Batman Begins – Soundtrack

Dieser Artikel ist Teil des TDKR-Countdowns.

Tracklisting:

01. Vespertilio
02. Eptesicus
03. Myotis
04. Barbastella
05. Artibeus
06. Tadarida
07. Macrotus
08. Antrozous
09. Nycteris
10. Molossus
11. Corynorhinus
12. Lasiurus

Mit den großen Franchise-Themen ist es so eine Sache, speziell wenn man in einem bewährten Franchise musikalisch etwas Neues macht. Manchmal kann man sich von alten Themen einfach nicht lösen. James Bond ist da ein Beispiel: Bis dato gibt es sieben offizielle Bond-Darsteller und 22 Filme („Skyfall“ noch nicht mitgerechnet), die sich im Tonfall zum Teil extrem voneinander unterscheiden, doch in jedem dieser Filme kommt mindestens einmal das ikonische Bond-Thema vor. Auch Star-Wars wäre ohne sein berühmtes Titelthema kaum denkbar, sodass es nicht nur alle sieben Kinofilme eröffnet, sondern auch jede Folge von „The Clone Wars“ und auch so ziemlich jedes Computer- und Videospiel, egal ob nur die Williams-Soundtracks recycelt werden oder ob neue Musik komponiert wird. Auch das Machtthema tendiert dazu, überall aufzutauchen.
Anders verhält es sich bei Batman. Für Tim Burtons Film von 1989 komponierte Danny Elfman ein düsteres, actionreiches und vor allem extrem einprägsames Thema, das inzwischen fast so sehr mit Batman verbunden ist wie das Williams-Thema mit Superman. Was tut man also als Komponist, der eine neue Adaption einer Figur vertont, deren bisheriges Leitmotiv bereits Kultstatus besitzt? Eine Möglichkeit besteht natürlich, etwas zu komponieren, das zwar nicht identisch mit dem alten Thema ist, aber dennoch an es erinnert. Das kann sehr gut funktionieren, wie zum Beispiel Shirley Walkers Superman-Thema zeigt, das mit dem Williams-Marsch nicht identisch ist, aber dank der Dreiklangbasis sehr ähnlich klingt. Auch Elliot Goldenthal wählte für sein Batman-Thema einen ähnlichen Ansatz, indem er es strukturell an das Elfman-Thema anlehnte. Beide Themen sind recht marschartig und eignen sich auch gut zur Actionuntermalung, allerdings lässt das Goldenthal-Thema die Düsternis vermissen (andererseits – wir sprechen natürlich von den Schumacher-Filmen, wo man die Düsternis allgemein vermisst).
Auch Hans Zimmer und James Newton Howard, von Chris Nolan für „Batman Begins“, den phänomenalen Reboot des Dunklen Ritters verpflichtet, dürften vor einem ähnlichen Problem gestanden haben. Im Vorfeld des Films (und auch nach dem Kinostart) gab vor allem Hans Zimmer relativ viele Interviews, in denen er erklärte, sich völlig von den Vorgängerscores zu lösen. Batman sei ein vielschichtiger, psychologisch tiefgründiger Charakter, eine Figur, die in „Batman Begins“ eine Reise absolviere. Deshalb sei die Musik düster, brütend und psychologisch tiefgründig. So weit, so gut. Werfen wir erst einen allgemeinen Blick auf den Soundtrack, bevor wir zu den Themen, natürlich insbesondere dem des Titelhelden, zurückkehren. Vorher allerdings noch kurz ein Wort zum Album: Die Idee, den Tracks die lateinischen Namen von Fledermäusen bzw. Fledermausarten zu geben ist ja ganz nett, ebenso wie die Anfangsbuchstaben der Tracks 4 bis 9, allerdings wird es schwierig, wenn man die einzelnen Stücke den Filmszenen zuweisen will.
Niemand, der diesen Soundtrack hört, wird bestreiten, dass von den beiden Komponisten eindeutig Zimmer die Nase vorn hat – sogar in den Interviews ordnet sich Howard Zimmer eindeutig unter und gesteht seinem Kollegen die kreative Leitung zu. Darüber hinaus haben die beiden allerdings an allem zusammengearbeitet, im Gegensatz etwa zum Soundtrack des Sequels, in welchem zwei der neuen Themen jeweils auf einen der Komponisten zurückzuführen sind (Joker auf Zimmer und Harvey Dent/Two-Face auf Howard). Generell wird die Ansicht vertreten, dass Zimmer in den Actionpassagen