Stück der Woche: Roast Mutton


Zeit, mal wieder die Artikelreihe „Stück der Woche“ auszugraben, und wo ließe sich besser anknüpfen als dort, wo ich bei Howard Shores Hobbit-Musik aufgehört habe. Roast Mutton ist ein besonders interessantes Stück, weil es von ihm im Grunde drei verschiedene Versionen gibt. Bei allen drei Hobbit-Scores gab es jeweils eine Standard und eine Deluxe-Edition, wobei sich letztere nicht wirklich groß von Ersterer Unterschied. Alle Deluxe-Editionen hatten jeweils noch ein paar Bonus-Tracks und einige erweiterte Stücke.

Roast Mutton gehört laut Index des Albums zu besagten erweiterten Stücken, ist aber tatsächlich nicht nur erweitert, sondern eine Alternativversion. Zumindest am Anfang sind beide Versionen noch ziemlich identisch. Es beginnt mit dem ballettartigen Trollthema, das bereits in The Trollshaws vorgestellt wurde, in das sich immer wieder „Bilbos Fussy Theme“ mischt, welches die Ponybefreiungsversuche des Protagonisten untermalt. Schließlich wird er gefangen und die Situation spitzt sich musikalisch zu, bis Kíli auftaucht und von den Trollen verlangt, Bilbo fallenzulassen, was von heroisch ansteigenden Blechbläsern begleitet wird. Kurz darauf stürzt der Rest der Gemeinschaft aus dem Unterholz und greift die Trolle an, und genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Standard- und Deluxe-Version des Stückes signifikant. In der Standard-Version erklingen ab 2:21 zwei kurz aufeinander folgende, sehr dynamische Action-Variationen des Misty-Mountains-Themas mit vollem Blechbläsereinsatz. In der erweiterten Fassung ist besagtes Thema dagegen nur einmal zu hören, und das weder besonders actionreich noch besonders dynamisch; es klingt als würde hier nur eine einzelnen, etwas müde Posaune spielen (2:24). Im Kontext der Szene passt diese Version eigentlich sogar besser, da dies nun wirklich nicht die heldenhafteste Stunde der Gemeinschaft ist und sich die rasanteren Versionen in Orkstadt besser machen (ich ärgere mich bis heute, dass es beide Orkstadtversionen des Misty-Mountains-Themas nicht auf das Album geschafft haben). Wie dem auch sei, betrachtet man Roast Mutton vom Filmkontext losgelöst, wirken die beiden dynamischen Variationen homogener, nach dem Aufbau wirkt die Einzelposaune geradezu antiklimatisch. Die Standardversion endet dann mit einem Statement von Gandalfs Thema, während in der Deluxe-Version noch mehr dissonante Action mit aleatorischen Belchbläserpassagen folgt. Bei 3:06 erklingt ein Fragment des Erebor-Themas, Gandalfs Thema folgt bei 3:57 und nochmal bei 4:45, während dazwischen Bilbos Versuche, die Trolle zu verwirren, mit den für die Auenlandmusik typischen Flöten untermalt wird.

Die oben erwähnte dritte Version von Roast Mutton ist diejenige, die tatsächlich im Film gelandet ist und sich aus den ersten beiden zusammensetzt. In der Szene selbst erklingen sowohl die beiden dynamischen Misty-Mountains-Variationen als auch das verlängerte Ende des Stückes. Darüber hinaus sind die Musikschnitte gerade hier ziemlich offensichtlich, was vermuten lässt, dass diese Szene während der Postproduktion mehrmals umgeschnitten und eventuell verlängert wurde.

Siehe auch:
My Dear Frodo
A Very Respectable Hobbit
Axe or Sword?
The World Is Ahead
An Ancient Enemy

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Stück der Woche: An Ancient Enemy


Nach dem eher leichtherzigen, vom Auenland geprägten Material kehrt An Ancient Enemy wieder stärker zum Ton von My Dear Frodo zurück. Besagtes Stück untermalt einen Rückblick zur Schlacht von Azanulbizar (Schattenbachtal, das Tal vor dem Osttor von Moria) – diese wird im Hobbit-Roman nur sehr beiläufig erwähnt, Tolkien thematisiert sie allerdings ausführlicher in den Anhängen des HdR. Die Rivalität zwischen Thorin und Azog ist allerdings eine Erfindung von Jackson und Co., denn bei Tolkien stirbt Azog nicht nur in der Schlacht, es ist auch Dáin Eisenfuß und nicht Thorin, der ihn besiegt. Shore musste sich natürlich am Film orientieren, weshalb An Ancient Enemy eindeutig von zwei miteinander kämpfenden Leitmotiven dominiert wird: Thorins Thema kennen wir bereits seit My Dear Frodo, Azogs Thema ist hier zum ersten Mal zu hören, dem HdR-Kenner kommt es allerdings ebenfalls recht bekannt vor, und das nicht umsonst, denn im Grunde handelt es sich dabei um eine modifizierte Version der absteigenden Terz. Diese ist eine der Mordor-Begleitfiguren, die in allen drei HdR-Filmen ziemlich häufig als Gefährtin der diversen bösen Themen auftritt, hin und wieder taucht sie auch solo auf (in dieser Ansammlung von Mordor-Themen ist sie direkt am Anfang zu hören). Interessanterweise erinnert die absteigende Terz stark an den Anfang der traditionellen, katholischen Dies-Irae-Melodie, die bereits seit dem Mittelalter existiert (hier direkt am Anfang).

Um nun zu Azogs Thema zurückzukehren: Der Anfang, die ersten vier Noten, sind dieselben wie bei der absteigenden Terz, das Ende unterscheidet sich aber und ist verkürzt. Außerdem ist die Instrumentierung zumeist aggressiver, während die absteigende Terz oft subtil unterwanderte, tritt Azogs Thema fast immer, von dunkeln, Mordor-typischen Blechbläsern gespielt, in den Vordergrund.

Neben dem leitmotivischen Duell ist An Ancient Enemy vor allem von einem aggressiven Männerchor geprägt, der das Stück zusammenhält und abermals Erinnerungen an die Moria-Szenen aus der HdR-Trilogie wachruft, was angesichts der Tatsache, dass es bei der Schlacht um Moria geht, sehr angemessen ist. Bei 0:57 hören wir Azogs Thema zum ersten Mal (direkt nachdem Balin ihn uns mit den Worten „Azog, the Defiler“ vorgestellt hat). Bei 1:53 ertönt dann, mit Chor (im Film selbst allerdings ohne), das gegnerische Thema, das sich zusammen mit Thorin erhebt, um die Zwerge zum Sieg zu führen, der sich bei 2:52 durch ein erneutes, wenn auch noch zaghaftes Statement ankündigt („Azog, the Defiler, learned that day, that the line of Durin was not so easily broken.“) Der dritte und stärkste Einsatz von Thorins Thema, der den Sieg bestätigt, findet sich bei 3:58, Thorin ist nach der Schlacht mit dem Eichenschild zu sehen („There is one I could follow. There is one I could call King.“). Doch nach wie vor ist das Thema zurückhaltend, der Sieg wurde mit großen Verlusten erkauft und Thorin ist trotz allem nur König im Exil. Und zu allem Überfluss lässt uns das fast schon hämisch klingende Statement von Azogs Thema bei 4:35 auch noch wissen, dass der bleiche Ork überlebt hat.

