Hellraiser: Judgment

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Story: Während in der Hölle Pinhead (Paul T. Taylor), Anführer der Cenobiten, und der Auditor (Gary J. Tunnicliffe), der einer anderen höllischen Fraktion, der Stygischen Inquisition vorsteht, über ihre Aufgabe diskutieren, ermitteln drei Detectives auf der Erde im Fall eines Serienkillers mit dem Spitznamen „The Perceptor“, der seine Opfer nach Motiven der sieben Todsünden ermordet. Nach und nach stoßen Christine Egerton (Alexandra Harris) und die beiden Brüder Sean (Damon Carney) and David Carter (Randy Wayne) auf die finsteren Hintergründe dieser Mordserie…

Kritik: Zugegeben, ich bin etwas spät dran – „Hellraiser: Judgment“, eine weitere Directo-to-DVD-Produktion, die primär dazu diente, die Rechte des Hellraiser-Franchise bei Dimension Films zu halten, erschien bereits 2018. Eine Veröffentlichung in Deutschland gibt es nach wie vor nicht, was einer der Gründe für die späte Rezension ist – der andere ist die Erinnerung an „Hellraiser: Revelations“. Wie dem auch sei (und wie ich schon in meiner Rezension zu „Fantastic Beasts: The Secrets of Dumbledore“ schrieb): Ich bin Komplettist, also quälte ich mich auch durch diesen zehnten Hellraiser-Film. Hauptverantwortlicher ist dieses Mal Gary J. Tunnicliffe, der nicht nur, wie schon bei „Hellraiser: Revelations“, das Drehbuch schrieb, sondern auch Regie führte und zudem noch den Auditor verkörpert. Tatsächlich arbeitet Tunicliffe schon seit vielen Jahren, nämlich seit „Hellraiser III: Hell on Earth“ an der Filmreihe, allerdings im Make-up-Bereich.

Zumindest im Vergleich zu „Hellraiser: Revelations“ ist „Hellraiser: Judgment“ eine deutliche Verbesserung, auch wenn ich nicht wüsste, wie man „Revelations“ noch hätte unterbieten können. Während der Vorgänger im Grunde eine Variation auf den ersten Film war, bemerkt man hier, dass Tunicliffe eindeutig Ambitionen hat, er möchte eine größere Geschichte erzählen und den Mythos des Franchise erweitern. Dies geschieht durch die Einführung einer neuen höllischen Fraktion, der Stygischen Inquisition, die Seelen auf deutlich andere Art und Weise erntet als die Cenobiten. Sogar ein Engel in Gestalt von Jophiel (Helena Grace Donald) taucht auf. Hier beginnen für mich dann allerdings auch schon die Probleme, die im Franchise immerhin nicht neu sind: Von der ursprünglichen Konzeption der Cenobiten also amoralische Wesen („angels to some, demons to others“) hat man sich inzwischen völlig distanziert und selbst die in „Hellbound: Hellraiser II“ etablierte Mythologie um Leviathan und das Labyrinth spielt keinerlei Rolle mehr, stattdessen wird ein weiteres Mal eine eindeutig christliche Kosmologie präsentiert. Zugegeben, bereits Clive Barker selbst ging in seinem Roman „The Scarlet Gospels“ in diese Richtung und inszenierte Pinhead als Teil einer doch recht traditionellen Hölle. Hier haben wir es zusätzlich noch mit einer Low-Budget-Hölle zu tun, die eben aussieht wie gewöhnliche, heruntergekommene Räume. Außerdem wirkt die Stygische Inquisition rein ästhetisch nach meinem Empfinden in einem Hellraiser-Film schlicht fehl am Platz, sie scheint eher von Silent Hill inspiriert zu sein. Die Kreativität der ursprünglichen Cenobiten wird durch schieren Ekel ersetzt – der Prozess der Stygischen Inquisition ist wirklich nicht angenehm anzusehen. Andere Cenobiten außer Pinhead, etwa der Chatterer, tauchen lediglich in kurzen Cameos auf.

Und wo wir gerade von Pinhead sprechen: Paul T. Taylor gibt definitiv einen besseren Pinhead ab als die Kombination aus Stephan Smith Collins (Darsteller) und Fred Tatasciore (Stimme), ist aber von Doug Bradley, der eine Rückkehr abermals ablehnte (und wer könnte es ihm verdenken), weit entfernt. Nicht nur Pinheads Platz in Tunicliffes Geschichte erinnert an ein späteres literarisches Werk von Clive Barker, auch sein letztendliches Schicksal spiegelt wider, was ihm in den Hellraiser-Comics der 2010er-Jahre des Verlags Boom! Studios geschieht. Diese sind allerdings deutlich gelungener als „The Scarlet Gospels“ und „Hellraiser Judgment“ und arbeiten auch tatsächlich mit der in den ersten beiden Filmen etablierten Mythologie.

