GoT: The Queen’s Justice

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„The Queen’s Justice“ ist mal wieder ein schöner, mehrdeutiger Titel für die erste Episode dieser Staffel, die den Status Quo wirklich nachhaltig verändert. Wie schon in vorangegangenen Folgen werden Cersei und Daenerys abermals einander gegenübergestellt und durch ihr Verhältnis zu Gerechtigkeit weiter charakterisiert. Ich möchte auch noch einmal betonen, dass die Episodenstruktur und -dramaturgie dieser Staffel bislang exzellent ist. Obwohl gerade in dieser dritten Episode wirklich sehr viel Bedeutendes passiert, hat man nie wie manchmal in vorangegangenen Staffeln das Gefühl, man schaue gerade eine extrem hochwertig produzierte Clipshow.

Dragonstone
Auf Dragonstone kommt es zu dem Treffen, auf das die GoT-Fangemeinde bereits seit langem wartet: Jon Snow begegnet Daenerys Targaryen. Zuerst einmal wird er jedoch am Strand von Missandei und Tyrion empfangen. Der König des Nordens und die Hand sinnieren kurz über den Weg, den sie zurückgelegt habe, seit sie sich das letzte Mal gesehen haben. Ähnlich geht es Davos, der Dragonstone kaum wiedererkennt. In einem kurzen Intermezzo kündigt Melisandre an, dass sie Dragonstone verlassen wird, da sie sich im Schlechten von Jon getrennt hat. Ganz auf die für sie typische Art lässt sie dann gegenüber Varys noch eine ominöse Prophezeiung los, derzufolge sowohl sie als auch er in Westeros sterben werden.

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Jon (Kit Harrington) und Tyrion (Peter Dinklage), nach so vielen Staffeln wieder vereint. Im Hintergrund: Missandei (Nathalie Emmanuel) und Ser Davos (Liam Cunningham). Quelle.

Das eigentliche Treffen zwischen der Königin mit den vielen Titeln und dem König des Nordens verläuft in etwa so, wie man das erwarten würde. Beide Monarchen sind geprägt von ihren Erfahrungen und trauen dem anderen nicht. Daenerys verlangt, dass Jon das Knie beugt, Jon findet die Kriege im Süden angesichts der Bedrohung aus dem Norden kindisch. Der Dialog mag vorhersehbar sein, ist aber essentiell und kann im Grunde gar nicht anders verlaufen, da sich sonst beide Figuren völlig out of character verhalten würden. Ein wenig Rekapitulation lässt sich ebenfalls nicht vermeiden: Sowohl Jon als auch Daenerys sind nun einmal die Abkömmlinge zweier alter Adelsfamilien mit einer langen, verknüpften Geschichte. Schon am Anfang ist klar, dass dieses Gespräch zu keinem Ergebnis führen wird und vielleicht sogar höchst unangenehm enden könnte. Die Nachrichten, die Varys von der Eisernen Flotte bringt (wir erinnern uns an das Finale von Episode 2), verhindern das jedoch. Interessanterweise scheint Tyrions Brief, der inhaltlich nicht ganz dem Diktat der Königin entsprach, zumindest vorerst keine weiteren Folgen zu haben. Stattdessen versucht der Gnom, die schier unüberwindlichen Differenzen zumindest ansatzweise zu überbrücken und eine gemeinsame Grundlage zu schaffen. Die Drachenglasvorräte auf Dragonstone drängen sich da natürlich auf; Daenerys lässt sich breitschlagen, sodass Jon sie abbauen kann. Im Vergleiche zur angespannten Atmosphäre im Thronsaal ist die zweite Jon/Daenerys-Szene fast schon jovial. Fast.