Siehe auch:
My Dear Frodo
A Very Respectable Hobbit
Axe or Sword?
The World Is Ahead

Stück der Woche: The World Is Ahead


Tuk-Seite oder Beutlin-Seite? In Axe or Sword? gab es noch keinen Sieger. Misty Mountains, das Lied der Zwerge, mischt allerdings die Karten neu. In The Adventure Begins gewinnt die Tuk-Version von Bilbos-Hauptthema die Oberhand, was zur Folge hat, dass der Hobbit aus dem Haus stürzt, um Thorin und Kompanie zu folgen, begleitet von einer neuen Variation des Auenlandthemas, die sein aufgewühltes Gemüt wiederspiegelt: „I’m going on an adventure.“

Nachdem Bilbo die Zwerge erreicht und von ihnen auf sein Pony verfrachtet wurde, hören wir zum ersten Mal im Film eine vollständige Version von Bilbos Abenteuerthema mit dominantem Flöteneinsatz – bisher wurde es nur in My Dear Frodo einmal angedeutet. Hier markiert es den eigentlichen Anfang von Bilbos Abenteuer und wird nach und nach kräftiger, jedenfalls bis Bilbo bei 0:54 eine schreckliche Entdeckung macht: Er hat sein Taschentuch vergessen. Diese nicht gerade abenteuerliche Entdeckung untermalt Shore mit „Bilbo’s Fussy Themes“, das für die albern-kleinliche Seite des Hobbits steht. Eine derartige Verhaltensweise versucht Gandalf allerdings sofort zu unterbinden und setzte zu einer kleinen Rede an, der auch der Titel dieses Stückes entnommen ist: „Home is now behind you, the world is ahead!“ Diese Zeile kommt übrigens in abgewandelter Form auch in „Die Rückkehr des Königs“ in Pippins Lied vor. Im Rahmen des „Hobbit“ ist sie allerdings weitaus positiver zu verstehen, was auch die Musik verkündet. Nach ein, zwei subtilen Andeutungen und natürlich der gesungen Version der Zwerge hören wir nun zum ersten Mal eine vollständige, orchestrale Version des Misty-Mountain-Themas (bzw. des Thorin-und-Kompanie-Themas, wenn man sich nicht am Titel des Liedes orientieren möchte). Besagtes Thema hat eine ähnliche Funktion wie das Gefährtenthema in der HdR-Trilogie, es steht für die Gemeinschaft und für die Mission bzw. das Ziel, die Rückgewinnung der Heimat.

Auffällig ist hier, dass das Kompanie-Thema noch nicht ganz vollständig ist und nicht ordnungsgemäß beendet wird. Auf der CD geht es in ein kurzes, sekundäres Abenteuermotiv über, das im Film allerdings fehlt und auch auf der CD nur noch ein weiteres Mal zu hören ist, nämlich zu Beginn des Bonustracks The Edge of the Wild.

Insgesamt gehört The World Is Ahead definitiv zu meinen Lieblingsstücken von „Eine unerwartete Reise“; ich bin ja ohnehin ein Fan des Kompanie-Themas, und immer, wenn ich dieses Stück höre, hebt es meine Laune ungemein.

Siehe auch:
My Dear Frodo
A Very Respectable Hobbit
Axe or Sword?
An Ancient Enemy

Blogparade: Buch vs. Film

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In den letzten beiden Wochen hatte ich recht wenig Zeit zum Schreiben, eine Blogparade ist da genau der richtige Anreiz, besonders, wenn es zum Thema so viel zu sagen gibt wie zu diesem. Initiatorin ist Miss Booleana, und der Titel lautet „Buch vs. Film“. Adaption ist ein Thema, das mich grundsätzlich sehr interessiert und mit dem ich mich auch immer wieder beschäftige. Viel zu oft hört bzw. liest man Sätze wie „Das Buch ist immer besser“, was freilich eine völlig unreflektierte, verallgemeinerte und pauschalisierte Aussage ist, und derartigen Aussagen kann ich einfach nichts abgewinnen.

Letztendlich stellt sich die Frage: Was macht eine gute Adaption aus? Ich will ungern allgemeingültige Aussagen treffen, denn letztendlich sollte man sich jedes Werk individuell betrachten, aber ich will dennoch versuchen, etwas Umfassenderes zu dieser Frage zu sagen. Einerseits gibt eine Adaption, die sich so genau wie möglich an die Vorlage hält, meistens kein besonders gutes Werk ab. Wann immer man eine Geschichte von einem Medium ins andere überträgt, muss man zwangsläufig Abstriche machen. Stilmittel, die in der Literatur funktionieren, wirken in Filmen oft bestenfalls komisch. Innere Monologe sind dafür ein gutes Beispiel. Natürlich gibt es Ausnahmen, in „Sin City“ funktionieren diese beispielsweise auch im Film (dazu später mehr), aber meistens läuft es doch wie bei David Lynchs Adaption von Frank Herberts „Dune: Der Wüstenplanet“. Dort wurden die inneren Monologe auch in den Film integriert – und das Ganze funktioniert einfach nicht.

Andererseits hat die Adaption gegenüber der Vorlage schon eine gewisse Verantwortung. Wenn ein Studio bzw. ein Filmteam sich dazu entscheidet, ein Werk zu adaptieren, dann sollen sie doch bitte auch das Werk adaptieren und nicht einfach irgendetwas machen, das mit der Vorlage nichts mehr zu tun hat, denn wieso sollte man dann überhaupt adaptieren, wenn man ohnehin sein eigenes Ding dreht? Eine Adaption kann und soll der Vorlage nicht minutiös folgen, doch ich denke, der „Geist“ des ursprünglichen Werkes sollte erhalten bleiben. Ob und in wie weit das der Fall ist, ist natürlich wieder sehr diskutabel.

Freilich sollte man auch hier ein wenig differenzieren: Wie die meisten anderen Menschen auch messe ich mit mehreren Maßstäben; wenn mir das ursprüngliche Werk egal ist, ich es nicht kenne oder nicht schätze, stört mich eine freie Adaption nicht besonders und dann interessiert es mich nicht, ob der Geist der Vorlage erhalten geblieben ist. Auch bei Werken, die schon mehrfach adaptiert wurden, kann eine freiere Interpretation interessant sein – ich meine hiermit klassische Geschichten, die seit Jahrzehnten, Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden in verschiedener Form immer und immer wieder erzählt wurden, von der Odysee über Dracula bis hin zu Batman. Ein gewisse Gemeinsamkeit mit der Vorlage, ein gemeinsamer Nenner, sollte aber auch hier vorhanden sein.