Die eigentliche zentrale Handlung um die drei ermittelnden Detectives hält einen als Zuschauer leider auch nicht bei der Stange: Zu sehr wirkt das ganze wie ein Low-Budget-Remake von David Finchers „Seven“. Wann immer Hellraiser-Filme versuchten, eine Thriller-Handlung mit Ermittlungen zu inszenieren („Hellraiser: Inferno“, „Hellraiser: Hellseeker), funktionierte das bestenfalls suboptimal, und das ist hier nicht anders. Die Ermittlungen sind einfach nicht interessant und die Identität des Serienkillers hat man als halbwegs versierter Filmkenner nach einigen Minuten erraten. Immerhin, die Darsteller sind im Großen und Ganzen zumindest funktional, Gary J. Tunicliffe ist als Auditor durchaus amüsant und scheint seinen Spaß zu haben, nur Helena Grace Donald kann als Engel so gar nicht überzeugen.

Fazit: „Hellraiser: Judgment“ mag eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger sein, ist von der Qualität der ersten beiden Filme aber noch wie vor weit entfernt. Vielleicht könnnen ja der kommende Hellraiser-Film, der in diesem Jahr bei Hulu startet, oder die geplante HBO-Serie eher überzeugen…

Bildquelle (Lionsgate, Dimension Films)

Trailer

Siehe auch:
The Scarlet Gospels

Stück der Woche: Hellbound

Halloween 2020

Bereits für Clive Barkers „Hellraiser“ komponierte Christopher Young einen hervorragenden orchestralen Horror-Score, dem es gelang, die Mischung aus Qual und Lust zu vermitteln, die im Zentrum des Films steht. Anders als Barker, der den Regiestuhl räumte, kehrte Young für den Score des Sequels „Hellbound: Hellraiser II“ zurück. Zwar bediente er sich weiterhin der Themen, die er für den ersten Film geschrieben hatte, komponierte aber ein neues Hauptthema, das den Film eröffnet und als Ouvertüre fungiert. Wo der erste Hellraiser-Film noch mit einer wenn auch unheimlichen, aber dennoch fast angenehmen und verführerischen Melodie eröffnet wurde, wird in Hellbound erst einmal choraler Bombast entfesselt, bevor das eigentliche Hellbound-Thema ab 0:18 von den Hörnern gespielt wird. In unter zwei Minuten exerziert Young das Thema mehrmals durch und steigert es immer weiter – weniger Intimität, mehr Grandeur.

Wofür dieses Thema eigentlich steht, ist nicht ganz leicht festzulegen, aber im Grunde kann man den Track-Titel wörtlich nehmen: Es ist das Thema derjenigen, die „an die Hölle gebunden“ sind oder im Verlauf des Films an die Hölle gebunden werden – quasi die neuen Diener Leviathans im Kontrast zu den alten, den vier ursprünglichen Cenobiten. Diese werden nach wie vor vom Hauptthema des ersten Films repräsentiert, das sich in Second Sight Seance allerdings an das Hellbound-Thema annähert und in einer ähnlich bombastischen Variation gespielt wird. Besagte neue Diener Leviathans sind Julia Cotton und Philip Channard, deren Auftritte mit dem Hellbound-Thema untermalt werden. Zum ersten Mal abseits der „Ouvertüre“ erklingt das Thema am Anfang von Looking Through a Woman in einer noch relativ zurückhaltenden Variation – hier wächst Julia in bester Frank-Cotton-Manier aus der Matratze. Im selben Track ist bei 1:50 noch eine weitaus epochalere Version zu hören, die allerdings aus der zweiten Hälfte des Films stammt – die Konzeption und Anordnung der Tracks ist, gelinde gesagt, ein wenig merkwürdig. Dieses Statement erklingt, als der neu geschaffene Channard-Cenobit zum ersten Mal zu sehen ist.

Channards Ankunft in der Welt der Sterblichen wird ebenfalls mit dem Hellbound-Thema untermalt, dieses Mal von besonders tiefen Blechbläsern gespielt. Für besondere Akzente sorgt die Harfe, die dem ganzen einen recht bizarren Charakter verleiht (Sketch with Fire). Eine stärker fragmentierte Variation erklingt darüber hinaus bei 0:50 in Dead or Living – hier tötet Channard die vier Cenobiten des ersten Films einen nach dem anderen. Eine weitere, äußerst blechbläserlastige, aber weniger bombastische und stärker verfremdete Version des Themas ist außerdem in Headless Wizard ab 1:40 zu hören.

