Rogue One: A Star Wars Story

rogueone
Story:
Das Imperium steht kurz vor der Fertigstellung des Todessterns, die Allianz der Rebellen muss handeln. Der Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen), der an der Entwicklung des Todessterns beteiligt war, erweist sich diesbezüglich als wichtiges Puzzlestück, denn er hat Bodhi Rook (Riz Ahmed), einen abtrünnigen Piloten, nach Jedha zu seinem alten Freund, dem Rebellenextremisten Saw Gerrera (Forest Whitaker) geschickt, um der Allianz wichtige Informationen zukommen zu lassen. Doch Gerrera erweist sich als nicht sehr umgänglich, weshalb die Allianz Galens Tochter Jyn (Felicity Jones) ausfindig macht, damit diese in Begleitung des Rebellenagenten Cassian Andor (Diego Luna) und des umprogrammierten imperialen Droiden K-2SO (Alan Tudyk) mit Gerrera Kontakt aufnimmt. Ihnen auf den Fersen ist Orson Krennic (Ben Mendelsohn), Direktor der imperialen Waffenforschung und Verantwortlicher für den Bau des Todessterns, der bemüht ist, das Sicherheitsleck zu stopfen – mit allen Mitteln…

Kritik: Im Vorfeld erwies sich „Rogue One“ bereits als problematisch: Informationen über umfassende Nachdrehs wuchsen zu monströsen Gerüchten heran. Diesbezüglich kann ich schon einmal Entwarnung geben, „Rogue One“ ist kein Desaster á la „Suicide Squad“. Zwar merkt man hin und wieder die eine oder andere Unebenheit, aber insgesamt weiß der erste Star-Wars-Realfilm ohne das Wörtchen „Episode“ im Titel (über diverse Jugendsünden des Franchise breiten wir lieber den Mantel des Schweigens) zu überzeugen. Überaschenderweise ist „Rogue One“, trotz Drehbuchneufassungen, Nachdrehs und (je nach dem, wem man glaubt) Teil- bzw. Komplettersetzung des Regisseurs Gareth Edwards durch Tony Gilroy ein überwiegend kohärenter Film geworden. Das größte Problem in dieser Hinsicht ist die etwas holprige Erzählstruktur zu Beginn. Hier werden sehr schnell sehr viele Planeten und Figuren vorgestellt; wer sich nicht ein wenig vorinformiert hat, könnte etwas schwimmen. Insgesamt ist die Story des Films zwar sehr geradlinig und vorhersehbar (nun ja, wir wissen ja ohnehin alle, dass die Rebellen am Ende die Todessternpläne erbeuten), aber der erste Akt des Films ist etwas behäbig und umständlich erzählt, weshalb „Rogue One“ eine Weile braucht, um in die Gänge zu kommen. Erfreulicherweise steigert sich „Rogue One“ jedoch konstant und legt einen wirklich grandiosen und kompromisslosen dritten Akt vor, der den nicht ganz so gelungenen Anfang des Films mehr als ausgleicht und ein überwältigendes Action- und Effektfeuerwerk auf den Zuschauer loslässt.

Um meinen weiteren Gesamteindruck von „Rogue One“ zu vermitteln, möchte ich „Das Erwachen der Macht“ vergleichend heranziehen. Episode VII spielt gut dreißig Jahre nach der klassischen Trilogie, während die Ereignisse von „Rogue One“ nur kurze Zeit vor „Eine neue Hoffnung“ stattfinden. Trotzdem ist „Das Erwachen der Macht“ der Film, der der OT weitaus näher steht, denn während sich „Rogue One“ zwar der klassischen optischen Ausstattung (Schiffe, Sturmtruppenrüstungen etc.) der OT bedient, entfernt sich das Spin-off doch weit vom typischen Gefühl der Episoden und geht andere Wege. Unter anderem wurde der Humor stark zurückgefahren, ist trockener, grimmiger und kommt in erster Linie von K-2SO – ohnehin der heimliche Star des Films. Vom märchenhaft-mythologischen Flair der Episoden ist ebenfalls nicht mehr viel geblieben; wie zu erwarten war ist „Rogue One“ in erster Linie ein Kriegsfilm und als solcher der bisher grimmigste und bodenständigste Film des Franchise. Manch einem Zuschauer oder Kritiker geht das schon zu weit, hin und wieder hört und liest man, in „Rogue One“ fehle die „Star-Wars-Magie“. Ich kann diesen Kritikpunkt verstehen, teile ihn aber nicht. Gerade Fans des alten EU dürften sich mit „Rogue One“ sehr viel leichter tun als Zuschauer, die lediglich die Episoden gesehen haben. In Comics und Romanen gibt es schon seit vielen Jahren ein düstereres, dreckigeres Star Wars, das ohne die Jedi oder andere mythische Elemente auskommt. So spielt die Macht in „Rogue One“ eine ziemlich untergeordnete Rolle, was in einer Zeit, in der die Jedi so gut wie ausgelöscht sind, völlig legitim ist. Ganz allgemein erinnert „Rogue One“ an ein EU-Werk, das eher zufällig ein Film statt eines Romans oder eines Comics ist. Dieser Eindruck wird nicht nur durch die Atmosphäre und die Einbettung zwischen die Episoden geweckt, sondern auch durch die Gastauftritte bekannter Figuren und diverse Anspielungen, die sich mit ein, zwei Ausnahmen besser in den Kontext des Films einfügen als ähnlich geartete Elemente in „Das Erwachen der Macht“. Besonders hat mich gefreut, dass sogar diverse Prequel-Anspielungen zu finden sind.

Nicht nur bezüglich des Tonfalls, auch in anderen Bereichen erweist sich „Rogue One“ als sehr viel innovativer als Episode VII. Wo dort die Planeten ziemlich langweilig und uninteressant waren, schafft es „Rogue One“ wirklich, interessante Schauplätze zu generieren. Das betrifft vor allem Jedha, den Hauptschauplatz des ersten Aktes. Ja, es handelt sich dabei nochmal um eine Wüstenwelt, aber der Unterschied zu Jakku könnte nicht größer sein. Was vor allem auffällt: Jakku wirkte stets wie eine Kulisse für Reys Handlungsbogen und nicht mehr. Jedha dagegen ist eine lebendige Welt, wir sehen, wenn auch nur kurz, Ausschnitte aus dem Leben der Bewohner unter dem Imperium; es tobt ein Konflikt zwischen Imperialen und Saw Gerreras Partisanen. Kurz und gut, man hat das Gefühl, hier laufen noch viel mehr Geschichten parallel ab, die die Geschichte dieses Films mehr oder weniger zufällig kreuzen. Mehr davon! Und wo wir gerade von Saw Gerrera sprechen: Ein weiterer Pluspunkt ist die Zeichnung der Rebellion, die hier als äußerst heterogene Gemeinschaft dargestellt wird und nicht einfach nur „die Guten“ sind. Gareth Edwards, Tony Gilroy und Mit-Drehbuchautor Chris Weitz bemühen sich um Grautöne bei der Allianz, sie zeigen eine uneinige Führung, Extremisten und unlautere Methoden – Freiheitskämpfer für die einen, Terroristen für die anderen.

Mit dieser Stärke hängen allerdings auch die größten Schwächen des Films zusammen. Die Allianz wird zwar vielschichtig, die Rebellen selbst aber nicht besonders tiefgründig dargestellt. Aufgrund des großen Casts und des breiten Figurenspektrums werden Figurenmotivationen und Charakterentwicklung eher angedeutet als ausgearbeitet – diesbezüglich schneidet „Das Erwachen der Macht“ mit dem eindeutigen Fokus auf Rey und Finn besser ab. Die Figur, die besten ausgearbeitet ist, ist Jyn Erso, und selbst hier geht der Film nicht besonders ins Detail. Leider trifft das auch auf die Schurken zu. Anders als die Rebellion haben wir es hier ohne Zweifel mit genau dem Imperium der Filme zu tun. Ben Mendelsohn spielt Orson Krennic zwar überzeugend, aber die Figur selbst bleibt flach und stereotyp, wenn man nicht den Prequel-Roman „Catalyst“ von James Luceno gelesen hat. Das ist besonders schade, da man gerade hier die Gelegenheit gehabt hätte, sich mit imperialer Ideologie zu beschäftigen und das Imperium etwas nachvollziehbarer zu zeichnen. Anders als die Rebellen sind die Imperialen in „Rogue One“ einfach „die Bösen“.

Besonders lobend möchte ich zum Schluss noch Michael Giacchino erwähnen, dem es in nur wenigen Wochen gelungen ist, einen absolut überzeugenden Score zu komponieren, die bereits bestehenden Williams-Themen und Stilmittel gelungen und sinnvoll einzuarbeiten und ansprechende neue Leitmotive zu schreiben.

Fazit: „Rogue One: A Star Wars Story“ mag bezüglich der Erzählstruktur und der Figuren ein paar Probleme haben, ist aber ansonsten ein vollauf gelungener Star-Wars-Kriegsfilm, der sich weitaus unkonventioneller und frischer anfühlt als die übermäßig nostalgisch aufgeladene Episode VII.