King’s Landing
In King’s Landing zeigt Cersei mal wieder, was für eine ausgeglichene, moralisch gefestigte Frau sie doch ist. Euron bringt die Kriegsgefangenen zu seiner Königin, die seinen Antrag annimmt – sobald der Krieg gewonnen ist. Das ist ein typisches Cersei-Manöver: Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie keinerlei Absicht hegt, Euron tatsächlich zu ehelichen. Entweder er macht es ihr leicht und stirbt bereits während des Krieges, oder aber er überlebt, nur um dann von Cersei vergiftet zu werden. Natrülich ist Euron seinerseits nicht der vertrauenswürdigste Zeitgenosse, wer weiß, was er im Schilde führt.  Derweil merkt man Jaime an, dass er mit der Situation zunehmend unzufriedener wird, besonders, wenn Euron auch noch anzüglich stichelt. Bereits im Vorfeld der Staffel wurde fast schon angekündigt, dass Euron gewissermaßen der Ersatz für Ramsay ist. Zwar kann er sich noch nicht so vieler Verdienste rühmen, aber er arbeitet sich konstant nach oben und pflegt sein Image als anzüglicher Barbar. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass wir von Euron in dieser Staffel noch einige Gemeinheiten erwarten dürfen. Gleichzeitig entfernt er sich so immer weiter vom Euron George R. R. Martins – ich weiß, ich wiederhole mich, ich wollte es aber noch einmal hervorheben.

In der folgenden Szene erfahren wir, wie Cersei Gerechtigkeit versteht: Sie tut Ellaria dasselbe an, das Ellaria ihr angetan hat. Tyene wird mit demselben Gift vergiftet, mit dem Myrcella vergiftet wurde. Damit sind die Sandschlangen (und die Dornischen insgesamt?) wohl endgültig Geschichte, besonders, da Indira Varma, Ellarias Schauspielerin, bestätigt hat, dass sie in der Serie wohl nicht mehr zu sehen sein wird. Damit ist der vielleicht unrühmlichste Handlungsstrang der Serie zu Ende – und nach wie vor ist es wirklich schade, dass eine so interessante Region wie Dorne durch schlechte Adaption derart verhunzt wurde.

„The Queen’s Justice“ beantwortet auch eine weitere Frage, die man sich als Zuschauer (vielleicht) seit einiger Zeit stellt: Läuft da eigentlich noch etwas zwischen Cersei und Jaime? Ja, da läuft noch etwas, auch wenn Jaime (in letzter Zeit grundsätzlich) eher unwillig ist. Cersei hat inzwischen keinerlei Hemmungen mehr, das Verhältnis für alle sichtbar weiterzuführen – die Königin tut, was sie will, abermals im Kontrast zu Daenerys, die tun möchte, was für das Volk am besten ist.

Im Anschluss gibt es noch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten, nämlich dem von Mark Gatiss gespielten Tycho Nestoris, der für die Eiserne Bank von Braavos spricht. Das Gespräch verläuft sehr ähnlich wie vorangegangene Dialoge zwischen ihm und Vertretern der Krone bzw. des Hauses Lannister. Das interessanteste Ergebnis dieses Austauschs dürfte der Umstand sein, dass Tycho in King’s Landing bleibt – je nach dem könnte das unangenehm für ihn enden.

Winterfell

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Im Norden sehen wir, dass Sansa gar nicht so übel im Regieren ist. Eine kleine Andeutung in einem Nebensatz sorgt schon wieder für massive Spekulationen: Wolkan (Richard Rycroft), der neue Maester von Winterfell erklärt, er werde die Korrespondenzabschriften von Maester Luwin zurate ziehen. Schon ist das Fandom am Spekulieren, was er dort wohl finden wird. Das zentrale Element dieser Szene ist freilich die erste (und wohl nicht letzte) Stark Wiedervereinigung dieser Staffel: Bran kommt in Winterfell. Erst jetzt, im Kontakt mit „normalen Menschen“ fällt auf, wie sehr ihn seine Erlebnisse gezeichnet haben und wie stoisch er geworden ist. Besonders seine Worte im Götterhain sind da etwas grenzwertig in ihrem Mangel an Fingerspitzengefühl, man versteht gut, weshalb sie Sansa verstören.