Nach „Hellbound: Hellraiser II“ fand ein Komponistenwechsel statt, Young kehrt nicht zu den Cenobiten zurück, stattdessen schwang Randy Miller bei „Hellraiser III“ den Taktstock – allerdings orientierte er sich sowohl stilistisch als auch leitmotivische an der Musik der beiden Vorgänger. Tatsächlich ist das Hellbound-Thema das dominanteste Leitmotiv dieses Scores, Miller verändert allerdings die Bedeutung, denn in diesem Film fungiert es ganz eindeutig als Pinheads Thema. Während ich normalerweise gegen derartige Umdeutungen bin, passt es ziemlich gut, dass das dominanteste Thema des Franchise auch der dominantesten Figur zugeordnet wird. Interessanterweise taucht das Thema in Millers Score häufiger auf als in „Hellbound: Hellraiser II“; es ist beinahe in jedem Track des Soundtrack-Albums in der einen oder anderen Version zu hören oder wird zumindest angedeutet. Hier ist praktisch die volle Bandbreite gegeben, von den ruhigen, bedrohlichen Variationen (Elliot’s Story, 1:36) über den allseits beliebten Bombast (Pinhead’s Proteges/The Devil’s Mass, 9:20 oder Gothic Rebirth gesamt) bis hin zu purer Brutalität (Shall We Begin, direkt am Anfang).

Nach „Hellraiser III“ fand ein weiterer Komponistenwechsel statt, für „Hellraiser: Bloodline“ verpflichtete man Daniel Licht, der später die Musik für die Showtime-Serie „Dexter“ schreiben würde. Licht baut zwar ebenfalls Verweise auf Christopher Youngs Themen ein, setzt sie aber deutlich spärlicher und subtiler ein als Miller. Dennoch: Pinheads großer Auftritt wird mit einem vollen Statement des Hellbound-Themas untermalt – die Perfomance des Orchesters hat zwar nicht ganz die Kraft, die sie vor allem in „Hellbound: Hellraiser II“ hatte, aber dennoch sorgt gerade der Einsatz des Themas in Sharpe at the Gates of Hell (2:18) für eine der eindrucksvollsten Szenen des Films. In den späteren Hellraiser-Sequels, die nur noch auf DVD veröffentlicht wurden, kamen Youngs Themen nicht mehr vor – die jeweiligen Scores sind so vergessenswert wie die Filme.

Aktuell: Das Tor zur Hölle öffnet sich im Heimkino

Halloween 2015
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Nach Jahren des Wartens kommen nun die ersten drei Hellraiser-Filme ungeschnitten in einer luxuriösen Sonderedition (inklusive der Barker-Kurzfilme „Salomé“ und „The Forbidden“ und Bonusmaterial in Form von Featurettes und Interviews) auf Blu-Ray heraus. Für Fans der Filmreihe (wie mich) ist das natürlich ein sehr freudiges Ereignis, das allein wäre allerdings noch kein Grund, dem extra diesen Artikel zu widmen. ABER ich bin an dieser Veröffentlichung (wenn auch nur im Kleinen) beteiligt, denn zu ihr gehört ein umfassendes Booklet, dessen Texte zum Großteil von mir bzw. aus diesem Blog stammen – weshalb ich denke, dass es gerechtfertigt ist, das hier auch zu erwähnen.

Besagte Sonderedition erscheint voraussichtlich am 6. November in zwei Fassungen (normal und limitierte Lacquered Velvet Edition mit zusätzlichem Material wie Poster und Sammelkarten) und kann bei BMV-Medien bestellt werden (da die Hellraiser-Filme ab 18 sind, ist selbstverständlich ein Altersnachweis vonnöten).

The Scarlet Gospels

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Clive Barkers „The Scarlet Gospels“ ist nun schon seit mindestens zehn bis zwanzig Jahren in Planung. Die Natur des Werkes in Form und Inhalt änderte sich dabei konstant. Ich glaube, es verdankt seine Entstehung letztendlich Barkers Unzufriedenheit mit den diversen Hellraiser-Sequels und speziell der Art und Weise, wie diese mit Pinhead umgingen. Schon diesen Namen des „Lead Cenobite“ konnte Barker nie leiden – ursprünglich war es ein Spitzname, den ihm Fans verliehen hatten, der anschließend von offizieller Seite übernommen wurde. Und bekanntermaßen frustrierte ihn jedes weitere Hellraiser-Sequel nur noch mehr, was durchaus nachvollziehbar ist.

„The Scarlet Gospels“ begann als Kurzgeschichte bzw. Novelle, die „The Hellbount Heart“ fortsetzen sollte, das Ganze wuchs aber rasch zu einem Roman heran, der Barkers Aussage nach Himmel, Hölle und alles dazwischen umspannen sollte; er wollte Pinheads wahren Namen offenbaren und die Geschichte der Hölle und des Cenobiten-Ordens detailliert darstellen. Außerdem sollte Pinhead auf Harry D’Amour, einem übersinnlichen Detektiv, dessen Barker sich in mehreren seiner Geschichten bediente, treffen. Das erste Manuskript wurde dann schließlich um 2010 herum fertig und war wohl ziemlich massiv, weshalb Barker seine ursprünglichen Absichten radikal kürzte. 2015 ist „The Scarlet Gospels“ nun erschienen und handelt letztendlich vom Zusammentreffen von Pinhead und Harry D’Amour – Pinhead hat vor, die Herrschaft in der Hölle zu übernehmen und startet einen Rücksichtslosen Feldzug, um magische Macht zu sammeln. Harry wird eher unfreiwillig Zeuge der Pläne des Cenobiten und lernt, dass er noch eine Rolle zu spielen hat…

