GoT: The Spoils of War

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Mit „The Spoils of War“ zeichnet sich in dieser siebten Staffel langsam ein Muster heraus. Jede Folge außer der ersten endete mit einem scheinbar größeren, um nicht zu sagen erschütternderen Ereignis, das jedoch trotz oft starker Inszenierung lediglich Vorgeplänkel bleibt.

King’s Landing
In der Hauptstadt freut sich Tycho Nestoris, dass die Eiserne Bank bald ihr Gold bekommt, weshalb er Cersei in noch größerem Maße als in der letzten Episode Honig ums Maul schmiert. Er versichert ihr weitere Unterstützung. Das interessanteste Detail dieser Szene ist die Erwähnung der Goldenen Kompanie, der größten (und teuersten) Söldnergruppe der freien Städte, gegründet von einem Targaryen-Bastard namens Aegor Rivers (auch Bittersteel genannt). Die Goldene Kompanie hat eine lange und bewegte Geschichte, war in diverse Targaryen-Erbfolgekriege verwickelt und unterstützt in den Romanen Aegon VI., den angeblichen Sohn von Rhaegar Targaryen, der aus der Serie ersatzlos herausgekürzt wurde. Die Erwähnung in diesem Kontext legt nahe, dass die Kompanie in den verbleibenden drei Folgen dieser oder in der nächsten Staffel noch eine wichtige Rolle spielen könnte, schließlich wird es auch für Cersei langsam eng, besonders nach gewissen dezimierenden Ereignissen.

Winterfell
Im Norden muss Littlefinger lernen, dass die Starks in dieser Staffel einfach keinen Bock mehr auf sein Geschwätz haben. Die Rückgriffe auf Staffel 1 werden ebenfalls fortgesetzt, denn Littlefinger hat ein ganz besonderes Geschenk für Bran: Den Dolch aus valyrischem Stahl, mit dem er ursprünglich ermordet werden sollte. Was das Ganze soll bleibt zumindest mir relativ schleierhaft – Littlefingers Pläne und Intrigen scheinen von Folge zu Folge weniger Sinn zu ergeben. Bran lässt sich jedenfalls nicht einlullen und gibt Lord Baelish den subtilen Hinweis, dass er genau um seine Rolle in diesem ganzen Theater weiß – chaos is a ladder indeed. Leider verfährt Bran mit Meera nur ungleich freundlicher, was ihr sichtlich zusetzt. Sie hat natürlich recht: Der alte Bran Stark ist ebenso wie Jojen und Hodor jenseits der Mauer gestorben, Bran ist endgültig der dreiäugige Rabe, seine Wahrnehmung befindet sich auf einer völlig anderen Ebene.

Wie zu erwarten war, erleben wir in dieser Folge eine weitere Stark-Wiedervereinigung: Arya erreicht Winterfell und ein weiteres Mal fällt auf, wie sehr Reisewege inzwischen übersprungen oder ignoriert werden, gerade im Vergleich zu früheren Staffeln, in denen der Weg von den Flusslanden nach Winterfell nicht so einfach zu bewältigen war. Gut, Arya ist jetzt eine geschulte Mörderin, aber gibt es wirklich keinerlei Gefahren mehr auf dem Weg? Das gilt natürlich nicht nur in diesem speziellen Fall, sondern ganz allgemein: Ganze Heere bewegen sich mit scheinbar rasender Geschwindigkeit, weil es der Serie nicht gelingt, das Verstreichen der Zeit wirklich anschaulich darzustellen. So entsteht oft der Eindruck, es vergingen lediglich Stunden und Tage, wo tatsächlich rein logisch betrachtet Wochen und Monate vergehen müssten.

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Drei wiedervereinte Starks: Sansa (Sophie Turner), Barn (Isaac Hempstead-Wright) und Arya (Maisie Williams). Bilquelle.

Aber zurück zu Arya, die sich einen Spaß mit den unhöflichen Wachen ihrer Schwester erlaubt, bis es zum großen, emotionalen Wiedersehen der Schwestern in der Krypta von Winterfell kommt. Bran, der inzwischen einen Rollstuhl hat, bleibt dagegen erwartungsgemäß stoisch, aber immerhin hat er ein nettes Geschenk für Arya: Littlefingers Dolch. Man wird das Gefühl nicht los, dass besagte Waffe noch eine Rolle spielen dürfte, nachdem sie in dieser Episode drei Mal prominent auftaucht – den Kampf zwischen Arya und Brienne mitgerechnet. Nachdem diese beiden Damen einen eher schlechten Start in Staffel 4 hatten, verstehen sie sich nun bei einem Übungsmatch weitaus besser. Besonders Aryas Kampfstil ist dabei sehr aussagekräftig, sieht man doch sehr deutlich, wo welches Manöver herstammt. Syrio Forels Technik ist sehr dominant, aber auch die Lektionen, die Arya von Sandor Clegane und den Männern ohne Gesicht erhalten hat, erweisen sich als überaus nützlich im Kampf gegen Brienne.

Dragonstone
Auf Dragonstone gibt es eine weitere gemeinsame Szene für Jon und Daenerys: In der Drachenglashöhle findet sich nicht nur das Obsidian, sondern auch interessante Höhlenmalereien. Die Ästhetik kennen wir bereits von den Kindern des Waldes und den rituell angeordneten Leichen, die die Weißen Wanderer zurücklassen. Diese sind tatsächlich höchstpersönlich abgebildet, was Daenerys zumindest in Erwägung ziehen lässt, dass da im Norden etwas nicht stimmt. Das alte Dilemma bleibt jedoch: Hilfe im Norden gibt es nur, wenn Jon das Knie beugt, was ihm seine Vasallen übel nehmen könnten.

Vorerst gibt es jedoch dringlichere Probleme, denn Varys und Tyrion bringen die Nachricht, dass Casterly Rock zwar gefallen ist, Highgarden aber ebenfalls. Daenerys is not amused. Mehr noch, sie zweifelt sogar an der Loyalität ihrer Hand. Nach nur vier Folgen haben wir eine interessante Diskrepanz zum Ende von Staffel 6; dort sah es so aus, als hätte Cersei keine Chance gegen die vereinte Macht der Unbefleckten, der Dothraki sowie der Martell- und Tyrell-Streitkräfte – von den drei Drachen gar nicht erst zu sprechen. Nun ist die Lage etwas ausgewogener, vor allem bekommt man als Zuschauer aber das Gefühl, dass die Tyrells und die Sandschlangen sich Daenerys nur angeschlossen haben, um die ersten paar Folgen dieser Staffel mit scheinbar essentiellen Augenblicken füllen zu können. Der tatsächliche Unterschied, den sie gemacht haben, ist jedoch minimal. Letztendlich fragt Daenerys Jon um Rat: Soll sie King’s Landing doch mit Feuer und Blut überziehen oder Tyrions Plan weiter folgen? Der König des Nordens hat ja bereits Erfahrung im Vermitteln, und so rät er auch dieses Mal zum Mittelweg, der in Essenz Tyrions Philosophie entspricht, aber zugleich eine Machtdemonstration zulässt.

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Ein weitaus weniger fröhliches Wiedersehen: Jon (Kit Harrington) und Theon (Alfie Allen). Bilquelle.

Freilich kann auch diese Folge nicht vergehen, ohne dass sich mehrere Figuren aus unterschiedlichen Handlungssträngen über den Weg den laufen – nach Arya und den Bewohnern von Winterfell feiern nun auch Theon Greyjoy und Jon Snow ein nicht ganz so fröhliches Wiedersehen. In diesem Kontext ist interessant, dass Benioff und Weiss die Serie inzwischen nur noch in drei große Handlungsstränge unterteilen: King’s Landing, Dragonstone und Winterfell. Alles, was an anderen Orten geschieht, wird einem dieser Handlungsstränge zugeordnet – die Seeschlacht am Ende der zweiten Folge gehörte zu Dragonstone, die Eroberung Highgardens zu King’s Landing, Aryas Weg nach Norden zu Winterfell etc. Tatsächlich ist diese Struktur relativ gut gelungen, die verminderte Anzahl an Handlungssträngen sorgt dafür, dass die einzelnen Episoden dieser Staffel dramaturgisch ziemlich gut ausbalanciert sind – um mein Lob von letzter Folge noch einmal zu wiederholen.

In der Weite
Nach dem Sieg über Highgarden marschiert die Lannister-Armee mit den erbeuteten Vorräten zurück nach King’s Landing, während das Gold, wie Randyll Tarly mitteilt, bereits angekommen ist – ein kleines, aber wichtiges Detail. Bronn ist ebenfalls wieder da – er war zwar bereits in „The Queen’s Justice“ neben Jaime an der Spitze der Lannisters zu sehen, aber in dieser Episode darf er auch wieder etwas sagen und tun. Bronn fungiert abermals als Jaimes rechte Hand (ups, war das insensitiv?), was zwar vorhersehbar war, aber trotzdem willkommen ist; die beiden funktionieren einfach gut miteinander. Nach wie vor wünscht sich Bronn ein eigenes Lehen, woraus aber erstmal nichts wird. Dafür lässt er Dickon Tarly an seiner Weisheit teilhaben. Dickon haben wir bislang vor allem durch Sams Augen gesehen, hier wird er nun ein wenig positiver und sympathischer dargestellt; den meisten Zuschauern würde es wahrscheinlich an seiner statt sehr ähnlich ergehen.

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Daenerys (Emilia Clarke) auf Drogon (Bildquelle).

Der Teil der Episode, der in der Weite spielt, spannt einen schönen Rahmen um diese Folge, bildet Einleitung und Schluss und zeigt, wie sich ein Sieg in eine Niederlage verwandeln kann – wobei der Sieg, den Daenerys hier letztendlich erringt, bestenfalls ein halber ist. Die Vernichtung der Lannister- und Tarly-Armeen war sicherlich eine Machtdemonstration, zugleich sind die Tatsächlichen Errungenschaften aber überschaubar. Das Gold ist bereits in King’s Landing und auf die Nahrungslieferungen, die Drogon anzündet, ist Daenerys ebenso angewiesen wie Cersei. Mehr noch, wenn Jaime und Bronn überleben (wovon wohl auszugehen ist), dann haben sie erlebt, dass die Drachen trotz all ihrer Macht verwundbar sind. Wie ich in der Einleitung bereits schrieb: Im Grunde handelt es sich auch bei dieser Schlacht um verhältnismäßig aufwändiges Vorgeplänkel, das recht vorhersehbar bleibt. Die Inszenierung ist allerdings vorzüglich gelungen: Vor allem durch die Umgebung wird eine äußerst effektive Westernatmosphäre geschaffen; die Parallele zwischen angreifenden Indianern und den Dothraki dürfte wohl kaum zufällig sein. Sehr schön ist auch der innere Konflikt Tyrions, der mitansehen muss, wie die Truppen seines eignen Hauses, inklusive seines Bruders, eine fatale Niederlage erleiden. Abermals muss ich auch Ramin Djawadi komplementieren, der die Schlacht und die inneren Konflikte durch die Musik exzellent ausdrückt – The Rains of Castamere muss noch öfter in den Action-Modus.