Oldtown
In der Citadel erfährt Sam, dass die Operation an Ser Jorah erfolgreich war. Vielleicht liegt es nur an mir, aber mir kommt das ganze etwas zu einfach vor, aller Beteuerungen von Erzmaester Ebrose zum Trotz. Gerade an dieser Stelle zeigt sich wieder sehr gut, warum sich die späteren GoT-Staffeln nicht mehr unbedingt wie George R. R. Martins Geschichte anfühlen. Derartige Errungenschaften und, in Ermangelung eines besseren Wortes, Siege erschienen mir in den Romanen immer weitaus verdienter. Natürlich, die Serie hat weniger Zeit, so etwas zu vermitteln und gerade jetzt versuchen Benioff und Weiss, mit großen Schritten voranzuschreiten, aber dennoch. Davon abgesehen hat auch weiterhin jede Szene mit Sam und Ebrose eine ziemlich potterartige Atmosphäre.

Krieg im Süden
Wie schon in der letzten Episode geht’s auch im Finale von „The Queen’s Justice“ ordentlich zur Sache. Zwar beginnt es auf Dragonstone mit einem Monolog Tyrions, aber letztendlich ist das Ende der Episode so ineinandergeschnitten, dass ich es separat behandle. Mit den Worten des Gnoms unterlegt sehen wir, wie sich sein Plan entfaltet und die Unbefleckten Casterly Rock erobern. Den Stammsitz der Lannisters sehen wir hier zum ersten Mal in der Serie. Leider muss ich sagen, ich bin etwas enttäuscht, der Rock sieht verhältnismäßig gewöhnlich aus. In Martins „The World of Ice and Fire“ sind die Beschreibungen weitaus grandioser, dort ist Casterly Rock nicht einfach nur eine Burg auf einem Felsen, sondern eine Burg, die praktisch aus dem Felsen herausgehauen wurde und darüber hinaus die einzige von Westeros ist, die mit Harrenhall konkurrieren kann.

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Die Unbefleckten greifen Casterly Rock an (Quelle).

Tyrions Plan gelingt zwar, aber schnell erweist sich, dass er und Daenerys in eine Falle getappt sind: Eurons Flotte verbrennt die restlichen Schiffe der Targaryen, während die Lannister-Armee in aller Ruhe Highgarden erobert, das in der Serie ebenfalls ein wenig langweiliger wirkt als in der Vorlage (wo sind die Heckenlabyrinthe?). Die Szene an sich sagt mir aber sehr zu, schon allein wegen des massiven Einsatzes von The Rains of Castamere. Damit sind nach den Martells nun auch die Tyrells Geschichte, auch wenn Lady Olenna noch einen allerletzen Trumpf im Ärmel hat. Bereits nachdem sie das für ihre Hinrichtung vorgesehene Gift getrunken hat, gesteht sie Jaime süffisant, dass sie Joffrey ermordet hat und höhlt seinen Sieg auf diese Weise aus. Wir werden dich vermissen, Lady Olenna.

Fazit: „The Queen’s Justice“ ist die bisher beste und ereignisreichste Folge der siebten Staffel. Ich habe jedoch den leisen Verdacht, dass das nicht so bleiben wird.

Titelbildquelle

Siehe auch:
Dragonstone
Stormborn

GoT: Stormborn

Spoiler!
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„Stormborn“ ist einer der Titel von Daenerys und wird auch gleich zu Beginn dieser Episode thematisiert. Zugleich geht es am Anfang und am Ende äußerst stürmisch zu. Sonst ist diese Folge mal wieder eine Folge der Begegnungen, in der diverse Figuren wieder auftauchen oder einander mehr oder weniger zufällig über den Weg laufen – Randyll Tarly taucht im King’s-Landing-Handlungsstrang auf, Melisandre schaut auf Dragonstone vorbei und Arya begegnet ihrem alten Freund Hot Pie, nachdem sie Ed Sheeran anscheinend nicht um die Ecke gebracht hat.

