Gotham Knight
Wonder Woman
Superman/Batman: Public Enemies
Justice League: Crisis on Two Earths
Batman: Under the Red Hood
Superman/Batman: Apocalypse
All-Star Superman
Batman: Year One
Batman: The Dark Knight Returns Teil 2

B:TAS: Klassisches Design vs. Revamp

Theoretisch gibt es zwei direkte Nachfolgeserien zu „Batman: The Animated Series“, die jedoch gewöhnlich ebenfalls unter diesem Titel firmieren: „The Adventures of Batman and Robin“ und „The New Batman Adventures“. Zwischen der ursprünglichen Serie und „The Adventures of Batman and Robin“ gibt es nicht viele Unterschiede, die Änderung im Titel sollte lediglich auf die gesteigerte Bedeutung von Robin hinweisen, der als Identifikationsfigur für die jüngeren Zuschauer an Bedeutung gewann. Anders ist es bei „The New Batman Adventures“, den für diese Nachfolgeserie, die zwei Jahre nach dem Ende von „The Adventures of Batman and Robin“ spielt, wurden einige massive Änderungen vorgenommen. Dick Grayson etwa ist nun nicht mehr Robin sondern Nightwing, Tim Drake wird neuer Robin, Batgirl, die vorher nur gelegentlich auftauchte, ist nun fester Bestandteil des Teams und allgemein wurde der Fokus ein wenig von Batman genommen und mehr auf die sog. „Batfamilie“ gelegt (daher auch der Produktionstitel „Batman: Gotham Knights“). Die größte Änderung war jedoch die Modifikation des Designs, welches an das von „Superman: The Animated Series“ angepasst wurde, sodass Crossover möglich wurden – damit legte man gleichzeitig die Basis für Serien wie „Justice League“.
Diese Designänderung, der sog. „Revamp“, ist jedoch alles andere als unumstritten, weshalb ich denke, dass es sich durchaus lohnt, die Änderungen genauer unter die Lupe zu nehmen und sie mit dem klassischen Design von „Batman: The Animated Series“ zu vergleichen.

Allgemeines
Zwar bleibt das generelle kantige Erscheinungsbild auch beim Revamp erhalten, allerdings fällt auf, dass alles vereinfachter und „gradliniger“ ist. Es gibt weniger Details und alles in allem wirkt „The New Batman Adventures“ cartoonartiger als „Batman: The Animated Series“. Dies fällt besonders bei den Figurendesigns auf; die Männer sind alle sehr breit gebaut, während die Frauen geradezu extrem zierlich wirken und somit oft aussehen, als wären sie erst sechzehn oder noch jünger.
Erwähnenswert ist auch der Rückgang von anachronistischen Elementen; in B:TAS gab es ein merkwürdiges Nebeneinander von Elementen der 40er und der Gegenwart (also der 90er); auf der einen Seite Computer, auf der anderen Seite Fedoras, Schwarzweißfernseher und altertümliche Autos. In „The New Batman Adventures“ sind nun alle Fernseher farbig, die Autos sehen moderner aus und die Elemente, die aus den 40ern stammen sind eindeutig zurückgegangen.
Ein weiteres Merkmal des Revamp ist der Nachthimmel, der in Gotham City nun immer dunkelrot ist, was zu einer recht eigentümlichen, aber passenden Atmosphäre führt. Dies hat zur Folge, dass man in den späteren DCAU-Serien (mit Ausnahme von „Batman Beyond“) stets weiß, wann man in Gotham ist.

Die Figuren
Das wichtigste Element des Revamp ist natürlich das neue Aussehen der Figuren. Während manche der Helden und Schurken Gotham Citys nur leicht angepasst wurden, erhielten andere ein geradezu revolutionäres neues Design. Im Folgenden werde ich mich nun ausführlich mit diesem Aspekt beschäftigen und jeweils angeben, ob ich das klassische Design oder den Revamp gelungener finde.

Batman (Bruce Wayne)

Die oben angesprochenen Charakteristika bezüglich des Aussehens zeigt sich bei der Hauptfigur besonders stark. Ursprünglich war Bruce Wayne gut gebaut, muskulös und hatte ein sehr kräftiges Kinn, aber es hielt sich im Rahmen und wirkte halbwegs realistisch. In „The New Batman Adventures“ dagegen ist Bruce Wayne ein Schrank von einem Mann mit ziemlich dünnen Beinen, und darüber hinaus äußerst eckig, sein Kinn ist nahezu gewaltig. Auch sonst ist das Gesicht weniger detailreich und wirkt glatter. Einen Bonuspunkt gibt es für die stechenden blauen Augen des Revamp-Designs, aber ansonsten ist das „alte“ Gesicht eindeutig charakteristischer.
Der Batsuit wurde ebenfalls verändert: Das Batsymbol auf der Brust ist nun größer und ohne gelbe Umrandung. Auch der Umhang wurde „entfärbt“, die blauen Hervorhebungen fehlen. Erwähnenswert ist noch die Designmischung bei „Justice League“, für diese Serie wurde Batmans Kostüm abermals verändert, sodass es dort Elemente aller vorherigen Kostüme enthält: Die Basis bildet das Revamp-Kostüm, es besitzt aber die blauen Hervorhebungen des klassischen Kostüms und die langen Ohren des Batman-Beyond-Anzuges.

