Die Schöne und das Biest

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Story:
Als ein dekadenter junger Prinz (Dan Stevens) eine alte Bettlerin (Hattie Morahan) abweist, entpuppt sich diese als Zauberin, die den Prinzen zur Strafe für seine Arroganz und Oberflächlichkeit in ein Biest verwandelt. Bevor das letzte Blütenblatt einer magischen Rose gefallen ist, muss der Prinz beweisen, dass er lieben und geliebt werden kann. Einige Jahre später ergibt sich die Gelegenheit: Um ihren Vater Maurice (Kevin Kline), der eine Rose aus dem Schlossgarten pflücken wollte, aus den Klauen des Biests zu befreien, erklärt sich die Bücherfreundin Belle (Emma Watson) bereit, den Platz ihres Vaters als Gefangene des Biests einzunehmen. Derweil versucht Belles Verehrer Gaston (Luke Evans) die Situation zu seinem Vorteil auszunutzen, da Belle ihn partout nicht heiraten will…

Kritik: Holen wir mal ein wenig weiter aus und betrachten „Die Schöne und das Biest“, Disneys neuestes Realfilmremake eines Zeichentrickklassikers, mal im Kontext eben dieses Trends („Elliot der Drache“ mal ausgenommen, da ich ihn noch nicht gesehen habe). Die Frage nach Sinn und Unsinn sollte dabei gar nicht erst gestellt werden, denn der Sinn ist eindeutig: Bislang waren alle Remakes finanziell äußerst erfolgreich, weshalb Disney sicher nicht damit aufhören wird, diese Filme zu produzieren.

Es fing alles 2010 mit Tim Burtons „Alice im Wunderland“ an, das gleichermaßen Remake wie Fortsetzung war, da es von Alice‘ zweitem Ausflug ins Wunderland erzählt (der dennoch in vieler Hinsicht dem ersten gleicht). Das Ergebnis war leider ein vor CGI überquellender Film, der an der Essenz der Geschichte vorbeierzählte: „Alice im Wunderland“, sowohl der Film von 1951 als auch die Vorlage von Lewis Carrol, ist ein Werk der englischen Nonsense-Strömung, einem solchen Werk einen sinnvollen Plot zu geben, der daraus einen etwas schrägeren Narnia-Abklatsch macht, ist fürchterlich daneben. „Maleficent“ (2014) von Robert Stromberg, der bereits bei „Alice im Wunderland“ für die Effekte verantwortlich war, ist in mancherlei Hinsicht das interessanteste Remake, da es sich hierbei quasi um die märchenhafte Disney-Version eines Rape/Revenge-Films handelt. Dass der Film unter dieser Prämisse überhaupt zustande kam ist beeindruckend, leider ist die Umsetzung alles andere als gelungen und passt einfach hinten und vorne nicht. Der künstliche CG-Look von „Alice“ wird auf die Spitze getrieben, die Handlung ist schlecht erzählt, die Charakterzeichnung unterirdisch und der Schlusstwist stammt direkt aus „Frozen“. „Cinderella“ (2015) von Kenneth Branagh war da ausgeglichener und runder, aber auch unspektakulärer; ein harmloser, unterhaltsamer, aber vergessenswerter Märchenfilm (ich bin allerdings auch nicht der größte Fan des Originals). Jon Favreaus „Jungle Book“ zeigte dann, wie so eine Realfilmremake idealerweise auszusehen hat. Favreau bemühte sich, den Zeichentrickklassiker und die Atmosphäre von Kiplings Vorlage miteinander zu verbinden. Dabei erweist er, anders als „Maleficent“, dem Original stets die nötige Ehrerbietung, ohne sich allerdings sklavisch an ihm zu orientieren. Während die Handlung dieselbe ist, schafft es Favreau doch, fast jeder Szene einen neuen Twist oder Blickwinkel zu verleihen, der sie interessant macht.

Und nun also „Die Schöne und das Biest“, entstanden unter der Ägide von Breaking-Dawn-Regisseur Bill Condon (was ich ihm allerdings nicht vorwerfen will, tatsächlich hat er zumindest in „Breaking Dawn Teil 2“ alles aus dem Stoff herausgeholt, was herauszuholen ist). Von allen Realfilmremakes ist dieses zwar nicht das schlechteste, aber wohl das überflüssigste. Wo „The Jungle Book“ und „Cinderella“ die Vorlage durchaus erzählerisch und inhaltlich erweiterten, schaffen es Bill Condon und die Drehbuchautoren Stephen Chbosky und Evan Spiliotopoulos kaum, den Zeichentrick-Klassiker von 1991 wirklich sinnvoll zu ergänzen. Es gibt zwar durchaus einige Hinzufügungen und Veränderungen, so verläuft etwa der Subplot von Belles Vater Maurice ein wenig anders, die Zauberin, die das Biest verflucht, bekommt weitere Auftritte und es wurden auch ein paar neue Lieder beigefügt, aber im Großen und Ganzen handelt es sich um kosmetische Korrekturen. Am interessantesten ist der Umstand, dass sich der Film der Rezeption des Originals scheinbar bewusst ist und versucht, die kleinen Logikprobleme, die im Verlauf der letzten 25 Jahre ermittelt wurden, zu lösen. Dazu gehören zum Beispiel die genaue Funktionsweise des Fluchs (warum vermisst niemand das Schloss samt Prinz und Belegschaft?) oder auch nur der Umstand, dass ein Dorf voller Lesemuffel eine gut ausgestattete Bibliothek hat. Im Grunde sind diese Details und Erklärungen eigentlich überflüssig, da das Original sie schlicht nicht braucht. Der Zeichentrickfilm funktioniert mit Märchenlogik, die Probleme, die das Remake löst, entstehen erst durch die Neuverfilmung.

In diesem Zusammenhang lässt sich Condons Film am ehesten mit Baranghs „Cinderella“ vergleichen, wobei ich das Gefühl habe, dass die Hinzufügungen und Erweiterungen bei „Cinderella“ weitaus gewichtiger ausfielen. Mehr noch, „Cinderella“ fühlte sich trotz des Respekts vor dem Original eigenständiger an. Condon, bzw. Disney versucht in erster Linie, das Original und seine Wirkung minutiös zu rekreieren. Nun ist es nicht so, dass das Remake keinen Charme hätte – dummerweise ist es der Charme des Originals. Jemanden, der die Zeichentrickversion nicht gesehen hat, könnte dieser Film vielleicht überzeugen, wer jedoch mit dem Original vertraut ist, stellt sich unweigerlich die Frage, weshalb er gerade das Remake ansieht – jedenfalls ging es mir so. Dem Remake gelingt es nie, dieses gewisse Etwas einzufangen, dass den ursprünglichen Film so besonders gemacht hat.