Fazit: „The Spoils of War“ bietet ein fantastisch inszeniertes Mid-Season-Finale, das jedoch versucht, als weitaus bedeutender wahrgenommen zu werden, als es eigentlich ist – es sei denn, Jaime und Bronn saufen tatsächlich ab.

Titelbildquelle

Siehe auch:
Dragonstone
Stormborn
The Queen’s Justice

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GoT: Hardhome

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„Hardhome“ ist ähnlich strukturiert wie „The Lion and the Rose“ in der letzten Staffel; etwa die erste Hälfte ist eine „normale“ Episode, während die letzte Hälfte komplett einem einzigen Schauplatz, dem titelgebenden Wildlingsdorf Hardhome, gewidmet ist. Und wie schon in „The Lion and the Rose“ funktioniert das auch hier sehr gut; tatsächlich gehört „Hardhome“ bisher zu den besten Episoden dieser doch eher durchwachsenen Staffel. Besonders interessant ist, dass sie den Fans an zwei Fronten Dinge gibt, die Martin uns bislang vorenthalten hat.

Meereen
Die erste dieser Fronten ist Meereen. Bereits in der letzten Folge haben sich Tyrion und Daenerys zum ersten Mal gesehen, jetzt bewirbt sich der Gnom um die durch Barristan Selmys Tod freigewordene Stelle als ihr neuer Berater. In typischer Tyrion-Manier besteht sein erster Rat an Daenerys darin, Jorah weder zu töten noch ihn erneut aufzunehmen – das heißt Exil Teil 2. Und Ser Jorah versucht dann auch noch, zum zweiten Mal in der Arena vor Daenerys zu kämpfen.

Die folgende private Konversation zwischen Tyrion und Daenerys ist definitiv gelungen und interessant, auch wenn Daenerys‘ Rad-Metapher nicht wirklich zutreffend ist, zumindest nicht auf lange Sicht, denn für gewöhnlich ist ein Haus durchaus länger „oben“, fast dreihundert Jahre lang war es das Haus Targaryen. Außerdem fehlen einige der wichtigen Häuser; gerade das Haus Martell war den Targaryens immer loyal, was bedeutet, dass Dany gute Chancen hätte, in Doran Martell einen Verbündeten zu finden.

King’s Landing
Trotz einiger Anpassungen und Vereinfachungen ist der Kings‘-Landing-Handlungsstrang doch derjenige, der in dieser Staffel am buchgetreusten umgesetzt wird, was besonders in dieser Folge deutlich wird. Hannah Waddingham als Septa Unella passt genau zu der Vorstellung, die ich beim Lesen von ihr hatte. Ähnlich wie in den Büchern erfahren wir von den sonstigen Ereignissen in King’s Landing nur aus zweiter Hand, nämlich von Qyburn. Unglücklicherweise schadet der Mangel an Details hier ein weiteres Mal, denn nach wie vor erscheint der Glaube ziemlich grundlos übermächtig, die Ursachen werden kaum erläutert. Dennoch, wie in den Romanen hat Kevan Lannister die Regentschaft übernommen, es fehlen allerdings die Tyrells und ihre Gefolgsmänner (etwa Randyll Tarly), vor allem, da sich Lord Mace Tyrell ja gerade auf dem Weg nach Braavos befindet.

Braavos
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Arya (Maisie Williams) als Austernverkäuferin Lana

Arya nimmt ihre erste falsche Identität an, wie ich vermutet hatte noch ohne falsches Gesicht, sondern nur mit einer herkömmlichen Verkleidung. Wie in „A Feast for Crows“ posiert sie als Muschelverkäuferin, hat aber einen anderen Decknamen, statt „Cat von den Kanälen“ ist sie jetzt „Lana“. Weshalb der Deckname geändert wurde leuchtet mir nicht wirklich ein, allerdings wurde immerhin ein netter Hinweis auf die Buchidentität eingebaut; während Arya davon spricht, in den Kanälen ihre Muscheln zu verkaufen, springt eine Katze durch das Bild. Auch wird die Komplexität der Vorlage stark reduziert, funktioniert aber, anders als an vielen anderen Stellen in dieser Staffel, recht gut. Insgesamt mochte ich Aryas Streifzug durch die Straßen von Braavos, das Hineinfinden in ihre neue Identität und die Entdeckung des Ziels ziemlich gerne.

Winterfell
Sansa konfrontiert Theon, erfährt, was Ramsay ihm angetan hat, aber auch, dass Barn und Rickon noch am Leben sind. Die Frage ist, zu welchem Zweck. Die Boltons halten derweil einen Kriegsrat ab, bei dem Ramsay mit einer Sondermission beauftrag wird.

Castle Black
Noch eine kurze Szene, die im Grunde redundant ist, da sie noch einmal Dinge durchkaut, die wir ohnehin schon wissen: Olly hat es gegen die Wildlinge und fühlt sich verraten, weil Jon sie retten will, Sam versucht die Lage zu erklären, Olly will nicht begreifen. Kennen wir, wissen wir, weiter.

Hardhome
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Karsi (Birgitte Hjort Sørensen)

Wie bereits erwähnt begibt sich die Serie hier wirklich in unbekanntes Territorium; in den Romanen ist Hardhome als Wildlingszuflucht zwar ebenfalls relevant, Jon delegiert die Rettung der dortigen Wildlinge allerdings an einen Offizier der Nachtwache; dieser hält ihn über die Fortschritte auf dem Laufenden, bis schließlich ein letzter Brief ankommt, der hastig geschrieben ist und von toten Dingen im Wald und im Wasser berichtet.

Jon und Tormund treffen sich in Hardhome mit den Anführern der Wildlinge, darunter der Lord der Knochen, der neue Magnar von Thenn Loboda (Zahary Baharov) und eine Frau namens Karsi (Birgitte Hjort Sørensen). Besonders Letztere empfinde ich als gelungene Ergänzung – selbstverständlich überlebt sie nicht, was ich, ehrlich gesagt, nicht gerade toll finde. Karsi wäre hervorragend dazu geeignet, zusätzliche weibliche und aktive Präsenz an der Mauer zu etablieren, und ehrlich gesagt, warum sollten die Wildlinge nicht eine Anführerin haben? Sie hätte gut die Rolle von Val, Mance Rayders „Schwägerin“ einnehmen können. Mal wieder eine vertane Chance. Immerhin, der Riese Wun Weg Wun Dar Wun, kurz Wun Wun (Ian Whyte), feiert ebenfalls sein Debüt.

Wie zu erwarten war wird die Verhandlung von Wildlingen und Nachtwache von den angreifenden Weißen Wanderern unterbrochen, die hier in einem noch nie gekannten Ausmaß Präsenz zeigen, und das nicht nur in der Form der bereits in Staffel 2 und 3 ausführlich gezeigten, bei denen es sich wohl lediglich um die unteren Ränge gehandelt hat. Hier sehen wir sowohl besser ausgerüstete Andere, die wohl so etwas wie hohe Offiziere sind, und den Night’s King, der in der vierten Folge der letzten Staffel bereits kurz zu sehen und der, nach allem was wir wissen, so etwas wie der Große Oberböse ist. Wie bereits zu Anfang erwähnt zeigt die Serie hier etwas, dass die Romane uns bislang vorenthalten haben: Eine erste größere Schlacht zwischen den Weißen Wanderern und den Menschen. Jon findet dabei etwas heraus, das Sam in den Romanen bereits vermutete: Nicht nur Obsidian hilft gegen die Weißen Wanderer, sondern auch Valyrischer Stahl (auch als „Drachenstahl“ bezeichnet).
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Der Night’s King (Richard Brake)

Insgesamt fand ich die Inszenierung dieses Scharmützels ziemlich gelungen, auch wenn die offensichtlicheren Untoten noch immer etwas fehl am Platz wirken; dennoch funktionieren sie hier deutlich besser als die Ray-Harryhausen-Gedächtnisskelette aus dem Finale von Staffel 4. Darüber hinaus hat der Night’s King eine ziemlich beeindruckende Präsenz, ich hoffe, dass wir in der kommenden Staffel noch mehr von ihm erfahren, vielleicht sogar in Form von Flashbacks, schließlich ist sein Hintergrund (ein ehemaliger Lord Commander, eventuell ein Stark, verliebt sich in einen weiblichen Weißen Wanderer und macht sich zum „Night’s King“, um schließlich von den vereinten Kräften des Königs im Norden und des Königs jenseits der Mauer besiegt zu werden), höchst interessant.

Fazit: Die intensive, gut inszenierte, geschriebene und gespielte Schlacht in der zweiten Hälfte sorgt dafür, dass diese Folge sich an die Spitze der Staffel-5-Episoden setzt.