Dragonstone
Die zweite Episode der siebten Staffel beginnt genau dort, wie die erste endete: Auf Dragonstone. Wir erleben hier zum ersten Mal die Dynamik von Daenerys‘ aufgestocktem Rat. Zuvor wird jedoch noch Varys‘ Verhältnis zu den diversen Herrschern angesprochen. Dieser Dialog spiegelt eine Szene aus Staffel 1 wider, in der Varys Ned Stark etwas ähnliches erklärt. Daenerys zeigt sich hierbei weit schlauer als ihre diversen Vorgänger auf dem Eisernen Thron.

Zwischendurch taucht auch noch Melisandre wieder auf Dragonstone auf. Nach der gelungenen Szene mit Daenerys und Varys ist die folgende Konversation leider weniger gelungen, da sie zu plakativ ist. Die Thematik des „prince that was promised“ und der Umstand, dass das Wort „prince“ im Valyrischen geschlechtsneutral ist, wird dem Zuschauer auf äußerst unelegante Art und Weise wieder ins Gedächtnis gerufen – in Fachkreisen bezeichnet man so etwas auch als „exposition dump“. Manchmal ist so etwas zwar durchaus nötig, aber man hätte es trotzdem etwas eleganter gestalten können.

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Daenerys (Emilia Clarke) und ihre Ratgeber und Heerführer: Tyrion (Peter Dinklage), Yara (Gemma Whelan), Ellaria (Indira Varma). (Bildquelle)

In Daenerys‘ „Kleinem Rat“ mögen Frauen inzwischen wichtigere Positionen innehaben als Männer, aber deswegen wird nicht weniger gezankt, denn jede der befehlshabenden Damen hat wie üblich ihre eigene Agenda. Sowohl Olenna Tyrell als auch Ellaria Sand dürsten nach Rache und würden King’s Landing am liebsten in Schutt und Asche sehen, während Daenerys (bzw. Tyrion) eine etwas humanere Belagerung vorziehen. Letztendlich wird beschlossenen, dass die Tyrell- und Martell-Heere King’s Landing belagern, um nicht mehr Lords durch einfallende Fremdlinge auf Cerseis Seite zu treiben, während die Unbefleckten sich daran machen sollen, Casterly Rock, den Sitz der Lannisters zu erobern. Ich hoffe inständig, dass wir das zu sehen bekommen, denn Casterly Rock ist eine der interessantesten Festungen von Westeros, tauchte aber bislang weder in den Romanen noch in der Serie als Schauplatz auf.

Im folgenden Gespräch zwischen Daenerys und Olenna Tyrell deutet sich ein mögliches Zerwürfnis zwischen der Mutter der Drachen und ihrer Hand an – ein weiterer, interner Konflikt in Daenerys‘ Lager. Bislang scheint sie Tyrion vertraut zu haben, der Eroberungsplan stammt zweifellos von ihm, in der Ratssitzung benutzt sie sogar seine exakten Worte (queen of the ashes). Da Tyrion sie noch in dieser Folge zumindest ein wenig hintergeht (siehe „Winterfell“), bin ich gespannt, ob dieses wie auch immer geartete Zerwürfnis bereits in der nächsten Folge zu sehen sein wird.

Ein paar Räume weiter zelebrieren derweil Missandei und Grey Worm ihren Abschied, wobei Grey Worm zeigt, dass man Eunuchen in dieser Hinsicht nicht unterschätzen sollte. Es war natürlich zu erwarten, dass irgendwann die obligatorischen Nacktszenen kommen würden, schließlich ist das eine HBO-Serie. Im Vergleich zu früheren Staffeln ist das definitiv besser gelungen und ergibt sich sogar halbwegs aus der Handlung, schließlich köchelt die Romanze zwischen Missandei und Grey Worm schon seit einigen Staffeln vor sich hin, und welcher Anlass wäre nachvollziehbarer?