Lässt man diesen Aspekt außen vor, überzeugt „Die Schöne und das Biest“ vor allem durch das Design und die Gestaltung. Das Schloss ist beeindruckend und die diversen lebendigen Haushaltsgegenstände sind mit viel Liebe zum Detail konstruiert (bzw. animiert). Auch die Besetzung kann sich sehen lassen, von Ewan McGregor als Lumiere über Emma Thompson als Madame Pottine bis zu Ian McKellen (Von Unruh), Josh Gad (Le Fou), Kevin Kline (Maurice) und Luke Evans (Gaston). Dasselbe lässt sich leider nicht über die Hauptdarsteller sagen: Während weder Dan Stevens noch Emma Watson wirklich schlecht spielen, fehlt doch einfach diese Chemie zwischen den beiden, die dafür sorgte, dass das Original so wunderbar funktioniert. Darüber hinaus finde ich das Biest optisch nicht besonders gelungen. Wo die anderen CGI-Figuren zu überzeugen wissen, wirkt das Biest fürchterlich unecht – vielleicht wären praktische Effekte, Prothesen und Make-up hier sinnvoller gewesen.

Bevor ich auf die Musik zu sprechen komme, noch ein kurzes Wort zur Kontroverse um Le Fou: Diese ist kaum der Rede wert. Josh Gads Version der Figur ist ein wenig femininer als das Original und als Figur ein wenig eigenständiger; sie hat einen Mini-Subplot. Das ändert im Grunde kaum etwas und wirkt nach der Sichtung des fertigen Films primär wie ein Marketing-Stunt, mit dem Disney zeigt, wie progressiv es ist. Umso alberner und bescheuerter sind dann auch die Reaktionen aus Alabama und Russland, wo der Film entweder boykottiert wurde oder eine Altersfreigabe ab 16 bekam. Und nun zu einem wirklich wichtigen Aspekt.

Da es sich bei „Die Schöne und das Biest“ um ein tatsächliches Musical handelt und die Songs eine wichtige Rolle spielen (immerhin ist jedes einzelne Lied des Originals ein Ohrwurm, der die Gehirnwindungen nie wieder verlässt), werde ich ein wenig ausführlicher auf die Musik eingehen. Insgesamt bin ich zwiegespalten. Keines der Lieder aus dem Remake kommt auch nur ansatzweise an das Gegenstück aus dem Original heran. Luke Evans singt erstaunlich gut, bei den meisten anderen lassen die Sangeskünste jedoch zu wünschen übrig. In der deutschen Version ist das ein wenig besser, weil hier tatsächlich Sänger angeheuert werden, während im O-Ton die Schauspieler selbst singen. Vor allem Emma Watson und Emma Thompson können da absolut nicht überzeugen. Die neuen Lieder, darunter Evemore, eine Solonummer für das Biest, gehen neben ikonischen Nummern wie Be Our Guest oder Gaston ziemlich unter und schaffen es kaum, sich ins Gedächtnis einzubrennen. In einem Aspekt übertrifft das Remake jedoch das Original. Wie schon 1991 komponierte Alan Menken auch hier den Score. Nun kommt es ziemlich selten vor, dass ein Komponist denselben Film zwei Mal vertont, aber Menken zeigt, dass er als Score-Komponist unterbewertet ist und definitiv mehr Arbeit abseits von Musicals braucht. Nun hatte das Original keinesfalls einen schlechten Score, aber Menken bekommt hier die Gelegenheit zu zeigen, wie er sich als Komponist weiterentwickelt hat. Die Orchestrierungen sind besser und komplexer und auch die leitmotivische Arbeit weiß zu gefallen. Mühelos nimmt Menken seine ikonischen Melodien, variiert sie, kontrapunktiert sie und lässt sie mit- und gegeneinander arbeiten. Passend zum barocken Stil des Films bekommt das Cembalo eine größere Rolle. Ähnlich verhält es sich mit dem Fluch-Thema, das nun endgültig zum Rückgrat des Scores wird.

Fazit: Während „Die Schöne und das Biest“ kein wirklich schlechter Film ist, ist er doch im Grunde überflüssig, da er primär versucht, das Original zu reproduzieren, dabei aber nur erreicht, dass zumindest ich mich frage, weshalb ich mir nicht gerade die Zeichentrickversion ansehe.

Trailer

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Music of the Bat

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Batman dürfte wohl mit Abstand der Comicheld sein, der am häufigsten adaptiert wurde. Und egal in welchem Medium er auftaucht, er ist ungemein erfolgreich und kämpft sich an die Spitze des jeweiligen Feldes. Nicht wenige sind der Meinung, „The Dark Knight“ sei der beste Superheldenfilm, „Arkham City“ das beste Superheldenspiel, „Batman: The Animated Series“ die beste Superheldenzeichentrickserie und „The Dark Knight Returns“ der beste Superheldencomic – um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Für mich ist bei jeder Adaption des Dunklen Ritters natürlich vor allem interessant, wie er musikalisch umgesetzt wird. Wie schon bei den Marvel-Filmen drängt sich eine vergleichende musikalische Betrachtung des Gesamtfranchise geradezu auf. Ich werde mich dabei nicht nur auf die Filme beschränken, sondern auch Interpretationen in anderen Medien miteinbeziehen, allerdings nicht alle, denn dazu gibt es einfach zu viele. Die 60er-Serie wird deshalb ebenso ausgeklammert wie „The Batman“ oder „Batman: The Brave and the Bold“. Wie bei den Marvel-Filmen ist das Ganze nach dem bzw. den Komponisten sortiert. Der Fokus liegt wie üblich auf der Leitmotivik.

Danny Elfman

Neal Heftis Intro zur 60er-Serie dürfte wahrscheinlich das bekannteste Batman-Musikstück sein, aber Danny Elfmans Batman-Thema kommt direkt danach und ist für viele auch heute noch DAS Batman-Thema.
1989 war Danny Elfman noch ein ziemlicher Newcomer und hatte erst wenig Filmmusik geschrieben. Zwei seiner bis dato komponierten Filme waren allerdings schon von Tim Burton, „Batman“ stellt die dritte Zusammenarbeit dar, und ohne Zweifel eine der besten und erfolgreichsten dieses heute so erfolgreichen Teams. Elfmans Herangehensweise passt freilich auch perfekt zu Burtons Interpretation des Dunklen Ritters: Wie der Film auch ist die Musik düster, opulent und opernhaft und definierte Batman zum ersten Mal musikalisch. Während die Prince-Songs, die ebenfalls im Film auftauchen, inzwischen fast schon veraltet wirken, ist Danny Elfmans Score weitaus zeitloser.
Das Kernstück ist natürlich das bereits erwähnte Titelthema, von dem Elfman vielfältigen Gebrauch macht. In seiner Essenz besteht es aus fünf bzw. sechs Noten, erfährt aber, bereits in den Main Titles, vielfältige Erweiterungen, sodass daraus ein ziemlich komplexes, vielschichtiges Thema wird, das sowohl die düstere als auch die heroische Seite Batmans wunderbar darzustellen vermag. Sowohl in „Batman“ als auch in „Batmans Rückkehr“ ist das Thema sehr präsent und Begleitet jeden Auftritt des Dunklen Ritters. Elfman weiß allerdings das Thema kunstvoll zu variieren oder auch nur Fragmente wirkungsvoll einzusetzen, sodass es nicht zu einer Übersättigung kommt.
In „Batman“ gibt es außer dem Titelthema allerdings nicht besonders viel interessantes thematisches Material. Für den Joker nutzt Elfman einen schrägen Walzer, während er als Liebesthema eine Mischung aus dem Titelthema und dem Prince-Song Scandalous verwendet. Das ändert sich allerdings mit „Batmans Rückkehr“. Dort bekommen sowohl Catwoman als auch der Pinguin ihre eigenen, markanten Themen – Ersteres vor allem von schrillen Streichern dominiert, während Letzteres in erster Linie die theatralische Seite Oswald Cobblepots darstellt – die konstant mit dem Thema des Titelhelden ringen.
Was die Realfilme angeht ist Elfmans Musik in meinen Augen bislang unübertroffen, insgesamt hat sein Thema bei mir allerdings „nur“ den zweiten Platz inne. Über die ikonische Natur dieses Themas lässt sich allerdings kaum diskutieren, immerhin wurde es auch für das Intro von „Batman: The Animated Series“ verwendet, ebenso wie für Trailer zu den Schumacher-Batman-Filmen, eben weil es den größten Wiedererkennungswert hat.