GoT: Two Swords

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Die dritte Staffel von „Game of Thrones“ lief im Free-TV, ist auf DVD und Blu-Ray erschienen und jeder Fan kann sie inzwischen wohl auswendig. Und nun, nach einer gefühlten Unendlichkeit, geht es weiter, und ich werde natürlich auch wieder pro Episode einen Artikel verfassen. Noch einmal: Wer die Folge noch nicht gesehen und die Bücher nicht gelesen hat, sollte hier aufhören, wenn er nicht mächtig gespoilert werden will.
Staffel 4 deckt grob die zweite Hälfte des dritten Romans „A Storm of Swords“ ab, wird aber wohl auch schon Elemente aus „A Feast for Crows“ und „A Dance with Dragons“ enthalten – es wird also Zeit, dass endlich „The Winds of Winter“ erscheint.
Der Titel des Staffelbeginns, „Two Swords“, ist mal wieder nett zweideutig. Wer sich ein wenig mit Geschichte auskennt, weiß, dass man aus zwei Schwertern eine Menge machen kann; im Mittelalter wurde eine spezifische Bibelstelle, in welcher die Jünger zwei Schwerter zu Jesus in den Garten Gethsemane bringen, damit sie sich gegen die Römer verteidigen können, sehr speziell ausgelegt. Man interpretierte die besagten Waffen als die beiden Schwerter, die das Christentum verteidigen: Den Kaiser des römisch-deutschen Reiches und den Papst. Für den Titel dieser Episode muss man sich zwar interpretatorisch nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnen, aber dennoch gibt es nicht nur ein Schwerterpaar, das gemeint ist, sondern gleich mehrere. Am offensichtlichsten sind natürlich die beiden Waffen, die zu Beginn aus Eddard Starks Schwert Ice geschmiedet werden. „Two Swords“ kann sich allerdings auch auf die beiden Schwerter beziehen, die sich am Ende der Episode (wieder) in den Händen eines Stark befinden: Jon Snows Longclaw ist immer noch dort, wo es hingehört, und Arya erlangt in der finalen Szene Needle wieder. Und schließlich gibt es da noch ein nettes Spielchen, das Daario Naharis und Grauer Wurm spielen, bei dem ebenfalls zwei Schwerter involviert sind.
„Two Swords“ ist eine relativ ruhige Episode, die erfreulicherweise einige Handlungsstränge ausklammert und sich dafür auf die übrigen stärker konzentriert, ganz so, wie es mir am besten gefällt. Die beiden Serienschöpfer Dan Benioff und D. B. Weiss führen hier Regie, und wie schon in ihrem Regiedebüt in der dritten Staffel („The Bear and the Maiden Fair“) fällt auf, dass es einiges an (mitunter ziemlich schwarzem) Humor gibt.
Auf der Introkarte tauchen zwei neue Örtlichkeiten auf: Die Dreadford, die Festung der Boltons, und Meereen, die dritte Stadt der Slaver’s Bay.

King’s Landing
Gleich zu Beginn eine freudige Nachricht: Die erste Folge der vierten Staffel hat es schon vor dem Intro geschafft, mich wieder vollständig nach Westeros zu ziehen und mich maßlos zu begeistern. Mit einer Ausnahme hat jede Staffeleröffnungsfolge eine Prä-Intro-Szene, aber diese hier ist eindeutig meine liebste: Die Kamera wandert über Eddard Starks Schwert Ice, während in der Musik das Stark- und das Lannister-Thema miteinander ringen. Ice wird aufgehoben und einem Schmied gereicht, bevor die Kamera den verantwortlichen zu einer nun kräftigen und siegreichen Version von The Rains of Castamere zeigt (bei den Alten und den Neuen Göttern, ich hoffe dieses Stück ist auf dem Soundtrackalbum). Lord Tywin beaufsichtig das Umschmieden des Stark-Schwertes in zwei kleinere Waffen, die später die Namen Oathkeeper und Widow’s Wail erhalten werden und verbrennt anschließend den Wolfspelz. Was für eine grandios inszenierte, symbolisch aufgeladene Szene: Die Starks sind am Boden und die Lannisters auf der Höhe ihrer Macht.
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Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) mit Oathkeeper und neuer Firsur

Die Hintergründe des Umschmiedens folgen auf dem Fuß in einem Gespräch zwischen Jaime und Lord Tywin. Der Königsmörder ist nun wieder sauber, im Gegensatz zum Buch rasiert und trägt jetzt eine Kurzhaarfrisur. Die Szene spiegelt sehr schön ein ähnliches Gespräch zwischen beiden Figuren aus der ersten Staffel wieder, ebenso wie den Dialog zwischen Tywin und Tyrion aus der ersten Folge der dritten Staffel. Abermals geht es sowohl um Jaimes Stellung als Mitglied der Königsgarde (wodurch er seinen Vater nicht beerben darf), als auch um den zukünftigen Lord von Casterly Rock. Tywin steckt da in einem schönen Dilemma: Tyrion würde das Erbe annehmen, was Tywin aber nicht möchte, während Jaime lieber als „glorified bodyguard“ dient. Gerade wegen der Ähnlichkeit zur der Szene aus Staffel 1 wird hier sehr schön Jaimes Entwicklung gezeigt, obwohl sogar der Wortlaut ähnlich ist, ist Jaime doch unweigerlich ein anderer geworden.
Tyrion wartet derweil mit Bronn und Podrick auf die Gesandschaft der Dornischen; deren Lord, Prinz Doran Martell (ich bin der Meinung, dass „Fürst“ hier die korrekte Übersetzung von „prince“ wäre) wurde zu Joffreys Hochzeit eingeladen; Tyrion fühlt sich allerdings nicht ganz wohl, weil die Lannisters und die Dornischen sich nicht besonders gut verstehen; weshalb erfahren wir später.
Als die Delegation schließlich eintrifft, wird Tyrion mitgeteilt, dass Doran Martell zu krank für eine lange Reise ist und dass an seiner Statt sein Bruder Oberyn (Pedro Pascal), genannt die Rote Viper der Hochzeit beiwohnen wird. Oberyn befindet sich allerdings ebenfalls nicht bei der Abordnung, sondern befindet sich bereits seit einigen Stunden in King’s Landing.
Die Ankunft der Dornischen in der Serie unterscheidet sich stark von der im Roman, da Oberyn dort die Delegation anführt und dem Gnom erzählt, wie er mit seiner Schwester Elia als Kind Casterly Rock besucht und dort Tyrion als Baby gesehen hat.
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Oberyn Martell (Pedro Pascal) und seine Geliebte Ellaria Sand (Indira Varma)

In der folgenden Szene lernt der Zuschauer nun auch Oberyn kennen, der sich am bedeutendsten Ort von King‘s Landing aufhält – nein, nicht dem Red Keep, die Rede ist natürlich von Littlefingers Bordell, auch wenn der Hausherr gerade abwesend ist und sich wohl auf dem Weg zur Eyrie befindet; das glauben zumindest die Lannisters. Nun wird Oberyns Persönlichkeit etabliert, inklusive seines Interesses an beiden Geschlechtern, seines Hasses auf die Lannisters und gewisser, leicht psychopathischer Züge. Nebenbei lernen wir auch gleich Oberyns Begleiterin Ellaria Sand (Indira Varma, eine weitere Schauspielerin, die bereits in HBOs „Rome“ mitgewirkt hat) kennen und erfahren ganz allgemein einiges über die Dornischen, etwa bezüglich ihres Mangels an Prüderie oder des fehlenden Bedürfnisses, Dinge zu beschönigen (ja, Ellaria Sand ist ein Bastard). Und der obligatorische Fanservice wird auch gleich untergebracht.
Insgesamt gefällt mir Pedro Pascal als Oberyn Martell ziemlich gut, er hat sowohl eine gewisse Eleganz als auch eine ziemlich gefährliche Aura. Wie von den Fans erwartet (im positiven Sinne) sind die Dornischen an Spanier und Südamerikaner angelegt, Oberyn spricht sogar mit Akzent. Ich bin schon gespannt darauf, ihn mit anderen Figuren am Hof interagieren zu sehen (vor allem mit Lady Olenna).
Tyrion ist allerdings weniger begeistert, vor allem auch, weil er um Oberyns Ruf als schwarzes Schaf der Martells weiß. Dennoch gibt es eine gewisse Sympathie zwischen beiden, sind sie doch beide Zweitgeborene und schwarze Schafe. Im folgenden Dialog wird auch endlich das Schicksal Elia Martells und ihrer Kinder deutlich gesagt, bisher wurde es nur angedeutet, und der eigentliche Grund für Oberyns Anwesenheit wird enthüllt: Er will Rache dafür, dass seine Schwester von Gregor Clegane, auf Tywins Befehl, vergewaltigt und zusammen mit ihren Kindern ermordet wurde.
Sansa Stark dagegen ist noch nicht soweit, auf Rache zu sinnen und versinkt stattdessen in Depressionen, was man ihr auch nicht wirklich verübeln kann. Ein weiteres Mal fällt hier auf, um wie viel stärker und eigenwilliger Shaes Persönlichkeit in der Serie ist. Haben Benioff und Weiss ein anderes Schicksal für sie im Sinn? Andererseits wachsen seit Staffel 3 die Differenzen zwischen ihr Tyrion, was möglicherweise dann wieder zum Buch zurückführen könnte. Einiges deutet darauf hin, gerade in dieser Folge; unter anderem wird Shae von einer Spionin von Cersei dabei beobachtet, wie sie Tyrions Zimmer verlässt.
Momentan hat Cersei allerdings noch anderes Kopf, sie beaufsichtig die Anbringung einer goldenen Hand an Jaimes Armstumpf. Hier findet sich eine weitere clevere Vorausdeutung, Cersei erklärt Jaime, dass sie Qyburn sympathisch findet – in Zukunft werden beide noch an interessanten Projekten arbeiten. Mit Jaime ist Cersei allerdings absolut nicht zufrieden und macht ihm Vorwürfe, weil er sie so lange allein gelassen hat. Das mag dem Zuschauer unfair vorkommen, passt dafür aber sehr gut zu ihren POV-Kapiteln in „A Feast for Crows“. Damit hat es sich Jaime nun innerhalb einer Episode mit fast allen Mitgliedern seiner Familie verscherzt. Mit Sicherheit kommt bald eine Konversation mit Tyrion, die sehr interessant sein dürfte. Aufgrund der Tatsache, dass Jaime und Brienne in der Serie um einiges früher in King’s Landing eintreffen als im Roman (dort kommen sie erst nach Joffreys Tod an), ergeben sich einige interessante neue Möglichkeiten der Interaktion.
Die erste wird auch umgehend genutzt, denn Brienne von Tarth gesellt sich zu Margaery und ihrer Großmutter (deren kurzer Auftritt ein weiteres Highlight der Folge ist, mehr Diana Rigg!) und die sich von der maskulinen Maid sehr beeindruckt und amüsiert zeigt. Brienne erzählt Margaery die Wahrheit über Renlys Tod, was diese ziemlich gelassen hinnimmt, auch wenn nicht klar wird, ob sie Brienne glaubt oder nicht. Im Roman gibt es eine ähnliche Szene mit Loras, der Brienne allerdings nicht glaubt und sie am liebsten sofort umgebracht hätte. Möglicherweise kommt das noch, in „Two Swords“ ist der Ritter der Blumen allerdings abwesend.
Durch die Änderungen bekommt Joffrey nun auch die Möglichkeit, noch einmal seinen Vater so richtig anzupissen. Nebenbei wird auch gleich noch eine spätere Szene eingebaut, in der Jaime im Weißen Buch der Königsgarde liest und über sich selbst und seine Vorgänger sinniert – hier ist es Joffrey, der im Buch blättert und ein paar von Jaimes berühmten Vorgängern in der Königsgarde erwähnt, unter anderem Ser Duncan den Großen, den Protagonisten der Heckenritter-Novellen und Ser Arthur Dayne, das Schwert des Morgens (der Pedant in mir findet es etwas merkwürdig, dass Ser Duncan, der viele Jahrzehnte vor Arthur Dayne aktiv war, direkt nach diesem aufgeführt wird, aber das ist wohl Erbsenzählerei). Später unterhält sich Jaime noch einmal mit Brienne, während sie von Fern Sansa beobachten (was im Buch ebenfalls nicht möglich gewesen wäre, da Sansa kurz nach Joffreys Tod aus der Hauptstadt verschwindet) und überlegen, wie man den Schwur, den Jaime und Brienne der inzwischen toten Catelyn geleistet haben, am besten einhalten könnte.
Sansa hat derweil eine lange überfällige Begegnung mit Dontos Hollard (der in der Tat von Tony Way, demselben Schauspieler, der ihn wie bei seinem Miniauftritt in der ersten Folge der zweiten Staffel gespielt hat). Bei Martin planen Dontos und Sansa bereits seit „A Clash of Kings“ ihre Flucht, später erfährt Sansa dann, dass Littlefinger Dontos‘ Hintermann war. Von Flucht ist hier (noch) nicht die Rede, allerdings bekommt Sansa ein Schmuckstück, das in der nächsten Folge, bei Joffreys Hochzeit, noch sehr wichtig werden wird.