Trailer

Siehe auch:
Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Meinung
Catalyst: A Rogue One Novel

Catalyst: A Rogue One Novel

catalyst
Im Star-Wars-Fandom gilt James Luceno als Lückenfüller und Verknüpfer – und das sollte hier als Lob verstanden werden. Mit „Schleier der Täuschung“ und „Darth Plagueis“ gelang es ihm erfolgreich, die unzureichend erläuterten politischen Elemente von Episode I logisch und nachvollziehbar zu unterfüttern, und mit „Labyrinth des Bösen“ griff er die losen Fäden der Klonkriege auf und überführte sie in Episode III. Sein neuester Roman mit dem Titel „Catalyst“ tut etwas Ähnliches für das anstehende erste Star-Wars-Spin-off „Rogue One“; Luceno erläutert Hintergründe und stellt einige Figuren sehr ausführlich vor.

Ähnlich wie „Darth Plagueis“ ist auch „Catalyst“ ein verknüpfender Roman. Die Handlung startet im ersten Jahr der Klonkriegen und deckt die folgenden fünf Jahre ab, im Fokus stehen Galen Erso und Orson Krennic, im Film verkörpert von Mads Mikkelsen und Ben Mendelsohn. Bereits zu Anfang enthüllt der Roman einige interessante Details: Der Bau des Todessterns beginnt bereits, initiiert von der Republik, während der Klonkriege. Auch hier hat natürlich Palpatine seine Finger im Spiel, er täuscht gewissermaßen ein Superwaffenwettrüsten zwischen Republik und Separatisten vor; das erklärt unter anderem auch, weshalb der Todesstern am Ende von „Die Rache der Sith“ schon so weit fortgeschritten ist. Krennic fungiert dabei als verantwortlicher Kommandant des Projekts, während Galen Erso als Forscher im Bereich der Energiegewinnung tätig ist und sich auf Kyber-Kristalle spezialisiert hat. Ersos Forschung könnte für den Erfolg des Todessternlasers unabdinglich sein, dummerweise ist er aber absoluter Pazifist und lässt sich nicht für militärische Forschung einspannen.

Die Beziehung zwischen Erso und Krennic ist das Herz des Romans. Vor allem Letzterer wird als äußerst interessante Figur gezeichnet, der zwar einerseits ein absoluter Opportunist ist, aber andererseits sehr geschickt und subtil vorgeht, anders viele andere imperiale Schurken. Die Art und Weise, wie er Erso bearbeitet, die anfängliche Freundschaft zu ihm ausnutzt und ihn und seine Forschung nach und nach ausbeutet, ist höchst faszinierend.

Mit Ersos Frau Lyra baut Luceno allerdings auch einen Gegenpart zu Krennic auf. Lyra ist in mehr als einer Hinsicht eine höchst interessante Figur. „Catalyst“ ist bezüglich vieler typischer Star-Wars-Elemente ein sehr indirekter Roman. Weder Jedi und Lichtschwerter, noch Vader und Palpatine kommen tatsächlich direkt im Roman vor, gleichzeitig ist ihre Präsenz bzw. ihr Vermächtnis stets spürbar. Lyra vertritt dabei die Jedi. Sie ist minimal machtsensitiv und versucht, nach den Prinzipien des Ordens zu leben, weshalb Order 66 sie ziemlich hart trifft. Sie ist auch diejenige, die Krennics Manipulationen durchschaut und als Galen Ersos Anker fungiert.

Die Kyber-Kristalle, die Energiequelle der Lichtschwerter, sind ein weiterer Jedi-Aspekt, der in der Handlung eine wichtige Rolle spielt. In gewisser Weise pervertieren Krennic und Erso (Letzterer allerdings unwissend) das Erbe der Jedi, um eine planetenvernichtende Waffe zu erschaffen. Mich erinnert das entfernt an eine Äußerung von Palpatine aus „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ (ebenfalls von James Luceno); der Imperator erklärt dort, dass die Sith Lichtschwerter primär noch verwenden, um die Jedi zu verspotten und ihr Vermächtnis zu besudeln. Zwar ist dieser Roman inzwischen nicht mehr Kanon, aber die Verwendung der Kyber-Kristalle für den Todessternlaser passt perfekt zu dieser Geisteshaltung; vermutlich amüsiert sich Palpatine köstlich über diese Angelegenheit.

Abermals zeigt Luceno mit „Catalyst“, wie gut er darin ist, alles miteinander zu verknüpfen. Die Prequels, die OT, „Rogue One“, „The Clone Wars“ und Lucenos eigener Kanon-Roman „Tarkin“ werden durch „Catalyst“ ziemlich effektiv miteinander verbunden. Der spätere erste Großmoff des Galaktischen Imperiums spielt ebenfalls eine kleine, wenn auch wichtige Rolle und fügt der Handlung einen weiteren interessanten Aspekt hinzu. Tarkin ist der erste Name, der gemeinhin mit dem Todesstern assoziiert wird. Tatsächlich sind Krennic und Tarkin hier Rivalen, die konstant und über die gesamte Laufzeit des Romans gegeneinander intrigieren, um den anderen schlecht aussehen zu lassen, dabei aber versuchen, den Bau des Todessterns nicht zu kompromittieren. In diesem Zusammenhang drängt sich natürlich die Frage auf, ob Tarkin in „Rogue One“ zu sehen sein wird. Das Gerücht, Peter Cushing könne per CGI wiedererweckt werden, hält sich hartnäckig und es gibt durchaus einige Indizien, da dafür sprechen, nicht zuletzt die prominente Rolle, die Tarkin in diesem Roman spielt.

Wie dem auch sei, noch zwei weitere Figuren aus „Rogue One“ werden in „Catalyst“ vorgestellt, wenn auch bei weitem nicht so ausführlich wie Krennic und Erso. Jyn Erso, die eigentliche Protagonistin des Films, taucht als Baby und sehr aufgewecktes und liebenswertes Kleinkind auf. Ebenso bekommt Saw Gerrera, der von Forrest Whitaker gespielte Clone-Wars-Immigrant einen ersten, wenn auch nicht allzu aufschlussreichen Aufritt, der aber immerhin verdeutlicht, dass Jyn und Saw bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben.

Insgesamt ist „Catalyst“ ein Roman, der eher interessant als spannend ist, er lebt von der Charakterinteraktion, den Details und den Zusammenführungen; Action und Raumschlachten sind dagegen Mangelware und spielen kaum eine Rolle. Ich persönlich fand vor allem das erste Drittel, das den Leser noch einmal in die Klonkriege zurückbringt, extrem gelungen, in der Mitte entsteht allerdings die eine oder andere Länge. Mein größter Kritikpunkt ist wohl, dass „Catalyst“ vor allem aus Aufbau besteht, während sich eine tatsächliche Auflösung kaum findet; das Ende des Romans ist ziemlich abrupt. Angesichts seines Prequel-Status war das zwar zu erwarten, aber ähnlich gelagerte Romane, etwa „Labyrinth des Bösen“, fühlte sich runder, abgeschlossener und insgesamt selbstständiger an.

Bislang ist es noch relativ schwer zu sagen, wie essentiell die Lektüre von Lucenos Roman für den Genuss des Filmes ist. Ich würde vermuten, dass es ohne Kenntnisse zwar nicht zu Verständnisproblemen kommen wird, dass „Catalyst“ „Rogue One“ allerdings eine zusätzliche Ebene und größere Figurentiefe verleiht.

Fazit: „Catalyst“ eignet sich wunderbar zur Vorbereitung auf „Rogue One“, sofern man nicht unbedingt Action, Jedi oder allzu viele Rebellen dafür benötigt – Luceno verknüpft gekonnt diverse lose Fäden, füllt Lücken und macht aus Galen Erso und Orson Krennic interessante Figuren, von denen man mehr sehen möchte. Wegen des abrupten Endes und der einen oder anderen Länge im Mittelteil bleibt „Catalyst“ zwar hinter Lucenos besten Werken zurück, gehört aber ansonsten zu den gelungensten Kanonromanen.

Siehe auch:
Labyrinth des Bösen
Darth Plagueis
Tarkin

Die Rache der Sith

rots
Ich habe ja schon das eine oder andere Mal Matthew Stovers Romanadaption von „Die Rache der Sith“ positiv erwähnt, diese Erwähnungen werden besagtem Roman aber letztendlich nicht wirklich gerecht, was u.a. daran liegt, dass ich mich vor allem mit dem Thema „Adaption“ auseinandergesetzt habe und nicht wirklich mit dem Roman als solchem – deshalb kommt nun auch die lange, ausführliche und überfällige Rezension. Ich denke, über den Inhalt muss ich nicht allzu viele Worte verlieren, der dürfte hinlänglich bekannt sein: Anakin Skywalker verfällt der Dunklen Seite der Macht und wird Darth Vader, Palpatine alias Darth Sidious lässt die Jedi vernichten und gründet das Imperium und am Ende gibt es eine neue Hoffnung in Form zweier Babys, die auf Tatooine und Alderaan aufwachsen.