Elliot Goldenthal

Wie stark Danny Elfmans Einfluss war zeigt sich, wenn man die anderen Batman-Projekte der 90er betrachtet. Nachdem „Batmans Rückkehr“ hinter den Studioerwartungen zurückblieb, heuerte man Joel Schumacher an, der Danny Elfman durch Elliot Goldenthal ersetzte. Goldenthal hat verhältnismäßig wenig Filmmusik komponiert, ist aber mit „Interview mit einem Vampir“ für einen meiner liebsten Horror-Soundtracks verantwortlich.
Die Musik der Schumacher-Batman-Filme lässt sich mit einer einfachen Formel erfassen: Danny Elfmans Batman-Musik + „Interview mit einem Vampire“ + LSD = Elliot Goldenthals Batman-Musik.
Beim Titelthema hat sich Goldenthal eindeutig an Danny Elfman orientiert. Zwar hat er dessen Thema nicht weiterverwendet, aber seine eigene Komposition ist ziemlich ähnlich konstruiert wie das Thema der Burton-Filme und fällt vor allem durch seine marschartigen Einsätze auf, sodass der „normale“ Kinogänger, der nicht auf die Musik achtet, vielleicht glaubt, es sei dasselbe. Goldenthals Batman-Thema ist nicht schlecht, lässt aber die nötige Düsternis vermissen – was aber auch auf die Schumacher-Filme im Allgemeinen zutrifft.
Ansonsten klingt vor allem „Batman Forever“ in weiten Teilen wie die bizarren Bläserfiguren aus „Interview mit einem Vampir“ auf LSD. In der Tat sind große Teile besagten Albums, mit Ausnahme des einen oder anderen Noir-inspirierten Stückes und der Einsätze des Titelthemas, ziemlich absonderlich und fast schon unhörbar. Insgesamt sagt die Musik zu „Batman Forever“ (der Soundtrack zu „Batman und Robin“ wurde bis heute nicht als kommerzielles Album veröffentlicht, auch wenn im Internet Bootleg-Version herumschwirren) vor allem Goldenthal-Fans zu, während die Musik beim gemeinen Batman-Fan nur unangenehme Erinnerungen an die Schumacher-Filme hervorruft. Und bei mir ist es nicht anders.

Shirley Walker und Team

Obwohl „Batman: The Animated Series“ eine eigenständige Interpretation des Dunklen Ritters ist, so wurde die Serie doch in einigen Aspekten von Tim Burtons Batman-Filmen (ohne die sie wahrscheinlich auch nicht entstanden wäre) beeinflusst. Zu diesen Aspekten gehört, neben dem Design des Pinguins und Selina Kyles Haarfarbe, auch die Musik. Danny Elfman definierte den Bat-Sound für die 90er, weshalb die Verantwortlichen der Serie ihn damit beauftragten, eine leichte abgeänderte Version seines Batman-Themas für das Intro zu komponieren, und darüber hinaus wurde Shirley Walker (leider 2006 verstorben), die Elfmans Musik für „Batman“ orchestriert und dirigiert hatte, mit der musikalischen Leitung der Serie beauftragt. Walker legte die musikalische Richtung für die Serie fest, komponierte die Scores für viele Episoden selbst und übersah darüber hinaus ein Team junger Komponisten, u.a. Lolita Ritmanis, Michael McCuiston, Harvey R. Cohen und andere, die die restlichen Episoden übernahmen. Der Leitgedanke dabei war, jede Episode wie einen kleinen Film zu behandeln.
Ich sagte es ja bereits an andere Stelle und wiederhole es hier noch einmal: Sollte es so etwas wie die definitive musikalische Interpretation Batmans und seiner Welt geben, dann ist das für mich Shirley Walkers.
Obwohl in der Serie im Vorspann und auch in einigen der frühen Episoden das Elfman-Thema verwendet wird, komponierte Walker gleich zu Beginn ihr eigenes Batman-Thema, bestehend aus drei Bestandteilen, nämlich einer Anfangsphrase, bestehend aus vier Noten, die eine kleine Sexte umfassen, und zwei „Antworten“, eine eher düster und brütend, die andere eher heroisch. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Elfman-Thema ist dabei nicht zu leugnen. Shirley Walkers Thema ist in meinen Augen nicht ganz so prägnant wie das Thema der Burton-Filme, dafür allerdings vielseitiger und besser zu variieren. Und, am wichtigsten, es vermittelt auch die Tragik des Charakters, etwas, dass das Elfman-Thema meiner Meinung nach nicht tut. Walkers Batman-Thema ist das verbindende Element der Serie (und auch des ganzen DCAU ingesamt, da es auch in „Superman: The Animated Series“, „Batman Beyond“, „Justice League“ und „Justice League Unlimited“ zum Einsatz kam), und Dank der vielfältigen Variationen sorgen Walker und Team dafür, dass es auch niemals langweilig wird.
Ebenso haben sie für jeden Schurken des Dunklen Ritters eine passende musikalische Identität geschaffen, sei es die Zirkusmelodie des Jokers, das an ein pervertiertes Kinderlied erinnernde Leitmotiv von Two Face oder der tragische Walzer für Mister Freeze.
Stilistisch ist Musik in jedem Fall sehr vielschichtig. Grundsätzlich lässt sich insgesamt eine gewisse Verwandtschaft zu Danny Elfmans Batman-Musik nicht leugnen, allerdings gibt es durchaus auch hin und wieder Ähnlichkeiten zu John Williams und anderen Komponisten. Letztendlich etabliert die Serie allerdings ihren eigenen, unverkennbaren Charakter, der von den vielen kreativen Leitmotiven dominiert wird.
Der einige Kritikpunkt ist das verhältnismäßig kleine Ensemble (ein ca. dreißigköpfiges Orchester), das die Scores einspielte. Wer Walkers Musik schätzt und einmal ihren Score zum B:TAS-Kinofilm „Batman: Mask of the Phantasm“ (ohne Zweifel ihr Opus Magnum und in meinen Augen auch der bisher beste Batman-Soundtrack überhaupt) gehört hat, wird sich wünschen, dass auch die restliche B:TAS-Musik von einem hundertköpfigen Orchester aufgenommen wurde.
Lange Zeit konnte man an die Musik der Zeichentrickserie praktisch gar nicht herankommen, das hat sich in den letzten Jahren allerdings glücklicherweise geändert. Das Label La-La-Land Records hat zwei Sets mit Musik aus 32 Episoden veröffentlicht, zusätzlich zu einer Komplettaufnahme des Mask-of-the-Phantsam-Soundtracks. Die Alben sind zwar verhältnismäßig selten und teuer, aber jeden Cent wert.