Ich muss sagen, ich hatte verdammt hohe Erwartungen an „The Scarlet Gospels“, ich hatte mir so etwas wie die definitive Auseinandersetzung mit „Hellraiser“ und seiner Thematik vorgestellt. Leider ist das Endprodukt gerade in dieser Hinsicht sehr enttäuschend. Der Roman ist nicht per se schlecht, liest sich angenehm und funktioniert ganz gut als Horror- bzw. Dark-Fantasy-Roman. Leider hat das Ganze kaum etwas mit „Hellraiser“ oder „The Hellbound Heart“ zu tun. Die Lament-Configuration und Lemerchand werden zu Anfang eher alibimäßig kurz erwähnt und Pinhead kommt natürlich vor. Das Problem ist allerdings, dass es nicht Pinhead sein müsste. Barker hätte genauso gut einen neuen, machthungrigen Dämonen erfinden können und der Roman hätte inhaltlich nichts verloren. Es ist auch relativ unklar, worauf „The Scarlet Gospels“ nun eigentlich aufbaut – am ehesten ist das noch der erste Hellraiser-Film, denn zu „The Hellbound Heart“ gibt es weder inhaltlich noch thematisch Verbindungen, und selbst zu „Hellraiser“ nur insofern, als dass der Roman Pinhead als doch recht stereotypen Schurken benutzt.

Die Hintergründe, die Barker für „Hellbound: Hellraiser II“ erdachte, spielen überhaupt keine Rolle, es gibt keinen Leviathan und kein Labyrinth, stattdessen ist die Hölle, in die Harry D’Amour und seine Freunde, die Harrowers letztendlich hinabsteigen, viel eher christlich geprägt und erinnert an eine bösartige Version des alten Rom. Am Ende der Geschichte taucht sogar tatsächlich Luzifer, dessen Macht Pinhead zu okkupieren versucht, selbst auf. Die kreative und distinktive Gestaltung der Hölle, die die Faszination von „Hellbound: Hellraiser II“ ausmachte, fehlt letztendlich ebenso wie die Lust/Schmerz-Thematik und die absolute Amoralität der Cenobiten; wir erinnern uns, in „Hellraiser“, und mehr noch in „The Hellbound Heart“ waren sie eher Instanzen denn Schurken; „angels to some, demons to others“. Pinhead bleibt in „The Scarlet Gospels“ als Antagonist völlig flach, im Grunde erfahren wir nichts über ihn, auch nicht seinen wahren Cenobiten-Namen, nicht einmal der Name seines menschlichen Selbst (Elliot Spencer) fällt. Und gerade die Subtilität, die Pinhead sonst durchaus an den Tag legt, fehlt hier völlig, stattdessen erinnert er eher an die entfesselte Version der Figur aus „Hellraiser 3: Hell on Earth“.

Für jemanden, der mit dem Hellraiser-Franchise nicht oder nur marginal vertraut ist, könnte „The Scarlet Gospels“ durchaus interessant und spannend sein. Es gibt ein paar nette und kreative Ideen, Harry ist als Protagonist durchaus brauchbar, wenn auch etwas heruntergekommen und hin und wieder ein wenig unsympathisch, und wen eine ordentliche Portion Splatter nicht stört (oder wer sie sogar willkommen heißt), könnte sich mit Barkers jüngstem Werk ganz gut unterhalten. Leider kommt es über „ganz nett“ niemals hinaus. Obwohl „The Scarlet Gospels“ weitaus dicker ist als „The Hellbound Heart“, bleibt Letzteres das weitaus gelungenere Werk; mehr Tiefe, mehr philosophische Idee, schnörkellos und grandios umgesetzt.

Fazit: „The Scarlet Gospels“ ist leider eine Enttäuschung. Barkers Roman ist ganz nette Dark-Fantasy-Lektüre für Zwischendurch, taugt aber weder als thematische oder inhaltliche Fortsetzung von „The Hellbound Heart“ oder „Hellraiser“, noch als definitives Werk über Pinhead.

Hellbound: Hellraiser II

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Story: Nach der Begegnung mit ihrem untoten Onkel Frank (Sean Chapman) und den Cenobiten landet Kirsty Cotton (Ashley Laurence) in einer Nervenheilanstalt, wo sie eine Nachricht von ihrem Vater erhält, der scheinbar in der Hölle gefangen ist.
Der Leiter besagter Anstalt, ein gewisser Dr. Channard (Kenneth Cranham), hat seinerseits ein ungesundes Interesse an der Puzzlebox und dem, was sie anzubieten hat. Auch schafft er es, die Matraze, auf der Kirstys Stiefmutter Julia (Claire Higgins) gestorben ist, in seinen Besitz zu bringen und Julia durch das Blut eines Patienten wiederzuerwecken. Schließlich bringen die beiden das autistische Mädchen Tiffany (Imogen Boorman) dazu, die Puzzlebox zu öffnen. Sowohl Kirsty, die ihren Vater retten möchte, als auch Channard und Julia begeben sich nun in die Hölle selbst…