Obwohl das düstere TNBA-Design des Anzugs seinen Charme hat, wirkt das ursprüngliche Design des Dunklen Ritters mit realistischeren Proportionen glaubhafter und vor allem angenehmer.
Sieger: Klassisches Design

Robin/Nightwing (Dick Grayson/Tim Drake)

Robin ist ein schwieriger Fall, da Robin in B:TAS und Robin in TNBA zwei unterschiedliche Personen sind. Während Dick Grayson „zwischen den Serien“ das schwarzblaue Nightwingkostüm anlegt, wird der weitaus jüngere Tim Drake zu Robin. Das ursprüngliche Robinkostüm ist grün-rot mit schwarzem-gelbem Umhang, während Tim Drakes Kostüm schwarz-rot mit schwarz-gelbem Anzug ist. In einer TNBA-Folge, „Old Wounds“, sieht man Dick Grayson in seinem alten Kostüm, das sich gegenüber B:TAS nicht verändert hat.
Um ehrlich zu sein, Dick Grayson als Robin mochte ich in dieser Serie nie wirklich gerne, und das erstreckt sich auch auf das Kostüm. Ich mag Dick Grayson als Nightwing, ich mag Tim Drake als Robin und ich finde in beiden Fällen das Kostüm weitaus gelungener als das ursprüngliche Robinoutfit.

Sieger: Revamp

Batgirl (Barbara Gordon)

Batgirl tauchte in der ursprünglichen Serie nur ein paar Mal auf, wurde in TNBA dann aber ein festes Mitglied der Stammbesetzung. Leider muss ich sagen, dass ich von beiden Versionen des Kostüms kein großer Fan bin. Das ursprüngliche basiert auf ihrem Kostüm in den Comics (zumindest demjenigen, das sie früher trug) und ist grau-blau, während das Revamp-Kostüm bis auf Stiefel, Handschuhe, Gürtel (alle gelb) und Umhang (blau) schwarz ist. Den Miniumhang finde ich in beiden Versionen störend, aber das schwarze Kostüm gefällt mir besser als das graue. Beim Figurendesign ohne Maske gibt kaum Unterschiede (im Gegensatz zu Barbara Gordon in „Batman Beyond“, ebenfalls auf dem Bild zu sehen), deshalb ist das Kostüm hier der ausschlaggebende Faktor.
Sieger: Revamp

Der Joker

Das TNBA-Design des Jokers darf wohl ohne Frage als Griff ins Klo bezeichnet werden. Der B:TAS-Joker sah aus wie in den Comics: Grün-schwarze Haare, rote Lippen, lila Anzug. Für den Revamp kamen die Macher auf die merkwürdige Idee, die roten Lippen wegzulassen, seine Augen schwarz und die Pupillen weiß zu färben und seine Nase noch cartooniger zu machen. Das Ergebnis ähnelt eher frühen Entwürfen von Micky Maus als dem Joker. Die Reaktionen waren entsprechend und man entschied sich zum Glück, den Joker für seine Auftritte in „Batman Beyond: Return of the Joker“, „Static Shock“ und „Justice League“ noch einmal zu überarbeiten. Wie beim Justice-League-Batman kombinierte man Elemente beider Designs, vornehmlich die Farbgebung des TNBA-Jokers und das (angepasste) Design des B:TAS-Jokers.

Sieger: Klassisches Design/Redesign für BB, SS und JL

Harley Quinn (Harleen Quinzel)

Die Freundin des Jokers gehört zu den Figuren, die für B:TAS erfunden wurden und hinterher in den Canon der Comicserien einwanderte. Nebenbei ist sie auch eine der beliebtesten Figuren der Serie, was man schon allein daran sieht, dass sie in TNBA öfter vorkommt als der Joker. Da erscheint es nur logisch, dass ihr Aussehen nicht verändert wurde. Natürlich gab es minimale Anpassungen an das neue Design, aber von allen Figuren dürfte Harley diejenige sein, die am wenigstens verändert wurde.
Sieger: Gleichstand

Two-Face (Harvey Dent)

Bei Harvey Dent/Two-Face verhält es sich ähnlich wie bei Harley: Auch er wurde kaum verändert, sein Erscheinungsbild wurde nur an das allgemeine neue Figurendesign angepasst. Die Details sind ein wenig reduziert (v.a. in der vernarbten Gesichtshälfte), die Schultern ein wenig breiter und die normale Gesichtshälfte passt besser zu den anderen Revamp-Gesichtern.
Sieger: Gleichstand

Clayface (Matt Hagen)

Auch Clayface wurde kaum verändert, wie bei Two-Face gab es lediglich eine allgemeine Anpassung, eine Reduzierung der Details und klarere Linien.
Sieger: Gleichstand

Der Pinguin (Oswald Cobblepot)

An einigen Stellen merkt man deutlich, dass B:TAS im Fahrwasser der Burton-Filme, besser gesagt im Fahrwasser von „Batmans Rückkehr“ entstand. Am deutlichsten ist dies beim Pinguin der Fall. Obwohl Oswald Cobblepot in der Serie viel eher der Comicversion (also „normaler“ Gangster mit Vorliebe für Vögel) entspricht als dem von Danny DeVito gespielten Pinguin in „Batmans Rückkehr“ bestand Warner darauf, dass Paul Dini und Bruce Timm sich am Burton-Pinguin orientierten. Deshalb hat auch der B:TAS-Pinguin Flossenhände, eine Kugelfigur und eine übertriebene Schnabelnase – auf diese Merkmale wurde in der Serie jedoch nie eingegangen, da der Pinguin eigentlich keine entstellter Freak wie bei Burton sein sollte. Diese wurde im Zuge des Revamp korrigiert, sodass Cobblepot hier endgültig „nur“ ein etwas kleinwüchsiger Gangster ist, der entfernt an einen Pinguin erinnert, die Nase und die Hände wurden korregiert und auch die Figur ein wenig angepasst, sodass das Aussehen besser zur Interpretation der Figur passt.
Sieger: Revamp

Catwoman (Selina Kyle)