Hans Zimmer/James Newton Howard

Über die Batman-Musik von Hans Zimmer und James Newton Howard habe ich mich ja schon in aller Ausführlichkeit ausgeko… äh, ausgelassen, deswegen versuche ich es hier knapp zu halten.
Für Chris Nolans Reboot beschloss das Komponisten-Duo, sich von allem bisher etablierten völlig abzuwenden und stattdessen „düstere“ und „brütende“ Musik zu schreiben (als ob Elfmans oder Walkers Batman-Musik nicht auch auf ihre Art düster oder brütend gewesen wäre…). Die Zimmer/Howard-Batman-Musik ist letztendlich von Minimalismus und viel Elektronik geprägt, zumeist findet man sich stetig wiederholende Konstrukte aus zwei bis fünf Noten, Soundeffekte und viele, viele Streicher-Ostinati. Prinzipiell ist vor allem „Batman Begins“ nicht einmal ein schlechter Score, in meinen Augen für einen Batman-Film allerdings nicht passend oder ausreichend, was vor allem daran liegt, dass das Hauptthema der Dark-Knight-Trilogie lediglich aus zwei Noten besteht, was u.a. dafür gesorgt hat, dass viele der Meinung waren, das Thema aus Molossus wäre das Batman-Thema oder er hätte überhaupt keines. Mein Hauptproblem mit Batmans Musik bei Zimmer und Howard ist, dass sie sich praktisch überhaupt nicht entwickelt oder die Reise des Charakters wiederspiegelt. Die Variation ist minimal, das Zweitnotenthema klingt am Ende von „The Dark Knight Rises“ immer noch fast gleich wie in „Batman Begins“.
Am interessantesten sind noch die Themen der Schurken, etwa das langgezogene Dröhnen des Jokers, das Harvey-Dent/Two-Face-Thema, das so ziemlich das einzige ist, dass sich passend zur Figur, für die es steht, entwickelt, und das sehr charakteristische, im 5/4-Takt geschriebene Chor-Thema für Bane. Ansonsten kann ich der Zimmer/Howard-Batmusik leider nicht viel abgewinnen.
Eines lässt sich jedoch nicht leugnen: Wie schon Danny Elfman haben auch Zimmer und Howard die musikalische Landschaft des Dunklen Ritters nachhaltig geprägt.

Ron Fish/Nick Arundel

Der Zimmer/Howard-Einfluss zeigt sich zum Beispiel sehr stark in der Musik für die beiden Batman-Spiele „Arkham Asylum“ und „Arkham City“ für die die wenig bekannten Komponisten Ron Fish und Nick Arundel verantwortlich sind. Während die Musik für „Arkham Asylum“ eher zurückhaltend, schlicht und ziemlich synthetisch, will heißen ohne echtes Orchester, ist, lohnt sich der Soundtrack zu „Arkham City“ durchaus. Das Duo Fish/Arundel bedient sich vieler der Dark-Knight-Stilelemente, unter anderem dem typischen Wummern, Dröhnen und der Streicherostinati, geht mit diesen aber sehr viel kreativer um als Zimmer und Howard es taten. Das Arkham-Batman-Thema scheint auf dem Zweinotenthema aufzubauen und dieses zu erweitern und ist sehr viel wirksamer als das in „Batman Begins“ eingeführte Motiv, auch wenn es an die Themen von Elfman und Walker nicht herankommt. Ansonsten mischen Fish und Arundel und die grundsätzlich vom Zimmer/RCP-Sound geprägte Musik immer mal wieder Stilmittel, die an Danny Elfman erinnern, nicht zuletzt wegen des großzügigen Choreinsatzes. Somit ist „Arkham City“ ein ziemlich interessanter Hybrid, der das Beste mehrerer musikalischer Interpretationen des Dunklen Ritters vereint und alle Mal kreativer ist als die Musik der Dark-Knight-Trilogie.

Christopher Drake

Christopher Drake ist in gewissem Sinne der geistige Nachfolger Shirley Walkers und steuerte die Musik für viele der DC Universe Animated Original Movies (die ihre Existenz letztendlich B:TAS verdanken) bei, darunter auch „Batman: Gotham Knight“ (zusammen mit zwei anderen Komponisten), „Batman: Under the Red Hood“, „Batman: Year One“ und „Batman: The Dark Knight Returns“. Darüber hinaus hat Drake auch die Musik für das dritte Spiel der Arkham-Serie, „Arkham Origins“ geschrieben. Damit befindet er sich in der bisher einzigartigen Position, für Batman Musik in diversen unterschiedlichen Kontinuitäten komponiert zu haben.
Wie auch Ron Fish und Nick Arundel orientierte sich Drake bei seinen Ausflügen nach Gotham City an der Zimmer/Howard-Methodologie, was erst einmal noch mehr Wummern und Dröhnen bedeutet. Leider kann ich nicht behaupten, den DCUAOM-Scores besonders viel abgewinnen zu können. Drakes Kompositionen sind vor allem bezüglich der Leitmotive nicht besonders ergiebig und erscheinen mir recht substanzlos. Seine Musik für „The Dark Knight Returns“ (mit eindeutig identifizierbarem Batman-Thema) ist diesbezüglich noch am interessantesten, will mir aber aufgrund der Mischung von Zimmer/Howard auf der einen und 80er Jahre-Techno/Disco-Rhythmen (die zum Setting passen, mir aber nicht zusagen) auf der anderen Seite nicht wirklich gefallen.
„Arkham Origins“ ist da allerdings ein anderes Kapitel. Auch hier finden sich wieder die grundsätzlichen Zimmer/Howard-Stilmittel, wie schon bei Ron Fish und Nick Arundel werden diese allerdings weit kreativer eingesetzt als in der Dark-Knight-Trilogie. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass „Arkham Origins“ keinen angenehmen oder leicht verdaulichen Score besitzt. Die Musik wird vom kreativen Einsatz harscher orchestraler Klänge und nicht minder harscher Elektronik dominiert, durchsetzt von weihnachtlichen Elementen, die an Michael Kamens „Stirb Langsam“ und natürlich an Danny Elfmans „Batmans Rückkehr“ erinnern (das Thema des Jokers beispielsweise ist eine pervertierte Version des ungarischen Weihnachtslieds Carol of the Bells).
Die musikalische Identität des Titelhelden ist dabei allerdings nicht ganz leicht auszumachen (vor allem, weil sie spärlich eingesetzt wird), letztendlich verwendet Drake jedoch sowohl in den Main Titles als auch den End Titles sein Thema aus „The Dark Knight Returns“, eine recht simple, absteigende, aber nichts destotrotz heroische Melodie.