stärker vortritt, während man Howards Stil in den ruhigeren, melodischeren Teilen besser heraushört, Zimmer jedoch die allgemeine Richtung bestimmt und dem schließe ich mich auch an. Trotz eines 90-köpfigen Orchesters ist „Batman Begins“ ein sehr elektronischer Score, der manchmal schon einen Fuß im Sounddesign hat, von der grausigen Ausgeburt, die Trent Raznor und Atticus Rose für „Verblendung“ geschrieben haben ist er allerdings noch weit entfernt. Ein allgemein passendes Schlagwort für die Musik dieses Films ist Minimalismus. Das dominierende Element sind die Zimmer’schen Streicherostinati, die existierenden Themen sind meist sehr einfach gestrickt und nicht sehr leicht herauszuhören, was dem Soundtrack einen ziemlich „breiigen“ Charakter verleiht – womit wir wieder bei der Leitmotivik angekommen wären. Erst einmal ist es gar nicht so leicht, das eigentliche Batman-Thema zu finden. Oft wird angenommen, das Thema, das den Track Molossus dominiert, sei das Haupt- bzw. Batman-Thema, was allerdings nicht wirklich stimmt. Es handelt sich dabei mehr um ein allgemeines Action-Thema, ähnlich wie He’s a Pirate. Besonders deutlich wird dies in „The Dark Knight“, wo es in Szenen gespielt wird, in denen Batman nicht zugegen ist.
Laut eigener Aussage komponierten Zimmer und Howard ein Thema für die Hauptfigur, das sie letztendlich in „Batman Begins“ überhaupt nicht einsetzten, sondern erst in „The Dark Knight“. Das thematische Material für den Dunklen Ritter, das es in den Soundtrack geschafft hat, ist letztendlich bereits in Vespertilio zu finden: Die ominösen Flügelschläge am Anfang, Streicherostinati (die sowieso überall sind) und ein Motiv, bestehend aus zwei Noten, das ab der Einminutenmarke des Tracks immer wieder gespielt wird und auch sonst ziemlich häufig vorkommt, u.a. am Ende von Barbastella und in Molossus. Und hier ist mein Problem mit dieser Herangehensweise: Egal was Zimmer sagt, ein Zweinotenmotiv ist weder komplex noch ikonisch. Ein Zweinotenmotiv erlaubt praktisch kaum Variationen und ist langweilig. Der Einsatz ist dabei ebenfalls ein Problem, denn es wird nicht nur benutzt, wenn Batman tatsächlich auftaucht, sondern auch, um die diversen Schritte auf seinem Weg zum Dunklen Ritter darzustellen. Da dieses Motiv aber statisch ist, ist es m.E. dazu einfach nicht geeignet. Der „klassische“ Ansatz wäre hierbei in meinen Augen weitaus besser und wirkungsvoller gewesen, so wie es etwa David Arnold im Soundtrack zu „Casino Royale“ oder Howard Shore in „Die Gefährten“ taten: Das Thema (Bond bzw. Gefährten, beide bestehen aus wesentlich mehr als nur zwei Noten) wird langsam und stückweise aufgebaut. Insbesondere Shores Gefährtenthema ist ein ideales Beispiel: Von der Titeleinblendung einmal abgesehen erklingt es zum ersten Mal, als Frodo und Sam das Auenland verlassen, noch in einer unvollständigen Variante und wird dann mit jedem Einsatz voller, bis es bei der Ratsszene in Bruchtal zum ersten Mal vollständig erklingt. Nachdem die Gemeinschaft zerbricht taucht es dann wieder fragmentarischer auf. Genau so etwas hätte ich mir auch für diesen Batman gewünscht, denn das wäre ihm als komplexem Charakter gerecht geworden, im Gegensatz zu einem Zweinotenthema. Und um es klar zu machen, ich meine damit nicht das Elfman-Thema. Gewöhnlich lassen sich die Stimmen zu diesem Soundtrack nämlich zwei Kategorien zuordnen: Die einen loben ihn in den Himmel, während die anderen sich beschweren, dass das Elfman-Thema nicht vorkommt. In der Tat wäre Danny Elfmans Batman-Marsch in der Form, in der er in „Batman“ und „Batmans Rückkehr“ auftaucht, eher fehl am Platz (Shirley Walkers Batman-Thema dagegen ist wieder eine andere Geschichte…). Letztendlich ist es nicht so, dass Zimmer und Howard im Themenvergleich