King’s Landing
Man kann sich regelrecht ausmalen, wie es wäre, gäbe es in Westeros Twitter: „Dragon queen mad like her father, but fake news media won’t tell. So sad!“ Das ist die Essenz der Rede, die Cersei vor ihren versammelten Lords hält – den wenigen, die noch auf ihrer Seite stehen. Darunter ist auch Randyll Tarly, dessen Loyalität zur Krone hier auf die Probe gestellt wird, da er eigentlich ein Vasall des Hauses Tyrell ist. Dementsprechend unentschlossen ist Lord Randyll auch. Um ihn zu ködern bietet Jaime ihm den Posten als Wächter des Südens an. In diesem Kontext möchte ich abermals kurz auf „A Dance with Dragons“ zurückgreifen, wo wir Lord Tarly am Ende als Teil des Kleinen Rats unter Kevan Lannister als Protektor des Reiches erleben, während Lord Tarly als Meister der Gesetze fungiert – ich bin gespannt, ob er diese Position in irgendeiner Form auch noch in der Serie bekommt oder ob er „nur“ seine Armee kommandiert.

Die Soldaten der anrückenden Targaryen-Armeen sind freilich das geringste Problem – die Drachen bereiten Cersei weit größere Sorgen. Wie üblich hat Qyburn da allerdings auch schon ein paar Ideen in Form einer Balliste, die Erinnerungen an die Windlanze aus den Hobbit-Filmen wachruft und zeigt, dass sie sehr gut in der Lage ist, Drachenknochen zu durchdringen. Für diese Szene bringt Komponist Ramin Djawadi das neue Cersei-Motiv, das er in der letzten Folge der sechsten Staffel etablierte, zurück – ich hatte mich schon gefragt, ob wir es wohl in dieser Staffel hören würden.

Winterfell
Im Norden beschäftigt man sich mit der Expressrabenzustellung von Tyrions Brief, der neben weiteren Rückgriffen auf Staffel 1 deutlich von Daenerys Befehlen abweicht. Bereits im Dialog wird dies deutlich (Jon und Sansa hätten auf die Aufforderung, vor der Drachenkönigin das Knie zu beugen, sicher negativer reagiert). Tatsächlich wurde der genaue Wortlaut des Briefes in der Zwischenzeit veröffentlicht – hier zeigt sich, dass Tyrion Jon kennt und um den Stolz der Starks weiß; einer Aufforderung zur Unterwerfung wären sie nie nachgekommen.

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Tyrions Brief (Bildquelle)

Die Nachricht vom Obsididan, das sich auf Dragonstone verbirgt, sorgt natürlich dafür, dass der Besuch bei Daenerys äußerst attraktiv wird, von der Idee, Drachen gegen die Weißen Wanderer ins Feld zu schicken gar nicht erst zu sprechen. Die Lords des Nordens haben dennoch Bedenken, letztendlich entschließt sich Jon aber, nach Dragonstone zu gehen. Die große Begegnung zwischen Jon und Daenerys – den Figuren der Serien, die traditionellen Helden am nächsten kommen – wird bereits seit langem herbeigesehnt. Zuvor gibt es jedoch noch eine kleine Unterhaltung zwischen Jon und Littlefinger. Lord Baelish ist auf Winterfell nicht allzu beliebt, und bislang gewinnt er mit seinem üblichen, aalglatten Geschwätz keinen Blumentopf. Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass da noch etwas kommt.

Oldtown
Sam und Erzmaester Ebrose haben immer noch gewisse Meinungsverschiedenheiten. Ebrose arbeitet gerade an einem Werk mit dem etwas sperrigen Titel „A Chronicle of the Wars Following the Death of King Robert I.“, den Sam nicht allzu gelungen findet, was sofort Fan-Spekulationen anregte, Sam könne am Ende der Serie ein ähnliches Werk mit dem poetischeren Titel „A Song of Ice and Fire“ verfassen. Nun, der Verdacht, dass es sich bei Sam zumindest ansatzweise um ein Self-Insert von George R. R. Martin handeln könnte, ist unter Buchlesern nun auch nicht gerade neu, also warum nicht?