Fazit und Ausblick
Batman wurde bereits von vielen großen Namen wie Danny Elfman, Elliot Goldenthal oder Hans Zimmer vertont, und natürlich gibt es viele Herangehensweisen, letztendlich kristallisieren sich jedoch zwei Strömungen heraus: Die eher gotisch-opulente, von Danny Elfman inspirierte und die minimalistisch-elektronische, die auf Hans Zimmer und James Newton Howard zurückgeht. Auch wenn Letztere durchaus ebenfalls brauchbare Scores hervorgebracht hat, muss ich doch sagen, dass ich Erstere eindeutig vorziehe. Nach dem Ende der Dark-Knight-Trilogie hoffte ich, dass man sich für künftige Batman-Filme wieder von Zimmer weg in eine andere Richtung bewegen würde. Leider wurde dann ja bekannt, dass Batmans nächster Leinwand-Auftritt im Sequel des ebenfalls von Hans Zimmer vertonten „Man of Steel“ stattfinden würde. Zimmer hat bisher noch nicht zugesagt, für den Superman/Batman-Film zu komponieren, unter anderem auch mit der Begründung, dass er Batman bereits in der Dark-Knight-Trilogie vertont habe und mit der Figur „durch“ sei. Und mal ehrlich: Ich sehe das genauso. Wir haben es hier mit einer neuen Version der Figur zu tun, und deshalb bin ich auch für eine andere musikalische Herangehensweise. Allerdings befürchte ich, dass Zack Snyder, sollte Hans Zimmer nicht für das Man-of-Steel-Sequel komponieren, zu seinem früheren Stammkomponisten Tyler Bates zurückkehrt, den ich für absolut nicht geeignet halte, für einen Batman-Film zu komponieren.
Nun mag sich die Frage stellen, welche Komponisten ich bevorzugen würde. Für Batman allgemein fallen mir da sofort zwei Namen ein: Debbie Wiseman und Christopher Young. Beide haben mehrfach bewiesen, dass sie grandiose, düstere und gotische Scores schreiben können. Wisemans „Arsène Lupin“ wäre zum Beispiel eine gute Vorlage. Christopher Young hat mit dem überragenden „Priest“ sogar bewiesen, dass er sehr wohl in der Lage ist, eine epischen, gotisch-düsteren Soundtrack mit Remot-Control-Elementen zu schreiben, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren. Für einen Batman/Superman- oder einen Justice-League-Film könnte ich mir auch gut John Powell vorstellen. Oder wie wäre es mit jemandem, der in diesem Genre bisher noch keine Erfahrung gesammelt hat, etwa Gabriel Yared? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ist es denn wirklich zu viel verlangt, mal wieder einen Batman-Soundtrack hören zu wollen, der ohne Wummern und Dröhnen auskommt und wieder orchestraler ist?

Siehe auch:
Batman Begins – Soundtrack
The Dark Knight – Soundtrack
The Dark Knight Rises – Soundtrack

Dark Shadows


Story: Weil sie von ihm zurückgewiesen wurde, verflucht die Hexe Angelique Bouchard (Eva Green) Barnabas Collins‘ (Johnny Depp) Familie, schickt seine Geliebte in den Tod und verwandelt ihn in einen Vampir. Und schließlich sorgt sie dafür, dass Barnabas 200 Jahre lang in einen Sarg gesperrt wird. Der Vampir erwacht erst wieder im 1972 und muss fortan mit den Tücken der modernen Welt kämpfen. Er offenbart sich Elizabeth Collins Stoddard (Michelle Pfeiffer), dem aktuellen Oberhaupt der Collins-Familie und verspricht ihr, den verarmten und heruntergekommenen Clan zu neuem Ruhm zu führen. Doch Angelique lebt ebenfalls noch und will dies nicht zulassen…

Kritik: Nun wendet sich auch Tim Burton, der Meister des Makabren, mit diesem Remake einer TV-Serie aus den 60er Jahren den Vampiren zu – durchaus passend, die Hälfte seiner Filme sieht sowieso aus, als wären es Vampirfilme, selbst wenn gar keine Blutsauger darin vorkommen. Mit dabei sind natürlich seine üblichen Kollaborateure Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Danny Elfman sowie einige Gesichter, die man in einem Burton-Film noch nicht gesehen hat dabei. Und zum ersten Mal seit „Batmans Rückkehr“ arbeitet Burton wieder mit Michelle Pfeiffer zusammen. Gleich vorneweg: Ich habe die Serie „Dark Shadows“ nie gesehen, kann also nicht bewerten, inwiefern dieser Film der Vorlage gerecht wird.
Die Trailer erweckten den Eindruck eines Hybriden aus „Mars Attacks“ und „Sleepy Hollow“ oder „Sweeney Todd“, von Ersterem schien der überdrehte Humor, von Letzteren das düstere, gotische Ambiente zu stammen. Dieser Eindruck bewahrheitet sich nicht ganz, da „Dark Shadows“ weder so überdreht wie „Mars Attacks“, noch so finster wie „Sweeney Todd“ ist, der Spur nach kommt es allerdings trotzdem ungefähr hin. Schade ist auf jeden Fall, dass die Trailer bereits viele der besten Momente des Films vorwegnahmen.
„Dark Shadows“ ist letztendlich sehr amüsant, aber nicht ohne Schwächen – die Vorlage macht sich letztendlich bemerkbar, da der Film ab dem Moment, in dem Barnabas im Jahr 1972 aufwacht und die Familiengeschäfte in die Hand nimmt, sehr episodenhaft strukturiert ist. Die Handlung baut sich nicht wirklich auf, der Endkampf hätte genauso gut direkt nach der ersten Begegnung zwischen Barnabas und Angelique in der Gegenwart stattfinden können. Ebenfalls negativ fällt auf, dass Handlungsstränge zum Teil vernachlässigt werden. Nach dem äußerst atmosphärischen Prolog, in dem man erfährt, wie Barnabas zum Vampir wird, lernt man die restliche Familie Collins durch die Augen der neun Gouvernante Victoria Winters (Bella Heathcote) kennen, die allerdings stark vernachlässigt wird, sobald Barnabas aufwacht. Vieles wird angeschnitten, aber nicht wirklich ausgeführt – am extremsten ist in dieser Hinsicht die kurz vor dem Ende stattfindende und praktisch aus dem Nichts kommende Enthüllung, dass Elizabeths Tochter Carolyn ein Werwolf ist. Äh, ja…
Auf der Habenseite steht eindeutig der bestens aufgelegte Cast. Johnny Depp, selbst ein Fan der ursprünglichen TV-Serie, spielt wie üblich ironisch und augenzwinkernd und schafft es, nicht zu einem Vampir-Jack-Sparrow zu werden. Auch Eva Green („Casino Royale“) zelebriert mit Genuss ihre Rolle als verführerische, arrogante und bösartige Angelique, Michelle Pfeiffer gibt glaubwürdig die Collins-Patriarchin der Familie, Helena Bonham Carter ist sowieso immer herausragend, egal was sie macht und Jackie Earl Haley („Watchmen“) hat als betrunkener Hausmeister Willie Loomis die Lacher stets auf seiner Seite. Oft hat man das Gefühl, Burton sei gar nicht an einer konsequenten Handlungsführung interessiert, sondern koste vor allem die Figuren und ihr Zusammenspiel aus, was zu allerhand spaßigen und amüsanten Situationen führt. Durch den selbstironischen Ton vermeidet es Burton glücklicherweise auch, sich in Twilight-Gewässer zu begeben (Barnabas wirkt sowieso um ein vielfaches glaubwürdiger, vampirischer und sympathischer als Edward). Besonders an einer Stelle scheint sich Burton bewusst über die Glitzervampire lustig zu machen. Wer „Breaking Dawn“ gelesen bzw. gesehen hat, wird beim etwas gewalttätigen Liebesspiel zwischen Barnabas und Angelique mit Sicherheit an das unfreiwillig komische erste Mal von Edward und Bella denken: In beiden Fällen wird die Einrichtung völlig zerlegt. Während sich aber „Breaking Dawn“ selbst todernst nimmt und besagte Szene dort völlig albern wirkt, passt sie in „Dark Shadows“ wunderbar.
Fazit: Nicht unbedingt Tim Burtons bester Film, aber eine amüsante, selbstironische Vampirpersiflage, die Twilight und Konsorten allemal vorzuziehen ist.