„Der Herr der Ringe“ vs. „Der Herr der Ringe“
Beginnen wir mit einer Adaption, die gemeinhin als positives Beispiel für den Wechsel einer Geschichte von Buch zu Film gilt. Freilich gibt es da Tolkien-Puristen, die dem vehement widersprechen würden, ich persönlich teile allerdings die Ansicht, dass es sich bei Peter Jacksons HdR-Trilogie um eine hervorragende Adaption von Tolkiens Werk handelt. Grundsätzlich scheuen Jackson und seine Drehbuch-Co-Autorinnen Fran Walsh und Philippa Boyens sich nicht davor, einige Abläufe und Elemente doch recht stark zu verändern. Manches davon ist fast schon unumgänglich: In „Die Gefährten“ funktioniert der lange Anfang im Auenland in Filmform einfach nicht, speziell, wenn der Film nicht sechs bis sieben Stunden lang sein soll. Ähnlich verhält es sich mit Tom Bombadil, der zur eigentlichen Geschichte praktisch nichts besteuert. Oftmals gehen Jackson und Co. allerdings noch einige Schritte weiter, was letztendlich mit der Natur der Vorlage zusammenhängt. Professor Tolkien ist ein genialer Sprach- und Weltenschöpfer, der seine Sekundärwelt mit einem Detailgrad ausgestattet hat, den man in anderen Werken selten findet. Dramaturgie zählt allerdings nicht unbedingt zu seinen Stärken – wobei das ein wenig vereinfacht ausgedrückt ist. Vielmehr sollte man sagen: Tolkiens Sinn für Dramaturgie war sehr eigen, geprägt von den nordischen Sagen und Epen, auf denen Mittelerde letztendlich basiert. Sowohl im „Herrn der Ringe“ als auch in seinen anderen Werken tut Tolkien Dinge, vor denen Standardwerke über Literatur und Grundkurse für kreatives Schreiben warnen und die heute wohl kein Lektor mehr akzeptieren würde. Gerade deshalb ist der „Herr der Ringe“ ein ziemlich einzigartiges Werk – aber viele dieser Kniffe, etwa die strikte Trennung zwischen Frodo und Sam und dem Rest der Gefährten in „Die zwei Türme“, funktionieren in einem Film einfach nicht, weshalb stärkere Anpassungen nötig sind.

Schließlich und endlich würde ich behaupten, dass Jackson Tolkiens Roman nicht nur einfach adaptiert hat, er hat ihn auch, gerade was Struktur und Charaktere angeht, zugänglicher gemacht und ergänzt ihn somit. Zwar geht an einigen Stellen Tolkiens Liebe zum Detail und die inhaltliche Komplexität der Vorlage verloren, allerdings haben die Filmemacher ihren ganz eigenen Sinn für Komplexität, der sich an den Kulissen, den Kostümen oder der Musik (ganz besonders der Musik) zeigt. Und die Vereinfachungen und Änderungen haben in meinen Augen letztendlich keine Auswirkungen auf Geist oder Botschaft der Vorlage. Mehr noch, die Filme folgen der Handlung im Groben ziemlich gut, besonders wenn man bedenkt, was ein „normaler“ Filmemacher vielleicht mit der Geschichte getan hätte (in Tom Shippeys „Der Weg nach Mittelerde“ findet sich hierzu eine passende Anekdote).
Sieger: Unentschieden

„Der Hobbit“ vs. „Die Hobbit-Trilogie“
Die Hobbit-Trilogie ist ein sehr interessanter Fall, gerade, weil sie von denselben Machern kommt wie die HdR-Trilogie und auch weil es nicht die üblichen Faktoren sind, die die Schwächen dieser Adaption ausmachen. Normalerweise geht es darum, was geändert oder weggelassen wurde: Filme haben gemeinhin weniger inhaltliche Kapazität als Romane, weshalb beides unumgänglich ist. In der Hobbit-Trilogie wurde allerdings kaum etwas weggelassen, und selbst die Änderungen sind nicht größer als bei den HdR-Filmen. Hier sind es die Dinge, die Jackson und Co. hinzugefügt haben, die Probleme bereiten, sodass man sich letztendlich fragt, wer die eigentlichen Hauptfiguren sind: Thorin und Bilbo oder Legolas, Tauriel und Alfrid.

Das Scheitern der Hobbit-Trilogie ist insofern schade, da ich denke, dass das Vorhaben hätte gut gelingen können, hätte Jackson es bei zwei Filmen belassen und sich auf Tolkiens Material konzentriert statt Romanzen und sinnlose Action hinzuzufügen. Auch „Der Hobbit“ ist dramaturgisch nicht wirklich leicht umzusetzen, da er sich aus diversen Episoden zusammensetzt, die kaum zusammenhängen; die eigentliche Haupthandlung beginnt erst, nachdem Bilbo und die Zwerge in Esgaroth angekommen sind. Hinzu kommt die Tendenz des Professors, nur wenige Figuren wirklich zu charakterisieren. Diesbezüglich gibt es bei Jackson einige sehr gute Ansätze, besonders bei Bard und Thranduil. Auch an anderen Stellen ist immer wieder die alte Magie zu spüren, aber dann…

Bereits in der HdR-Trilogie arbeitete Jackson oftmals konträr zu Tolkiens Sinn fürs Dramatische: Wo der Professor eher dazu neigt, Ereignisse ein wenig undramatisch zu gestalten, tendiert der Regisseur zur Überdramatisierung. Beim „Herrn der Ringe“ hält sich das bis auf ein, zwei Ausrutscher aber noch in Grenzen, in der Hobbit-Trilogie übertreibt er es aber wirklich mit geradezu exzessiven Szenen, die jeglicher Logik und jeglichen Gesetzen der Physik spotten.

Die Verfilmung des „Hobbit“ war letztendlich ein ambitioniertes Projekt, das gescheitert ist. Der Roman war weitaus weniger ambitioniert, eine Abenteuergeschichte für Kinder, aber letztendlich funktioniert er, besonders, wenn man ihn sich vom Rest Mittelerdes losgelöst betrachtet, einfach besser.
Sieger: Buch

„Watchmen“ vs. „Watchmen“
Alan Moores „Watchmen“ gilt zu Recht als Meisterwerk der graphischen Literatur, als Meilenstein des Medium Comics und als gelungene Dekonstruktion des Superheldengenres. Die gleichnamige Filmadaption gilt ebenfalls zurecht als Zack Snyders bester Film – wobei ich gestehen muss, dass Letzteres weitaus weniger beeindruckend ist als Ersteres, denn Snyders Œuvre ist doch eher durchwachsen. „300“ funktioniert noch ganz gut als Guilty Pleasure, der Rest dagegen ist optisch zwar meistens ganz interessant, aber inhaltlich doch eher mau (nun gut, auf „300“ trifft das eigentlich auch zu, ich habe nur eine gewisse Affinität dafür). Ich denke, Snyders Problem ist vor allem, dass er zwar weiß, wie man coole Bilder auf die Leinwand zaubert, diese aber stets reines Gimmick bleiben und er keine Ahnung hat, wie er seine Stilmittel einsetzen muss, um eine gute Geschichte zu erzählen, egal ob es sich dabei um die Zeitlupe in „300“ oder die Shaky-Cam in „Man of Steel“ handelt; der Einsatz seiner Stilmittel wirkt stets ziemlich willkürlich.