den Kürzeren ziehen, stattdessen scheinen sie gar nicht erst zu versuchen, etwas Adäquates abzuliefern. Dass jedoch letztendlich ein wirklich ikonisches, gut erkennbares Thema für Batman nötig gewesen wäre, steht für mich persönlich außer Frage. Ja, „Batman Begins“ stellt Bruce Wayne tiefgründiger und psychologisch ausführlicher dar als die Burton-Filme (von den Schuhmacher-Filmen ganz zu schweigen), aber letztendlich zwingt sich Bruce dazu, zum Helden, mehr noch, zum theatralischen Helden zu werden – Ra’s al Ghul kommentiert dies ja sogar im Film: „You took my advice about theatricality a bit … literally.“ Es gibt genug Szenen, die geradezu nach einem derartigen Thema schreien (Batmans Konfrontation mit Falcone, Batman blickt von der Spitze eines Wolkenkratzers auf Gotham hinab, die Schlussszene) und dadurch noch weitaus stärker und einprägsamer geworden wären.
Neben dem Batman-Motiv und ein, zwei Action-Themen (v.a. im bereits erwähnten Molossus und in Antrozous) gibt es auch noch weitere Themen. Da hätten wir unter anderem eines, das von einem Rezensenten auf soundtrack.net als „Rising Hero Theme“ bezeichnet wird und das in „The Dark Knight“ die Basis für Harvey Dents Thema bildet. Dieses Thema ist unter anderem am Ende von Myotis zu hören und funktioniert zumindest besser als das Zweinotenmotiv, passt aber nicht wirklich zu Batman und gehört, wie gesagt, später zu Harvey Dent, für den es sich auch als weitaus effektiver erweist.
Am Anfang von Eptesicus und in Macrotus ist darüber hinaus ein zumeist von Klavier oder Streichern dominiertes Thema zu hören, das für Bruce‘ Vergangenheit steht (und deshalb oft in den Rückblicken gespielt wird) und auch als Liebesthema dient. Diese Themen funktionieren zwar, sind aber recht einfach gehalten. Darüber hinaus fungiert ein Knabensopran als Zeichen für Bruce‘ (verlorene) Jugend, Unschuld und Reinheit (Tadarida und Macrotus).
Die Schurken dagegen sind weit weniger klar definiert. Ra’s al Ghul und seine Liga der Schatten werden, wenn überhaupt, durch ein ominöses, dunkles Cello zu Beginn von Myotis repräsentiert, Scarecrow durch Soundeffekte und schrille Streicher, die in Artibeus zu vernehmen sind. Beides kann allerdings kaum als wirkliches Leitmotiv gewertet werden.
In der Tat haben sich die Komponisten von den früheren Vertonungen des Dunklen Ritters weitestgehend gelöst, allerdings nicht von ihren eigenen Arbeiten. Vor allem Zimmers Techniken scheinen durch, vieles aus dem Soundtrack tauchte bereits in leicht abgewandelter Form in früheren Scores auf. Letztendlich ist die Musik von „Batman Begins“ vor allem atmosphärischer Natur, und für einen gewöhnlichen Actionfilm hätte sie auch gut funktioniert. Aber hierbei handelt es sich nun einmal um einen Batman-Film, und so sehr sich Chris Nolan auch um Realismus (bzw. Hyperrealismus) bemüht, der Film handelt dennoch vom Dunklen Ritter. Ja, der Batman-Begins-OST ist düster und brütend und stört den Film nicht, wie es bei „Verblendung“ der Fall war, sondern untermalt ihn durchaus passend. Aber bei Batman genügt mir das nicht. Zimmers und Howards Musik macht den Film nicht reicher, wie es Elfmans oder Walkers Batman-Soundtracks getan haben oder wie Zimmer selbst es bei „Pirates of the Caribbean: At World’s End“ geschafft hat. Wenn ich die Musik zu Tim Burtons Filmen oder der Batman-Zeichentrickserie höre, höre ich Batman. Wenn ich den Batman-Begins-Soundtrack höre, höre ich in erster Linie Zimmer.
Fazit: Der Soundtrack zu „Batman Begins“ ist letztendlich enttäuschend. Zwar ist er düster und brütend, doch die Komplexität der Hauptfigur wird nicht vermittelt, es gibt kaum thematische Entwicklung und die existierenden Leitmotive (besonders das Batman-Thema) sind minimalistisch und letztendlich langweilig.