„Die Rache der Sith“ unterscheidet sich nicht nur von jedem der anderen SW-Filmromane (wie ich an anderer Stelle bereits sagte, begnügt sich Stover keinesfalls damit, einfach nur das Drehbuch in Romanform umzuschreiben und ein paar zusätzliche Szenen hinzuzufügen), sondern auch von jedem verfügbaren SW-Roman überhaupt. Das fängt schon beim Stil an, der zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, selbst wenn man zuvor bereits andere Stover-Romane wie „Verräter“ oder „Shatterpoint“ gelesen hat. „Die Rache der Sith“ ist eine große Geschichte, und Stover versucht, dem gerecht zu werden, indem er seinen Stil „episiert“ – der Prolog ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Wie man das bewertet, hängt letztendlich sehr stark von der eigenen Perspektive ab; der hier gewählte, mit anschaulichen Metaphern (etwa ein Drache für Anakin Skywalkers Ängste) ausgeschmückte Stil könnte sehr leicht schwülstig wirken. Die Betonung liegt auf könnte, denn in meinen Augen funktioniert er ausgezeichnet. Stover hat genau das richtige Maß gefunden, ohne zu übertreiben.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Besonderheit, die zu Anfang gewöhnungsbedürftig ist: Immer wieder hält Stover die Handlung an, wechselt ins Präsens und dringt in das Innenleben der Figuren ein, meistens mit Einleitungssätzen wie „Das ist Obi-Wan Kenobi“ oder „So fühlt es sich an, Anakin Skywalker zu sein“. Sobald man sich allerdings daran gewöhnt hat, stellt man fest, dass diese Passagen tatsächlich mitunter die interessantesten Teile des Romans sind, denn Stover belässt es nicht bei oberflächlichen Gefühlsbeschreibungen, er geht hier wirklich in die Tiefe. Als Leser erfährt man genau wie die Hauptfiguren denken, empfinden und fühlen, was ihre Handlung, die sie gemäß dem Drehbuch von George Lucas durchführen müssen, tatsächlich nachvollziehbarer und authentischer macht, während man sich im Film durchaus fragt, weshalb diese Figur gerade so gehandelt hat. Und mehr noch, vor allem bei den im Fokus stehenden Jedi-Charakteren beschreibt Stover auch, wie es sich für sie anfühlt, die Macht einzusetzen und wie sie, ganz individuell, die Macht betrachten. Dies ist ein Aspekt, der zwar durchaus auch schon von anderen Autoren vor und nach Stover aufgegriffen wurde, aber doch zu selten und nie zuvor so „gründlich“ wie bei ihm. Wenn es um die Macht geht ist Stover ohnehin unerreicht, da seine Romane stets eine ausgeprägte, philosophische Betrachtungsweise der Macht besitzen, die über fast alles andere, was es diesbezüglich im SW-Universum gibt, hinausgeht.

Auch die Art und Weise, wie Stover die Umsetzung der Handlung angeht, ist bewundernswert, denn, wie bereits gesagt, er hat keine Probleme damit, zu kürzen oder zu erweitern. Kurze Szenen, die im Film vor allem da sind, um eine wenig Abwechslung zu bringen, die im Roman aber keinen Mehrwert hätten, etwa die Schlacht um Kashyyyk, lässt er konsequenterweise weg. Auch die Order-66-Montage, im Film definitiv einer der gelungensten Momente, versucht er nicht direkt umzusetzen, da er genau weiß, dass sie im Roman nicht gut funktionieren würde. Stattdessen konzentriert er sich auf das Innenleben und die Dialoge. Auch bei Letzteren ist Stover nicht zimperlich, gibt sie oft eher sinngemäß denn wörtlich wieder und erweitert sie stark. Tatsächlich gelingt ihm, woran Lucas in den Prequels des Öfteren scheitert; die Worte, die er den Figuren in den Mund legt, wirken authentisch, man kann sich vorstellen, dass echte Menschen tatsächlich so miteinander sprechen würden. Kurz und gut: Stover kreiert aus der Vorlage ein eigenständiges Werk, ohne ihr untreu zu werden und nutzt gekonnt die Stärken des Mediums Roman, sodass es sich beinahe anfühlt, als sei der Film eine Adaption des Buches und nicht umgekehrt.

Es gibt noch zwei weitere Aspekte, die mir an „Die Rache der Sith“ besonders gefallen: Die Einbindung der Lichtschwertformen und des Erweiterten Universums im Allgemeinen. Bei Ersteren handelt es sich um die genau definierten und benannten Kampftechniken mit dem Lichtschwert, die im Zuge der Prequels entstanden, die in den diversen EU-Romanen allerdings mitunter unregelmäßig eingesetzt wurden: Während manche Autoren, etwa Drew Karpyshyn, sich ihrer sehr ausgiebig bedienen, kümmern sich andere kaum um sie. Stover, der auch einen Kampfsporthintergrund besitzt, zeigt, wie man die Lichtschwertformen am besten verwendet: Sie dienen hier, um die Figuren, die sich ihrer bedienen, zu charakterisieren. Stover nutzt den Lichtschwertkampf auf kongeniale Weise, um den Charakteren eine weitere Facette zu verleihen. In den Filmen sagt Obi-Wan zu Anakin über das Lichtschwert: „Diese Waffe ist dein Leben.“ In „Die Rache der Sith“ wird das tatsächlich wörtlich genommen, die Art und Weise, wie die Jedi und Sith ihre Waffen einsetzen, ist hier Ausdruck ihrer persönlichen Philosophie und Denkweise, man erkennt, warum das Lichtschwert so ein wichtiges Element des Jedi-Ordens ist: Es ist mehr als nur eine Waffe, es selbst und der Umgang mit ihm sind Ausdruck der Persönlichkeit.

Die Einbindung des EU ist natürlich letztendlich eher Nebensache, aber trotzdem etwas, das mich enorm gefreut hat, denn es gibt der Handlung noch mehr Tiefe: Subtile und weniger subtile Referenzen auf die diversem Klonkriegsmedien sorgen dafür, dass es glaubhafter wird, dass die Protagonisten einen dreijährigen Krieg hinter sich haben. Selbst wenn man nicht versteht, worauf sich die Referenzen beziehen, hilft es, das Setting authentischer zu machen; man muss nicht wissen, was auf Jabiim geschehen ist, man muss nur wissen, dass es für Anakin eine traumatische Erfahrung war (der Comic, in dem die Schlacht um Jabiim thematisiert wird, ist übrigens sehr empfehlenswert). Allerdings lohnt es sich, wenn man Stovers „Shatterpoint“ gelesen hat, da er die Charakterisierung Mace Windus aus diesem Roman nahtlos fortsetzt und es „Die Rache der Sith“ ungemein bereichert, wenn man „Shatterpoint“ (und die Klonkriegscomics aus den Jahren 2002 bis 2005 sowie James Lucenos „Labyrinth des Bösen“) gelesen hat.

Natürlich ist auch „Die Rache der Sith“ letztendlich nicht völlig perfekt. Es gibt so ein paar Stellen, an denen Stovers Humor ein wenig überdreht daherkommt, etwa wenn Yoda sich beim Eindringen in den Jedi-Tempel nach Order 66 als Jedi-Baby ausgibt, und auch die One-Liner, die Anakin beim Abschlachten des Separatistenrates vom Stapel lässt, sind ein wenig zu viel des Guten; diese Szene hat in der Filmversion ohne Kommentare besser funktioniert. Aber das sind letztendlich winzige Kleinigkeiten, die das Gesamtbild in keinster Weise trüben. Noch ein Tipp zum Schluss: Ich rate zur Lektüre des englischen Originals, denn die deutsche Übersetzung ist nicht immer ganz gelungen.

Fazit: „Die Rache der Sith“ ist so viel mehr als die bloße Romandaption eines Star-Wars-Films. Dieses Werk beinhaltet alles, was Star Wars ausmacht und zeigt gleichzeitig, was man aus Star Wars alles herausholen kann. Jeder, der etwas für die weit, weit entfernte Galaxis übrig hat, sollte dieses Buch lesen, egal, wie die Meinung zu den Prequels aussieht.

Die Geschichte der Sith Teil 2: Die Regel der Zwei

Im Jahr 1999 kam „Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung“ in die Kinos. Welche Auswirkungen der Film auf das Franchise hatte, dürfte ja weithin bekannt sein, von hitzigen Kontroversen und abgrundtiefem Hass gar nicht erst zu sprechen, aber darum soll es hier natürlich nicht gehen. Stattdessen beschäftigt sich der zweite Teil dieser Artikelreihe mit dem Einfluss, den Episode I und, in geringerem Maße, auch Episode II und III auf die Sith hatten und der Inkarnation des Ordens, die durch sie geschaffen wurde. Obwohl man als Zuschauer in den Prequels verhältnismäßig wenig über die Dunklen Lords erfährt, war ihr Einfluss doch enorm und prägte die Sith in sämtlichen zukünftigen Inkarnationen.

Die Sith der Prequels

Stilbildende Lords: Darth Sidious, Darth Tyranus, Darth Maul und Darth Vader
Stilbildende Lords: Darth Sidious, Darth Tyranus, Darth Maul und Darth Vader

Wie bereits erwähnt gibt es bezüglich der Sith und ihrer Lehren, ihrer Philosophie und ihrer Geschichte in den Prequels relativ wenig Exposition, aber schon die Art und Weise, wie die Sith in den Prequels dargestellt wurden, war prägend. Die vier Sith-Lords der Prequels, Darth Sidious (Senator/Kanzler/Imperator Palpatine), Darth Maul, Darth Tyranus (Count Dooku) und Darth Vader (Anakin Skywalker), besitzen alle einige Eigenschaften und Design-Elemente, die in der Zwischenzeit als Sith-typisch gelten. Darth Vader besitzt diese natürlich bereits seit seinem ersten Auftritt, allerdings wussten die Autoren und Künstler des EU schlicht nicht, dass diese zur „Standardausrüstung“ der Sith gehören – natürlich ist auch fraglich, inwiefern George Lucas selbst das vor Episode I wusste. Zum Sith-Standard gehören seit „Die dunkle Bedrohung“ unter anderem die Vorliebe für schwarze Kleidung, die rote Lichtschwertklinge und der Darth-Titel. Zu Vergleichsaspekten sollen noch einmal die ersten Sith des EU herangezogen werden: Dunkle Lords wie Naga Sadow oder Ludo Kressh, die nicht nur als Angehörige des Sith-Ordens, sondern auch der Sith-Spezies dargestellt werden, benutzen gar keine Lichtschwerter, sondern traditionelle Klingen, die mit der Macht aufgeladen werden, während Ulic Qel-Droma oder Exar Kun einfach ihre Jedi-Waffen weiterverwenden. Zwar modifiziert Letzterer sein Lichtschwert zur Doppelklinge (eine ähnliche Waffe führt auch Darth Maul), aber diese hat im Comic nach wie vor blaue Klingen. Obwohl die Vader-Assoziation bereits zuvor im EU verwendet wurde (auch der dunkle Jedi Jerec aus „Dark Forces II: Jedi Knight“ trägt schwarz und führt ein Lichtschwert mit roter Klinge), sorgten die Prequels dafür, dass sie zwingend wurde. Und natürlich beantworteten die Prequels so einige Fragen, etwa was es mit Darth Vaders Namen auf sich hat oder ob Palpatine ein Sith oder nur ein dunkler Jedi ist.