Die beste und gleichzeitig schlechteste Entscheidung von Snyder war es, sich sehr eng an die Vorlage zu halten. Die beste, weil „Watchmen“ einfach eine verdammt gute Geschichte hat und Snyder trotz allem ein relativ gutes Händchen dabei beweisen hat, diese Geschichte visuell umzusetzen und den eigentümlichen Stil bzw. die Farbgebung des Comics gelungen in Filmform zu bringen. Nach wie vor gibt es diverse stilistische Gimmicks, die im Grunde sinnlos sind, aber auch (zumindest mich) nicht weiter stören. Ebenfalls gelungen ist die Darstellung der Figuren; Snyder verzichtete darauf, „Watchmen“ mit großen Namen zu besetzen, sodass die Figur und nicht der Schauspieler im Vordergrund steht, was vollständig aufgeht. Die Tatsache, dass die Vorlage wirklich außergewöhnlich tiefgründig, hochkomplex, perfekt durchdacht und umgesetzt ist, verhindert, dass der Film der Graphic Novel ebenbürtig ist. Kein Film hätte alle Facetten des Werkes umsetzen können, weshalb immer etwas fehlt, der Vergleich zur Vorlage aufgrund der Nähe aber kaum umgangen werden kann. Auf gewisse Weise ist die Adaption gleichzeitig zu dicht und nicht dicht genug am Comic dran.

Auch fehlt dem Film die zeitgeistliche Komponente. „Watchmen“ war, in Bezug auf Weltgeschehen und Comiclandschaft, extrem aktuell und brachte viele Neuerungen, die zum Erscheinen des Films freilich schon lange bekannt waren. Insofern ist der Film in gewissem Sinne veraltet, er ist, anders als der Comic, nicht revolutionär oder bahnbrechend. Aber angesichts dessen, wie eine Adaption dieses Werkes hätte aussehen können, ist Snyders Verfilmung des Kultcomics trotz allem eine ziemlich gelungene Umsetzung, der man die Liebe zur Vorlage anmerkt.
Sieger: Buch (bzw. Comic)

„X-Men: Days of Future Past“ vs. „X-Men: Days of Future Past“
Der letzte X-Men-Film steht hier im Grunde stellvertretend für alle Superheldenadaptionen. Sehr, sehr selten wird ein ganz bestimmter Superheldencomic wirklich direkt umgesetzt. „Watchmen“ ist eine der wenigen Ausnahmen, es gibt auch noch ein paar Zeichentrickfilme, die sich ebenfalls eine bestimmte Vorlage aussuchen und diese ziemlich genau umsetzen. Die meisten Live-Action-Filme dieses Genre vermengen dagegen zumeist Elemente mehrerer Storylines oder Einzelgeschichten. „Batman Begins“ kombiniert beispielsweise Versatzstücke aus „Batman: Year One“, „Batman: The Man Who Falls“ und „Batman: The Long Halloween“, „The Dark Knight“ bedient sich der Comics „Batman: The Long Halloween“ und „Batman: The Killing Joke“ sowie „Batman 1“ aus dem Jahr 1940, während man in „The Dark Knight Rises“ Versatzstücke aus „Batman: The Dark Knight Returns“, „Batman: Knightfall“ und „Batman: No Man’s Land“ findet. Zumindest in dieser Hinsicht ist die Nolan-Trilogie geradezu stereotyp für das Genre.

„Days of Future Past“ ist in diesbezüglich interessant, weil Bryan Singer eine ganz bestimmte Geschichte als alleinige Grundlage verwendete. Von dieser einen Geschichte benutzte er allerdings ausschließlich den Grundplot (dystopische Zukunft, Mutanten stehen kurz vor der Auslöschung durch die Sentinels, ein Mutant wird in die Vergangenheit geschickt, um einen Mord zu verhindern, der die dystopische Zukunft auslöst) sowie den Titel. Das ganze Drumherum ist allerdings radikal anders, weil das X-Men-Filmuniversum sich eben stark vor X-Men-Comicuniversum der 80er unterscheidet und eine genaue Umsetzung einfach nicht funktioniert hätte. „Days of Future Past“ ist eine freie Adaption, die es allerdings schafft, die Vorlage zu übertreffen; der Film bleibt dem Geist des Comics treu, macht die Geschichte aber gleichzeitig größer, emotionaler, epischer und holt schlicht alles aus dem Grundkonzept heraus, was man herausholen kann.
Sieger: Film

„Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“ vs.
„Die Rache der Sith“

Drehen wir den Spieß doch einmal um. Romanadaptionen von Filmen sind zwar auch in Deutschland nicht wirklich eine Seltenheit, aber doch weitaus weniger verbreitet als im angloamerikanischen Raum, wo wirklich sehr viele Exemplare dieser Gattung erscheinen, von denen lediglich ein Bruchteil übersetzt wird. Romanadaptionen von Filmen (bzw. von Filmdrehbüchern, evtl. unter Einbeziehung von Rohschnitten, Konzeptzeichnungen etc.) genießen zumeist keinen allzu guten Ruf, da sie sich oft darauf beschränken, das Drehbuch nachzuerzählen, wobei sie eventuell noch ein paar geschnittene Szenen oder Gedanken der Charaktere einfügen. Das Problem dabei ist, dass sie auch der Narrative des Films sehr genau folgen und schnelle Szenenwechsel, Montagen etc. direkt umsetzen. Im Film können diese Wunder wirken, in einem Roman sind sie dagegen fehl am Platz.

Matthew Stovers Romanadaption von „Die Rache der Sith“ dagegen ist ein Idealbeispiel dafür, wie ein Roman zum Film sein sollte. Stover beschränkt sich nicht nur darauf, die Handlung nachzuerzählen und ein paar geschnittene Szenen zu integrieren, er nutzt gezielt die Stärken des Mediums Roman, da er ja auf die Stärken des Mediums Film (Musik, Optik etc.) verzichten muss. Stover lässt die Figuren reflektieren, geht detailliert auf ihre inneren Prozesse ein, konzentriert sich auf die Charaktere als Kern der Geschichte und scheut sich auch nicht davor, Dialoge abzuändern oder Dinge, die rein visuell sind, einfach auszulassen. Während der Film beispielsweise immer wieder nach Kashyyyk schneidet, unterlässt Stover dies, da die Schlacht um Kashyyyk zur eigentlichen Handlung kaum etwas beiträgt und vor allem als Fanservice fungiert („Hey, da ist Chewie“). Letztendlich sorgt Stover dafür, dass alles, was im Film nicht so ganz passt, nahtlos ineinander greift. „Die Rache der Sith“ erzählt nicht einfach nur die Geschichte des gleichnamigen Streifens, der Roman ergänzt den Film, wertet ihn auf und macht ihn logischer, verständlicher und nachvollziehbarer.
Sieger: Buch

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ vs. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 und 2“
Ich bin seit meiner Grundschulzeit Harry-Potter-Fan; im Grunde habe ich die Bücher ziemlich genau im richtigen Alter entdeckt, um bei allem hautnah dabei zu sein; ich bin quasi mit Harry, Ron und Hermine zusammmen aufgewachsen, habe den Büchern und Filmen immer entgegengefiebert, war Teil des Fandoms etc.; tatsächlich bin ich acht Tage Jünger als Daniel Radcliff und habe am selben Tag Geburtstag wie Harry Potter und J. K. Rowling – das muss doch fast schon Schicksal sein. Leider ändert das alles nichts daran, dass ich von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ maßlos enttäuscht war. Nach dem ersten Lesen war das noch nicht der Fall, weil mich der Roman da noch fesseln konnte. Sobald ich allerdings über das Gelesene nachzudenken begann… Mit gefällt nicht, wie die Geschichte endet, mir gefällt nicht, wie sich die wichtigen Figuren entwickeln, und vor allem gefallen mir die massiven Logiklöcher und der furchtbar konstruierte Plot um die Deus-Ex-Heiligtümer absolut nicht. In meinen Augen ist der siebte Harry-Potter-Band als Abschluss der Reihe unwürdig.