Trailer

Weitere Rezensionen zu Tim-Burton-Filmen:
Batman
Batmans Rückkehr
Sweeney Todd
Alice im Wunderland

Alice im Wunderland


Story: Die kleine Alice (Mia Wasikowska) ist erwachsen geworden, hat das Wunderland vergessen und soll sich den Zwängen der viktorianischen Gesellschaft unterwerfen, sprich: Einen langweiligen, biederen Adeligen heiraten und selbst langweilig und bieder werden. Der etwas zerstreuten Alice steht danach allerdings so gar nicht der Sinn, stattdessen folgt sie lieber einem weißen Kaninchen und landet, wie schon einmal, im Wunderland (oder Unterland), wo sie ihren ganzen alten Bekannten begegnet (an die sie sich ebenfalls nicht mehr erinnern kann), wie etwa dem Verrückten Hutmacher (Johnny Depp), der Grinsekatze (Stephen Fry), Diedeldei und Dideldum (Matt Lucas) oder der Raupe Absolem (Alan Rickman).
Doch seit Alice’ letztem Besuch hat die Rote Königin (Helena Bonham Carter) die Herrschaft übernommen und ihre Schwester, die Weiße Königin (Anne Hathaway) ins Exil geschickt. Kann Alice den Kampf mit der großköpfigen Despotin und ihrem Jabberwocky (Christopher Lee) aufnehmen?

Kritik: Zugegeben, beim Thema „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ bin ich nicht allzu sattelfest, und auch die Disney-Version habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen, also kann ich nicht allzu viel zur Vorlagentreue sagen.
Nach dem extrem düsteren „Sweeney Todd“ ist Tim Burtons Folgefilm wieder einer der etwas bunteren Sorte. Das zeigt sich schon allein am Kostüm von Johnny Depps Figur. War der kehlenschlitzende Barbier praktisch schwarzweiß, so ist der Verrückte Hutmacher dermaßen grell und farbig, dass Depps Willy Wonka (aus Burtons „Charlie und die Schokoladenfabrik“) dagegen fast schon bieder wirkt.
Und obwohl Johnny Depp mal wieder so richtig aufdrehen darf, ist „Alice im Wunderland“ teilweise fast schon eine Enttäuschung. Vielleicht liegt es daran, dass der Film für Disney entstanden ist, oder dass Burton (wie er selbst zugegeben hat) nicht allzu viel mit der Vorlage anfangen kann, aber zeitweise wirkt dieser Verfilmung nach den Motiven aus Lewis Carrols Kinderbüchern einfach viel zu geradlinig.
Besonders trifft dies auf den Endkampf zu, der auf äußerst unangenehme Weise an „Der König von Narnia“ erinnert, und derartige High-Fantasy-Momente (insbesondere, wenn sie auch noch nicht wirklich überzeugend daherkommen), passen nicht wirklich zu diesem Film.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Computeranimationen: Keine Frage, das Design und die Atmosphäre sind toll, wie bei Tim Burton nicht anders zu erwarten, aber an vielen Stellen sieht man die CGI-Effekte doch etwas zu deutlich. Besonders bei Dideldei und Dideldum, dem Herzbube und dem Jabberwocky ist dies auffällig.
Und auch die Hauptdarstellerin, die bisher eher unbekannte Mia Wasikowska, kann nicht so recht überzeugen; ihre Alice bleibt blass und muss mit immer demselben, ziemlich unpassenden ernsten Gesichtsausdruck auskommen. Die „Verpeiltheit“, die durch die Dialoge impliziert wird, wird nie spürbar. In meinen Augen wäre Evanna Lynch (Luna Lovegood in den Harry-Potter-Filmen) die ideale Besetzung gewesen.
Ein wenig enttäuschend ist auch die Rote Königin, die zwar zu Helena Bonham Carters anderen Rollen passt, aber im Vergleich zu Bellatrix Lestrange oder Mrs. Lovett außer „Kopf ab“ Geschrei nicht wirklich viel zu bieten hat.
Die Weiße Königin dagegen hätte einiges an Potential gehabt, kommt aber viel zu kurz.
Zum Glück gibt es einige Elemente, die den Film dann doch noch äußerst genießbar machen. Die meisten Nebenfiguren sind toll und schräg umgesetzt, allen voran die Grinsekatze und die Raupe Absolem. Passenderweise sind diese beiden am besten animiert, und zusätzlich werden sie in der englischen Originalfassung auch noch von Stephen Fry und Alan Rickman gesprochen.
Allgemein hat Tim Burton es mal wieder geschafft, haufenweise hochkarätige Schauspieler für jede noch so winzige Nebenrolle zu casten. Der Jabberwocky etwa sagt nur etwa zwei Sätze, diese allerdings mit der mächtigen Stimme von Christopher Lee.
Fazit: Für einen Film von Tim Burton ist „Alice im Wunderland“ zu brav und uninspiriert und eindeutig einer seiner schwächeren Filme. Allerdings ist ein schwächerer Film von Tim Burton immer noch weitaus besser als viele andere Streifen; denn im Großen und Ganzen weiß „Alice im Wunderland“ durchaus gut zu unterhalten, vor allem dank toller und liebenswerter Nebenfiguren. Aber mit Meisterwerken wie „Sweeney Todd“ oder „Sleepy Hollow“ kann er nicht mithalten.

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Sweeney Todd


Story: London im späten 19. Jahrhundert: Der korrupte Richter Turpin (Alan Rickman) hat es auf die Frau des Barbiers Benjamin Barker (Johnny Depp) abgesehen. Kurzerhand beschuldigt Turpin diesen deshalb eines Verbrechens und lässt ihn nach Australien abschieben, damit er freie Bahn hat.
Viele Jahre später: Barker kehrt unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück, um Rache an Turpin zu nehmen. Zur Hand geht ihm dabei Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter), die Inhaberin eines Pastetengeschäfts.
Durch die Tötung eines Konkurrenten Todds (Sacha Baron Cohen), der diesen zu erpressen versucht, wird die Mordlust des Barbiers allerdings erst richtig geweckt. Und da er des Richters noch nicht habhaft werden kann, meuchelt er solange seine Kunden, während Mrs. Lovett die Überreste zu Pasteten verarbeitet.