Auch Catwoman wurde an „Batmans Rückkehr“ angepasst, allerdings nur geringfügig. Statt wie in den Comics hat Selina Kyle in B:TAS, wie die von Michelle Pfeiffer gespielte Version der Figur im zweiten Burton-Film, blonde Haare. Ansonsten entschied man sich jedoch für ein neues graues Kostüm mit schwarzen Handschuhen und Stiefeln, das die B:TAS-Catwoman von den anderen Darstellungen abhob und mir wirklich äußerst gut gefällt. Diese Kostüm wurde im Revamp nicht beibehalten, ganz allgemein ist Catwoman nach dem Joker wohl die größte Enttäuschung. Mit den schwarzen Haaren hätte ich noch leben können, aber das vollkommen schwarze Kostüm mit den weißen Linsen ist einfach langweilig. Selina gehört leider zu den Figuren, die vom „Schlankheitswahn“ des Revamp am stärksten betroffen sind. In B:TAS war sie die wohl am üppigsten proportionierte Frau, allerdings nicht übertrieben (ich wundere mich bis heute, wieso die von Jim Balent gezeichnete Catwoman keine Rückenprobleme hat). Die TNBA-Catwoman dagegen ist spindeldürr und sieht so aus, als wäre sie beim Waschen eingegangen.

Sieger: Klassisches Design

Poison Ivy (Pamela Isley)

Noch ein Opfer des Schlankheitswahns. Während Poison Ivy in B:TAS noch relativ normal aussah, ist in TNBA um einiges pflanzlicher geworden, die Haut ist weiß mit einem leichten Grünschimmer und die Haare sind sehr viel dunkler. Mein Hauptproblem mit ihr ist allerdings, dass sie aussieht, als wäre sie dreizehn. Schon die B:TAS-Ivy war ziemlich zierlich, aber noch eindeutig als erwachsene Frau erkennbar. Wenn sich dagegen die TNBA-Ivy als Femme Fatale betätigt, weckt das Erinnerungen an „Lolita“.
Sieger: Klassisches Design

Scarecrow (Jonathan Crane)

Scarecrow, der selbsternannte Meister der Furcht, wurde bereits im Rahmen der ursprünglichen Serie einmal umgestaltet, da er den Machern mit der Sackmaske zu wenig unheimlich war. Ab seinem zweiten Auftritt trug er ein verändertes Vogelscheuchenkostüm, das ein wenig unheimlicher war, aber Bruce Timm und Co. immer noch nicht zufrieden stellte, weshalb sie sich im Rahmen des Revamp für einen radikalen Aussehenswechsel entschieden. TNBA-Scarecrow sieht nun nicht mehr wie eine Vogelscheuche aus, sondern wie untoter puritanischer Prediger. Das entfernt sich zwar recht weit von seinem Aussehen in den Comics, ist aber ungemein wirkungsvoll, denn diese Version von Scarecrow ist mit Abstand die unheimlichste. Scarecrow ist auch die einzige Figur, die einem Persönlichkeitswandel unterzogen wurde, inklusive Sprecherwechsel. In B:TAS wurde Jonathan Crane, gesprochen von Henry Polic II., als selbstgerechter und oft laut tönender Schurke dargestellt, der hin und wieder als Comic Relief verwendet wurde. Davon ist beim TNBA-Scarecrow nichts mehr zu spüren, man weiß nicht einmal, ob Crane noch unter der Maske steckt oder ob es sich überhaupt um eine Maske handelt. Jeffrey Combs spricht Scarecrow immer sehr ruhig und weich und steigert so noch die unheimliche Wirkung.
Sieger: Revamp

Bane

Über Bane in B:TAS und TNBA habe ich ja bereits geschrieben. In der ursprünglichen Serie trug er eine leicht veränderte Version seiner Maske aus den Comics, die Mund und Nase freiließ, während er in TNBA etwas trägt, das eher nach S/M aussieht. Aber, um ehrlich zu sein, die S/M-Maske wirkt einschüchternder als die Wrestlermaske, zumindest so, wie sie in der Serie aussieht. Vielleicht bin ich auch einfach nur mehr an das Revamp-Design gewöhnt, da Bane im klassischen Design nur einen Auftritt hat, während man S/M-Bane auch noch in dem Spin-off-Film „Batman: Mystery of Batwoman“ und der S:TAS-Folge „Knight Time“ sieht.
Sieger: Revamp

Mister Freeze

Mister Freeze wurde zwar nicht für B:TAS erfunden, aber stark von ihr geprägt – der tragische Hintergrund der Figur, der seither ausnahmslos verwendet wird, tauchte in der Serie zum ersten Mal auf. Das ursprüngliche Design, entworfen Hellboy-Erfinder Mike Mignola, wirkt ein wenig altmodisch und erinnert an Herman von Klempt, eine andere Mignola-Figur. Im Zuge des Revamp wurde sein Anzug ein wenig modernisiert, die Brille fiel weg und darüber hinaus wurde er zum Cyborg, dessen Kopf sich auf Spinnenbeinen fortbewegen kann. Ich finde allerdings beide Designs nicht völlig gelungen, am besten gefällt mir der Anzug, den er in der BB-Episode „Meltdown“ trägt, welcher Merkmale beider Designs in sich Vereint.

Sieger: BB-Design

Killer Croc (Waylon Jones)

Croc in B:TAS war grau, schuppig und reptilienhaft, Croc in TNBA war grün, noch schuppiger und noch reptilienhafter. Croc hat nie zu meinen Lieblingsschurken gehört, aber ich denke, mir gefällt das ursprüngliche Aussehen ein wenig besser.
Sieger: Klassisches Design

Riddler (Edward Nygma)

Auch mit dem Riddler konnte ich nie allzu viel anfangen, allerdings ist sein Aussehen in B:TAS um einiges gelungener als in TNBA. In der ursprünglichen Serie trug er Anzug, Hut, Krawatte und Dominomaske in seinen Farben (grün und lila), die irgendwie Stil hatten. Selbiges lässt sich von dem hautengen Ganzkörperanzug, der unangenehme Erinnerungen an „Batman Forever“ wachruft, leider nicht sagen. Auch die Glatze bleibt rätselhaft.
Sieger: Klassisches Design.