Hintergründe
Während mir unreflektiertes Prequel-Bashing inzwischen ziemlich auf die Nerven geht, bin ich trotzdem der letzte, der nicht zugeben würde, dass die Episoden I bis III einige massive Schwächen habe. Eine der größten ist in meinen Augen der Mangel an eigentlich essentieller Information. Beispielsweise weiß jemand, der nur die Filme sieht, schlicht nicht, wofür die Sith eigentlich Rache nehmen wollen. Natürlich kann man sich denken, dass die Dunklen Lords irgendwann besiegt wurden, aber etwas Konkreteres wäre doch brauchbar gewesen. Im Grunde gibt es nur ein kleines Stückchen an Hintergrundinformation: Von Yoda erfährt der geneigte Zuschauer in Episode I, dass es immer nur zwei Sith gibt, nicht mehr und nicht weniger, einen Meister und einen Schüler. Warum das so ist erfährt man allerdings nicht, was ich ziemlich unsinnig finde, denn George Lucas kannte die Antwort auf diese Frage, sie steht im Drehbuch und Terry Brooks hat sie in die Romanadaption des Films integriert – sie hätte aber in den Film selbst gehört.

Darth Bane in „Jedi vs. Sith“

Aus dem Roman erfährt der Interessierte, dass die Sith entstanden, als sich ein Jedi-Ritter etwa 2000 Jahre vor den Filmen vom Orden lossagt, um die Dunkle Seite der Macht zu ergründen, besagter Jedi wird zum ersten Dunklen Lord. Bald schließen sich ihm gleichgesinnte an. Es folgt ein tausendjähriger Krieg, in dem die Sith die Jedi bekämpfen, doch letztendlich unterliegen die Dunklen Lords, nicht zuletzt, weil es so viele von ihnen gibt und sie ständig interne Konflikte austragen. Nur ein einziger Sith überlebt, Darth Bane. Dieser begründet die Regel der Zwei, die besagt, dass es fortan nur noch zwei Sith gibt, einen Meister, der die Macht verkörpert und einen Schüler, der nach ihr strebt. Derweil glauben die Jedi, dass die Sith ausgelöscht sind (was natürlich die Frage aufwirft, woher sie von der Regel der Zwei wissen; das EU musste hier später eine Lösung finden), bis Darth Maul die Bildfläche betritt.

Das geht nun nicht wirklich konform mit dem restlichen EU, in dem die Sith zur Zeit ihrer eigentlichen, von George Lucas ersonnen Entstehung bereits seit mehreren tausend Jahren existieren, weshalb besagter Jedi, der im EU als Phanius (bzw. Darth Ruin) identifiziert wird, die Sith lediglich wiederbelebt und nicht begründet hat.

Der Darth-Titel
Wie vieles andere auch blieb die Bedeutung des Wortes „Darth“ lange Zeit unbekannt. Es ist wohl davon auszugehen, dass es sich zum Zeitpunkt von Episode IV, als es sich bei Anakin Skywalker und Darth Vader tatsächlich noch um zwei unterschiedliche Personen handelte, „nur“ der Vorname von Letzterem war; die Tatsache, dass Obi-Wan ihn nur mit Darth anspricht (etwas, das in Star Wars nie wieder vorkommt), spricht eindeutig dafür. Später, als Anakin und Vader zu einer Figur wurden, erklärte Lucas nie, weshalb er Darth Vader als neuen Namen annahm und was es damit auf sich hatte. Gemeinhin wird angenommen, es handle sich dabei um eine Verballhornung von „dark father“, genauso gut könnte „Vader“ aber auch von „invader“ kommen, eventuell in Kombination mit „dark“ oder einer Mischung der Worte „dark“ und „death“.

Letztendlich wurde die Geschichte des Darth-Titels stets rückwirkend geschrieben. In Episode IV taucht Darth Vader auf, mit Episode I lernen wir, dass Darth der Titel der Sith-Lords ist. Bis etwa 2003 wurde angenommen, dass Darth Bane tatsächlich der Geburtsname besagter Figur war und seine Nachfolger das Darth ihm zu Ehren als Titel annahmen. 2003 erschien dann allerdings das Spiel „Knights of the Old Repulic“, das knapp 4000 Jahre vor den Filmen spielt und in dem die Sith-Lords Darth Revan und Darth Malak auftauchen – dadurch wurde klar, dass auch Bane das Darth lediglich als Titel angenommen hat. Eine Zeit lang waren Revan und Malak die ersten Darths, bis in der KotOR-Comicserie Darth Hayze auftauchte und die Ursprünge des Titels in das alte Sith-Imperium zurückverlegt wurden.

Darüber hinaus wurden auch mehrere Bedeutungen gefunden. Die einfachste ist, dass es sich dabei lediglich um eine Abkürzung handelt, „Dark Lord of the Sith“, für meinen Geschmack ist das aber ein bisschen arg simpel. Besser gefällt mir die Ableitung von Wörtern aus der alten Sprache der Rakata, eines Volkes, das in „Knights of the Old Republic“ vorgestellt wurde und vor der Gründung der alten Republik die Galaxis beherrschte. Entweder leitet sich Darth von „daritha“, Imperator, oder aber von „darr tah“, was sich etwa mit „Triumpf über den Tod“ oder „Eroberung durch Tod“ übersetzen ließe. Da das alte EU nun nicht mehr gilt, stellt sich die Frage, ob es in Disneys Einheitskanon irgendwann eine neue Bedeutung geben wird.

Die Regel der Zwei im EU
Im EU gibt es die Tendenz, die Geschichte von Figuren, die nur kurz in den Filmen auftauchen, oder Dingen, die nur am Rand erwähnt werden, sehr ausführlich zu erzählen. In diesem Zusammenhang verwundert es kaum, dass Darth Bane Protagonist oder wichtige Figur diverser EU-Werke ist. Die ersten beiden erschienen fast zur selben Zeit. Es handelt sich dabei um die Kurzgeschichte „Bane of the Sith“ (Januar 2001) von Kevin J. Anderson und die Miniserie „Jedi vs. Sith“ (April bis September 2001) von Darco Macan (Autor) und Ramón F. Bachs (Zeichner). Da der Comic allerdings vor der Kurzgeschichte spielt, werde ich diesen auch zuerst behandeln.

Darth Zannah
Darth Zannah

„Jedi vs. Sith“ erzählt im Grunde, was Terry Brooks bzw. George Lucas andeuteten und verband das mit der Hintergrundgeschichte von „Dark Forces II: Jedi Knight“. Auf Ruusan stehen sich die Jedi bzw. die Armee des Lichts unter Lord Hoth und die Sith bzw. die Bruderschaft der Dunkelheit unter Lord Kaan zum letzten Gefecht gegenüber. Beide haben Probleme damit, die Moral ihrer Truppen aufrecht zu erhalten, beide sind sich aber auch bewusst, dass die Armee siegen wird, die als Einheit vorgeht. Bei den Jedi ist das noch einfacher, die Sith sind da schwerer zu kontrollieren. Um die ständigen internen Konflikte zu vermeiden, hat Kaan eine Art Demokratie geschaffen; in der Theorie gibt es keinen einzelnen Anführer, alle Dunklen Lords, von denen es einige gibt, sind gleichberechtigt. De facto ist aber natürlich Kaan weiterhin der Anführer. Darth Bane, ein Mitglied der Bruderschaft, hält von dieser Philosophie nicht allzu viel; während Kaan im Verlauf der Geschichte langsam die Hoffnung verliert, schließlich wahnsinnig wird und mithilfe der Gedankenbombe viele Jedi und alle Sith außer Bane auslöscht, kommt Bane auf die Idee mit der Regel der Zwei und macht die junge Waise Zannah, die über eine enorme Machtbegabung verfügt, zu seiner Schülerin.

„Jedi vs. Sith“ beleuchtet zwar auch die andere Seite des Konflikts und zeigt ihn aus der Sicht der Jugendlichen Tomcat, Bug und Rain (bzw. Zannah), ich habe mich hierbei allerdings auf die Sith-Aspekte beschränkt. Erwähnenswert ist noch, dass der Comic eher nach Fantasy als nach Science Fiction aussieht und von Optik und Atmosphäre ein wenig an „Der Herr der Ringe“ erinnert, was insgesamt doch irgendwie seltsam anmutet. Die Verknüpfung der Episode-I-Hintergründe mit Elementen aus „Dark Forces II: Jedi Knight“ ist allerdings in meinen Augen ziemlich gut gelungen, ebenso wie die Charakterisierung Darth Banes.