Und dann ist da die zweiteilige Verfilmung, die einen Trend begründet hat, der immer noch anhält. Erfreulicherweise ist das Verhältnis zwischen Roman und Filmadaption hier ähnlich wie bei „Die Rache der Sith“: Die Adaption nutzt die Stärken des Mediums, um die Vorlage aufzuwerten. Zwar wird die Geschichte nicht besser oder logischer, aber der Film schafft es, viele der Schwächen ganz gut zu kaschieren und profitiert von der gelungenen Optik, der Musik, kleinen Änderungen und natürlich den grandiosen Schauspielern. Ralph Fiennes sorgt allein durch sein Spiel dafür, dass Voldemort im Film funktioniert, was er im Roman nicht tut. Trotz all seiner Schwächen gelingt es dem Film, mich emotional mitzureißen, was das Buch nicht schafft.
Sieger: Film

„Der Kunde hat immer recht“, „Stadt ohne Gnade“, „Das große Sterben“ und „Dieser feige Bastard“ vs. „Sin City“
Für gewöhnlich funktionier eine eins-zu-eins-Adaption kaum oder gar nicht. „Sin City“ ist gewissermaßen die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Es gibt wohl kaum einen Film, der so nahe an seiner Vorlage ist wie dieser. Natürlich, ein paar winzige Änderungen gibt es, hier eine Szene, die der Schere zum Opfer gefallen ist, da eine kleine Ergänzung, aber insgesamt folgt Robert Rodriguez‘ und Frank Millers Episodenfilm der Handlung der drei adaptiert langen und des einen kurzen Comics sehr genau, und das sowohl inhaltlich als auch optisch. Rodriguez heuerte dazu nicht nur Miller als Co-Autor und –Regisseur an, tatsächlich wurden die Comics als Storyboards verwendet und die meisten Dialoge und Einstellungen fast eins zu eins übertragen.

Was den Film so interessant macht ist, dass er trotz allem eine Eigendynamik entwickelt, die den Comics in dieser Form fehlt. Diese Eigendynamik entsteht, eigentlich ganz simpel, durch die clevere, nonlineare Anordnung der einzelnen Episoden. Die Comics erzählen jeweils eine Geschichte von Anfang bis Ende. Der Film schneidet die Geschichten in nicht chronologischer Ordnung ineinander, ohne sie zu verändern. Wir beginnen mit „Der Kunde hat immer recht“ als Prolog, gefolgt vom Anfang von „Dieser feige Bastard“. Es folgen „Stadt ohne Gnade“ und „Das große Sterben“, bevor der Film mit „Dieser feige Bastard“ und einem extra für den Film verfassten Epilog, der „Der Kunde hat immer recht“ und „Das große Sterben“ auf ironische Weise verbindet, endet. Das mag chronologisch nicht stimmen („Dieser feige Bastard“ spielt in seiner Gesamtheit vor allen anderen Geschichten), funktioniert dramaturgisch aber hervorragend. Der Extended Cut, der im Grunde aus vier separaten Kurzfilmen besteht, ist für Fans der Vorlage interessant, weil er fast alle geschnittenen Szenen des Comics enthält; Dynamik und Dramaturgie der Kinoversion gehen allerdings verloren.
Sieger: Unentschieden

„A Song of Ice and Fire“ vs. „Game of Thrones“
Hätte ich diese Liste vor etwa zwei Jahren angefertigt, wäre das Urteil für „Game of Thrones“ wohl anders ausgefallen, denn bis zur dritten Staffel war die Serie eine sehr gelungene Adaption mit ähnlichen Stärken wie Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Verfilmung. Staffel 4 und 5 (besonders Staffel 5; ich bemühe ich, Spoiler für diese zu meiden und das Ganze auf allgemeine Aussagen zu beschränken) haben mich allerdings dazu gezwungen, dieses Urteil zu revidieren. Insgesamt muss man den Serienmachern zugestehen, dass besonders „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ enorm schwer zu adaptieren sind, weil die Handlung immer weiter zerfasert, King’s Landing als zentrale Örtlichkeit wegfällt und jede der Hauptfiguren im Grunde anfängt, ihr eigenes Süppchen zu kochen. Dennoch: Gerade in Staffel 5, und in geringerem Maße auch in Staffel 4, haben Benioff und Weiss wirklich sehr viele sehr schlechte Entscheidungen getroffen. Staffel 4 hat immerhin noch einige Höhen, um die Tiefen auszugleichen, in Staffel 5 dagegen ist kaum noch etwas von George R. R. Martins Geschichte übrig geblieben. Man kann über Martin sagen, was man will, aber „A Song of Ice and Fire“ ist eigentlich immer nachvollziehbar, die Figuren handeln passend, die Abläufe sind in sich logisch, die aufgestellten Regeln werden befolgt und es gibt Wirkung und Ursache. Staffel 5 dagegen ist, gerade was die Drehbücher angeht, im Niveau sehr stark gesunken. Subplots wurde auf das Minimum reduziert, die Komplexität wird billigem Drama geopfert, die Handlungen der Figuren wirken an den Haaren herbeigezogen und die Schockmomente, für die GoT berühmt ist, die sich aber bisher logisch aus der Handlung ergaben, verkommen zum Selbstzweck. Staffel 5 entfernt sich insgesamt sehr weit von der Buchvorlage – das muss per se erst einmal nichts Schlechtes sein, aber leider hat sich nun erwiesen, dass Benioff und Weiss sehr viel schlechtere Geschichtenerzähler als George R. R. Martin sind. Ich hege aber nach wie vor die Hoffnung, dass sich GoT mit Staffel 6 wieder erholt.
Sieger: (Buch bzw. Bücher)