Mad Hatter (Jervis Tetch)

Der ursprüngliche Mad Hatter fiel vor allem durch seinen etwas seltsamen Überbiss auf und trug die Kleidung, die man von ihm erwarten würde (insbesondere den großen Hut) in überwiegend blauer Färbung. Die TNBA-Version dagegen ist kleiner, grüner und ein wenig cartoonhafter. Diesem Schurken tut das allerdings interessanterweise gut; Revamp-Hatter wirkt irgendwie ein wenig unheimlicher. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Überbiss nicht mehr so schief ist.
Sieger: Revamp

Der Bauchredner (Arnold Wesker)/Scarface

Bei diesem recht unbekannten Schurken mit Persönlichkeitsspaltung (einerseits harmloser Bauchredner, andererseits brutaler Gangster; die zweite Persönlichkeit wird in eine Puppe projiziert) verhält es sich ähnlich wie beim Mad Hatter: Auch er wurde kleiner und cartoonafter. Im Gegensatz zum Hatter wirkt das Revamp-Design allerdings weniger gut als das klassische, da auch Wesker ein recht tragischer Schurke ist – das realistischere Aussehen steht ihm besser.
Sieger: Klassisches Design

…und der Rest
Die meisten anderen Figuren, insbesondere diejenigen, die nicht in Kostümen herumlaufen, etwa Alfred, Harvey Bullock oder Renee Montoya wurden meist nur minimal an das neue Design angepasst; klarere Linien, weniger Details etc. Am merkwürdigsten ist in dieser Hinsicht Comissioner Gordon, der irgendwie ausgezehrt und viel älter wirkt als der doch recht kräftige B:TAS-Gordon. Alles in allem ziehe ich bei den meisten Figuren das klassische Design vor, weil sie einfach lebendiger und „realer“ wirken.
Sieger: Klassisches Design

Fazit: Knapper Sieger nach Punkten (acht zu sechs) ist das klassische Design, was auch meine persönliche Meinung recht gut wiederspeigelt. Der Revamp machte vieles richtig (Scarecrow, Mad Hatter, Pinguin), in einigen Fällen wurden aber auch wirklich grässliche Umgestaltungen vorgenommen (Joker, Catwoman). Alles in allem hat das klassische Design jedoch einen Charme, den TNBA nicht mehr erreichen konnte, vor allem bedingt durch die reduzierten Details und die übertriebenen Proportionen.

Weitere DCAU-Artikel:
Batman: The Animated Series
Das DC Animated Universe
Batman: Mask of the Phantasm
BB: Meltdown
Stück der Woche: Shirley Walkers Batman-Thema in BB

Batman: Schatten über Gotham


Der Comicautor Mike Mignola ist ohne Frage der Meister der merkwürdigen Mischungen; das beste Beispiel hierfür sind seine „Hellboy“ Comics.
Auch bei dreiteiligen Miniserie „Schatten über Gotham“ bringt er zwei Elemente zusammen, die auf den ersten Blick sehr weit auseinander liegen: Batman und Lovecraft.
Natürlich handelt es sich bei dieser Geschichte um einen „Elseworldcomic“, also eine „Was-wäre-wenn?-Story“. Gerade bei dieser Art von Geschichten ist Batman sehr beliebt und es gab über die Jahre und Jahrzehnte hinweg schon enorm viele passende und weniger passende Geschichten, unter anderem Batman als Vampir („Batman: Vampire“ Trilogie), Batman im viktorianischen Zeitalter („Gotham by Gaslight“), Batman im Wilden Westen („The Blue, the Grey and the Bat“) und wirklich schräge Sachen wie Batman im Stil des deutschen Stummfilms („Batman: Nosferatu“).
Auch ist die Idee, Batman mit Lovecraft zu kombinieren, auf den zweiten Blick gar nicht so absurd, immerhin ist doch Gothams Irrenanstalt nach einer Stadt aus Lovecrafts Werk benannt, und zumindest atmosphärisch passt Gotham gut ins Schema.
Die Verbindung zum Erfinder der Großen Alten findet sich schon im Titel. Der deutsche Name „Schatten über Gotham“ ist natürlich eine Anspielung auf Lovecrafts „Schatten über Innsmouth“, während der englische Titel „The Doom that Came to Gotham“ auf die eher unbekannte Geschichte „The Doom that Came to Sarnath“ (dt. Titel: „Das Verderben, das über Sarnath kam“) anspielt.
Der Plot dieses Comics lässt sich am besten als Lovecraft-Story beschreiben, die mit Figuren des Batman- bzw. des DC-Universums besetzt ist: Wie meistens bei Lovecraft spielt die Geschichte in den 1920er Jahren und besteht hauptsächlich aus Nachforschungen, die der Protagonist (in diesem Fall der reiche Bruce Wayne, der im Verlauf ein Fledermauskostüm überstreift) in einem mysteriösen Fall anstellt, welche mit einer Konfrontation mit bösen alten Wesen enden. Der Anfang, inklusive Expedition in eisige Gefilde, erinnert dabei stark an die „Berge des Wahnsinns“.
Weitere Rollen sind mit Kirk Langstrom (der Schurke Man-Bat), den Robins Dick Grayson, Jason Todd und Tim Drake, Oliver Queen (dem Superhelden Green Arrow) sowie dem Dämon Etrigan, Harvey Dent und James Gordon besetzt, die alle auf die eine oder andere Weise in die Verschwörung verwickelt sind, die es hier aufzudecken gilt. Die oben genannten Figuren befinden sich dabei in Situationen, die einerseits neu, andererseits aber merkwürdig vertraut wirken. Das beste Beispiel ist Harvey Dent, der zum fleischigen Tor in eine andere Dimension wird, wobei vor allem seine linke Körperhälfte davon betroffen ist…
Auch ein Äquivalent zum Necronomicon taucht auf, „Das Testament des Ghul“, und folglich übernimmt Ra’s al Ghul natürlich die Rolle des verrückten Arabers Abdul al Hazred.
Zwar verwendet Mignola keine der von Lovecraft erfunden Gottheiten, sondern kreiert seine eigene als Gegner für Batman, aber deren Herkunft ist mehr als eindeutig: Der Name der uralten Kreatur lautet Iog-Sotha und kann ohne Schwierigkeiten auf Yog-Sothoth zurückgeführt werden, während das tintenfischartige Aussehen eindeutig von Cthulhu inspiriert ist.
Lediglich das Ende das Ende ist ein wenig unpassend (für Lovecraft, nicht für Batman), da Iog-Sotha besiegt wird, während bei Lovecraft die Protagonisten für gewöhnlich am Ende sterben oder zumindest dem Wahnsinn verfallen.
Die Zeichnungen von Troy Nixey passen sehr gut zum Sujet des Comics und erinnern stark an Mignolas eigenen Zeichnungen; klare Linien, viele Schatten und eine Prise Abstraktheit.
Fazit: Wer mit Lovecrafts Geschichten nicht vertraut ist, wird mit „Schatten über Gotham“ wohl nicht allzu viel anfangen können, weil es eine Story ist, die fast ausschließlich jene Leser anspricht, die sowohl den Dunklen Ritter als auch den Erfinder des Cthulhu-Mythos zu schätzen wissen. Alle, auf die das zutrifft, können sich mit Freuden auf die Suche nach den offensichtlichen und weniger offensichtlichen Anspielungen machen. Auch für Hellboy-Leser zu empfehlen.