Der TDKR-Countdown:
Prämisse
Batman – Vampire
BB: Meltdown
New 52: Batman 1
Bane
The Dark Knight – Soundtrack
The Dark Knight Rises

Siehe außerdem:
Batman Begins
The Dark Knight
The Dark Knight Rises – Soundtrack

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The Dark Knight


Story: Ein halbes Jahr ist seit Batmans (Christian Bale) Auftauchen verstrichen und sein Feldzug scheint erfolgreich zu sein; die Kriminellen Gotham Citys werden immer mehr in die Ecke gedrängt. 
Zusätzlich zum Dunklen Ritter taucht nun auch ein „Weißer Ritter“ auf. Harvey Dent (Aaron Eckhart), der neu gewählte Bezirksstaatsanwalt Gothams hat sich fest vorgenommen, mit den Gangstern und der Korruption aufzuräumen. Batman, Dent und der Polizei-Leutnant James Gordon (Gary Oldman) schließen eine Art Pakt und arbeiten zusammen, um das Verbrechen endgültig zu besiegen. Doch exakt in diesem Moment taucht eine neue Figur auf dem Spielfeld auf und wirbelt alles kräftig durcheinander: Der Joker (Heath Ledger).
Der Joker ist vollkommen anders als die anderen Kriminellen der Stadt; ihm geht es nicht ums Geld, er will, wie Batmans Butler Alfred es ausdrückt, „die Welt einfach brennen sehen.“
Der Joker kennt keine Grenzen, keine Regeln und keine Gnade. Rücksichtslos spielt er alle und jeden in perfiden psychologischen Versuchen gegeneinander aus, um zu beweisen, dass alle im Grunde ihres Herzens schlecht sind.
Und auf eine gewisse Weise obsiegt der Joker sogar; es gelingt ihm nämlich, Harvey Dent, den Weißen Ritter, den aufrichtigsten der drei „Verschwörer“ zu korrumpieren und ihn zum rachebesessenen Two-Face zu machen.