„The Hunger Games“ vs. „The Hunger Games“
Bei den Hunger-Games-Filmen handelt es sich um sehr werkgetreue Adaptionen. Ich habe seinerzeit den ersten Film gesehen, der mir ganz gut gefallen, mich aber nicht dazu gebracht hat, die Vorlage zu lesen – das habe ich erst im Zuge eines Uni-Seminars getan. Die Kenntnis der Vorlage hat allerdings für eine gesteigerte Wertschätzung der Filme gesorgt. Zwar hat Suzanne Collins interessante Ideen, allerdings schadet der Umstand, dass wir alles durch Katniss‘ Augen sehen, der Geschichte in meinen Augen. Während sie auch in den Filmen ohne Frage die Protagonistin ist, können diese es sich doch hin und wieder erlauben, sich von ihr lösen, Hintergründe zu beleuchten und die erzählte Welt plastischer zu gestalten. Hinzu kommt, dass ich Film-Katniss weitaus sympathischer finde als Buch-Katniss, was wohl auch mit Jennifer Lawrence zusammenhängt. Insgesamt würde ich sagen, dass die „Hunger Games“, ähnlich wie „Die Heiligtümer des Todes“, vom Medienwechsel und vor allem von den wirklich gut ausgewählten Schauspielern profitiert.
Sieger: Film (bzw. Filme)

„Vampire: The Masquerade“ vs. „Clan der Vampire“
Noch etwas eher Obskures zum Schluss. Außerhalb von Rollen- oder Computerspielkreisen ist das Pen & Paper-RPG „Vampire: The Masquerade“ nicht allzu bekannt, allerdings hat es einen meiner Meinung nach stark unterschätzten Einfluss auf die aktuelle Vampirlandschaft. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der heute fast schon selbstverständliche Konflikt zwischen Vampiren und Werwölfen nahm hier seinen Anfang. Für mich persönlich ist V:tM immer noch die beste Version des Vampir-Mythos, weil er im Grunde jede andere Version mit einschließt, einen grandiosen, komplexen und mythologisch sehr vielseitigen Hintergrund hat und weil man mit ihm im Grunde jede Art von Vampirgeschichte erzählen kann, vom romantischen Twilight-Verschnitt über ein Action-Szenario á la „Blade“ oder „Underworld“ bis hin zur klassischen Gothic Novel nach Bram Stoker oder der Anne Rice’schen Charakterstudie.

In den späten 90ern gab es eine kurzlebige Serienadaption namens „Clan der Vampire“ (im Original „Kindred: The Embraced“), die sich einiger grundlegender Aspekte (und Bezeichnungen) der Vorlage bediente. Allerdings zeigte sich schnell, dass die Serienmacher die Vorlage nicht verstanden hatten. Dass die komplexe Vampirpolitik vereinfacht wurde, hätte ich ja durchaus verziehen, aber weder Atmosphäre noch erzählerische Grundlage oder Thematik wurden in irgendeiner Form umgesetzt. „Clan der Vampire“ gleicht eher einer zweitklassigen Gangster-Serie, in der die Gangster halt Vampire sind. Das, was V:tM eigentlich ausmacht, der persönliche Horror, das Ringen um Menschlichkeit, die Konfrontation mit dem Tier im Inneren, wurde nicht im geringsten integriert, die Charaktere bleiben flache, uninteressante Stereotypen und die Gothic-Punk-Amtosphäre, auf die die Vorlage sehr viel wert legt (und die Beispielsweise in „Underworld“ zu finden ist), verzichtet „Clan der Vampire“ ebenfalls völlig. Setzen, sechs.
Sieger: Buch (bzw. RPG)

Ergebnis:
Buch: 5
Film: 3
Unentschieden: 2

(Anmerkung: Man könnte, wegen „Die Rache der Sith“, auch nach Vorlage und Adaption abrechnen, in dem Fall wäre es unentschieden mit 4:4:2).

Stück der Woche: Axe or Sword?


Drei Tracks trennen Axe or Sword? von My Dear Frodo, und alle drei sind verhältnismäßig uninteressant. Die erste Hälfte von Old Friends beinhaltet lediglich Auenland-Material, das bereits aus den HdR-Filmen bekannt ist, während die zweite das neue Thema von Gandalf dem Grauen vorstellt. In An Unexpected Party hören wir bisschen Material von Bilbo, ein bisschen Material von Gandalf und ansonsten in erster Linie „Comedy-Musik“; und Blunt the Knives ist natürlich das Lied, das die Zwerge zum Abwasch singen, um Bilbo zu ärgern, komponiert von Stephen Gallagher, der Text stammt direkt von Tolkien, allerdings hat Gallagher ihn ein wenig umgestellt.

Mit anderen Worten: Nach dem Ende des Prologs bis zum Beginn von Axe or Sword? gab es viel leichtherzige Comedy, das ändert sich allerdings schlagartig mit Thorins Auftritt. Der Zwergenkönig im Exil bringt Selbstverständlich sein in My Dear Frodo vorgestelltes Thema wieder mit, das gleich zu Beginn des Tracks erklingt, allerdings sehr zurückhaltend; Thorin ist weit weg von seinem Königreich. Dennoch erklingt auch das Erebor-Thema ab 0:55 in einer ähnlich zurückhaltenden Version.

Axe or Sword? ist ein Konversationsstück; Filmmusik, die Gespräche untermalt, ist meistens nicht allzu interessant, da sie sehr hintergründig verwendet wird, um die Dialoge nicht zu stören. Wie in den Mittelerde-Scores üblich ist aber auch hier Shores Musik außergewöhnlich intelligent komponiert, da sie minutiös die Unterhaltung thematisch untermalt. Wenn Thorin und seine Kameraden davon sprechen, den einsamen Berg zurückzuerobern, erklingen die Themen von Thorin, dem Erebor oder sogar ein frühes Fragment des Misty-Mountain-Themas (1:13). Als sich das Gespräch Smaug zuwendet, hören wir eine Phrase aus seinem Thema (1:33), bevor das Stück wieder zu Thorin und Erebor zurückkehrt und bei 2:38 einmal kurz das Motiv des Arkensteins vorbeischaut.

Die erste Hälfte des Stückes gehörte somit eindeutig den Zwergen und wurde von ihrem thematischen Material dominiert. Die zweite Hälfte dagegen gehört Bilbo. Ab 4:42 spiegelt die Musik den internen Konflikt des Hobbits wieder, sein Hauptthema alterniert zwischen den Beutlin- und Tuk-Variationen und verdeutlicht so den inneren Kampf zwischen Gemütlichkeit und Abenteuerlust. Zumindest hier gibt es allerdings noch keinen Sieger.

Siehe auch:
My Dear Frodo
A Very Respectable Hobbit
The World Is Ahead
An Ancient Enemy

Stück der Woche: A Very Respectable Hobbit


Es lässt sich nicht leugnen: Ich schreibe unheimlich gerne über Howard Shores Mittelerde-Musik. Gerade, wenn man sich einzelne Stücke herauspickt, zeigt sich, wie vielschichtig diese angelegt sind. Nun hat Doug Adams ja in „The Music of the Lord of the Rings Films“ schon sämtliche Stücke der Complete Recordings der HdR-Scores durchexerziert, es gibt dort also kaum mehr etwas zu schreiben, was er in seinem Buch nicht bereits besser ausgedrückt hätte. Zu den Hobbit-Filmen fehlt ein derartiges Buch allerdings, und die Linear Notes der Alben sind nicht wirklich ein Ersatz. Im Rahmen meiner Artikelserie „Stück der Woche“ werde ich nun, vor allem, weil mir das Verfassen des Artikels „Stück der Woche: My Dear Frodo“ so verdammt viel Spaß gemacht hat, zwar nicht alle, aber doch einige wichtige Stücke der drei Hobbit-Scores genau betrachten.