Kritik: Nachdem er „Hellraiser“ beendet hatte, wandte sich Clive Barker anderen Projekten zu. Dummerweise hatte er die Rechte für weitere Verfilmungen bereits an das Studio abgetreten, und da „Hellraiser“ durchaus erfolgreich war, folgte natürlich eine Fortsetzung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hellraiser-Sequels lieferte er für „Hellbound: Hellraiser II“ immerhin noch die Grundstory und arbeitete zusammen mit Peter Akins am Drehbuch, während Tony Randel im Regiestuhl Platz nahm.
Der zweite Teil der Serie ist der einzige, der als eine direkte Fortsetzung fungiert. Die meisten Figuren des ersten Films sind wieder mit dabei, Kirsty Cotton ist abermals die eher uninteressante Heldin, Julia ist laut eigener Aussage nicht mehr die böse Stiefmutter, sondern die böse Königin, Onkle Frank hat einen kurzen Auftritt in der Hölle und der von Doug Bradley gespielte Pinhead ist natürlich ebenfalls wieder mit von der Partie. Während „Hellraiser“ jedoch ein relativ homogenes Ganzes war, ist das Sequel zerfaserter. Es besteht aus mehreren Handlungssträngen, die nicht wirklich passend in einander laufen. Dennoch ist vor allem die erste Hälfte des Films äußerst gut gelungen, was nicht zuletzt Kenneth Cranham zu verdanken ist, der als Antagonist weitaus interessanter ist als Frank. Seine genaue Motivation ist zwar ungeklärt, aber dennoch stellt Cranham Channard als faszinierende, zwischen Wissendurst und Entsetzen hin und eher gerissene Figur dar.
Die Probleme des Films finden sich vor allem in der zweiten Hälfte, die ziemlich überladen ist. Einerseits erweitert „Hellbound: Hellraiser II“ die Mythologie wie kein anderer Film der Serie danach; wir sehen das Labyrinth, quasi die Hölle und Leviathan, den „Gott“ der Cenobiten. Wir erfahren, wie ein Cenobit entsteht und dass sie alle früher Menschen waren. Sogar Pinheads Erschaffung dürfen wir zu Beginn des Films beiwohnen. Gleichzeitig scheinen die Verantwortlichen alles, was sie an Ideen hatten, in diesen Film quetschen zu wollen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Channard selbst zum Cenobiten wird, überschlagen sich die Ereignisse, und gleichzeitig scheint man nicht mehr zu wissen, was man mit dem Channard-Cenobiten anfangen soll. Dessen Design ist zwar grandios, aber außer mit Stop-Motion-Tentakeln zu metzeln tut er nicht viel.
Möglicherweise wollte Clive Barker verhindern, dass aus Hellraiser eine Endlosserie wird, wie es bei so vielen anderen Horrorfilmen der Fall ist; das Ende des Films impliziert das jedenfalls, denn Julia, Channard und die Cenobiten (inklusive Pineahd) bringen sich praktisch alle gegenseitig um und der Leviathan wird ebenfalls besiegt. Sollte Barker „Hellbound: Hellraiser II“ in der Tat als Ende der Serie im Sinn gehabt haben, hat er die Rechnung in jedem Fall ohne das Studio gemacht, denn was möglicherweise nur als ironische Schlusspointe gedacht war, wurde als Aufhänger für „Hellraiser III: Hell on Earth“ genommen.
Schauspielerisch sind es abermals Claire Higgins und Doug Bradley, die hervorstechen. Letzterer darf dieses Mal sein Gesicht sogar am Anfang und am Ende unmaskiert zeigen. Kenneth Cranham begegnet den beiden durchaus auf Augenhöhe; als Channard spielt er ziemlich subtil, aber überzeugend, während er als Cenobit gnadenlos aufdreht.
Das einzige Element, das den Vorgänger eindeutig übertrifft, ist die Musik, abermals von Christopher Young. Für das Sequel zieht Young sämtliche Register und entwickelt die Themen und Motive aus „Hellraiser“ gekonnt weiter.
Fazit: „Hellbound: Hellraiser II“ ist durchaus amüsant und unterhaltsam, hätte aber sehr viel mehr sein können, das Potential wäre vorhanden gewesen. Die Mythologiebildung steht eindeutig im Vordergrund, während der Horror zweitrangig ist.