Weitere Rezensionen von Batman-Comics:
Batman: Year One
Batman: The Long Halloween
Batman – Joker: Des Teufels Advokat
Batman – Vampire

Batman: The Long Halloween


In Frank Millers „Batman: Year One“ erleben wir ein Gotham City, das von korrupten Politikern, Gangstern und Mafiabossen regiert wird. In den meisten späteren Batmancomics sind die Gegner des Dunklen Ritters zumeist Freaks, Irre und kostümierte Wahnsinnige. Was ist mit Gotham City wohl passiert? Wie wurde aus einer kaputten, aber noch „normalen“ Stadt eine Metropole der Geisteskranken? Dieser Frage nehmen sich Autor Jeph Loeb und Zeichner Tim Sale mit ihrer Miniserie „The Long Halloween“ an.
„The Long Halloween“ spielt in Batmans erstem Jahr, etwa sechs Monate nach den Ereignissen von „Batman: Year One“ und schließt sich diesem Meilenstein auch thematisch an. In besagter Graphic Novel ist nämlich ein Herr namens Carmine Falcone, genannt „Der Römer“, der mächtigste Gangsterboss der Stadt, und in „The Long Halloween“ wird er zu einer der Hauptfiguren. Ausgangssituation ist folgende: Falcone scheint machen zu können, was er will und somit über dem Gesetz zu stehen; er herrscht wie die antiken römischen Kaiser über Gotham als sein Imperium (daher auch der Spitzname).
Da liegt es natürlich nahe dass Batman, der die Ausrottung des organisierten Verbrechens anstrebt, in Falcone seinen Hauptfeind sieht. Bei seinem Krieg gegen den Römer hat der Dunkle Ritter zwei wichtige Verbündete: Harvey Dent, den Bezirksstaatsanwalt von Gotham City und James Gordon, einen Captain des „Gotham City Police Departements“ (kurz GCPD).
Doch natürlich wird die ganze Angelegenheit für das Dreierteam noch um einiges komplizierter, denn ein neuer Serienkiller geht in Gotham um: „Holiday“ tötet immer an Feiertagen, benutzt dabei immer dieselbe Waffe (eine Kaliber 22. mit einem Saugnapf als Schalldämpfer) und sucht sich seine Opfer aus demselben Umfeld: Mitglieder der Falcone-Familie.
Nun gilt es für Batman, Dent und Gordon einerseits, Falcone das Handwerk zu legen und andererseits „Holiday“ zu schnappen, doch beides erweist sich als äußerst schwierig, insbesondere, da die Liste der Verdächtigen sehr lang ist. Ist vielleicht Salvatore Maroni der Mörder, Falcones härtester Rivale um die „Herrschaft“ über Gotham City? Oder ist es die Diebin Catwoman, die ein eigenartiges Interesse am Römer zu haben scheint? Ist es Carla Viti, Falcones Schwester, die möglicherweise einen Groll gegen ihren Bruder hegt? Oder ist es vielleicht sogar Harvey Dent selbst, dem der legale Weg zu lange dauert und der Falcone auf illegalem Weg schwächen will? Das Rätsel um die Identität „Holidays“ wird immer verzwickter…