Kritik: Ohne Zweifel ist dieser auf Stephen Sondheims (welcher auch am Film mitgearbeitet hat) gleichnamigem Musical basierende Film Tim Burtons düsterster, sowohl in Hinblick auf die Atmosphäre als auch Handlung, Figuren und Humor betreffend.
Stilistisch knüpft Burton dabei an „Sleepy Hollow“ an, wie bei diesem sind auch in Sweeney Todd schwarz und grau die vorherrschenden Farben, sodass man sich fast wie in einem Schwarzweißfilm vorkommt, während das rote Blut meistens grell hervorsticht. Wie üblich erweist sich Tim Burton wieder als Meister der Atmosphäre; sein hier geschaffenes London übertrifft sogar die Versionen aus „Sherlock Holmes“ oder „From Hell“.
Doch während es in „Sleepy Hollow“ mit Ichabod Crane (ebenfalls von Johnny Depp verkörpert) noch einen eindeutigen, positiven Protagonisten gibt, fehlt dieser in „Sweeney Todd“ fast völlig. Der Titelheld mag eine tragische Figur sein, das ändert aber nichts daran, dass er praktisch den ganzen Film über düster-brütend seine Rache vorantreibt, ohne zu merken, dass diese ihn völlig auffrisst. Nur in seinen Songs wird er praktisch aus der Lethargie gerissen und mutiert zu einem zynischen Dämon, wenn er nicht gerade seine Tragik in die Welt hinausschreit.
Die eigentlichen positiven Figuren, Toby (Ed Sanders), der kleine Junge, den Mrs. Lovett adoptiert, Johanna (Jayne Wisener), Sweeneys Tochter, und Anthony, ein Matrose, dem Sweeney begegnet und der sich in seine Tochter verliebt, haben zu wenig Leinwandzeit und sind zu passiv-naiv, als das sie als Identifikationsfiguren fungieren könnten.
Am ehesten funktioniert noch Mrs. Lovett auf diese Weise; zwar ist auch sie geistig nicht ganz gesund, dabei aber äußerst liebenswürdig und fürsorglich.
Besetzt sind diese Figuren eigentlich alle wunderbar. Dass Depp und Bonham Carter mit von der Partie sind verwundert nicht, sind sie doch Tim Burtons Stammschauspieler. Johnny Depp beweist einmal mehr, dass er äußerst wandlungsfähig ist, während Helena Bonham Carter die schrägen, ziemlich psychotischen Damen abonniert zu haben scheint (die kann sie auch einfach gut spielen). Mrs. Lovett ist allerdings eine Ecke sympathischer als zum Beispiel Bellatrix Lestrange.
Auch Alan Rickman weiß als bösartiger, lüsterner Richter zu überzeugen, während Timothy Spall als Büttel Bamford einmal mehr so richtig eklig sein darf (Wurmschwanz lässt grüßen).
Enorm wichtig für ein Musical sind natürlich auch Musik und Lieder. In „Sweeney Todd“ gibt es keine munteren Tanzszenen, keine Ohrwürmer zum Mitpfeifen und auch sonst recht wenig vom konventionellen Musical. Die Songs, deren Zahl recht hoch ist, sodass der Film hin und wieder fast opernhaft wirkt, sind passgenau in die Handlung eingebettet, meistens recht schwierig und harmonisch ausgefeilt und oft eher dissonant.
Manchmal sind die Songs sogar für die Schauspieler zu ausgefeilt; immerhin sind diese keine ausgebildeten Sänger. Aber andererseits passt der nichtperfekte Gesang ganz gut zu den Figuren und ist auch nicht sonderlich störend.
Darüber hinaus dienen die Lieder, neben dem Voranbringen der Handlung und der Erforschung der Figuren, vor allem dazu, den tiefschwarzen Humor zu vermitteln. Wenn Sweeney zum sehnsuchtsvollen „Johanna“ Kehlen aufschlitzt oder der Barbier und der Richter in „Pretty Women“ über ihre Ambitionen singen, die verschiedener nicht sein könnten, aber dennoch genau denselben Text verwenden, ist das einfach unbeschreiblich.
Fazit: Einer von Tim Burtons gelungensten Filmen, ein vollkommen unkonventionelles Musical mit dichter Atmosphäre und tiefschwarzem Humor. Zwar kein Splatterfilm, aber dennoch keinesfalls etwas für Leute mit schwachen Nerven.

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Batmans Rückkehr

Story: Der Millionär Max Shrek (Christopher Walken) möchte ein Kraftwerk bauen, das Gotham City Energie abzieht, anstatt sie zu liefern (warum wird nie erklärt). Für dieses Vorhaben ist ihm allerdings der Bürgermeister im Weg, der schleunigst ersetzt werden muss. Nur, woher bekommt man einen passenden Kandidaten.
Shrek findet schließlich in Oswald Cobblepot (Danny DeVito) einen nützlichen Verbündeten. Diese wurde, weil er Pinguin-Merkmale aufweist (lange, schnabelähnliche Nase, klein und Fett, Flossen statt Fingern) von seinen Eltern 33 Jahre zuvor ausgesetzt und möchte nun den ihm zustehenden Platz in der Gesellschaft.
Parallel dazu wird die Geschichte von Max Shreks Sekretärin Selina Kyle (Michelle Pfeiffer) erzählt, die von ihrem Boss ermodert und durch mysteriöse Katzen wieder belebt wird, um anschließend als in Leder gewandte Catwoman die Stadt unsicher zu machen. Batman (Michael Keaton) muss sich nun mit dem Pinguin, seiner Zirkus-Freakshow und Catwoman sowie Shrek herumschlagen.