Darth Cognus
Darth Cognus

„Bane of the Sith“ setzt inhaltlich kurz nach dem Ende von „Jedi vs. Sith“ an und erzählt, wie Darth Bane in den Besitz des Holocrons von Freedon Nadd kommt und dabei in dessen Grab von einer parasitären Lebensform, den Obralisken, befallen wird. Die Geschichte stellt auch Banes Lehrmeister Qordis vor. So verband Anderson Bane nun auch noch mit den bisherigen EU-Sith und den „Tales of the Jedi“.

Comic und Kurzgeschichte entstanden wahrscheinlich ziemlich parallel, es gibt aber einige interessante Diskrepanzen. So taucht Zannah in „Bane of the Sith“ nicht auf und Bane selbst kommt im Grunde in beiden Werken separat auf die Idee, dass es nur zwei Sith geben soll. Diese Diskrepanzen blieben einige Jahre bestehen, in denen es um Darth Bane eher ruhig war. 2006 erschien dann mit „Darth Bane: Path of Destruction“ der Aufktakt zur Darth-Bane-Trilogie von Drew Karpyshyn, die außerdem aus „Darth Bane: Rule of Two“ (2008) und „Darth Bane: Dynasty of Evil“ (2010) besteht.

Darth Tenebrous
Darth Tenebrous

Diese Romane beseitigen nicht nur die Diskrepanzen von „Bane of the Sith“ und „Jedi vs. Sith“, integrieren beide Geschichten und erzählen somit die definitive Geschichte von Darth Bane, sie erweitern diese Epoche auch um viele Details und Hintergründe und schaffen eine Verknüpfung zu „Knight of the Old Repubilc“, bei dem Drew Karpyshyn Lead-Writer war. Als Leser erfährt man so von Banes Geburtsnamen Dessel und seiner Kindheit als Minenarbeiter auf Apatros, gefolgt von seinem Eintritt in die Armee der Sith und die spätere Ausbildung an der Sith-Akademie auf Korriban. Karpyshyn sorgt dafür, dass sich die Regel der Zwei langsam über den Verlauf des ersten Romans aus Banes Frustration mit Kaans Philosophie und der Bruderschaft der Dunkelheit entwickelt. Auch bemüht er sich, das Ganze noch etwas logisch zu unterfüttern, da die Regel der Zwei nicht unbedingt die nachvollziehbarste Doktrin ist. Bane kommt zu dem Schluss (ob Korrekt oder nicht sei dahingestellt), dass die Macht der Dunklen Seite endlich ist und sie somit von vielen Sith-Lords verwässert wird. Zwei sind das nötige Maximum. Dieser Gedankengang wird im „Book of Sith“ noch weitergeführt, dort vergleicht Bane die Dunkle Seite mit Gift, das in Wasser gegeben wird und dadurch an Wirkung verliert.

Nachdem das erste Drittel von „Rule of Two“ inhaltlich mit „Bane of the Sith“ etwa deckungsgleich ist (Ersteres schildert alles natürlich weitaus detaillierter), beschäftigen sich der Rest des Romans und „Dynasty of Evil“ mit dem restlichen Leben Darth Banes, der Ausbildung Darth Zannahs und dem Beginn des „Sith Grand Plan“, also des Plans der Sith zur Auslöschung der Jedi und Eroberung der Galaxis. „Dynasty of Evil“ endet schließlich mit eine Duell zwischen Bane und Zannah (die Regel der Zwei besagt ebenfalls, dass der Schüler den Meister herausfordern muss, um selbst zum Meister zu werden), das Zannah gewinnt, die anschließend die Iktotchi Darth Cognus zu ihrer Schülerin macht.

Darth Plagueis
Darth Plagueis

Der chronologisch nächste Roman, und auch der einzige, der sich noch einmal ausgiebig mit Banes Orden und den Sith beschäftigt, ist James Lucenos „Darth Plagueis“ (Januar 2012). Obwohl zwischen dem Ende von „Dynasty of Evil“ und dem Beginn von „Darth Plagueis“ etwas mehr als 900 Jahre liegen, schließt Lucenos Roman doch thematisch direkt an, denn wir erfahren hier, wie sich der „Sith Grand Plan“ entwickelt hat. Luceno ordnet nicht nur alle Prä-Episode-I-Werke minutiös in diesen Plan ein, er gibt auch knappe Eindrücke von einigen anderen Sith-Lords, die zwischen Bane und Plagueis ihr Unwesen trieben, etwa Plagueis‘ Meister Darth Tenebrous, der zu Beginn des Romans (und in der begleitenden Kurzgeschichte „The Tenebrous Way“ von Matthew Stover, sehr empfehlenswert) auftaucht oder Darth Gravid, einer der wenigen Sith, der zur Hellen Seite zurückkehrte. Insgesamt ist „Darth Plagueis“, mehr noch als die Bane-Trilogie, DER Sith-Roman, er schildert nicht nur das Leben des Titelhelden (nun ja, Titelschurken) und den Werdegang von Darth Sidious, sondern beinhaltet auch eine gewaltige Menge an Sith-Philosophie; es gibt kaum ein umfassenderes Werk zur Dunklen Seite.

Es existieren natürlich noch viele weitere Werke, in denen die Regel der Zwei in irgend einer Form auftaucht und die einen Sith als Titelhelden haben, etwa „Dark Lord: The Rise of Darth Vader“ oder diversen Maul-Romane, aber selten wird sie wirklich thematisiert oder so sehr in den Fokus gestellt wie in den Romanen von Karpyshyn und Luceno.

Zusammenfassung
In der Geschichte der Sith stellen die Prequels wahrscheinlich den größten Meilenstein dar. Zuvor war allein der Name von Vaders Orden lediglich Fans des EU bekannt, die die Episodenromane und/oder die diversen, im letzten Teil dieser Reihe vorgestellten Werke gelesen hatten. Die Episoden I-III definierten die Sith (zwar eher optisch und weniger inhaltlich, aber nichts desto trotz) und machten aus ihnen den Inbegriff des Bösen im Star-Wars-Universum. Alle folgenden EU-Werke bauten weiter auf dieser Grundlage auf. Einige Autoren bemühten sich darüber hinaus, die vielen Lücken, die George Lucas gelassen hatte, zu füllen. Kevin J. Anderson und Darco Macan nahmen es auf sich, von der Entstehung der Regel der Zwei zu erzählen; auf dieser Basis schrieb Drew Karpyshyn dann schließlich seine Darth-Bane-Romane, während James Luceno mit „Darth Plagueis“ das Gedamtbild vermittelte und die Details des Plans der Sith zur Machtübernahme schilderte.

Wichtige Werke:
Anderson, Kevin J: Bane of the Sith (nicht auf Deutsch erschienen)
Brooks, Terry: Die dunkle Bedrohung
Karpyshyn, Drew: Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit
Karpyshyn, Drew: Darth Bane: Die Regel der Zwei
Karpyshyn, Drew: Darth Bane: Dynastie des Bösen
Luceno, James: Dunkler Lord – Der Aufstieg des Darth Vader
Luceno, James: Darth Plagueis
Macan, Darco; Bachs, Ramón F.: Jedi vs. Sith
Stover, Matthew: The Tenebrous Way – Der dunkle Pfad (erschienen im Offiziellen Star Wars Magazin Nr. 67, Oktober 2012)

Siehe auch:
Die Geschichte der Sith Teil 1: Die ersten Lords
Die Geschichte der Sith Teil 3: Lords of the Old Republic