Jeph Loeb wird oftmals vorgeworfen, in seinen Geschichten möglichst vielen Figuren einen Auftritt zu ermöglichen. In der Tat haben auch in „The Long Halloween“ sehr viele klassische Schurken einen Gastauftritt; vom Joker über den Riddler bis zu Poison Ivy und dem Mad Hatter. Im Vergleich zu seinen späteren Werken wie „Batman: Hush“ oder „Superman/Batman: Public Enemies“ hält sich dieser Umstand bei „The Long Halloween“ allerdings noch in Grenzen, die Gastauftritte der Schurken sind sinnvoll und durchdacht, passen in die Handlung und sind, unter Betrachtung des Schlusses, beinahe unausweichlich, während sie bei den anderen Werken oftmals erzwungen wirken.
Der Hauptfokus der Geschichte liegt allerdings nicht auf Batmans Schurkengallerie, sondern auf der zu Anfang angesprochenen Frage. Eine weitere Intention der Macher war es, die tragische Geschichte Harvey Dents und seinen Werdegang zum Schurken Two-Face neu zu erzählen.
Reden wir nicht lange drum herum: Jegliche Ambition des Kreativteams geht vollkommen auf; Loeb und Sale präsentieren den Lesern mit „The Long Halloween“ nicht nur ihr persönliches Meisterwerk, sondern auch eine der besten Batmangeschichten überhaupt.
Anstatt einer gewöhnlichen Superhelden/Superschurken Geschichte, wie es sie auch bei Batman viel zu oft gibt, legen Loeb und Sale einen düsteren Noir-Thriller vor, der sich Zeit nimmt, eine gute und spannende Geschichte zu entwickeln, ohne dabei jemals langweilig zu werden. Die Figuren sind dabei sehr dreidimensional und glaubhaft, besonders Harvey Dent und Batman betreffend. Die Wandlung Dents ist nachvollziehbar und die ganze Tragik des Charakters wird beim Lesen deutlich.
Ebenso treffend ist die Charakterisierung Batmans, der hier jedem seiner Aspekte gerecht wird: Er prügelt sich mit Schurken und Gangstern, er löst als Detektiv kriminalistische Rätsel und fungiert als dunkles Symbol der Furcht. Selbst Bruce Wayne wird nicht vernachlässigt.
Aber nicht nur Inhalt, auch Form stimmt bei „The Long Halloween“. Atmosphärisch lässt sich die Geschichte wohl mit folgendem Satz am besten beschreiben: „Was, wenn Tim Burton bei ‚Der Pate’ Regie geführt hätte?“
Dies kommt vor allem daher, dass Batman neben seinen Schurken vor allem gegen die traditionelle Mafia kämpft, die sonst eher selten vorkommt. Diesen Umstand haben Loeb und Sale genutzt, um eine ganze Menge an Hommagen an Francis Ford Coppolas „Der Pate“ Trilogie einzubauen. Allein schon die Anfangsszene, in der Falcones Neffe Johnny Viti Hochzeit feiert, versetzt den Leser in die richtige Stimmung. Darüber hinaus hat Falcone selbst eine gewisse Ähnlichkeit zu Al Pacino und die Art, wie er an seiner Knopflochblume schnuppert, sollte jedem Filmfan bekannt vorkommen.
Tim Sales Zeichenstil, der sich vom „typisch amerikanischen Superheldenstil“ durchaus unterscheidet und ein wenig europäisch anmutet, passt dazu perfekt und hilft, die Atmosphäre zu erschaffen. Die Mischung aus Gothic-Ambiente á la Burton und der toll eingefangenen Mafiathematik ist wunderschön anzusehen.
Ebenfalls erwähnt werden sollte die herrliche düstere Kolorierung, die die Atmosphäre wirkungsvoll unterstreicht.
Das einzige Manko von „The Long Halloween“ ist, dass der Schluss irgendwie unbefriedigend wirkt, da das Rätsel nicht wirklich oder zumindest nicht vollständig gelöst ist. Das ist aber insofern nicht wirklich tragisch, da Loeb und Sale mit „Batman: Dark Victory“ eine mehr als überzeugende Fortsetzung nachgereicht haben.
Fazit: „The Long Halloween“ überzeugt dank toller Story, interessanter, glaubhafter Charaktere und toller Zeichnungen in fast jeder Hinsicht, sowohl als Krimi, als auch als Batmangeschichte. Nicht umsonst war dieser Comic eine der Hauptinspirationsquellen für „Batman Begins“ und „The Dark Knight“. „The Long Halloween“ zeigt, was man aus Batman alles machen kann.


Dent, Gordon und Batman schließen ein Bündnis


Tim Sales Interpreatation von Harvey Dent/Two Face


Carmine Falcone in bekannter Pose

Weitere Rezensionen von Batman-Comics:
Batman: Year One
Batman – Joker: Des Teufels Advokat
Batman: Schatten über Gotham
Batman – Vampire

The Dark Knight


Story: Ein halbes Jahr ist seit Batmans (Christian Bale) Auftauchen verstrichen und sein Feldzug scheint erfolgreich zu sein; die Kriminellen Gotham Citys werden immer mehr in die Ecke gedrängt. 
Zusätzlich zum Dunklen Ritter taucht nun auch ein „Weißer Ritter“ auf. Harvey Dent (Aaron Eckhart), der neu gewählte Bezirksstaatsanwalt Gothams hat sich fest vorgenommen, mit den Gangstern und der Korruption aufzuräumen. Batman, Dent und der Polizei-Leutnant James Gordon (Gary Oldman) schließen eine Art Pakt und arbeiten zusammen, um das Verbrechen endgültig zu besiegen. Doch exakt in diesem Moment taucht eine neue Figur auf dem Spielfeld auf und wirbelt alles kräftig durcheinander: Der Joker (Heath Ledger).
Der Joker ist vollkommen anders als die anderen Kriminellen der Stadt; ihm geht es nicht ums Geld, er will, wie Batmans Butler Alfred es ausdrückt, „die Welt einfach brennen sehen.“
Der Joker kennt keine Grenzen, keine Regeln und keine Gnade. Rücksichtslos spielt er alle und jeden in perfiden psychologischen Versuchen gegeneinander aus, um zu beweisen, dass alle im Grunde ihres Herzens schlecht sind.
Und auf eine gewisse Weise obsiegt der Joker sogar; es gelingt ihm nämlich, Harvey Dent, den Weißen Ritter, den aufrichtigsten der drei „Verschwörer“ zu korrumpieren und ihn zum rachebesessenen Two-Face zu machen.