Trailer

Siehe auch:
Hellraiser
Hellraiser III: Hell on Earth
Hellraiser: Bloodline
Hellraiser: Inferno
Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Deader
Hellraiser: Hellworld
Hellraiser: Revelations

Hellraiser: Inferno

Halloween 2012

Story: Joseph Thorne (Craig Sheffer) könnte, da er das nötige Gespür, das Engagement und die Fähigkeiten hat, ein wirklich guter Cop sein, wäre da nicht der Drogenkonsum, seine Bestechlichkeit und noch ein ganzer Haufen anderer Laster; unter anderem betrügt er seine Frau (Noelle Evans) mit Prostituierten und vernachlässigt seine Tochter.
Am Tatort eines Mordfalls entdeckt er einen abgetrennten Finger und eine merkwürdige Puzzlebox, die er am folgenden Abend löst. Von diesem Zeitpunkt an beginnt der Mordfall äußerst merkwürdig zu werden. Thorne kommt auf die Spur des Ingenieurs, eines perfiden Killers, der ein Kind in seinem Gewahrsam hat. Nach und nach tötet dieser sämtlich Zeugen – Zeugen die alle eine Verbindung zu Thorne haben – und hinterlässt immer einen Finger des Kindes. Während die Ermittlungen voranschreiten, wird Thorne immer häufiger von grässlichen Visionen geplagt und muss sich fragen, ob der Ingenieur dafür verantwortlich ist oder ob er einfach nur den Verstand verliert…

Kritik: Die Hellraiser-Filme, in denen Doug Bradley mitgespielt hat (also acht von neun) lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Die ersten vier Filme erschienen alle im Kino und arbeiteten stark mit der Hellraiser-Mythologie, erweiterten diese und enthielten oft Input von Clive Barker, der das Franchise mit seiner Novelle „The Hellbound Heart“ und deren Verfilmung begründete. Ab dem fünften Film erschienen die weiteren Sequels direkt auf DVD und arbeiteten auch nicht mehr wirklich mit dem Mythos. Regisseur Scott Derrickson machte es mit „Hellraiser: Inferno“ praktisch vor und Rick Bota, der für die nachfolgenden drei Filme verantwortlich ist, verwendete mit größeren oder kleineren Variationen stets ein ähnliches Rezept. Allen vier Filmen ist gemein, dass sie ursprünglich nicht als Hellraiser-Filme konzipiert waren, sondern auf eigenständigen Drehbüchern basieren, die erst nachträglich „gehellraisert“ wurden, meist durch das Einfügen der Puzzlebox und Kurzauftritten von einem oder mehreren Cenobiten. Von den vier Filmen, auf die das zutrifft, ist „Inferno“ mit Sicherheit noch der beste, es kommt allerdings darauf an, nach welchen Maßstäben man ihn bewertet. Wer mehr von dem will, was es in den ersten vier Filmen gab (was auch meine Intention beim ersten Anschauen war), wird zwangsläufig enttäuscht werden, denn „Hellraiser: Inferno“ arbeitet kaum mit der von Clive Barker etablierten Mythologie und erweitert diese auch nicht. Hautlose Untote, höllische Labyrinthe und die Kreation neuer Cenobiten sucht man vergeblich. Stattdessen ist dieser Film viel eher ein Psychothriller, der sich stark auf seine Hauptfigur und deren Innenleben konzentriert und dabei durchaus gut zu unterhalten weiß. Craig Sheffer schafft es, Joseph Thorne überzeugend darzustellen, auch wenn die Figur vielleicht ein wenig zu unsympathisch geraten ist. „Inferno“ lebt vor allem von seinen atmosphärischen Bildern und der dichten, alptraumhaften Symbolik, die vorallem gegen Ende immer stärker wird. Der Auftritt von Pinhead im Finale wirkt allerdings fast schon erzwungen und ist, bei aller Liebe zu Doug Bradleys Darstellung der Figur, die natürlich auch dieses Mal wieder voll gelungen ist, eigentlich unnötig, da er lediglich ein wenig Exposition abgibt, was genauso gut der Ingenieur hätte tun können und eigentlich nur im Film ist, damit man ihn auf dem Cover der DVD abbilden kann, um Hellraiser-Fans anzulocken. Die restlichen Hellraiser-Elemente im Film sind recht rar gesät: Die Puzzlebox wirkt noch recht sinnvoll integriert, aber auch hier merkt man, dass es ohne gegangen wäre. Darüber hinaus gibt es noch drei neue Cenobiten zu bewundern, die sogenannten „Wire Twins“, zwei weibliche Cenobiten mit zugenähten Augen und den „Chatterer Torso“, der genau das ist. Der Ingenieur ist natürlich eine kleine Verneigung in Richtung des Originals und erinnert mit seiner Gesichtsmaske ebenfalls an den Chatterer, den stetig mit den Zähnen klappernden Cenobiten des ersten Films.
Letztendlich hätte „Inferno“ auch ohne all diese Elemente funktioniert. Der Fan fragt sich darüber hinaus, ob der Twist des Endes, in welchem der Film schon fast moralisch wird, wirklich zum Vorgehen der Cenobiten passt.
Fazit: „Hellraiser: Inferno“ weiß vor allem als alptraumhafter Psychothriller zu überzeugen, wird aber Fans der ersten vier Filme eher enttäuschen. Letztendlich hätte er ohne die Hellraiser-Elemente wohl besser funktioniert.