A Very Respectable Hobbit ist ein Stück, das sich ausschließlich auf der Special Edition des Soundtracks von „Eine unerwartete Reise“ findet und auch, zumindest in dieser Form, nicht im Film vorkommt. Stattdessen handelt es sich um eine Themensuite, die die vier Themen für Bilbo durcharbeitet. Betrachtet man My Dear Frodo als Ouvertüre der Hobbit-Filme, vervollständigt A Very Respectable Hobbit diese gewissermaßen. Leider enthält es auch die Themen, die in den folgenden Hobbit-Filmen definitiv zu kurz kamen, warum auch immer (ich habe Peter Jackson im Verdacht).

Das Stück beginnt mit einer sehr zurückhaltenden Version von Bilbos Abenteuerthema, zuerst gespielt von der Soloflöte, dann stoßen die Streicher dazu. Bei 0:38 geht es in Bilbos eigentliches Hauptthema über, das mit dem Abenteuerthema eng verwandt ist und in zwei Fassungen vorliegt, eine für seine Beutlin-Seite und eine für seine Tuk-Seite. Leider habe ich ziemlich Probleme, beide Fassungen auseinanderzuhalten.

Ab 0:52 sind die vertrauten Klänge des Auenlandthemas zu hören; dieses bildet ohnehin die Grundlage für Bilbos thematisches Material und darf hier natürlich nicht fehlen. Je nach Betrachtungsweise sind alle seine anderen Leitmotive eigentlich Erweiterungen und Ableitungen des Auenlandthemas, denn letztendlich ist Bilbo immer noch in erster Linie ein Hobbit.

Bei 1:08 folgt schließlich das, was Doug Adams als „Bilbo’s Fussy Theme“ bezeichnet. Dieses Motiv, das weniger auf das Auenlandthema als auf ein sehr ähnliches Motiv aus Shores „Hugo“ zurückgeht, untermalt meistens Bilbos Albernheiten oder Ungeschicklichkeiten.

Während alle drei spezifischen Bilbo-Themen (und das Auenlandthema sowieso) in „Eine unerwartete Reise“ durchaus angemessen eingesetzt werden, hat Bilbo an der leitmotivischen Tapete der beiden Folgefilme kaum noch Anteil – was ein wenig paradox ist, immerhin ist er doch der Titelheld. Da Howard Shore seine Themen eigentlich nicht so asymmetrisch entwickelt (jedenfalls hat er das im HdR nicht getan), gehe ich davon aus, dass Jackson mit ihnen nicht sonderlich zufrieden war und Shore angewiesen hat, sich stärker auf die orts- und zwergengebundenen Themen zu konzentrieren. Das Beutlin/Tuk-Thema wurde nach „Eine unerwartete Reise“ vollkommen fallengelassen. In Smaugs Einöde taucht Bilbos Abenteuerthema einmal auf (Barrels out of Bond), das „Fussy Theme“ zweimal (ebenfalls Barrels out of Bond und Thrice Welcome), und selbst das Auenlandthema, das nun zur primären Repräsentation Bilbos dient, taucht, mit Ausnahme einiger subtiler Andeutungen, nur zwei Mal auf (The Quest for Erebor und The Courage of Hobbits).

Auch in „Die Schlacht der fünf Heere“ sieht es nicht sehr viel besser aus. Das Auenlandthema selbst ist in The Ruins of Dale und There and Back Again zu hören, während Bilbos Abenteuerthema noch einmal in The Return Journey auftaucht. Insgesamt finde ich es ziemlich schade, das der eigentliche Protagonist der Trilogie im zweiten und dritten Film musikalisch so unterrepräsentiert ist – glücklicherweise haben diese beiden Scores allerdings mehr als genug Stärken, um das auszugleichen.

Siehe auch:
My Dear Frodo
Axe or Sword?
The World Is Ahead
An Ancient Enemy

Die besten Song-Momente in Filmen und Serien

Hier kommt noch ein ziemlich verspätetes Stöckchen, geworfen von der singenden Lehrerin und inszeniert von taranKino. Gefragt wird nach den besten Songmomenten in Filmen und Serien (wobei der Fokus hier auf Filmen liegt). Es wäre mir natürlich ein leichtes, so eine Liste mit Scoremomenten zu füllen, aber das bedarf einer eigenen Parade und sollte dann auch so genannt werden. Aus diesem Grund gibt es hier auch keine Score-Beispiele. Hier zu finden sind entweder Lieder, die für den Film komponiert wurden, oder Musikstücke (sowohl Lied als auch Instrumentalstücke) die vorher bereits existierten. Die Liste ist wertfrei, die Anordnung der Einträge ist willkürlich.

Dies Irae (Wolfgang Amadeus Mozart, John Ottman), in „X2: X-Men United“

Ich liebe es, wenn eine Szenen bzw. Action-Choreographie genau auf die Musik abgestimmt ist, so wie es in „X2: X-Men United“ der Fall ist. Das Dies Irae aus Mozarts Requiem, wahrscheinlich sein bekanntestes Stück, das ohne einen Vogelfänger oder die Königin der Nacht auskommt, untermalt die erste Actionszene des Films. Die Verbindung zum Geschehen findet sich dabei nicht nur in der Choreographie, sondern auch im Inhalt: Nightcrawler ist eine zutiefst religiöse Figur, weshalb sich die Verwendung eines kirchlichen Stückes natürlich anbietet. Mozarts Original wurde von John Ottman minimal bearbeitet, um noch besser zur Szene zu passen. Da Ottman bei Bryan Singers Filmen nicht nur für die Musik, sondern auch für den Schnitt verantwortlich ist, hat er wirklich ein Händchen für derartige Momente, wie sich im Verlauf dieser Liste noch einmal zeigen wird.

The Verdict/Für Elise (Ludwig van Beethoven, Ennio Morricone), in „Inglourious Basterds“

Quentin Tarantinos Filme sind dafür bekannt, dass sie praktisch nie extra für den Film komponierte Scores haben; die Musik wird vom Regisseur selbst ausgewählt und meistens extrem passend in den Film integriert – ich denke mal, wenn ich behaupte, dass Tarantino wohl der Regisseur ist, der die Verwendung bereits existierender Musik in seinen Filmen am besten beherrscht, wird mir kaum jemand widersprechen. Obwohl es viele gelungene Momente in Tarantinos Filmen gibt, fiel mir doch die Wahl nicht schwer. „Inglourious Basterds“ ist in meinen Augen mit Abstand Tarantinos bester Film, denn schon die Anfangsszene weiß den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Das dem klassischen Western entlehnte Holzhacken wird, wie könnte es anders sein, untermalt von einem Stück des klassischen Westernkomponisten Ennio Morricone (der zwar auch viele andere Sachen gemacht hat, aber vor allem, dafür bekannt ist). Bei The Verdict handelt es sich um eine Adaption von Beethovens Für Elise, dem Morricone ein Western-Setting verpasst, weshalb es zu dieser Anfangsszene natürlich perfekt passt: Eine an einen Western gemahnende Sequenz mitten im von den Nazis besetzten Frankreich.