Kritik:
Was wurde dieser Film gehypt. „The Dark Knight“ wurde fast ausschließlich mit dem Tod Heath Ledgers in Verbindung gebracht und, seien wir ehrlich, ohne das tragische Ableben dieses Schauspielers hätte es wohl weder derart hohe Einnahmen, noch den Oscar für den besten Nebendarsteller gegeben.
Diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass „The Dark Knight“ in meinen Augen diesen Hype vollkommen verdient hat. Natürlich wäre er ohne den Joker nicht dasselbe, aber er besteht eben nicht nur aus ihm. 
Was in „Batman Begins“ begann, wird hier nun logisch fortgeführt. Das große Thema dieses Films ist Eskalation, schon der kurze Dialog am Ende des Vorgängers zwischen Gordon und Batman kündigte das (und auch den Joker) an.
Und das Konzept geht wunderbar auf. Einmal mehr orientieren sich Drehbuchschreiber und Regisseur handlungsmäßig stark an Jeph Loebs „The Long Halloween“, und das Ergebnis ist abermals überzeugend, die Handlung ist rasant und spannend (und in meinen Augen keinesfalls zu lang oder zu überladen) und die Dialoge sind messerscharf.
Bis auf Katie Holmes, deren Rolle, die Staatsanwältin und Jugendfreundin von Bruce, Rachel Dawes, nun von Maggie Gyllenhall gespielt wird, kehrt fast der gesamte Cast des Vorgängers zurück. Christian Bale überzeugt abermals als Batman und Bruce Wayne, auch wenn er dieses Mal weniger Präsenz zeigt, dafür hat Gary Oldmans Jim Gordon (der im Lauf des Films auch zum Comissioner befördert wird) mehr Platz bekommen und weiß seine Leinwandzeit wunderbar zu nutzen. Morgan Freeman und Michael Caine haben wieder die Lacher auf ihrer Seite und dürfen den doch sehr düsteren und ernsten Film etwas aufhellen und zugleich gewissermaßen den moralischen Anker für Bruce darstellen. Und sogar Cillian Murphy darf in einer Szene als Scarecrow zurückkehren, auch wenn diese etwas erzwungen wirkt.
Die Neuzugänge wissen ebenfalls zu überzeugen; Maggie Gyllenhall sieht zwar vielleicht nicht so gut aus wie Katie Holmes (was allerdings Geschmackssache ist), aber sie kann eindeutig besser schauspielern, ihr nimmt man die idealistische Staatsanwältin auch ab. Doch die wahren schauspielerischen Perlen des Films sind Heath Ledger und Aaron Eckhart.
Was wurde nicht schon alles über den Joker dieses Films geschrieben? Heath Ledger spielt wirklich eine absolut diabolische Figur, eine fesselnde und einzigartige Leistung; in wirklich jeder Szene, in der er vorkommt, steht er im Mittelpunkt. Dem steht Aaron Eckhart allerdings in nichts nach. Zwar darf er nicht so auf die Pauke hauen wie Ledger und bleibt deshalb auch nicht ganz so gut in Erinnerung, aber sein Spiel ist dennoch großartig, denn er schafft es, sowohl den sympathischen Staatsanwalt Harvey Dent als auch dessen rachdurstiges Alter Ego Two-Face völlig glaubhaft darzustellen (im Gegensatz zu Tommy Lee Jones).
Die einzigen Kritikpunkte sind Atmosphäre und Musik: Ein wenig mehr Gothic-Stimmung (wie zum Beispiel in „Batman Begins“) hätte dem Film gut getan. Das Gotham City, das dem Zuschauer hier präsentiert wird, wirkt fast ein wenig zu normal und alltäglich. Die Narrows, Arkham Asylum, Wayne Manor, die Einschienenbahn und der Wayne Tower, die in „Batmans Begins“ dafür gesorgt haben, dass Gotham einzigartig wirkt, fehlen in „The Dark Knight“ alle.
Hans Zimmers und James Newton Howards Soundtrack hat sich im Vergleich zu „Batman Begins“ zwar merklich verbessert (vor allem das Joker-Thema ist wunderbar gelungen), aber ein wirklich markantes Batman-Thema vermisse ich immer noch. Ich weiß, dass Hans Zimmer das extra vermeiden wollte, aber für mich gehört zum Dunklen Ritter einfach ein einprägsames Leitmotiv.
Fazit: Fast perfekte Leinwandumsetzung des Dunklen Ritters, die zusammen mit „Batman Begins“ ein homogenes Ganzes ergibt.

Trailer

Siehe auch:
The Dark Knight – Soundtrack
Batman Begins
The Dark Knight Rises
Batman Begins – Soundtrack
The Dark Knight Rises – Soundtrack

Joel Schumachers Batman

Gleich vorneweg: Ich bin kein Freund der beiden Batman-Filme von Joel Schumacher. Ich werde sie der Komplettheit halber vorstellen, aber da sie sich qualitativ so sehr ähnlen, kann das getrost in einem Artikel geschehen.

Story „Batman Forever“:

Zwei Schurken tauchen in Gotham City auf und bereiten Batman (Val Kilmer) enorme Probleme: Der durch einen Säureangriff verunstaltete ehemalige Staatsanwalt Harvey Dent (Tommy Lee Jones), inzwischen als Two-Face bekannt ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, möchte sich an Batman rächen und Gotham in einer Flut von zweigeteiltem Chaos ertränken.
Der Riddler (Jim Carrey) dagegen hat es auf Bruce Wayne abgesehen; in seiner zivilen Identität (als Edward Nygma) arbeitete er für Wayne Enterprises, bekam für seine Arbeit allerdings nicht genug Anerkennung und möchte nun Rache, weshalb er den guten Bruce mit merkwürdigen Rätseln quält.
Zusätzlich verliebt sich Bruce auch noch in die Psychologin Chase Meridian (Nicole Kidman) und muss sich um den jungen Dick Grayson (Chris O’Donnell) kümmern, dessen Eltern von Two-Face ermordet wurden.
Es kommt natürlich, wie es kommen muss: Die Schurken tun sich zusammen, die Psychologin wird entführt, Batmans Identität gelüftet und Dick Grayson wird zu Robin…

Story „Batman und Robin“:

Und schon wieder tauchen neue Schurken auf: Mister Freeze (Arnold Schwarzenegger) will Diamanten, um seine Frau von einer tödlichen Krankheit heilen zu können. Poison Ivy (Uma Thurman) will den Umweltschutz, und zwar auf äußerst rabiate Weise.
Das Heldengespann Batman (George Clooney) und Robin (Chris O’Donnell) muss sich mit beiden herumschlagen, ohne, dass das ganze irgendwie Sinn ergibt. Hinzu kommt später noch ein völlig überflüssiges Batgirl (Alicia Silverstone) und Unsinn en masse, wie etwa eine Bat-Kreditkarte, Uma Thurman im pinken Gorillakostüm, ein völlig unsinniges Motorradrennen und Bane als tumber Schläger.