Trailer

Halloween 2012:
Prämisse
Hellraiser
Gehenna: Die letzte Nacht
Hellraiser: Revelations
Sodium Babies
Die zehn besten Horror-Soundtracks
American Horror Story
Finale

Siehe auch:
Hellbound: Hellraiser II
Hellraiser III: Hell on Earth
Hellraiser: Bloodline
Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Deader
Hellraiser: Hellworld

Hellraiser

Halloween 2012

Story: Der Hedonist Frank Cotton (Sean Chapman), stets auf der Suche nach neuen Genüssen, kommt in den Besitz einer mysteriösen Puzzlebox, die angeblich unendlichen Genuss verspricht, wenn man sie löst. Dies gelingt Frank in seinem Haus, doch statt williger Sexgöttinnen erscheinen die Cenobiten, die Priester vom Orden der Offenen Wunde, angeführt vom eindrucksvollen Pinhead (Doug Bradley), die Frank mit sich nehmen. Einige Zeit später ziehen Franks Bruder Larry (Andrew Robinson) und dessen zweite Frau Julia (Claire Higgins) in Franks altes Haus ein. Durch einen Zufall gelangt Blut auf die Stelle, an der Frank verschwunden ist, was ihn zurückholt, doch um sich völlig regenerieren zu können, braucht er mehr Blut. In Julia findet er schließlich eine willige Komplizin, die ihm stets neue Opfer bringt. Doch Larrys Tochter Kirsty (Ashley Laurence) bemerkt bald, dass etwas Merkwürdiges vorgeht, und versucht, hinter das Geheimnis ihrer Stiefmutter zu kommen…