Auf dem Weg nach Castle Black
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Styr, der Magnar von Thenn (Yuri Kolokolnikov)

In der Nähe von Castle Black sammeln sich die Wildlinge. Ygritte ist freilich nicht gerade bester Laune, und Tormund beweist, dass er ein besserer Menschenkenner ist, als man von ihm erwarten würde. Wirklich interessant ist allerdings die Ankunft der Thenns. Bei diesen handelt es sich um eine besondere Gruppe von Wildlingen, deren Gebräuche zum Teil eher denen der Menschen südlich der Mauer als denen der Mitglieder des Freien Volkes ähneln, vor allem bezüglich der Autorität ihrer Anführer. Styr, der Magnar (Lord) von Thenn, nimmt in den Büchern eine größere Rolle ein, unter anderem führt er die Gruppe an, mit der Jon Snow die Mauer übersteigt, was in der Serie Tormund tut. Gespielt wird Styr von Yuri Kolokolnikov, der eine äußerst imposante Erscheinung ist, auch wenn er nicht ganz seinem Gegenstück aus den Romanen entspricht. Laut Buch ist groß und kahl (was übernommen wurde), hat keine Ohren und spricht nur die Alte Sprache. In der Serie besitzt Styr eindeutig Ohren und ist auch der Gemeinen Zunge mächtig, dafür hat er allerdings interessante Markierungen im Gesicht. Ich kann mich darüber hinaus leider nicht erinnern, ob die Thenns bei Martin auch Kannibalen sind, das werde ich bei Zeit noch nachprüfen.

Castle Black
Ähnlich wie Sansa ringt auch Jon immer noch mit der Roten Hochzeit, im Gegensatz zu seiner Halbschwester hat er allerdings noch einige andere Sorgen. Nach einem kurzen Gespräch mit Sam, in welchem auf das brüderliche Verhältnis zwischen den beiden hingewiesen wird, muss sich Jon vor dem Tribunal der Nachtwache verantworten, zu dem, neben Maester Aemon, auch zwei alte Bekannte aus Staffel 1 bzw. 2 gehören: Ser Alliser Thorne (Owen Teale), der Ausbilder der Nachtwache, der nun als „acting Commander“ fungiert (was er nur in der Serie tut), und Lord Janos Slynt (Dominic Carter), der ehemalige Kommandant der Stadtwache von King’s Landing, der von Tyrion zur Mauer verbannt wurde. Slynt scheint gefallen an Thorne zu finden, lehnt sich immer subtil in seine Richtung und wirkt alles in allem sehr selbstgerecht. Interessanterweise war dies in den Romanen andersherum, dort ist Throne eher derjenige, der vor Slynt buckelt, welcher sich wiederum zur Wahl als neuer Lord Commander aufstellen lässt. Jon Snows Taktik zur Verteidigung ist allerdings auch nicht die geschickteste, dennoch darf er seinen Kopf vorerst behalten.

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Am Ende der dritten Staffel war nicht klar, ob Daenerys wirklich alle drei Städte der Slaver’s Bay besuchen würde, aber bereits die Introkarte verrät, dass Yunkai und Meereen nicht zusammengelegt werden.
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Daenerys (Emilia Clarke) und ein leicht veränderter Daario Naharis (Michiel Huisman)

Daenerys‘ Handlungsstrang in dieser Staffel wird von den Drachen eröffnet und meine Güte, sind die Viecher groß geworden und gut animiert, besonders Drogon sieht enorm beeindruckend aus. Sehr schön wird hier schon gezeigt, dass das feurige Trio langsam sehr schwer zu kontrollieren ist.
Nach einem kurzen Marsch durch die Reihen der Unbefleckten und das Lager der befreiten Sklaven muss die Königin der Drachen feststellen, dass zwei ihrer wichtigsten Kommandanten ein wenig unzuverlässig sind, denn anstatt pünktlich zu sein spielen Daario Naharis und Grauer Wurm „Wer kann sein Schwert am längsten in der Luft halten“. Dabei fällt auf, dass Daario Naharis sich ziemlich verändert hat, er ist kleiner, bärtiger (Bart und Haare sind allerdings immer noch nicht blau) und sieht nicht mehr aus wie eine etwas beeindruckendere Version Jamie Campbell Bower. Das ist allerdings auch nicht wirklich verwunderlich, da er nicht mehr von Ed Skrein, sondern von Michiel Huisman gespielt wird, da Skrein stattdessen bei „Transporter 4“ mitwirkt. Ich war von ihm als Daario nicht unbedingt begeistert, weiß aber noch nicht, ob mir Huisman besser gefällt. In jedem Fall kennt sich der neue Daario gut mit Blumen aus, und Daenerys ist trotz Bart nach wie vor ziemlich von ihm angetan.
Dennoch ist der Weg nach Meereen nicht nur amüsant, denn auf der Straße steht an jedem Meilenstein ein gekreuzigter Sklave – dieser Taktik bediente sich schon Pompeius Magnus nach dem Spartacus-Aufstand, ebenso wie die Sklavenhalter in Astapor (wir erinnern uns an „Walk of Punishment“), Danys Entschlossenheit wird dadurch nicht vermindert, im Gegenteil.

Auf dem Weg zur Eyrie
„Two Swords“ endet mit Arya (wie die Drachen ist auch Maisie Williams verdammt groß geworden) und Sandor Clegane, der plant, Arya zu ihrer Tante Lysa zu bringen. Gerade diese Szene ist exemplarisch für das oben erwähnte Nebeneinander von Humor und Tragik.
Die beiden gelangen zu einem Gasthaus, in dem sich die Männer Gregor Cleganes befinden, die Situation entfaltet sich allerdings geringfügig anders als in der Vorlage: Wie im Roman entbrennt ein Kampf zwischen Sandor und den Männern seines Bruders, aber anders als im Roman wird Sandor (noch?) nicht schwer verletzt. Auch ist im Roman der Kitzler, Gregor Cleganes Foltermeister, der in der Serie bereits in Staffel 2 stirbt, zugegen, und er ist es, der von Arya umgebracht wird, während sie ihm seine eigenen Worte zu schlucken gibt. Hier ist es stattdessen Polliver, ein anderer Häscher des Reitenden Berges. Während sich die jüngere Stark-Tochter im Buch noch psychopathischer verhält, ist ihr ruhiger, fast schon emotionsloser Mord hier nicht minder wirkungsvoll. Ähnlich wie bei Jaime wird dadurch klar, wie sehr sich Arya seit der ersten Staffel verändert hat. Wie schon in „Mhysa“ ist auch hier wieder das Thema Jaqen H’ghars zu hören, das Aryas weiteren Weg andeutet – vielleicht ist es nicht nur Jaqens Thema, sondern das Thema aller Gesichtslosen. Jedenfalls endet die Folge damit, dass Arya Needle zurückerhält und zusammen mit dem Bluthund zu den Klängen des Hauptthemas davonreitet.

Fazit: Sehr ruhiger, aber extrem gelungener Staffelauftakt, der mir auf die restlichen neun Folgen den Mund enorm wässrig gemacht hat. Nächste Woche folgt eine weitere Hochzeit, und Hochzeiten in Westeros sind immer enorm spaßig…

Game of Thrones Staffel 4:
The Lion and the Rose
Breaker of Chains
Oathkeeper

Siehe auch:
Game of Thrones Staffel 1
Game of Thrones Staffel 2
Game of Thrones Staffel 3

Game of Thrones Staffel 3

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Die deutsche Free-TV-Erstaustrahlung der Game-of-Thrones-Staffeln ist immer toll, da verdoppeln sich die Besucherzahlen dieses Blogs. Leider habe ich es dieses Jahr wieder nicht geschafft, die Staffelbesprechung halbwegs rechtzeitig nach der US-Ausstrahlung hinzubekommen, aber nachdem ich schon über die Einzelepisoden ausführlich geschrieben hatte, erschien mir das dann irgendwie zweitrangig. Aber nun ist es soweit, hier kommt meine Rezension von Staffel 3, inklusive Soundtrack-Besprechung. Das Ganze ist freilich nicht spoilerfrei.