Kritik: Autsch. Die wohl größte Fehlentscheidung von Warner Brothers war es, die Regie für den dritten und vierten Batman-Film Joel Schumacher anzuvertrauen.
Nachdem „Batmans Rückkehr“ zwar durchaus erfolgreich war, aber dennoch stark hinter den finanziellen Erwartungen zurückblieb, wollte man bei Warner Brothers dieses Mal einen etwas familienfreundlicheren Batman sehen.
Und das bekam man auch.
Tim Burtons düsteres, gotisches und in sich stimmiges und atmosphärisches Gotham City wurde durch ein grellbuntes neues Gotham ersetzt, das wie Tokio auf LSD aussieht.
Zugegeben, auch die Burton Filme gingen mit den Ursprungsgeschichten der Schurken nicht gerade zimperlich um, aber die veränderten Versionen passten zum Gesamtkonzept der jeweiligen Filme.
Die Änderungen und „Batman Forever“ und „Batman und Robin“ sind wirklich vollkommen überflüssig, besonders bei Letzterem.
Natürlich haben auch die Schumacher-Filme Starbesetzung, aber diese spielt bei weitem nicht so gut wie in den ersten beiden Filmen (oder den späteren Nolan Filmen).
Val Kilmer, Michael Keatons Nachfolger, nimmt man die Figur noch halbwegs ab (den Gerüchten zufolge wollte Kilmer einen düsteren Batman, aber gegen den Regisseur und das schlechte Drehbuch konnte er sich nicht durchsetzen). Aber wer zum Teufel ist auf die Idee gekommen, George Clooney zu Batman zu machen? Clooney mag ja noch einen glaubhaften Wayne spielen können – sein Batman verkommt zu einer Mischung aus dämlichem Grinsen und noch dämlicheren Sprüchen. Chris O´Donnell und Alicia Silverstone, die Robin und Batgirl spielen, sind beide vollkommen unmotiviert, was vielleicht auch damit zusammenhängt, das ihre Figuren eigentlich vollkommen überflüssig sind.
Der einzige unter den Schurken, der halbwegs gelungen ist, ist der Riddler, gespielt von Jim Carrey. Carrey kann einfach so richtig nett wahnsinnig sein und es macht Spaß, ihm bei seinem durchgedrehten Schauspiel zuzusehen (wobei er in „Die Maske“ noch weitaus besser ist). Außerdem passt es noch ganz gut zur Figur.
Two-Face hingegen, der andere Schurke in „Batman Forever“ sollte eigentlich ein von der Zahl Zwei getriebener Racheengel sein (in „The Dark Knight“ sieht man, wie man Two-Face richtig filmisch einsetzt). Joel Schumachers Two-Face dagegen versucht nur, den Riddler im Kampf „Wer ist der bessere Joker“ auszustechen, ohne auch nur in die Nähe von Jack Nicholsons Performance zu kommen. Man verstehe mich nicht falsch; Tommy Lee Jones, der in „Batman Forever“ Two-Face spielt ist eigentlich ein sehr gute Schauspieler, seine Auftritte in „Men in Black“ und „Space Cowboys“ sind unvergleichlich, aber hier ist er einfach nicht passend.
In „Batman und Robin“ wird alles noch schlimmer. Arnold Schwarzeneggers Mister Freeze hat dieselbe Hintergrundgeschichte wie der Mister Freeze aus „Batman: The Animated Series“, aber dennoch unterscheiden die beiden Welten. Der Zeichentrick-Freeze ist eine getriebene, tragische Figur. Dem Freeze aus „Batman und Robin“ nimmt man den tragischen Hintergrund nicht ab, weil er ständig saudämliche Sprüche ablässt.
Uma Thurman, die in „Batman und Robin“ Poison Ivy spielt, ist auch nicht viel besser. Aber am schlimmsten trifft es den armen Bane; in den Comics ein genialer Stratege, hier ein dämlicher Muskelmann.
Joel Schumachers Batman hat mit den Comics, zumindest mit den modernen, praktisch nichts mehr zu tun. Insbesondere, da Batman in „Batman und Robin“ laut Regisseur sein Trauma überwunden haben soll. Warum zum Teufel sollte er dann noch Batman sein? Das Trauma ist ja genau das, was ihn zum Dunklen Ritter werden lässt.
Ich könnte jetzt noch ewig weitermeckern, aber auf die Dauer wird es langweilig, deshalb belassen wir es hierbei. Nur ein kurzes Fazit muss noch sein:
„Batman Forever“ kann man sich anschauen, wenn man Jim Carrey mag oder wenn man einen gelungenen (nämlich Aaron Eckharts) Two-Face mit einem misslungenen Vergleichen will.
„Batman und Robin“ sollte man sich der eigenen geistigen Gesundheit zu Liebe nicht antun, insbesondere, wenn man ein Batmanfan ist. Wer eine gelungene Umsetzung der Schurken dieses Films sehen möchte, sollte zu „Batman: The Animated Series“ greifen.

Trailer „Batman Forever“
Trailer „Batman und Robin“