Kritik:
Was wurde dieser Film gehypt. „The Dark Knight“ wurde fast ausschließlich mit dem Tod Heath Ledgers in Verbindung gebracht und, seien wir ehrlich, ohne das tragische Ableben dieses Schauspielers hätte es wohl weder derart hohe Einnahmen, noch den Oscar für den besten Nebendarsteller gegeben.
Diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass „The Dark Knight“ in meinen Augen diesen Hype vollkommen verdient hat. Natürlich wäre er ohne den Joker nicht dasselbe, aber er besteht eben nicht nur aus ihm. 
Was in „Batman Begins“ begann, wird hier nun logisch fortgeführt. Das große Thema dieses Films ist Eskalation, schon der kurze Dialog am Ende des Vorgängers zwischen Gordon und Batman kündigte das (und auch den Joker) an.
Und das Konzept geht wunderbar auf. Einmal mehr orientieren sich Drehbuchschreiber und Regisseur handlungsmäßig stark an Jeph Loebs „The Long Halloween“, und das Ergebnis ist abermals überzeugend, die Handlung ist rasant und spannend (und in meinen Augen keinesfalls zu lang oder zu überladen) und die Dialoge sind messerscharf.
Bis auf Katie Holmes, deren Rolle, die Staatsanwältin und Jugendfreundin von Bruce, Rachel Dawes, nun von Maggie Gyllenhall gespielt wird, kehrt fast der gesamte Cast des Vorgängers zurück. Christian Bale überzeugt abermals als Batman und Bruce Wayne, auch wenn er dieses Mal weniger Präsenz zeigt, dafür hat Gary Oldmans Jim Gordon (der im Lauf des Films auch zum Comissioner befördert wird) mehr Platz bekommen und weiß seine Leinwandzeit wunderbar zu nutzen. Morgan Freeman und Michael Caine haben wieder die Lacher auf ihrer Seite und dürfen den doch sehr düsteren und ernsten Film etwas aufhellen und zugleich gewissermaßen den moralischen Anker für Bruce darstellen. Und sogar Cillian Murphy darf in einer Szene als Scarecrow zurückkehren, auch wenn diese etwas erzwungen wirkt.
Die Neuzugänge wissen ebenfalls zu überzeugen; Maggie Gyllenhall sieht zwar vielleicht nicht so gut aus wie Katie Holmes (was allerdings Geschmackssache ist), aber sie kann eindeutig besser schauspielern, ihr nimmt man die idealistische Staatsanwältin auch ab. Doch die wahren schauspielerischen Perlen des Films sind Heath Ledger und Aaron Eckhart.
Was wurde nicht schon alles über den Joker dieses Films geschrieben? Heath Ledger spielt wirklich eine absolut diabolische Figur, eine fesselnde und einzigartige Leistung; in wirklich jeder Szene, in der er vorkommt, steht er im Mittelpunkt. Dem steht Aaron Eckhart allerdings in nichts nach. Zwar darf er nicht so auf die Pauke hauen wie Ledger und bleibt deshalb auch nicht ganz so gut in Erinnerung, aber sein Spiel ist dennoch großartig, denn er schafft es, sowohl den sympathischen Staatsanwalt Harvey Dent als auch dessen rachdurstiges Alter Ego Two-Face völlig glaubhaft darzustellen (im Gegensatz zu Tommy Lee Jones).
Die einzigen Kritikpunkte sind Atmosphäre und Musik: Ein wenig mehr Gothic-Stimmung (wie zum Beispiel in „Batman Begins“) hätte dem Film gut getan. Das Gotham City, das dem Zuschauer hier präsentiert wird, wirkt fast ein wenig zu normal und alltäglich. Die Narrows, Arkham Asylum, Wayne Manor, die Einschienenbahn und der Wayne Tower, die in „Batmans Begins“ dafür gesorgt haben, dass Gotham einzigartig wirkt, fehlen in „The Dark Knight“ alle.
Hans Zimmers und James Newton Howards Soundtrack hat sich im Vergleich zu „Batman Begins“ zwar merklich verbessert (vor allem das Joker-Thema ist wunderbar gelungen), aber ein wirklich markantes Batman-Thema vermisse ich immer noch. Ich weiß, dass Hans Zimmer das extra vermeiden wollte, aber für mich gehört zum Dunklen Ritter einfach ein einprägsames Leitmotiv.
Fazit: Fast perfekte Leinwandumsetzung des Dunklen Ritters, die zusammen mit „Batman Begins“ ein homogenes Ganzes ergibt.

Trailer

Siehe auch:
The Dark Knight – Soundtrack
Batman Begins
The Dark Knight Rises
Batman Begins – Soundtrack
The Dark Knight Rises – Soundtrack