Die Handlung
Der Versuch, die Handlung einer Staffel von „Game of Thrones“ kurz zusammenzufassen wird immer mehr zu einer Farce, schon allein, weil es „die Handlung“ gar nicht gibt. Aber ich versuche es trotzdem, halte es dabei aber sehr knapp und oberflächlich. Für ausführlichere Zusammenfassungen verweise ich auf meine Episoden-Rezensionen.
Nach der Schlacht auf dem Blackwater läuft das Leben in King’s Landing langsam wieder in geregelten Bahnen. Tywin Lannister (Charles Dance) löst nun seinen Sohn Tyrion (Peter Dinklage) als Hand des Königs ab und erledigt die Regierungsgeschäfte für seinen Enkel Joffrey (Jack Gleeson). Die Familie Tyrell sorgt derweil für die Lebensmittelversorgung der Stadt, während Joffreys Verlobte Margaery (Natalie Dormer), die Tochter des Tyrell-Oberhaupts, und Olenna (Diana Rigg), dessen Mutter, sich am Hof einleben und bereits damit beginnen, Intrigen zu spinnen. Die erste misslingt allerdings und hat zur Folge, dass Sansa Stark (Sophie Turner) nun nicht, wie urpsürnglich von den Tyrells geplant, Margaerys Bruder Loras (Finn Jones), sondern Tyrion heiratet.
Auf Dragonstone leckt Stannis Baratheon (Stephen Dillane) derweil seine Wunden, allerdings plant Melisandre (Carice van Houten) schon neue Aktionen, was Davos Seaworth (Liam Cunningham) allerdings nicht sehr positiv aufnimmt – nach einem gescheiterten Mordversuch landet er erst einmal im Kerker von Dragonstone und Melisandre macht einen Ausflug in die Flusslande. Dort trifft sie nicht nur auf die Bruderschaft ohne Banner, eine Bande von Gesetzlosen, angeführt von Beric Dondarrion (Richard Dormer) und dem Roten Priester Thoros (Paul Kaye), sondern auch auf Arya (Maisie Williams), Gendry (Joe Dempsie) und Hot Pie (Ben Hawkey), die versuchen, nach Riverrun zu gelangen.
In Riverrun hält sich derweil Robb Stark (Richard Madden) samt Familie und Hofstaat auf, denn es gibt große Probleme: Nicht nur haben die Eisenmänner den Norden erobert, erschwerend hinzu kommt, dass Robb zwar jede Schlacht gewinnt, aber dennoch den Krieg zu verlieren droht. Es gibt nur einen Mann, der ihn aus dieser Situation befreien kann: Lord Walder Frey (David Bradley), doch dieser ist erzürnt, weil Robb statt einer seiner Töchter Talisa Maegyr (Oona Chaplin) geheiratet hat.
Und zusätzlich ist auch Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) entkommen, der nun auf Geheiß von Catelyn (Michelle Fairley) von Brienne von Tarth (Gwendoline Christie) nach King’s Landing gebracht werden soll. Die beiden geraten in die Hände des gefährlichen Stark-Vasallen Roose Bolton (Michael McElhatton), der ein doppeltes Spiel spielt.
Theon Greyjoy (Alfie Allen), der für den Fall Winterfells verantwortlich ist, hat ganz eigene Probleme, da er einem bösartigen Folterknecht (Iwan Rheon) in die Hände gefallen ist.
Währenddessen bewegen sich im Norden drei verschiedene Gruppen auf die Mauer zu: Bran (Isaac Hempstead-Wright), Osha (Natalia Tena) und Hodor (Kristian Nairn) fliehen vor den Eisenmännern und versuchen, Castle Black und Jon Snow (Kit Harrington) zu erreichen, wobei sie von Jojen (Thomas Sangster) und Meera Reed (Ellie Kendrick), den Kindern des Stark-Vasallen Howland Reed unterstützte werden. Jon Snow ist allerdings gar nicht mehr in Castle Black, sondern hat sich, auf Befehl Qhorin Halfhands, den Wildlingen angeschlossen, um herauszufinden, was ihr Anführer Mance Rayder (Ciarán Hinds), der mit seinen Truppen auf die Mauer zumarschiert, plant. Dabei kommt er der Speerfrau Ygritte (Leslie Rose) sehr viel näher, als für die Mission gut ist.
Und schließlich wären da noch Sam (John Bradley) und die anderen Brüder der Nachtwache, die nach dem Angriff der Weißen Wanderer auf die Faust der Ersten Menschen ebenfalls zur Mauer zurückwollen. Auf dem Weg beschließt Lord-Commander Mormont (James Cosmo), ein weiteres Mal bei Craster (Robert Pugh) zu rasten, was sich allerdings als großer Fehler erweist.
In Essos begibt sich Daenerys (Emilia Clarke) derweil zur Slaver’s Bay, wo sich ihr Robert Baratheons ehemaliger Gardist Ser Barristan Selmy (Ian McElhinney) anschließt. Mit der Armee, die sie dort erhält, ist sie dem Ziel, Westeros zu erobern, nun endlich näher gekommen.

Die Umsetzung
Bei der dritten Staffel ist auffällig, dass sich die Serie insgesamt nun noch weiter von den Büchern entfernt, was allerdings nicht verwunderlich ist. Obwohl „A Storm of Swords“ nun in zwei Staffeln umgesetzt wird, ist der Roman selbst für etwa zwanzig Stunden Serie immer noch zu komplex, weshalb vereinfachende Änderungen schlicht nötig sind. Hinzu kommt, dass Änderungen aus den ersten beiden Staffeln natürlich wieder weitere Änderungen nach sich ziehen. In „A Clash of Kings“ übernimmt Roose Bolton beispielsweise bereits Harrenhal, was in der Serie aber nicht vorkommt, weshalb das nun in der dritten Staffel schnell erledigt werden muss, damit er Jaime und Brienne dort empfangen kann.
Da ich über die Unterschiede zwischen Buch und Serie in den Episoden-Rezensionen schon ziemlich ausführlich gesprochen habe, bemühe ich mich hier nun vor allem um eine Bewertung der einzelnen Handlungsstränge.
Betrachtet man die Episoden einzeln fällt auf, dass diejenigen, die Handlungsstränge ausklammern und sich auf einige Figuren mehr konzentrieren als auf andere, eindeutig die stärkeren sind (das wären in diesem Fall die Folgen 1, 4, 5, 8 und 9). Die restlichen Episoden leiden ein wenig darunter, dass es viele, sehr kurze Szenen gibt, sodass das Ganze in diesen Folgen mitunter an eine extrem hochwertige Clipshow erinnert. Das Staffelfinale hat es diesbezüglich am schlimmsten getroffen, da man offenbar versuchte, noch einmal jede wichtige Figur zu zeigen. Ich persönlich hätte zum Beispiel Daenerys komplett aus Episode 9 gestrichen und die Eroberung Yunkais in Folge 10 gezeigt und stattdessen in Folge 9 Brans Handlungsstrang beendet.
Dieser Eindruck bessert sich allerdings, wenn man mehrere oder alle Folgen am Stück ansieht, so wie es die Schöpfer auch ursprünglich vorgesehen hatten. Dennoch hoffe ich, dass in Staffel 4 der von mir bevorzugte Ansatz noch stärker verfolgt wird
Beginnen wir im Norden: Bei Jon Snow sind meine Gefühle eher gemischter Natur. Das Ganze fängt gut an, vor allem die Umsetzung von Tormund Giantsbane und Mance Rayder (gespielt von Kristofer Hivju und Ciarán Hinds) gefällt mir ausgesprochen gut. Ygritte dagegen geht mir eher auf den Geist, was aber nicht an Rose Leslie liegt, sie spielt die Rolle passend, sondern an der Konzeption der Figur und ihren Dialogen. Auch die Zusätze mit Orell (Mackenzie Crook) finde ich irgendwie überflüssig. Der Höhepunkt dieses Handlungsstrangs ist die ziemlich intensive und gut gelungene Besteigung der Mauer, der Rest ist eher suboptimal.
Sams Handlungsstrang nimmt weniger Platz ein, ist aber dafür buchkonformer. Der Abschied von James Cosmo als Jeor Mormont ist sehr gut gelungen, ebenso wie die Szenen zwischen Sam und Gilly (Hannah Murray) – da stimmt die Chemie. Nur ein kleines Detail stört mich hier: Ich hätte es schön gefunden, wenn die Namensgebungsbräuche der Wildlinge stärker mit eingeflossen wären.
Die Bran-Handlung gehört dagegen zu den schwächsten Teilen der dritten Staffel – immerhin sind auch hier die Szenen meistens recht kurz und es gibt auch verhältnismäßig wenige. Die beiden Reeds bleiben ziemlich blass, und ansonsten passiert einfach kaum etwas – in den Büchern war das allerdings nicht wirklich anders.
Theon Greyjoy hat es in dieser Staffel nicht leicht. Nach „A Clash of Kings“ ist er erst einmal zwei Romane lang abwesend, aber für die Serie wollte man die Figur verständlicherweise nicht einfach für mindestens zwei Staffeln verschwinden lassen, weshalb man sich entschied, seine Folter durch Ramsay Snow zu zeigen. Einerseits spielen sowohl Alfie Allen als auch Iwan Rheon in diesen Szenen wirklich gut, andererseits aber ermüdet die Folterei über die Dauer einer Staffel, das Ganze bewegt sich einfach nicht vorwärts. Für die vierte Staffel hoffe ich da auf eine eindeutige Verbesserung; nach allem, was man bisher gehört hat, werden schon Inhalte aus „A Dance with Dragons“ eingebaut, ich freue schon auf eine Interaktion zwischen Iwan Rheons Ramsay und Michael McElhattons Roose Bolton.
Das „Herzstück“ der dritten Staffel ist letztendlich der Robb/Catelyn-Handlungsstrang, da zu ihm der emotionale Höhepunkt der Staffel gehört – für meinen Geschmack kam dieser allerdings ein wenig zu kurz. Nicht, dass Robb und Catelyn meine Lieblingsfiguren wären und ich unbedingt mehr von ihnen sehen müsste, aber die emotionale Wirkung der Roten Hochzeit wäre noch größer gewesen, wenn die beiden noch ein wenig präsenter gewesen wären. Die Rote Hochzeit, ohnehin DAS TV-Ereignis des letzten Jahres, ist interessanterweise recht weit von der Vorlage entfernt; bei Martin geht es vor allem um Atmosphäre, während in der Serie die Schockwirkung im Vordergrund steht. Für eine TV-Serie ist dies durchaus legitim, der Leser fragt sich allerdings dennoch, wie wohl eine buchgetreuere Adaption ausgesehen hätte. Die Serien-Hochzeit überzeugt dennoch, vor allem wegen David Bradley und Michelle Fairley, die zweifelsohne die beste schauspielerische Leistung dieser Staffel erbracht hat.
Mit Edmure (Tobias Menzies) und Brynden „Blackfish“ Tully (Clive Russell) werden zwei neue Figuren vorgestellt, die beide eigentlich in „A Game of Thrones“ bereits auftauchten, deren Debüt in der Serie aber aus Zeitgründen in die dritte Staffel verlegt wurde. Beide werden gut dargestellt, bleiben aber, ebenfalls aus Mangel an Zeit, verhältnismäßig eindimensional.
Auch in Aryas Handlungsstrang treffen wir zwei neue, interessante Figuren: Lord Beric Dondarrion (Richard Dormer) und Thoros von Myr (Paul Kaye), die beide ebenfalls exzellent gespielt und darüber hinaus auch ein wenig besser beleuchtet werden als die beiden Tullys. Ebenso gelungen sind die Gespräche zwischen Arya und Sandor Clegane (Rory McCann).
Durch Melisandres Reisen kreuzen sich darüber hinaus die Handlungsstränge von Arya und Davos/Stannis/Melisandre. In Letzterem passiert in dieser Staffel allerdings nicht viel, es wird vor allem für Staffel 4 vorbereitet.
Die verbliebenen drei Handlungsstränge – Daenerys, King’s Landing und Jaime/Brienne – sind für mich die stärksten der Staffel. Gerade bei den Kritikern ist auch Daenerys in Staffel 3, ähnlich wie in Staffel 2, nicht wirklich gut weggekommen, aber im Gegensatz zu ihren Abenteuern in Qarth fand ich die Zerstörung von Astapor und die Eroberung von Yunkai schlicht extrem unterhaltsam, nicht zuletzt, weil Dany agiert, anstatt zu reagieren und weil Ser Barristan Selmy, eine meiner Lieblingsfiguren, wieder mitmischt.
King’s Landing ist eigentlich in jeder Staffel interessant, weil es hier immer die größte Ansammlung an Figuren gibt, und Staffel 3 ist da keine Ausnahme, im Gegenteil. Die Anwesenheit der Tyrells und Lord Tywins macht alles noch weitaus interessanter, auch wenn das bedeutet, dass Tyrion, gerade im Vergleich zu Staffel 2, die ja quasi seine Staffel war, ein wenig zurückstecken muss. Als Entschädigung gibt es allerdings die wundervolle Diana Rigg als Lady Olenna Tyrell, und auch Margaery wird um einiges interessanter als in Staffel 2 – oder den Büchern.
Der Jaime/Brienne-Handlungsstrang ist schließlich der emotionale Kern der Staffel, und wenn es einen Aspekt der Bücher gibt, der wirklich annährend perfekt umgesetzt wurde, dann ist es dieser. Nikolaj Coster-Waldau und Gewndoline Christie spielen exzellent, Locke (Noah Taylor) ist ein würdiger und ebenso verachtenswerter Ersatz für Vargo Hoat und alles in allem sind die Szenen einfach perfekt inszeniert, allen voran natürlich die Badeszene. Für mich eindeutig der Gewinner unter den Handlungssträngen der dritten Staffel.