Kritik: „Batmans Rückkehr“, Tim Burtons zweiter Batman-Film, ist in vielerlei Hinsicht komplizierter zu bewerten als „Batman“.
Der Film ist sehr viel düsterer und surrealer als der erste Teil, der Handlung ist schwieriger zu folgen und alles in allem ist es weniger ein Batman-Film als ein reiner Tim Burton Streifen. Auch weist der Plot einige Logiklöcher und nicht zu Ende gebrachte Handlungsstränge auf und eine rechte Spannungskurve gibt es auch nicht und alles in allem wirkt die Grundhandlung etwas an den Haaren herbeigezogen. Einige Dinge, wie zum Beispiel das ominöse Kraftwerk, das Max Shrek bauen möchte, bleiben äußerst mytseriös, es wird weder bekannt, warum er das unbedingt möchte, noch wird in der weiteren Handlung groß darauf eingegangen.
Was macht denn nun, da der Plot nicht gerade oscarreif ist, diesen Film aus?
Die Antwort ist: Das ganze Drumherum. Denn wo es an Handlung fehlt wird mit anderen Mitteln nachgeholfen. Zuerst einmal stimmt die Atmosphäre wieder; Gotham ist, mehr noch als in „Batman“, eine in sich geschlossene, düstere, gotisch-romantische Welt, in die man als Zuschauer vollkommen eintauchen kann. Alles ist noch bizarrer, die Figuren sind noch skurriler und das ganze Ambiente wird von Danny Elfmans hervorragender Musik noch unterstrichen, der sich, im Vergleich zu „Batman“ enorm gesteigert hat (wobei der Score zu „Batman“ auch schon sehr gut war).
Ein weiterer großer Pluspunkt sind die Darsteller: Michael Keaton kehrt in die Rolle des Dunklen Ritters zurück und spielt wieder äußerst solide. Besonders erwähnenswert sind die neuen Schurken. Danny DeVito spielt in einer grandiosen Maske (in der man ihn kaum wieder erkennt) den Pinguin und darf sich dabei so richtig austoben, was einfach Spaß macht.
Auch Michelle Pfeiffer liefert eine äußerst gute Darstellung Catwomans ab (nicht zu vergleichen mit der unterirdischen Leistung Halle Berrys im gleichnamigen Kinofilm von 2004). Man nimmt ihr sowohl die laszive Katzenfrau in Lack und Leder ab als auch das Mauerblümchen, das sie zu Anfang des Films ist.
Ebenfalls sehr gelungen sind die vielen Anspielungen an den deutschen Film der 20er Jahre, die Tim Burton immer wieder einstreut. Gotham wirkt, mit seinen gigantischen Statuen, wie eine düstere Version von Fritz Langs „Metropolis“, der Pinguin sieht aus wie Murnaus Nosferatu mit Gewichtsproblemen und Max Shrek hat seinen Namen sicher nicht zufällig bekommen.
Fazit: Wer „Batman“ nicht mochte, wird „Batmans Rückkehr“ hassen. Wer Tim Burtons Filme nicht mag, sowieso. Aber wer wie ich das düstere, bizarre und alptraumhafte mag, wird mit Freuden in diesen Film eintauchen, über die paar Logiklöcher hinwegsehen und sich an den hervorragend gezeichneten, dreidimensionalen und herrlich schrägen Charakteren sowie an der atmosphärischen Dichte erfreuen.

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Batman


Story: Gotham City ist eine völlig korrupte Stadt, die Polizei unter Comissioner Gordon (Pat Hingle) ist machtlos. Carl Grissom (Jack Palance), ein mächtiger Mafiaboss, ist der wahre Herr der Stadt. Doch mit dem Auftauchen des mysteriösen Vigilanten Batman (Michael Keaton) beginnt sich die Situation zu ändern. Jeder interessiert sich für den neuen Mitspieler, so auch die beiden Journalisten Vicky Vale (Kim Basinger) und Alexander Knox (Robert Wuhl). Sie begeben sich auf Batmans Spur und treffen dabei auch zufällig auf Bruce Wayne, einen reichen Playboy, der als kleiner Junge seine Eltern verloren hat und deshalb nachts als Batman das Verbrechen bekämpft. Hinter seine wahre Identität kommen sie allerdings nicht.
Bei einem Überfall in eine Chemiefabrik trifft Batman mit dem Gangster Jack Napier (Jack Nicholson) zusammen, der die rechte Hand des Unterweltbosses Carl Grissom ist. Die Begegnung endet für Napier mit einem Sturz in einen Chemikalienbottich.
Napier überlebt zwar, allerdings furchtbar entstellt; seine Haut ist weiß, seine Haare grün und auf seinem Gesicht ist ein ewiges Grinsen eingebrannt. Durch diese Ereignisse zum Wahnsinn getrieben nennt sich Napier jetzt „Der Joker“ und tötet sich an die Spitze des organisierten Verbrechens hoch.
Derweil beginnt Bruce mit Vicky eine Beziehung, allerdings hat auch der Joker ein Auge auf sie geworfen. Nebenbei überschwemmt er die Stadt mit vergifteten Alltagsprodukten und macht den Bewohnern von Gotham und natürlich ganz besonders Batman das Leben schwer.

Kritik: Bis zu diesem Film war Batman allen Nichtcomiclesern nur aus der trashigen TV-Serie der bekannt.
In dieser Serie spielte Adam West einen Batman in Strumpfhosen, der durch ein sonnendurchflutetes Gotham rannte und immer einen markigen Spruch auf den Lippen hatte. Robin, gespielt von Burt Ward, begann jeden seiner Sätze mit „Heilige(r) [Platzhalter], Batman“, und auch ansonsten war dieser Serie sehr, sehr, sehr albern (allein Batmans Ausrüstung, zu der unter anderem ein Bat-Antihaispray gehörte).
Die Comics hatten sich aber seit den 60ern enorm weiterentwickelt, nicht zuletzt dank großartiger Autoren wie Danny O’Neill oder Frank Miller, die Batman zu seinen düsteren Wurzeln zurückführten und ihn wieder zu einem glaubhaften Charakter machten.
Auf der Basis dieser großartigen und düsteren Comics (v.a. Frank Millers „The Dark Knight Returns“ wird oft als Inspirationsquelle genannt) drehte Tim Burton seinen ersten Batman-Film. Damals war Tim Burton noch relativ neu im Geschäft und hatte erst einen wirklich erfolgreichen Film gedreht, nämlich die herrlich schräge Geisterkomödie „Beetlejuice“.
Mit „Batman“ schaffte er den endgültigen Durchbruch – und zwar völlig zurecht.
Zum ersten Mal konnten die Fans des Dunklen Ritters Batman auf der Leinwand so sehen, wie sie ihn aus den Comics kannten: Als düsteren Rächer, der in einer heruntergekommenen, dreckigen Stadt gegen das Verbrechen kämpft.
„Batman“ ist ein wunderbar düsterer, sehr gotischer Film, der die Essenz der Figur ausgezeichnet einfängt und eine gelungene Interpretation des Dunklen Ritters darstellt. Die beiden Hauptdarsteller sind hervorragend gewählt, Michael Keaton gibt einen passablen Batman und einen äußerst grüblerischen Bruce Wayne ab. Sehr gut ist der Zwiespalt zwischen den beiden Seiten der Persönlichkeit dargestellt: Michael Keaton spielt Bruce Wayne als etwas unsicheren, verwirrten Zeitgenossen, während er als Batman selbstsicher, hart und gnadenlos vorgeht.
Auch Jack Nicholsons Interpretation des Jokers ist mehr als gelungen. Der „Todeskünstler“, der auf dem schmalen Grat zwischen Albernheit und Wahnsinn tänzelt, passt hervorragend in Burtons bizarres und abartiges Gotham.
Einzig Kim Basinger als Vicky Vale stört ein wenig, aber darüber kann man problemlos hinwegsehen.
Noch kurz ein Wort zu Jack Nicholson im Vergleich zu Heath Ledger als Joker: Die beiden Darstellungen zu vergleichen ist, als würde man Äpfel und Birnen vergleichen. Ledgers Joker wäre in „Batman“ ein Fremdkörper, ebenso wie Nicholsons Joker ein Fremdkörper in „The Dark Knight“ wäre.
Fazit: Der erste Leinwandausflug des Dunklen Ritters („Batman hält die Welt in Atem mal nicht mitgerechnet) ist mehr als gelungen. Zwar ist die Story nicht übermäßig innovativ oder einfallsreich, aber das muss sie auch gar nicht sein. Bei diesem Film zählt vor allem die Atmosphäre, die gelungene Umsetzung der beiden Hauptfiguren und natürlich die atmosphärische Musik von Danny Elfman.

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