Tarkin

tarkin
Der zweite Roman der neuen SW-Einheitskontinuität wurde mit den vollmundigen Worten angekündigt, dass James Luceno hier mit Wilhuff Tarkin etwas Ähnliches wie mit Darth Plagueis in dessen gleichnamigem Roman anstellen würde – und teilweise stimmt das auch. Nun ist „Darth Plagueis“ einer meiner absoluten SW-Lieblingsromane, weshalb ich auf dieses Werk besonders gespannt war. Und, was soll ich sagen: Ein weiteres Mal weiß Luceno zu überzeugen. „Tarkin“ erreicht zwar keinesfalls die Qualität von „Darth Plagueis“, übertrifft aber „A New Dawn“ ziemlich problemlos, was auch damit zusammenhängt, dass Luceno hier, im Gegensatz zu John Jackson Miller, in seinem Wohlfühlbereich arbeitet.
Der größte Unterschied zu „Darth Plagueis“ ist, dass der eigentliche Plot des Romans nicht viele Jahrzehnte umspannt, sondern relativ wenig Zeit in Anspruch nimmt und insgesamt auch eher von geringerer Bedeutung ist: Tarkin und Vader müssen zusammenarbeiten, um eine Gruppe von Terroristen, die eine Basis des Imperiums angegriffen haben, aufzuspüren und auszulöschen. Worauf es eigentlich ankommt ist die gelungene Charakterisierung der Titelfigur und ihre Interaktionen mit diversen anderen Figuren – und genau hier liegt auch die größte Stärke des Romans. Besonders Tarkins Vergangenheit und seiner komplizierten Beziehung zu Darth Vader wird viel Zeit eingeräumt, wobei Luceno die Dialoge so gelungen gestaltet, dass man dabei in seinem Kopf problemlos die Stimmen von Peter Cushing und James Earl Jones hört. Besonders wirksam sind auch die kleinen Details, die Luceno mit einbaut, um Tarkin plastischer werden zu lassen, etwa die Art und Weise, wie er sich zu Beginn des Romans seine Garderobe zurecht legt.
Ein weiterer Unterschied zu „Darth Plagueis“ ist die schiere „Größe“: Lucenos Sith-Roman machte es sich nicht nur zur Aufgabe, die Lebensgeschichte des titelgebenden DunklenLords zu erzählen, sondern arbeitete so ziemlich jedes Werk des EU, das während des Handlungszeitraums spielt, auf logische Weise in den Masterplan der Sith ein. Auch „Tarkin“ ist um eine größere Darstellung bemüht, zeigt aber weniger Entwicklung (diese ist nur für Tarkin selbst gegeben), sondern bietet eher eine Momentaufnahme des Imperiums im Jahr 14 vor der Schlacht um Yavin. Leider leidet „Tarkin“ an einer Schwäche, die auch „A New Dawn“ plagt, aber bei beiden nicht Werk-immanent ist: Beschränkung. Bei „Tarkin“ ist das weniger offensichtlich, aber dennoch fällt auf, dass die Rückblick an manchen Stellen recht schwammig sind und gewisse Aspekte, die eigentlich hätten angesprochen werden müssen, ausgespart werden, wahrscheinlich, weil die Lucasfilm Storygroup diese noch nicht freigegeben hat.
Dies Schwäche gleicht Luceno allerdings durch ein Vorhaben aus, das zumindest mir verdammt gut gefällt: Der gute James scheint sich vorgenommen zu haben, so viel vom alten EU in die neue Einheitskontinuität zu retten wie nur irgend möglich. Das betrifft Planeten (Murkhana), Personen (Sate Pestage, Armand Isard) und Ereignisse – vor allem solche, die in Lucenos eigenen Romane der Prequel-Ära thematisiert werden. So wird klar, dass sowohl die Handlung von „Schleier der Täuschung“ als auch „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ in groben Zügen in der neuen Kontinuität stattgefunden haben. Und darüber hinaus lässt sich aus Lucenos Charakterisierung von Darth Sidious (und dem Auftauchen des Droiden 11-4D) schließen, dass auch Teile von „Darth Plagueis“ es in den neuen Kanon geschafft haben. Nebenbei, ja, in diesem Roman erfahren wir Palptines Vornamen, er lautet Sheev und stammt wohl direkt von George Lucas. Ich lasse das jetzt einfach mal unkommentiert.
Fazit: Erfreulicherweise ist der zweite Roman der Einheitskontinuität weitaus besser gelungen als der erste. Zwar ist „Tarkin“ kein Meisterwerk wie „Darth Plagueis“, aber doch mehr als solide. Vor allem Fans des Imperiums und des alten EU werden an diesem Roman gefallen finden.

Siehe auch:
A New Dawn
Labyrinth des Bösen
Darth Plagueis

Star Wars Expanded Universe: Things to Come

Nachdem ich nun die Sternstunden und Abgründe des alten EU ausführlich behandelt habe, wird es Zeit, noch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der Verlust des alten und der Start eines neuen EU, das zumindest laut Aussage derjenigen, die dafür zuständig sind, besser kontrolliert werden soll als das alte – ich erwähnte ja bereits die Lucasfilm-Storygroup – ist natürlich nicht nur Verlust, sondern auch gleichzeitig Chance. Die Anfänge des alten EU habe ich verpasst, da es mich entweder noch nicht gab (wenn man ganz zurück bis zu den alten Marvel-Comics geht) oder ich noch zu jung war (wenn wir von der Thrawn-Trilogie und „Dark Empire“ als Start des EU ausgehen). Mich interessiert es natürlich brennend, wie das neue EU anfängt, welche Herangehensweise die Autoren verfolgen und natürlich wie sich der Einfluss der Story-Group zeigt. Einerseits ist es gut, wenn nicht nur grobe Schnitzer, sondern auch Unterschiede in der Charakterisierung vermieden werden, andererseits fragt man sich aber auch, ob das Diktat einer derartigen Gruppierung die Autoren nicht zu sehr einschränkt. Wie dem auch, sei, werfen wir nun einen Blick auf die bisher angekündigten Projekte, deren Konzeption durchaus vielsagend ist. Mit zwei Ausnahmen spielen sämtliche Werke zwischen den Episoden III und IV und dienen somit wohl als direkte (im Fall von „A New Dawn“) oder indirekte Vorbereitung und/oder Begleitung der Animationsserie „Star Wars: Rebels“, die im Herbst startet. Ebenfalls auffällig ist, dass die neuen Werke, bis auf eine Ausnahme, von Veteranen des alten EU verfasst werden. Sowohl von John Jackson Miller als auch James Luceno finden sich Werke auf meiner Best-of-EU Liste und Paul S. Kemps Romane „Betrogen“ und „Gegenwind“ sind zwar keine Meisterwerke wie „Darth Plageuis“ oder „Die Rache der Sith“, aber doch solide und unterhaltsame SW-Kost. Vielleicht wurden gerade diese Autoren angeheuert, um uns Alt-EU-Fans den Übergang so leicht wie möglich zu machen. Man fragt sich dabei natürlich auch, wie viel Material aus dem alten EU diese Autoren wohl ins neue Retten werden. Kommt Natasi Daala in „Tarkin“ vor? Gibt es vielleicht eine Anspielung auf Hego Damask, Kerra Holt oder Darth Malgus? Man darf gespannt sein.

Darth Maul: Son of Dathomir
sonofdathomir
Der Dark-Horse-Verlag war lange Zeit – seit der Publikation von „Dark Empire“ 1991 – die Heimat der Star-Wars-Comics. Diese Ära ist nun vorüber, da Disney Dark Horse die Lizent entzogen hat; von nun an wird wieder der Marvel-Verlag, der ja nun Disney gehört, die Star-Wars-Comics publizieren. „Darth Maul: Son of Dathomir“ ist der letzte SW-Comic von Dark Horse, und interessanterweise auch das erste Werk des neuen EU. Da „The Clone Wars“ ebenfalls verfrüht abgesetzt wurde, und bereits fertige Drehbücher für mindestens eine weitere Staffel existierten, entschied man sich, wenigstens einen der Handlungsstränge in Comicform zu beenden (möglicherweise folgen ja noch weitere). Wer die Serie verfolgt hat, wird sich erinnern: „The Clone Wars“ enthüllte, dass Darth Maul die Konfrontation mit Obi-Wan auf Naboo überlebte (eine Entscheidung, die ich nicht unbedingt gut heiße) und nach einer Rekonstruktion durch Talzin, die Clanmutter der Nachtschwestern von Dathomir, begann er zusammen mit seinem Bruder Savage Opress sein eigenes Ding zu drehen und Mandalore zu übernehmen. Darth Sidious war davon wenig begeistert, kümmerte sich selbst um die Angelegenheit und wischte mit den beiden Möchtegern-Sith den Boden. Opress fiel Sidious‘ Klingen zum Opfer, Maul wurde jedoch „verschont“, da Sidious, laut eigener Aussage, andere Pläne mit ihm hat. An dieser Stelle setzt „Son of Dathomir“. Die Drehbücher des geplanten Vierteilers wurden von Jeremy Barlow, der bereits als Autor und Editor für viele SW-Comics verantwortlich war, adaptiert und von Juan Frigeri zeichnerisch umgesetzt. Die ersten beiden Ausgaben der Miniserie sind bereits erschienen, ich habe sie allerdings noch nicht gekauft oder gelesen, ich werde wohl damit warten, bis die Serie abgeschlossen ist und vielleicht sogar, bis sie auf Deutsch oder als Paperback erscheint. Von allen Projekten des neuen EU interessiert mich „Son of Dathomir“ am wenigsten, vor allem auch, weil ich den ganzen Maul-Handlungsstrang der Animationsserie ziemlich unnötig fand.

A New Dawn
newdawn
„A New Dawn“ war eine Zeit lang als möglicher Titel für Episode VII im Gespräch, nun ist es der Titel des ersten Romans der neuen Kontinuität, der die Vorgeschichte von „Star Wars Rebels“ erzählt, mit Fokus auf den Jedi Kanan Jarrus, der die Order 66 überlebt hat und versucht, den Schergen des Imperiums zu entgehen.
Schon allein der Titel erinnert nicht nur an „A New Hope“ sondern kann auch ziemlich metaphorisch verstanden werden: Es bricht eine neue Zeit für das Star-Wars-Universum an. Wie dem auch sei, als Autor für diesen Roman wurde John Jackson Miller verpflichtet, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass es sich hierbei nicht einfach nur um ein schlichtes Tie-in zur Animationsserie handelt, immerhin schien Millers „Knights of the Old Republic“ ebenfalls ein Tie-in zum gleichnamigen Spiel zu sein, entwickelte sich dann aber zu einer der besten SW-Comicserien. Bei seinen anderen Star-Wars-Werken bin ich ein wenig zwiegespalten, seine Lost-Tribe-of-the-Sith-Geschichten fand ich nicht besonders gelungen, die Knight-Errant-Comics waren in Ordnung, beim gleichnamigen Begleitroman habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich richtig „rein“ gekommen bin (dann war er aber gut) und „Kenobi“, Millers bis dato letzte Publikation, fand ich vollauf gelungen, hätte ich mich bei meiner Best-of-EU-Liste nicht auf zwölf Titel beschränkt, wäre dieser Roman in der Liste gelandet. Egal, was Miller schreibt, er hat auf jeden Fall immer interessante Ideen, auch wenn ich mit seinem Schreibstil nicht immer ganz klar komme. Aus diesem Grund blicke ich „A New Dawn“ ziemlich positiv entgegen und hoffe, dass Miller einiges herausholt.
„A New Dawn“ erscheint Anfang September diesen Jahres, pünktlich vor dem Start von „Star Wars: Rebels“.