Der Soundtrack
gamesoundtrack
Tracklisting:

01. Main Title
02. A Lannister Always Pays His Debts
03. Dracarys
04. I Paid The Iron Price
05. Chaos Is A Ladder
06. Dark Wings, Dark Words
07. You Know Nothing
08. Wall Of Ice
09. Kingslayer
10. I Have To Go North
11. White Walkers
12. It’s Always Summer Under the Sea (Performed by Kerry Ingram)
13. Reek
14. The Bear and the Maiden Fair (Performed by The Hold Steady)
15. The Night Is Dark
16. The Lannisters Send Their Regards
17. Heir To Winterfell
18. Mhysa
19. For The Realm

Um es gleich vornewegzunehmen: Das Album zur dritten Staffel beinhaltet einige der absoluten Highlights in Ramin Djawadis Schaffen für „Game of Thrones“, als Gesamtpaket bleibt es allerdings hinter der Musik der zweiten Staffel zurück. Dies liegt vor allem daran, das besagte Highlights vor allem aus Variationen von bereits vorhandenen Themen bestehen. Was der der Musik der dritten Staffel fehlt, ist ein starkes neues Thema, etwa für Haus Bolton. Während die Musik zur zweiten Staffel vor allem durch gelungene neue Leitmotive auffiel, etwa für die Greyjoys, für Stannis/Melisandre/R’hllor etc., ist Staffel 3 immer dann am besten, wenn diese Motive weiterentwickelt werden. Das Greyjoy-Thema ist ein schönes Beispiel, das in Reek, passend zu Theons unangenehmer Situation, abgehackt und panisch klingt. Auch die Themen der ersten Staffel tauchen wieder auf, unter anderem das Stark-Thema in I Paid the Iron Price, das hier ebenfalls Theon gilt (es wird in der Szene gespielt, in der er Ramsay gesteht, dass sein wahrer Vater in King’s Landing enthauptet wurde) oder das Lannister/Intrigen-Thema, das Littlefingers Monolog unterlegt (Chaos is a Laddder). Am interessantesten entwickelt sich allerdings ohne Frage Daenerys‘ Thema, das hier eine neue Komponente bekommt: In der Schlussszene der vierten Episode wird ihr Thema um ein marschartiges Chormotiv für die Unberührten erweitert (Dracarys). In Mhysa schließlich taucht ihr Thema abermals in einer völlig neuen Version auf, gesungen von einem Frauenchor, inklusive des Unberührten-Motivs und versetzt mit Elementen des Hauptthemas; die Musik spiegelt hier schön die Entwicklung Danys von der Kriegsherrin zur Befreierin wieder.
Mein persönliches Lieblingsthema, The Rains of Castamere, taucht leider nur einmal auf, aber was für eine Version. Auf eine derartige Instrumentalfassung hatte ich schon gehofft, seit ich das Lied zum ersten Mal gehört habe. Interessanterweise ist A Lannister Always Pays His Debts nicht komplett in der Serie zu hören. Der Anfang erinnert an den diegetischen Einsatz des Themas bei der Roten Hochzeit, der Rest des Stücks (ab 0:50) erklingt am Ende der siebten Folge und untermalt Jaimes Abgang aus Harrenhal („Sorry about the Sapphires“). Apropos Rote Hochzeit, von deren musikalischer Untermalung bin ich ein wenig enttäuscht, da ich gehofft hatte, dass The Rains of Castamere, wie im Roman, durchgehend gespielt wird. Die Untermalung des Gemetzels besteht vor allem aus sehr dissonanten Streichern, erst später wird zaghaft das Stark-Theme dekonstruiert, und ein paar Takte des GoT-Themas sind ebenfalls zu hören (The Lannisters Send Their Regards).
Letztendlich startet das Album mit A Lannister Always Pays His Debts, Dracarys, I Paid the Iron Price, Chaos Is a Ladder und Dark Wings, Dark Words (eine nicht verwendeten Chorsfassung des Hauptthemas, ähnlich wie Mhysa) sehr stark, in der Mitte dominieren allerdings einige ziemlich uninteressante Suspense-Stücke. You Know Nothing ist sogar ein wenig ärgerlich, weil Djawadi das Liebesthema für Robb und Talisa einfach für Jon und Ygritte recycelt und es dabei nicht einmal groß variiert.
Ebenfalls ärgerlich finde ich, dass es einige Stücke aus der Serie gibt, die ich gerne noch auf der CD gehabt hätte, darunter die diegetischen Versionen von The Rains of Castamere und The Bear and the Maiden Fair, das Stück, das erklingt, als die Drachen in der ersten Folge auf Daenerys‘ Schiff zufliegen, das Statement des Baratheon-Themas aus Episode 7 und die subtilen Rains-of-Castamere-Einsätze aus den Folgen 1 und 8,
Neben den eigentlichen Score-Stücken gibt es noch drei „Bonus-Tracks“, die beiden Abspannlieder The Bear and the Maiden Fair von Holdy Steady und It’s Always Summer Under the Sea von Shireen-Darstellerin Kerry Ingram, sowie eine Gitarrenversion des Hauptthemas, gespielt von Ramin Djawadi höchstpersönlich (For the Realm).

Fazit: Trotz einiger Schwächen hält Staffel 3 insgesamt das extrem hohe Niveau und sorgt dafür, dass „Game of Thrones“ nach wie vor das Beste ist, was die Serienlandschaft zu bieten hat.

Trailer

Staffel 3 Episoden-Rezensionen:
Valar Dohaeris
Dark Wings, Dark Words
Walk of Punishment
And Now His Watch Is Ended
Kissed by Fire
The Climb
The Bear and the Maiden Fair
Second Sons
The Rains of Castamere
Mhysa

Siehe auch:
Game of Thrones Staffel 1
Game of Thrones Staffel 2
Game of Thrones – Soundtrack

Game of Thrones Staffel 2

GoT_-_Season_2_Poster
Dieser Artikel ist schon lange überfällig. Ursprünglich hatte ich mir überlegt, bereits nach der US-Ausstrahlung der zweiten Staffel von „Game of Thrones“ etwas zu schreiben, aber irgendwie war mir das zu diesem Zeitpunkt zu aufwändig und ich habe es immer weiter und weiter rausgeschoben. Nun naht schon der Start der dritten Staffel und ich habe immer noch nichts dazu geschrieben, was sich hiermit natürlich ändert.
Allerdings habe ich nun beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. Da am letzten Wochenende die deutsche Free-TV-Ausstrahlung erfolgte, kann ich wohl davon ausgehen, dass Interessierte inzwischen die zweite Staffel gesehen haben, weshalb diese Rezension im Gegensatz zu der der ersten Staffel NICHT spoilerfrei wird. Die Kenntnis der ersten Staffel wird natürlich vorausgesetzt.

Die Handlung
Wie schon Staffel 1 ist auch Staffel 2 die Adaption eines kompletten A-Song-of-Ice-and-Fire-Bandes – logischerweise des zweiten, „A Clash of Kings“. Die Handlung knapp zusammenzufassen ist dabei ein äußerst schwieriges Unterfangen, da die Handlungsstränge, Schauplätze und Personen noch zahlreicher sind als in der ersten Staffel.
Westereos versinkt endgültig im Bürgerkrieg. Nach dem Tod Robert Baratheons zerfallen die Sieben Königreiche und jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben. Auf dem Eisernen Thron sitzt Joffrey Baratheon (Jack Gleeson), der als Sohn Roberts gilt, aber in Wahrheit das Kind von Roberts Frau Cersei Lannister (Lena Headey) und ihrem Bruders Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) ist. Diese Tatsache verbreitet sich allerdings so langsam in den Sieben Königslanden, weshalb es weitere Anwärter gibt. Robert Baratheons Brüder Stannis (Stephen Dillane) und Renly (Gethin Anthony) beanspruchen beide die Krone für sich. Der Anspruch von Ersterem ist der Rechtmäßige, da er der nächste in der Thronfolge ist, allerdings hat Letzterer weitaus mehr Rückhalt bei den diversen Adelshäusern des Reiches. Um dies zu kompensieren schließt Stannis ein Bündnis mit Melisandre (Carice van Houten), einer Priesterin des Feuergottes R’hllor, die über eigenartige Fähigkeiten verfügt, was allerdings seinem Vertrauten Davos Seaworth (Liam Cunningham) absolut nicht zusagt.
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Melisandre von Asshai (Carice van Houten) und Stannis Baratheon (Stephen Dillane)