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Sam (John Bradley) und Maester Ebrose (Jim Broadbent). (Bildquelle)

Immerhin bekommt Sam in dieser Episode ein wenig mehr zu tun als nur Nachttöpfe zu leeren und verbotenen Büchern zu lesen. Als er erfährt, wer der Grauschuppenpatient ist, der da vor ihm sitzt, beschließt er, abermals eigenmächtig zu handeln und Anweisungen und Ratschläge von Erzmaester Ebrose ein weiteres Mal zu ignorieren. Die Behandlungsszene hat wohl aufgrund ihres Ekelfaktors ebenfalls einige Reaktionen auf Twitter hervorgerufen. Und wie schon bei Ed Sheeran finde ich das etwas übertrieben, gerade im Vergleich zu, sagen wir mal, der Operation am offenen Hirn in „Rome“ – dagegen ist das bisschen Eiter noch zu verkraften. Wir dürfen nun gespannt sein, wie erfolgreich Sam war und ob Ser Jorah an Daenerys‘ Seite zurückkehren wird.

Flusslande
Bislang war Rache Aryas primäre Motivation, jedenfalls seit dem Ende der letzten Staffel. Wie sich nun zeigt, war die durchschimmernde Menschlichkeit in der letzten Folge bereits ein Hinweis auf ihre weitere Entwicklung. „Stormborn“ baut weiter darauf auf, denn Arya begegnet ihrem alten Freund Hot Pie. Abermals zeigt sich, dass Arya es nicht mehr gewohnt ist, sich einfach normal mit jemandem zu unterhalten. Ihr gesamter Antrieb ändert sich allerdings, als sie erfährt, dass Jon Snow nicht nur noch lebt, sondern sogar König des Nordens geworden ist. Sofort kommt die Stark in ihr wieder an die Oberfläche und sie macht sich nach Winterfell auf. In diesem Kontext ist natürlich ihre Begegnung mit Nymeria von größter Wichtigkeit – noch einmal wird auf die erste Staffel verwiesen und eine Spiegelszene geschaffen: Dieses Mal ist es Nymeria, die Arya gehen lässt und nicht umgekehrt. Damit schließt sich der Kreis endgültig. Und meine Güte, ist das Vieh riesig geworden.

Gen Süden
Die Folge endet mit einer Reise nach Dorne: Yara soll Ellaria und die Sandschlangen nach Süden bringen, damit sie anschließend die Belagerung von King’s Landing in Angriff nehmen können. Euron Greyjoy hat da allerdings andere Pläne und attackiert. Woher er so genau weiß, wo er hin muss, bleibt im Dunkeln. Jedenfalls entbrennt ein wildes Gemetzel, das zwei von drei Sandschlangen das Leben kostet – nun, kaum jemand dürfte sie vermissen. Theon wird auf die Probe gestellt, versagt gewissermaßen und tut dabei doch letztendlich das einzig richtige: Er springt ins Wasser, als Euron Yara bedroht. Alles andere hätte ihn vermutlich das Leben gekostet, so kann er vielleicht noch etwas ausrichten. Wie dem auch sei, Daenerys‘ Feldzug erhält hier den ersten Dämpfer, denn sowohl die Dornischen als auch die Eiserne Flotte sind erst einmal außer Gefecht gesetzt.

Fazit: Nachdem „Dragonstone“ den Status Quo untermauerte, bringt „Stormborn“ die Schachfiguren in Position, um ihn über den Haufen zu werfen. An allen Enden von Westeros setzt man sich in Bewegung. Zugleich ist diese Episode von Begegnungen geprägt, Figuren wechseln die Handlungsstränge und kommen zusammen.

Titelbildquelle

Siehe auch:
Dragonstone