Tarkin
tarkin
Ab hier wird’s richtig interessant. James Luceno, der mit „Darth Plagueis“ einen meiner absoluten Lieblingsromane verfasst hat, schreibt die Lebensgeschichte des wohl kältesten Mannes der Galaxis. Falls der Roman ähnlich aufgebaut ist wie „Darth Plagueis“ (was die Verlagswerbung suggeriert), könnte Tarkin einen relativ großen Zeitraum abdecken. Mehr noch, Luceno ist dafür bekannt, in seinen Werken das restliche EU weitläufig miteinzubeziehen. Da stellt man sich natürlich die Frage: Wird Luceno Tarkins Geschichte völlig neu schreiben oder sich am bisher dagwesenen orientieren und dabei versuchen, so viel vom alten EU wie möglich ins neue zu retten? Werden wir vielleicht Admiral Daala wiedersehen, und wenn ja sollen wir das dann gut oder schlecht finden?
„Tarkin“ ist in jedem Fall der Roman, auf den ich am meisten gespannt bin, und ich hoffe, dass Luceno nicht enttäuscht. Der Roman erscheint im November.

Heir to the Jedi
heirtothejedi
Kevin Hearne ist unter den bisherigen Autoren des neuen EU der bislang einzige Newcomer, der noch nie eine Geschichte aus der weit, weit entfernten Galaxis erzählt hat. Sein Debütroman scheint auch, zumindest für SW-Verhältnisse, eher experimenteller Natur zu sein. Er konzentriert sich auf Luke Skywalker zwischen Episode IV und V und wird aus der Ich-Perspektive erzählt, was man bei SW-Romanen recht selten findet. Lediglich Michael Stackpoles „I, Jedi“ wird vollständig von einem Protagonisten erzählt. In Matthew Stovers „Shatterpoint“ finden sich immerhin noch Ausschnitte aus Mace Windus Tagebuch, die natürlich ebenfalls die Ich-Form verwenden, aber das war’s dann auch schon. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich „Heir to the Jedi“ einschätzen soll, da ich noch nichts von Kevin Hearne gelesen habe. Die Ich-Perspektive könnte interessant werden, das Ganze könnte aber auch ziemlich in die Hose gehen. Was die Prämisse der Handlung angeht (die auf Lukes Wichtigkeit in Episode VII hindeuten könnte): Die Thematik ist nun keinesfalls neu und wurde bereits in diversen Romanen und Comics bearbeitet. Gerade der Zeitraum zwischen Episode IV und V ist im alten EU derart mit Geschichten überfüllt, dass man sich fragt, wie das alles innerhalb von drei Jahren stattfinden konnte. Nun ja, hoffen wir, dass Kevin Hearne dem Ganzen eine neue Seite abgewinnen kann und nicht bloß bereits Dagewesenes wiederkäut. „Heir to the Jedi“ erscheint im Februar 2015.

Lords of the Sith
lordsofthesith
Ein Titel, der mich wahrlich anspricht. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um eine Revision der Geschichte des Sith-Ordens (zumindest allem Anschein nach, bei diesem Titel könnte man allerdings auch in großem Ausmaß auf die Vergangenheit des Ordens eingehen), sondern um ein Meister-Schüler-Abenteuer von Darth Sidious und Darth Vader das, wie könnte es anders sein, auch wieder zwischen Episode III und IV stattfindet. Die Konzeption ist ja nun eher ungewöhnlich, normalerweise fungiert Sidious in dieser Ära nur als Befehlsgeber und Hintergrundmanipulator, anstatt selbst an der Action teilzunehmen – da muss schon etwas Außergewöhnliches passieren – was das ist verrät die bisher veröffentlichte Inhaltsangabe allerdings noch nicht. Es wurde lediglich bekannt gegeben, dass ein Charakter aus „The Clone Wars“ auftauchen wird, aber nicht welcher. Ahsoka vielleicht?
Paul S. Kemp hat in seinen bisherigen SW-Romanen schon einige Erfahrung mit den Sith gesammelt. Sowohl in „Gegenwind“ (das ich durchaus solide fand) als auch in „Dunkle Flut“ (das meiner Meinung nach eher weniger solide ist) spielt Darth Krayts Sith-Orden eine wichtige Rolle, und in Ersterem kommt darüber hinaus ein Sith aus der Zeit des Großen Hyperraumkriegs durch einen Zeitriss in die Post-Endor-Ära. Bei seinem bisher besten Werk, dem Old-Republic-Roman „Betrogen“, steht ebenfalls ein Sith-Lord, in diesem Fall Darth Malgus, im Fokus. „Lord of the Sith“ ist allerdings Kemps erster Roman, der in ziemlicher Filmnähe spielt und sich mit Dunklen Lords des Bane-Ordens auseinandersetzt.
„Lords of the Sith“ erscheint im April 2015.

Siehe auch:
Star Wars Expanded Universe: The Very Best Of
Star Wars Expanded Universe: The Very Worst Of

Darth Plagueis


In „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“ erzählt Palpatine Anakin Skywalker von Darth Plagueis dem Weisen, einem Sith-Lord, der so mächtig gewesen sein soll, dass er die Macht dahingehend kontrollieren konnte, Leben zu bewahren und zu erschaffen. Jedoch wurde besagter Plagueis von seinem Schüler ermordet. Die Vermutung liegt da natürlich nicht fern, dass Palpatine, alias Darth Sidious, dieser Schüler ist. Wer vor dem Kinostart von Episode III James Lucenos Roman „Labyrinth des Bösen“, welcher die direkte Vorgeschichte des Films erzählt und in enger Zusammenarbeit mit Lucas-Film entstand, gelesen hat, der wusste freilich schon ein wenig mehr: In diesem Roman wird bereits ausdrücklich angegeben, dass Plagueis Darth Sidious‘ Meister war. Ein weiteres Bröckchen Information (v.a. über Plagueis‘ Lehrmethoden) enthielt auch der Abschluss der sogenannten „Dark-Lord-Trilogie“, welche den Aufstieg Darth Vaders schildert und die aus „Labyrinth des Bösen“, Matthew Stovers Romanadaption zu „Die Rache der Sith“ und dem direkt im Anschluss spielenden „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ (ebenfalls wieder von James Luceno) besteht.

Für 2008 wurde dann schließlich ein Roman angekündigt, der sich speziell mit Plagueis‘ Suche nach der Unsterblichkeit beschäftigen und dessen Verfasser, wie könnte es anders sein, James Luceno sein sollte. Jedoch wurde diese Roman letztendlich gecancelt (zur Entschädigung erschien dann „Darth Bane: Die Regel der Zwei“) und die Geschichte von Sidious Meister blieb weiterhin im Dunkeln. Hin und wieder wurden die Fans mit weiteren kleinen Informationsschnipseln versorgt; in „Jedi vs. Sith: The Essential Guide to the Force“ etwa wurde bekanntgegeben, dass Plagueis ein Muun ist.

2011 wurde Lucenos „Darth Plagueis“ noch einmal angekündigt, dieses Mal allerdings mit handfesten Folgen: Anfang Januar ist tatsächlich die englische Ausgabe, die diesem Review (das nicht Spoilerfrei ist, also Vorsicht) zugrunde liegt, erschienen. Man könnte spekulieren, dass die 3D-Wiederaufführung von „Star Wars Episode I: Die Dunkle Bedrohung“ etwas damit zu tun hat, immerhin überschneidet sich die Handlung des Romans mit besagtem Film und Darth Maul ist groß auf der Rückseite zu sehen, obwohl seine Rolle doch eher klein ausfällt.

Wie dem auch sei und was immer man über James Lucenos Roman sagen kann, er ist auf jeden Fall zwei Dinge: Hochinteressant und recht kompliziert. Wie schon seine Bücher „Labyrinth des Bösen“ und „Schleier der Täuschung“ entstand es unter direkter Beteiligung von Lucas-Film, das heißt, dass vermutlich die eine oder andere Antwort, die dieser Roman für lange gestellte Fragen bietet, direkt vom Schöpfer selbst kommt. Die Haupthandlung des Romans ist dreigeteilt und wird von einem Prolog und einem Epilog eingerahmt. Der erste Teil beginnt im Jahr 67 vor der Schlacht um Yavin (35 Jahre vor der Handlung von „Die Dunkle Bedrohung“) mit Plagueis‘ Mord an seinem Meister Darth Tenebrous und erstreckt sich über zwei Jahre. Im Zuge dieses Mordes steigt Plagueis natürlich zum Sith-Meister auf. Im Folgenden schildert Luceno Plagueis‘ Leben und den großen Plan der Sith, Republik und Jedi zu vernichten, berichtet von seiner bürgerlichen Identität als Hego Damask, ein einflussreiches Mitglied des Intergalaktischen Bankenclans, seine Studien die Midichlorianer betreffend und seine Suche nach einem Schüler, den er schließlich in dem jungen und ehrgeizigen Palpatine von Naboo findet. Nachdem Palpatine den Namen Darth Sidious annimmt, endet der erste Teil und die Handlung macht einen Sprung zu den Jahren 54 bis 52 vor der Schlacht um Yavin. Hier erfährt der Leser, wie Palpatine zum Senator von Naboo aufsteigt. Der große Plan wird weiter vorangetrieben, die „Schachfiguren“ werden platziert, was auch zur Folge hat, dass viele bekannte Gestalten vorkommen, von Jabba the Hutt über die Jedi Dooku und Sifo-Dyas bis hin zum späteren imperialen Großwesir Sate Pestage. Allerdings beginnt Sidious nach und nach, die politischen Aufgaben immer mehr alleine auszuführen, während Plagueis sich immer stärker auf seine Forschungen konzentriert und nach Wegen sucht, die Midichlorianer direkt zu beeinflussen. Der dritte Teil schließlich beginnt zwei Jahre vor „Die Dunkle Bedrohung“ und schildert die Ereignisse, die vor, während und kurz nach der ersten Episode stattfinden, einschließlich dem Mord an Plagueis und Sidious‘ Aufstieg zum Sith-Meister.