Nach dem Tod von Eddard Stark wurde dessen ältester Sohn Robb (Richard Madden) von seinen Gefolgsleuten zum König des Nordens ausgerufen und kämpft nun um die Unabhängigkeit seines Reiches. Bisher hat er zwar jede Schlacht gewonnen, aber seine Feinde sind dennoch übermächtig. Aus diesem Grund schickt er Theon Greyjoy (Alfie Allen) zu dessen Vater Balon (Patrick Malahide) auf die Iron Islands, um dessen Hilfe zu erbitten. Einst rebellierte Balon gegen den Eisernen Thron und Eddard Stark nahm ihm seinen einzigen überlebenden Sohn, um sich seine Loyalität zu sichern. Nun, da Eddard Stark tot ist, denkt Balon allerdings gar nicht daran, sich Robb Stark anzuschließen, sondern ernennt sich ebenfalls zum König und greift den Norden an, während Theon feststellen muss, dass er sich von seinem Volk entfremdet hat und dass seine Schwester Yara (Gemma Whelan, im Roman heißt sie Asha) quasi seinen Platz eingenommen hat.
Auch Tywin Lannister (Charles Dance), das Oberhaupt des Hauses Lannister und neue Hand des Königs, ist mit der Gesamtsituation nicht ganz zufrieden, weshalb er bereits kurz nach Eddard Starks Enthauptung seinen Sohn Tyrion (Peter Dinklage) nach King’s Landing geschickt hat, damit dieser an seiner statt als Hand des Königs fungiert und darauf achtgibt, dass Joffrey und Cersei nicht über die Stränge schlagen, was sich als schwierige Aufgabe herausstellt. Der Königshof ist ein Schlangennest, allerdings scheint Tyrion eine Begabung dafür zu haben, mit den Schlangen umzugehen und er stellt fest, dass er ganz in seinem Element ist.
Sansa Stark (Sophie Turner) dagegen möchte nichts lieber, als aus King’s Landing verschwinden. Nach wie vor ist sie mit Joffrey verlobt und darüber hinaus die Gefangene der Lannisters. Und leider wird Joffrey immer grausamer und bösartiger.
Sansas Schwester Arya (Maisie Williams) ist zusammen mit Gendry (Joe Dempsie), einem Bastard Robert Baratheons, auf der Flucht vor den Lannisters. Dummerweise verschlägt es sie nach Harrenhal, wo Lord Tywin gerade hofhält.
Harrenhal
Harrenhal

Anderenorts haben andere Leute auch Probleme abseits der Frage, wie viele Leute in Westeros Anspruch auf die Königswürde erheben. Im hohen Norden, hinter der Mauer, ergründen Jon Snow (Kit Harrington) und seine Brüder von der Nachtwache das Geheimnis der wandelnden Leichen und der sich versammelnden Wildlinge, während Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) nach Khal Drogos Tod und der Geburt ihrer drei Drachen die rote Wüste durchquert und in der exotischen Stadt Qarth ankommt. Der dort herrschende Rat der Dreizehn, allen voran Xaro Xhoan Daxos (Nonso Anozie), ist sehr an den Drachen interessiert, weigert sich jedoch, ihr dabei zu helfen, Westeros zu erobern.

Umsetzung der Vorlage
Im Großen und Ganzen hält sich auch die zweite GoT-Staffel nach wie vor ziemlich eng an die Vorlage, allerdings sind die Abweichungen und Vereinfachungen dieses Mal stärker und gravierender als noch bei Staffel 1. Manches davon ist durchaus positiv und die Serie profitiert davon, anderes erscheint unnötig.
Allgemein gilt „A Clash of Kings“ als ein wenig schwächer als „A Game of Thrones“, eine Meinung, der ich mich anschließe und die somit auch auf die Staffel zutrifft. Sowohl Buch als Staffel leiden unter Zerfaserung. Was auch immer man von Eddard Stark (Sean Bean) gehalten haben mag, er hat als Protagonist die Serie und ihre Figuren doch relativ gut zusammengehalten. Viele der Figuren, die in Staffel 1 durch ihn miteinander verbunden waren (die Stark-Töchter, Cersei und der kleine Rat, teilweise auch Catelyn) haben nun stärker getrennte, eigene Plotstränge, und auch an anderen Stellen „trennen sich die Wege“.
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Ser Davos Seaworth (Liam Cunningham)

Zusätzlich gibt es einige völlig neue Schauplätze, Handlungsstränge und Protagonisten wie etwa Dragonstone und Davos Seaworth, durch dessen Augen der Leser/Zuschauer Stannis Baratheon und Melisandre kennen lernt. Stärker noch als im Buch hat dies in der Serie zur Folge, dass einige Figuren schlicht zu kurz kommen. In den ersten Folgen der zweiten Staffel sind dies vor allem Daenerys und Bran.
Gerade Daenerys‘ Handlungsstrang ist derjenige, der am stärksten vereinfacht und verändert wurde, und das nicht immer zum Positiven. Das Fehlen der toten Stadt, in der Danys Khalasar einen Zwischenhalt einlegt, ist nicht wirklich gravierend, aber die Tatsache, dass einige Figuren ohne ersichtlichen Grund sterben, obwohl sie im Roman überleben, wirft doch gewisse Fragen auf, ebenso wie die Darstellung Xaro Xhoan Daxos‘. In der Vorlage will er zwar Daenerys ebenfalls heiraten, verhält sich aber eigentlich recht anständig und steht mit Dany auf gutem Fuß, als sie Qarth schließlich verlässt. In der Serie dagegen ist er eindeutig ein Schurke, der mit dem Hexenmeister Pyat Pree eine Intrige spinnt, um die Herrschaft über Qarth an sich zu reißen, während der Hexenmeister hinter den Drachen her ist und sie schließlich entführt. Die Intrige endet schließlich mit dem (scheinbaren) Tod Xaro Xhoan Daxos‘. Dieses Komplott existiert im Roman nicht und wirft auch die Frage auf, wie es wohl mit Daenerys in den kommenden Staffeln weitergeht und ob noch größere Abweichungen von der Vorlage zu erwarten sind. Da ihr Handlungsstrang derjenige ist, der am stärksten von den anderen losgelöst ist (zumindest noch), sind hier auch die meisten Änderungen möglich, ohne dass ein Dominoeffekt entsteht. Die Frage ist, ob dies nun positiv oder negativ ist. Zumindest Xaros Verschurkung hätte meinetwegen nicht unbedingt sein müssen.
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Xaro Xohan Daxos (Nonso Anozie)

Theon Greyjoys Handlungsstrang wird im Gegensatz dazu relativ buchgetreu umgesetzt (auch wenn die Eroberung Winterfells ein wenig arg plötzlich kommt), doch am Ende gibt es ebenfalls eine Änderung, die die Frage aufwirft, wie sich das weiterentwickelt. Während er im Buch von Ramsay Snow, dem Bastard von Roose Bolton, gefangen genommen wird (was die Figur enorm zeichnet), wird er in der Serie lediglich von einem seiner Männer niedergeschlagen. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass er zu Beginn der nächsten Staffel in Ramsays Hände gerät. Während er in den Büchern erst wieder in „A Dance with Dragons“ auftaucht, sind die Autoren der Serie möglicherweise der Meinung, dass es kontraproduktiv wäre, ihn so lange pausieren zu lassen.
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Yara Greyjoy (Gemma Whelan)

Aus einem ähnlichen Grund verlegte man wohl einige Ereignisse aus „A Storm of Swords“ bereits vor. Jaime Lannister hat in „A Clash of Kings“ nun wahrlich nicht viel zu tun, weshalb die Autoren entschieden, seinen Aufbruch mit Brienne bereits früher zu zeigen. Ebenso wird Robb Starks verhängnisvolle Hochzeit, die in den Büchern offscreen geschieht, gezeigt und seine Frau (Oona Chaplin) wird sehr viel früher eingeführt – auch wenn sie in der Serie Talisa Maegyr und nicht Jeyne Westerling heißt. Auch hat man sich bemüht, Robbs Ehefrau ein wenig mehr Charakter zu geben als in den Büchern. Ob das wirklich gut gelungen ist, ist diskutabel, die grundsätzliche Absicht, die mit der Umstrukturierung einhergeht, ist aber nachvollziehbar und nützlich. Wie schon in der erste Staffel wird auch weiterhin die Tatsache genutzt, dass man nicht so eng an die POV-Charaktere gebunden ist, sodass man einige zusätzliche Szenen einbauen konnte, etwa ein Gespräch zwischen Littlefinger und den Tyrells oder mehr von Robb Stark.
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Talisa Maegyr (Oona Chaplin)

Eine weitere, sehr gelungene Änderung findet sich bei Aryas Handlungsstrang. Dieser ist ebenfalls ein wenig vereinfacht (es fehlen u.a. die Übernahme Harrenhals durch Roose Bolton, der Blutige Mummenschanz und viele der kleinen Szenen und Details), im Kern (in meinen Augen ist dieser das Verhältnis zwischen Arya und Jaquen) allerdings intakt und statt der oben genannten Details durch ein anderes erweitert: Arya wird Lord Tywins Mundschenk. Dies ist eine interessante Konstellation, die zu ebenso interessanten Gesprächen zwischen den beiden führt, bei denen sogar eine merkwürdige, aber nachvollziehbare Sympathie entsteht und Tywin ein wenig zu einer Vaterfigur für sie wird.
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Arya Stark (Maisie Williams) als Lord Tywin Lannisters (Charles Dance) Mundschenk

Einige der Probleme der Vorlage ließen sich allerdings leider nicht vermeiden. Buch wie Serie zieht sich vor allem im Mittelteil etwas, und zwei, drei Folgen lang geht es kaum voran. Der Aufbau ist enorm und mitunter ein wenig unausgewogen (Stannis etwa hätte als größere Gefahr inszeniert werden können und sollen) aber letztendlich zahlt er sich aus. Insgesamt finde ich Staffel 2 ein wenig schwächer als Staffel 1, allerdings hat Staffel 2 dafür die beste Einzelepisode der Serie: „Blackwater“ (Episode 9). In diese Episode, die George R. R. Martin persönlich geschrieben hat, wurde der Fokus ausschließlich auf King’s Landing und die dort stattfindende Schlacht gelegt, was auf eine größere Spannung und atmosphärische Verdichtung hinausläuft. Damit dies allerdings gut funktionieren kann, wurden andere Ereignisse umstrukturiert, um „Blackwater“ besser als Höhepunkt hervorheben zu können, während die letzte Episode dazu dient, die Handlungsstränge für Staffel 3 vorzubereiten.
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Seefeuer auf dem Blackwater

Zwei Elemente, die sogar fast noch besser sind als in Staffel 1 sind Produktionsdesign und Spezialeffekte. Egal ob Qarth, Harrenhal, Dragonstone, das Seefeuer bei der Schlacht um King’s Landing, alles ist beeindruckend und so überzeugend, wie es für eine TV-Serie mit doch relativ beschränktem Budget (jedenfalls im Vergleich zu einem Kinofilm) nur möglich ist.
Trotz einiger unausgewogener Elemente und unnötigen Änderungen ist auch Staffel 2 im Großen und Ganzen eine gelungene Adaption der Romanvorlage.