Kritik: Wer einen Blick auf die Bilder am Rand der Startseite geworfen hat, dem mag der nette Herr mit den Nägeln im Kopf aufgefallen sein, vielleicht verbunden mit der Frage, weshalb er bisher auf diesem Blog noch keine Rolle gespielt hat. Das ändert sich nun. Für alle, die ihn nicht kennen: Es handelt sich bei diesem Herrn um Pinhead, die Vorzeigefigur der Hellraiser-Serie.
Die Geschichte dieses Horror-Franchise begann im Jahr 1986, als Cilve Barkers Novelle „The Hellbound Heart“ (der Titel der deutschen Übersetzung lautet, nach der Verfilmung, „Hellraiser“) erschien. Barker, der zuvor bereits schlechte Erfahrungen mit der Verfilmung seiner Werke gemacht hatte, wollte nicht, dass irgendjemand „The Hellbound Heart“ verpfuschte, weshalb er sich selbst ans Werk machte, seine Novelle als Drehbuch adaptierte und auch höchstpersönlich Regie führte. Die Verfilmung mit dem Namen „Hellraiser“ war enorm erfolgreich und begründete, wie „Halloween“, „Nightmare on Elm Street“ oder „Saw“ eine extrem langlebige Serie von Horrofilmen (bis dato gibt es acht Sequels), deren Qualität erwartungsgemäß stark schwankt. Mein erster Kontakt mit dem Hellraiser-Universum war allerdings nicht dieser Film, sondern der vierte Teil, „Hellraiser: Bloodline“, über den ich zu gegebener Zeit ebenfalls noch etwas schreiben werde, ebenso wie über die anderen Filme der Serie. Dennoch ist es sicher sinnvoll, mit dem ersten anzufangen. Und da ich vor kurzem Clive Barkers Novelle gelesen habe, bietet sich hierbei, verbunden mit der eigentlichen Rezension, auch ein Vergleich mit der Vorlage an.
„The Hellbound Heart“ ist ein recht kurzes, aber durchaus kräftiges Stück Horrorliteratur, das sich stark mit den Themen Lust, Schmerz und Begehren auseinandersetzt. Der Film folgt der Vorlage eigentlich recht genau, es gibt allerdings die eine oder andere Änderung. So ist Kirsty Cotton zum Beispiel in der Novelle lediglich eine Freundin Larrys (der dort den Namen Rory trägt), während sie im Film seine Tochter ist – Frank, Julia und Larry/Rory sind im Film auch allesamt älter, während Kirsty jünger ist. Darüber hinaus ist der Horror der Vorlage ein wenig psychologischer, während der Schrecken im Film eher „körperlich“ ist, was u.a. auch dem Film als visuellem Medium geschuldet sein dürfte. Die wichtigste Änderung, vor allem für die zukünftigen Filme, hängt mit den Cenobiten zusammen. In der Novelle sind sie eher vage beschrieben und zu fünft, vier „gewöhnliche“ Vertreter ihrer „Gattung“ und der Ingenieur, der als Anführer fungiert und nur einen sehr kurzen Auftritt hat. Im Film sind sie ebenfalls zu fünft, allerdings ist der Ingenieur ein merkwürdiges Monster geworden. Die anderen vier entsprechen ungefähr den Beschreibungen in der Novelle. Es gibt einen massiven Cenobiten mit zugenähten Augen, einen mit auffallenden Zähnen, einen weiblichen Cenobiten und schließlich einen mit Nägeln im Kopf. In der Novelle betätigt sich der weibliche Cenobit meistens als Wortführer. Im Film wurde jedoch der Cenobit mit den Nägeln zum Anführer. Clive Barkers Freund Doug Bradley übernahm die Rolle und wurde so zu einer Ikone des Horrorfilms. Obwohl sein Auftritt ziemlich kurz ausfällt, ist er enorm eindrucksvoll. Doug Bradleys Körpersprache, Stimme und Aussehen sorgen sofort dafür, dass sich Pinhead ins Gedächtnis einbrennt – es gibt einen Grund, weshalb er der einzige Cenobit ist, der in allen neun Hellraiser-Filmen auftaucht (der eine, in dem er nicht von Doug Bradley gespielt wird ist sowieso ein Totalausfall). Pinhead wurde dabei gezielt als Gegenentwurf zu den in den 80ern üblichen Slasher-Schurken wie Micheal Myers oder Jason Vorhees kreiert und orientiert sich mit seiner zum Teil stoischen, aber intelligenten Art eher am von Christopher Lee verkörperten Dracula.
Sehr interessant ist dabei allerdings, wie sich die Rolle Pinheads (und der Cenobiten) im Verlauf der Serie ändert. Während er, bzw. sie, in den späteren Sequels eindeutig dämonische Schurken sind, bezeichnet Pinhead die Cenobiten im ersten Film als „Explorers in the further regions of experience. Demons to some. Angels to others.“
Der eigentliche Schurke des Films ist Frank, dessen Wiedererweckung und Wiedererstarkung im Mittelpunkt stehen. Interessanterweise wird Frank nicht nur von einem, sondern von gleich drei Schauspielern verkörpert: Sean Chapman spielt den eigentlichen Frank, den man am Anfang des Films und in Rückblicken sieht, Oliver Smith spielt Frank als schleimige, hautlose lebendige Leiche und Andrew Robinson spielt ihn, nachdem er die Haut seines Bruders angelegt hat. Leider sticht keiner der drei so sehr heraus wie die Cenobiten, wobei der hautlose Frank wohl den bleibendsten Eindruck hinterlässt. Sehr kreativ ist jedoch die Art, mit der Clive Barker der Zuschauer über Frank informiert. In der Vorlage wird seine Vorgeschichte geschildert, ebenso wie seine Suche nach neuen Genüssen, was im Film eher angedeutet und symbolisch verdeutlicht wird, u.a. durch die Gegenstände in Franks Zimmer, die fast mehr sagen als die direkten Beschreibungen.
Die beste schauspielerische Leistung (nach Doug Bradley natürlich) erbringt Claire Higgins als Julia. Zwar entspricht sie nicht unbedingt Clive Barkers Beschreibung, allerdings schafft Higgins es, Julias Charakter und die kühle Herablassung, mit der sie anderen begegnet, wunderbar darzustellen. Der Rest ist eher sosolala, funktional bis solide, aber nicht wirklich herausragend. Ashley Laurence merkt man an, dass dies einer der ersten Film ist, in dem sie mitspielt.
Aufgrund seines Alters – „Hellraiser“ erschien 1987 – wirkt der Film inzwischen leider etwas altbacken, stärker im Jahrzehnt seiner Entstehung verhaftet und allgemein weniger zeitlos als Barkers Novelle. Dies merkt auch manchmal an den Effekten, die für die damalige Zeit sicher beeindruckend waren, heute jedoch teilweise nicht mehr ganz überzeugen können. Dies betrifft in erster Linie die von den Cenobiten häufig verwendeten Haken, die an Franks Haut ziehen und den Ingenieur. Allerdings kann sich vor allem Franks schleimige Auferstehung durchaus auch heute noch sehen lassen.
Dass „Hellraiser“ trotzdem noch wirkt, ist, neben der Geschichte selbst, vor allem dem äußerst kreativen Design der Cenobiten und dem gelungenen Make-up zu verdanken. In dieser Hinsicht erwähnenswert ist auch in jedem Fall Christopher Youngs grandioser Soundtrack, der nur noch vom Score des zweiten Hellraiser-Films übertroffen wird. Ohne sich auf die inzwischen viel zu oft verwendeten schrillen Streicher á la „Psycho“ zu verlassen, schafft Young es, eine beklemmende Atmosphäre zu erschaffen; seine Musik ist zugleich finster, episch und beeindruckend.
Fazit: „Hellraiser“ mag ein wenig altbacken wirken, ist aber völlig zurecht ein Klassiker des Horrorgenres. Clive Barker hat seine Novelle gelungen adaptiert und einen äußerst kreativen Horrorfilm geschaffen. Vor allem die Mythologie der Cenobiten, die hier nur leicht angerissen wird, schreit geradezu nach mehr.

Trailer

Halloween 2012:
Prämisse
Hellraiser: Inferno
Gehenna: Die letzte Nacht
Hellraiser: Revelations
Sodium Babies
Die zehn besten Horror-Soundtracks
American Horror Story
Finale

Siehe auch:
Hellbound: Hellraiser II
Hellraiser III: Hell on Earth
Hellraiser: Bloodline
Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Deader
Hellraiser: Hellworld