Obwohl der Roman „nur“ knapp 370 Seiten hat, ist er ein wirklich extrem umfassendes Werk, das sich bemüht, alle möglichen Fäden der Filme und des Erweiterten Universums zu verknüpfen. Im Gegensatz zu den Autoren von „The Clone Wars“ erweist sich Luceno in dieser Hinsicht als sehr respektvoll und begabt; in einem Interview gab er selbst an, dass er dieses Buch wie einen historischen Roman behandelte und intensive Recherche betrieb. So greift er natürlich erstrangig die offenen Enden der Darth-Bane-Trilogie auf und schildert, wie der Orden der Sith und dessen Philosophie sich in den knapp tausend Jahren, die vergangen sind, seit Darth Bane die Bruderschaft der Dunkelheit auslöschte, entwickelt hat. Selbst auf „The Old Republic“, genauer das Roman-Tie-in „Revan“ wird eingegangen, ebenso wie auf „The Clone Wars“, was sich einerseits, aufgrund der geänderten Hintergrundgeschichte Darth Mauls, nicht vermeiden ließ, andererseits aber erfreulicherweise sehr knapp ausfällt. Und besonders im letzten Teil schlängelt sich Luceno elegant um sämtlich Romane und Comics, die im Vorfeld von „Die Dunkle Bedrohung“ spielen, wie etwa sein eigenes Werk „Schleier der Täuschung“ und diverse andere Romane (v.a. „Darth Maul: Schattenjäger“) oder Comics („Jedi Council: Aufstand der Yinchorri“, „Darth Maul“ etc.). Obwohl man bereits vorher wusste, dass die Sith bei vielen dieser Ereignisse ihre Finger im Spiel hatten werden sie nun genau in den großen Plan eingeordnet. Auch werden viele offene Fragen beantwortet: Wie wurde Meister Sifo-Dyas dazu gebracht, die Klonarmee in Auftrag zu geben? Wie trat Dooku aus dem Jedi-Orden aus? Weshalb hat Palpatine keinen Vornamen? Selbst auf Anakins mysteriöse Zeugung und das Ungleichgewicht der Macht wird eingegangen. Luceno liefert allerdings keine absolute Antwort; Plagueis hatte seine Finger bei Anakins Zeugung nicht direkt im Spiel, sondern war eher indirekt daran beteiligt, ebenso wie am Ungleichgewicht der Macht. Diesbezüglich passt der „Lösungsvorschlag“ nicht so ganz zu dem, was George Lucas in Interviews erzählt, dafür aber zum restlichen EU und vor allem den Post-Endor-Sith.

Allerdings mag dies alles bei Lesern, die sich im bisherigen EU nicht besonders gut auskennen, zu ein wenig Verwirrung und Stirnrunzeln führen, vor allem, da einige wichtige Ereignisse offscreen geschehen. So wird Darth Maul zum Beispiel ausgeschickt, die Schwarz Sonne, das mächtigste Verbrechersyndikat der Galaxis, auszulöschen, und bereits einen Absatz später hat er die Aufgabe erledigt. Besagte Ereignisse finden aber natürlich in den oben erwähnten Romanen und Comics statt, weshalb deren Kenntnis durchaus vorteilhaft für den Genuss dieses Buches ist. „Darth Plagueis“ ist eindeutig nicht als Einstieg in das Erweiterte Star Wars Universum geeignet, es sei denn die oben erwähnten Details stören nicht.

Man ist fast geneigt zu sagen, dass der Roman zu viel Handlung hat und sich ein wenig zu sehr bemüht, alles und jeden miteinander in Verbindung zu setzen. Selbst „Die Dunkle Bedrohung“ wird man nach der Lektüre in einem völlig anderen Licht sehen, da Plagueis während eines Großteils der Ereignisse noch am Leben ist – was ich, wie ich durchaus zugeben muss, nicht unbedingt positiv finde, degradiert es doch Maul, trotz Darth-Titel, zu einem ähnlichen illegitimen Sith-Schüler wie Starkiller in „The Force Unleashed“. Andererseits war Maul allerdings auch nie etwas anderes als ein Werkzeug für Sidious – ein wirklich cooles Werkzeug, aber ein Werkzeug nichtsdestotrotz. Dennoch wäre es mir lieber gewesen, wenn Sidious seinen Meister bereits vor Episode I umgebracht hätte und nicht erst während auf die Naboo die Schlacht tobt.

In Anbetracht all dessen ist es wohl nicht verwunderlich, dass gerade die Action in diesem Roman stark auf der Strecke bleibt, was allerdings keinesfalls negativ ist, im Gegenteil. Es ist äußerst erfreulich, dass Luceno nicht auf Biegen und Brechen Action und Raumschlachten unterbringt. „Darth Plagueis“ ist eher ein philosophisch angehauchter Politthriller mit vielen Ränken, politischen Winkelzügen und natürlich einer ordentlichen Portion Sith-Weisheit. Ebenfalls erfreulich ist, dass Luceno den Mut hat, nicht irgendeinen heroischen Protagonisten hinzuzufügen. Während man bei Romanen wie „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“, „Betrogen“ oder der Darth-Bane-Trilogie (vor allem beim zweiten Teil) offensichtlich der Meinung war, dass Dunkle Lords allein die Handlung nicht tragen können, wird „Darth Plagueis“ ausschließlich aus der Perspektive von Plagueis, Sidious und (in geringerem Maße) Maul geschildert.

Luceno leistet dabei sehr gute Arbeit und baut die drei Sith-Lords durchaus glaubwürdig auf. Maul wird als arroganter, extrem loyaler, aber nicht dummer Krieger porträtiert, der allerdings nie eine wirklich Chance hat und, wie oben bereits erwähnt, eben ein Werkzeug ist. Der Fokus liegt natürlich auf Sidious, Plagueis, deren Beziehung und der Entwicklung dieser Beziehung und der beiden Sith. Plagueis ist ein sehr wissenschaftlicher und rationaler Charakter, der das ewige Leben durch Midichlorianermanipulation anstrebt und dadurch auch Banes Regel der Zwei bzw. den Sith-Orden reformieren möchte. Mit der Zeit werden ihm seine Studien allerdings immer wichtiger als der große Plan zur Vernichtung der Republik und der Jedi, was schließlich zu seinem Untergang führt.

Am schwierigsten ist natürlich Darth Sidious, eine Figur, die durchaus vom Mysterium ihrer Vergangenheit lebt, das hier aufgelöst wird. Zum Glück ist Luceno nicht auf die unsinnige Idee gekommen, dem Meistermanipulator der Star-Wars-Saga etwas derart triviales wie eine gescheiterte Romanze als Motivation zu verleihen oder ihn gar zum tragischen Antihelden zu machen, wie Thomas Harris das mit Hannibal Lecter in „Hannibal Rising“ machte, was der Figur nicht unbedingt gut tat. Der Vaterkonflikt ist zwar nicht gerade die innovativste Lösung, aber eine passende und zudem auch nicht die Hauptmotivation. Auch Sidious macht eine interessante Entwicklung durch, vom ehrgeizigen Sith-Lehrling zu dem Meistermanipulator, den man aus den Filmen kennt und dem letztendlich auch sein eigener Meister zum Opfer fällt. Ich muss zugeben, dass ich Angst hatte, dass Sidious‘ „Leistungen“ beim Untergang der Republik geschmälert werden könnten, und ein wenig ist dies auch der Fall, allerdings ist das Ausmaß im Bereich des Erträglichen. Trotz allem gelingt es Luceno, weder Sidious noch Plagueis zu absoluten Über-Sith zu stilisieren – die beiden machen durchaus hin und wieder Fehler – und so das Interesse des Lesers wachzuhalten.

Fazit: „Darth Plagueis“ ist ohne Zweifel einer der ambitioniertesten und interessantesten EU-Romane und in meinen Augen auch einer der besten seit langer Zeit. Die Hintergründe des großen Plans der Sith und der ausführenden Dunklen Lords Plagueis und Sidious werden auf angemessene Art und Weise erzählt. Die beiden größten Schwächen des Romans sind die vielen mit eingebundenen EU-Werke und die teilweise erfolgende Umdeutung von „Die Dunkle Bedrohung“, wobei das sehr relative Schwächen sind. Ersteres ist in meinen Augen sogar eine Stärke (auch wenn die Verknüpfungen hin und wieder ein wenig übertrieben werden), dürfte aber EU-Neulingen nicht zum Vorteil gereichen, während Letzteres ebenfalls (vor allem Episode-I-Hassern) als Stärke des Romans erscheinen könnte, mich allerdings durchaus ein wenig stört. Dennoch ist „Darth Plagueis“ ein erhellender und spannender Sith-Politthriller, der sich problemlos in die obere Riege der EU-Romane einreiht.

Siehe auch:
Labyrinth des Bösen