Figuren und Darsteller
Schon die erste Staffel hatte eine Figurenriege gewaltigen Ausmaßes, und obwohl ein paar das Ende nicht erlebt haben, ist diese Figurenriege mit Staffel 2 noch um einiges größer geworden.
Beginnen wir mit den Leuten von Dragonstone, also Stannis Baratheon und seinem Hofstaat. Hier sind drei Figuren von großer Bedeutung: Stannis (Stephen Dillane) selbst, Ser Davos Seaworth, der Zwiebelritter (Liam Cunningham) und Melisandre von Asshai, die rote Priesterin (Carice van Houten). Stannis ist in meinen Augen leider nicht völlig gelungen, was allerdings nicht ausschließlich an Stephen Dillane liegt (obwohl ich ihn für ein wenig zu blass und unmarkant halte), da er schlicht zu wenig Zeit hat, um seinen Charakter besser ausbauen zu können. Mit Melisandre und Davos bin ich dagegen ziemlich einverstanden. Carice van Houten entspricht meiner Vorstellung der „untypischen“ Schönheit Melisandres, wie sie im Buch beschrieben wird, relativ gut und bringt auch die nötige mysteriöse Aura mit. Liam Cunningham ist eindeutig eine Idealbesetzung für Davos und spielt den aufgestiegenen, loyalen Zwiebelritter so gut wie es nur irgend möglich ist, nicht zuletzt wegen seines markanten Gesichts und seiner ebenso markanten Stimme.
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Balon Greyjoy (Patrick Malahide), Jaqen H’gar (Tom Wlaschiha) und Brienne von Tarth (Gwendoline Christie)

Auch mit den Neulingen von Pyke, Yara/Asha (Gemma Whelan) und Balon Greyjoy (Patrick Malahide) bin ich ziemlich zufrieden. Gemma Whelan sieht zwar nicht unbedingt aus wie ihr Gegenstück aus dem Roman, aber die Arroganz stellt sie hervorragend dar. Patrick Malahide ist ebenfalls überzeugend, erinnert mich aber irgendwie immer an Hans Werner Olm.
Im Gegensatz dazu hat Nonso Anozie mit Xaro Xhoan Daxos, wie er im Buch beschrieben wird, nun wirklich kaum etwas zu tun, sowohl was Aussehen als auch Verhalten betrifft (besonders in späteren Episoden), wofür allerdings das Drehbuch verantwortlich gemacht werden muss und nicht der Schauspieler.
Tom Wlaschiha als Jaquen H’ghar finde ich wiederrum ausgezeichnet, was aber auch mit persönlicher Präferenz zusammenhängen könnte. Tom Wlaschiha habe ich während der Dragon Days in Stuttgart live gesehen, wo er Fragen beantwortet und aus „A Clash of Kings“ (bzw. dem deutschen Teilband „Die Saat des goldenen Löwen“) vorgelesen hat. Dabei hat er einen sehr symphytischen, humorvollen und bodenständigen Eindruck gemacht.
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Ygritte (Leslie Rose)

In Jon Snows Handlungsstrang gibt es noch zwei relativ wichtige neue Figuren: Qhorin Halfhand (Simon Armstrong) und Ygritte (Rose Leslie). Beide haben nicht allzu viel Zeit, aber vor allem Rose Leslies Interpretation von Ygritte finde ich äußerst gelungen, obwohl sie für die Rolle ein wenig zu hübsch ist.
Und schließlich gibt es noch zwei weitere wichtige Frauenfiguren aus dem Umfeld Renly Baratheons: Margaery Tyrell (Natalie Dormer) und Brienne von Tarth (Gwendoline Christie). Bei Ersterer weiß ich nicht so recht, was ich von ihr halten soll; Natalie Dormer ist eindeutig zu alt und die Rolle ist Anne Boleyn zu ähnliche, die Dormer in „The Tudors“ gespielt hat. Gwendoline Christie dagegen ist eine sehr gute Besetzung, allerdings kommt ihr Potential noch nicht voll zur Geltung (und wie Rose Leslie sieht sie zu gut aus).
Von der alten Garde sind es vor allem Lannisters, die zu glänzen wissen: Peter Dinklage und Charles Dance, die Schauspieler von Tyrion und Tywin Lannister, dominieren jede Szene, in der sie auftauchen. Vor allem Tywin zeigt durch die Konversationen mit Arya Stark (Maisie Williams) eine neue Facette, die Dance gekonnt umsetzt. Es wäre allerdings schön, wenn Maisie Williams ein wenig stärker mit ihrer Mimik arbeiten würde.
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Margaery Tyrell (Natalie Dormer)

Auch bei Lena Headey (Cersei Lannister) fällt mein Urteil ein wenig zwiegespalten aus, manchmal ist wirklich gut und manchmal ein wenig lustlos. Allerdings springt Cersei in Staffel 2 ein wenig zu sehr zwischen Eiskönigin und verletzlicher Mutter hin und her.
Die meisten anderen sind auf ähnlichem Niveau wie in Staffel 1, viele kommen allerdings aufgrund der neuen Handlungsstränge zu kurz. Die Ausnahme hiervon ist Alfie Allen als Theon Greyjoys, bei dem ich zwiegespalten bin. Einerseits verkörpert er den Charakter ziemlich gut, andererseits geht mir Theon aber jedes Mal fürchterlich auf die Nerven, was allerdings schon im Buch der Fall war.
Alles in Allem sind die schauspielerischen Leistungen durchweg solide bis sehr gut.

Die deutsche Version
Da ich Staffel 1 nur auszugsweise auf Deutsch gesehen habe, beschloss ich dieses Mal, mir die RTL2-Version der Hauptsendezeit zu geben und…autsch. Die eigentliche Synchro ist im Großen und Ganzen halbwegs annehmbar; der normale Standard eben, allerdings sind einige Figuren relativ schlecht getroffen. Dazu gehören in erster Linie Cersei Lannister, Jorah Mormont, Tywin Lannsister, Tyrion Lannister und Melisandre. Alle Schauspieler dieser Rollen haben sehr markante Stimmen; die Wahl der deutschen Sprecher fand ich bei ihnen durchweg ziemlich unpassend.
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Daenerys (Emilia Clarke) und Ser Jorah Mormont (Iain Glen) auf der Suche nach den verschwundenen Drachen

Wirklich schmerzhaft sind dagegen die Schnitte und die deutsche Übersetzung. Erstere sollten eigentlich nicht verwundern, denn „Game of Thrones“ ist nun mal wirklich nichts für schwache Gemüter. Allerdings zeigt sich an einer Stelle besonders gut, wie schädigend derartige Schnitte sein können, da viele bedeutsame Details verloren gehen. In Episode 6 („The Old Gods and the New“) verurteilt Theon Greyjoy, nachdem er Winterfell erobert hat, Ser Rodrik zum Tod, und nach Sitte des Nordens ist er es auch, der das Richtschwert führt. Theon ist allerdings nicht in der Lage, Ser Rodrik mit einem Streich zu töten, sodass das Ganze zu einer ziemlich Sauerei wird. Hierdurch wird schön gezeigt, wie sehr sich Theon letztendlich von seinem Ziehvater Eddard Stark unterscheidet. In der geschnittenen Version tötet er dagegen mit einem Hieb, wodurch die ganze Bedeutung der Szene verloren geht.
Noch grausamer ist die deutsche Übersetzung. Ich bin ein Anhänger der ersten Übersetzung der Romane, in der fast sämtliche Eigennamen englische belassen wurden. Die zwanghafte Eindeutschung der neuen (bzw. überarbeiteten Übersetzung), die auch für die deutsche Fassung der Serie verwendet wird, ist bestenfalls erzwungen und unelegant, schlimmstenfalls inkonsequent und unzutreffend. Königsmund für King’s Landing zum Beispiel: Die Stadt heißt so, weil Aegon der Eroberer dort gelandet ist. Noch unbegreiflicher ist Lennishort für Lannisport. Ich habe schon nicht verstanden, weshalb man die deutschen Lennisters so schreibt, aber warum nicht einfach Lennishafen? Klingt zwar dämlich, aber auch nicht dämlicher als Lennishort, und es wäre korrekt.
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Tyrion Lannister (Peter Dinklage) als Hand des Königs

Die Inkonsequenz zeigt sich vor allem bei Namen wie „Stark“ und „Winterfell“, die im Original belassen wurden. Und warum zur Hölle wird Mance Rayders Vorname „Manke“ ausgesprochen?
Leider befürchte ich, dass all diese Verunstaltungen der Preis für die Popularität von „Game of Thrones“ in Deutschland sind, die wiederrum dafür sorgt, dass weitere Staffeln gedreht werden. Dennoch, für mich Grund genug, Fernsehserie und Romane ausschließlich im Original zu konsumieren – glücklicherweise erscheinen DVD und BD bereits am 5. April.

Fazit: Die zweite Staffel von „Game of Thrones“ setzt die erste nahtlos fort, kommt allerdings qualitativ nicht ganz an diese heran, vor allem wegen einiger etwas unglücklicher struktureller Entscheidungen einiger unnötiger Veränderungen und einiger Schwächen, die bereits „A Clash of Kings“ aufweist. Dafür hat Staffel 2 aber die stärkste Einzelepisode der Serie („Blackwater“) und weiß im Großen und Ganzen trotz kleinerer Schwächen letztendlich zu überzeugen – „Game of Thrones“ gehört nach wie vor zum Besten, was im Bereich Fernsehen und Fantasy existiert. Staffel 3 (US-Start am 31. März) kann kommen.

Trailer: War of the Five Kings
Trailer: Price for our Sins

Siehe auch:
Game of Thrones Staffel 1
Game of Thrones Staffel 3
Game of Thrones – Soundtrack
Stück der Woche: The Rains of Castamere