The Times They Are A-Chanin’ (Bob Dylan), in: „Watchmen”

Mit Zack Synders Scorevorlieben kann ich nicht besonders viel anfangen, sowohl Tyler Bates‘ als auch Hans Zimmers Arbeit für den Watchmen- und Man-of-Steel-Regisseur finde ich ziemlich unterirdisch. Aber es lässt sich nicht leugnen, der Mann versteht es, passende Songs auszuwählen. „Watchmen“ insgesamt ist ein gelungenes Beispiel, aber in keiner anderen Szene wird dies so deutlich wie beim aufwendig gestalteten Vorspann, zu dem Bob Dylans The Times They Are A-Changin‘ erklingt, während die Montage genau auf die Musik abgestimmt ist.

„Amadeus“ (Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri)

Ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Miloš Formans „Amadeus“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ist mit großartigen Musikmomenten randvoll. Und das liegt nicht nur an der Qualität der Musik (Mozart halt), sondern auch daran, wie meisterhaft diese integriert und zum bestimmenden Mittel der Narrative wird, egal ob sie gerade diegetisch oder extradiegetisch eingesetzt wird. Zu meinen absoluten Favoriten gehören: Mozart komponiert „ausversehen“ aus Salieris Willkommensmarsch das Non più andrai (aus „Le Nozze di Figaro“), die Don-Giovanni-Szene, der zur Stimmung passende Wechsel zwischen „Die Zauberflöte“ und dem Requiem, als Mozart beides parallel komponiert, und natürlich das Komponieren am Totenbett (Confutatis Maledictis). Ich hätte auch problemlos eine Liste nur mit Momenten aus „Amadeus“ füllen können, aber das wäre vielleicht etwas eintönig geworden.

Misty Mountains (Plan 9), in: „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“

Dieses Lied hat den ersten Hobbit-Trailer zu einem der besten Trailer überhaupt gemacht, es fängt die Stimmung der Szene perfekt ein, es wird zum Leitmotiv, es ist einfach rundum gelungen. Und ich habe an anderer Stelle bereits ziemlich viel darüber geschrieben.

Der Ritt der Walküren (Richard Wagner), in: „Apocalypse Now“

Definitiv kein schöner Songmoment, aber dafür perfekt inszeniert – und zwar so perfekt, dass Wagners Ritt der Walküren inzwischen immer zuerst mit „Apocalypse Now“ in Verbindung gebracht wird, bevor jemand überhaupt an „Die Walküre“ denkt, was auch daran liegen könnte, dass es so viele Anspielungen gibt; zum Beispiel verwendete Zack Snyder in „Watchmen“ für die Vietnam-Szene mit dem Comedian und Doctor Manhattan ebenfalls dieses Stück.

Time in a Bottle (Jim Croce), in: „X-Men: Days of Future Past“

Nochmal X-Men, nochmal Bryan Singer und John Ottman, nochmal eine zur Musik choreographierte Actionszene. So unzufrieden ich auch mit dem Score, den Ottman für „Days of Future Past“ komponiert hat, bin, so gelungen ist doch seine Schneidearbeit, gerade in dieser Szene und gerade in Bezug auf den hier verwendeten Song. Obwohl ich das Dies Irae Time in a Bottle vorziehe, ist doch die Quicksilver-Szene noch um ein gutes Stück stärker, da hier die Verknüpfung von Bild und Musik noch reibungsloser funktioniert. Darüber hinaus wird Quicksilver so perfekt charakterisiert, ohne, dass er ein einziges Wort verliert – es tut mir Leid für Aaron Taylor-Johnson, aber seine Version der Figur hatte quasi schon verloren, bevor sie überhaupt angetreten ist.

Vide Cor Meum (Patrick Cassidy), in: „Hannibal“

In einer Szene in „Hannibal“ besucht der Doktor in Florenz eine Oper, Ridley Scott entschied sich dabei allerdings dafür, keine existierende Oper zu verwenden, sondern heuerte den irischen Komponisten Patrick Cassidy an, um extra für den Film eine Arie zu komponieren die, passend zur Handlung, auf „La Vita Nuova“ von Dante Aligheri basiert. Diese Arie gefiel Ridley Scott übrigens so gut, dass er sie „Hannibal“ noch einmal extradiegetisch verwendete und auch in „Königreich der Himmel“ einsetzte. Für mich ist Vide Cor Meum der mit Abstand beste musikalische Moment aller Hannibal-Lecter-Adaptionen, und umso begeisterter war ich, als genau diese Arie auch in der finalen Szene der ersten Staffel von „Hannibal“ eingesetzt wurde. Was für ein perfekter Abschluss.

Hoist the Colours (Hans Zimmer), in: „Pirates of the Caribbean: At World’s End“

Zwar ist „At World’s End“ der Pirates-Film, den ich insgesamt am schlechtesten finde, allerdings ist er auch der Pirates-Film, der die besten Einzelszenen und mit Abstand die beste Musik hat. Ein hervorragendes Beispiel für beides ist die Eröffnungsszene des Films, in der eine Massenhinrichtung stattfindet. Die Piraten auf dem Weg zum Strick beginnen allerdings, ein Lied zu singen, das als Aufruf fungiert und gleichzeitig die Geschichte von Davy Jones und Calypso thematisiert. Im Verlauf des Films wird Hoist the Colours ähnlich verwendet wie Misty Mountains: Die Melodie fungiert im Score als Leitmotiv der Bruderschaft – und ist darüber hinaus das in meinen Augen beste Thema, das Hans Zimmer komponiert hat.

Also sprach Zarathustra (Richard Strauss), in: „2001: A Space Odysee“

Ganz ähnlich wie Der Ritt der Walküren ist auch Strauss’ Also sprach Zarathustra (zumindest der Anfang) inzwischen fast untrennbar mit einem Film verbunden. Die Szene mit dem Affen, dem Knochen und dem großen, schwarzen Monolithen gehört wahrscheinlich zu den ikonischsten der Filmgeschichte und wurde unzählige Male parodiert – sie auszulassen wäre fast schon kriminell.

The Rains of Castamere (Ramin Djawadi), in: „Game of Thrones“

Eigentlich wollte ich mich ja auf Filme beschränken, aber da mit „Hannibal“ zumindest teilweise eine Serie reingerutscht ist warum dann nicht noch eine zweite? Auch zu The Rains of Castamere habe ich schon einiges geschrieben. Die Lannisters sind das einzige Haus, das so etwas wie eine eigene Hymne besitzt, und da ist es natürlich nur logisch, die Melodie dieser Hymne zu ihrem Thema zu machen. Es existieren zwei Abspannversionen des Liedes, einmal von The National und einmal von Sigur Rós. Zweifellos am interessantesten sind allerdings die diegetischen Einsätze, die ab der zweiten Staffel immer wieder auftauchen. Mal wird das Lied von Tyrion gepfiffen, mal singt es Thoros von Myr, die Lannister-Soldaten nutzen es, um sich vor der Schlacht von King’s Landing Mut zu machen, und dann ist da natürlich der geradezu ikonische Einsatz bei der Roten Hochzeit…