Batman Begins


Story: Als seine Eltern nach einem Opernbesuch von einem Ganoven ermordet werden, bricht für den jungen Milliardärssohn Bruce Wayne (Gus Lewis) buchstäblich die Welt zusammen. Der mit einer Fledermausphobie geplagte Junge muss nun ein Trauma überwinden, was ihm nicht wirklich gelingt.
Viele Jahre später plant Bruce (Christian Bale), inzwischen ein Student, den Mörder seiner Eltern umzubringen, doch der Mafiaboss Carmine Falcone (Tom Wilkinson) kommt ihm zuvor, was Bruce dazu veranlasst, sich selbst massiv zu hinterfragen. Er flieht vor der „zivilisierten  Welt“ der Oberschicht seiner Heimatstadt Gotham City, um das Leben auf der anderen Seite kennen zu lernen: Er geht in den fernen Osten, lebt in Armut, stiehlt, um nicht zu verhungern und landet schließlich im Gefängnis.
Dort wird er von dem rätselhaften Henry Ducard (Liam Neeson) aufgespürt, der ihm ein Angebot macht: Einen neuen Sinn im Leben. Ducard führt Bruce in die Welt der Gesellschaft der Schatten, einer Ninjasekte, die von einem gewissen Ra’s al Ghul (Ken Watanabe) geführt wird. Bruce beendet seine Ausbildung zum Kämpfer, doch als er einen Mörder töten soll, bricht er mit seinen Ausbildern und kehrt in seine Heimat zurück, um einen anderen Weg zu wählen, das Verbrechen zu bekämpfen. Bruce wird zu einem Symbol, er wird zu Batman…

Kritik:
Acht Jahre sollte es nach dem Totalausfall von „Batman und Robin“ dauern, bis der Dunkle Ritter auf die Leinwand zurückkehren durfte. In dieser Zeit überlegte man sich bei Warner Brothers fieberhaft, wie man mit Batman weiterverfahren könnte. Eine Verfilmung von Frank Millers „Year One“ wurde angedacht, ein „Batman versus Superman“ und was nicht noch alles.
Aber schließlich traf man die richtige Entscheidung und legte die Bürde in die Hände des Regisseurs Chris Nolan und des Drehbuchschreibers David S. Goyer, die dafür sorgten, dass Batman in Glanz auferstehen sollte.
Man entschied sich, die Ursprungsgeschichte des Dunklen Ritters und seinen Werdegang zu beleuchten und dabei auf Realismus zu setzen. Und das Konzept geht auf.
„Batman Begins“ macht so gut wie alles richtig. Batman/Bruce Wayne ist ein dreidimensionaler und glaubhafter Charakter, der sehr gut von Christian Bale gespielt wird. Meiner Ansicht nach ist Bale der beste bisherige Batman-Darsteller. Zwar ist er nicht so düster/grüblerisch wie Michael Keaton, aber das war zumindest der Comic Bruce Wayne bei seinen öffentlichen Auftritten auch nie. Bale gelingt es wunderbar, den überzogenen Playboy zu spielen, und gleichzeitig einen bedrohlichen, einschüchternden Batman abzugeben. Lediglich die Stimme ist etwas übertrieben.
Auch der Rest der Schauspieler weiß zu überzeugen: Liam Neeson darf ein weiteres Mal den Lehrmeister spielen und hat endlich auch Mal die Gelegenheit zu beweisen, dass er auch als Schurke etwas drauf hat. Michael Caine und Morgan Freeman spielen ebenfalls hervorragend und sorgen für einen zusätzlichen Sympathiebonus.
Der Brite Tom Wilkinson will zwar nicht so recht zu dem italienischen Mafiaboss Falcone passen, liefert aber trotzdem sehr gute Arbeit ab.
Einzig Katie Holmes stört irgendwie und wirkt neben dem Rest der Darstellerriege blass und uninspiriert; die idealistische Staatsanwältin nimmt man ihr nicht so recht ab.
Auch die Handlung ist bei diesem Film um einiges ausgereifter als bei den bisherigen Batman-Streifen. Wie oben bereits erwähnt wird in „Batman Begins“ sehr viel mehr wert auf Charakterzeichnung gelegt, die Motive der Figuren erscheinen nachvollziehbar und die Handlung orientiert sich mehr an den Comics, vor allem an „The Long Halloween“ und natürlich „Batman: Year One“.
Lediglich die Filmmusik fällt gegenüber den Burton-Filmen ab; Hans Zimmers und James Newton Howards Soundtrack ist nicht schlecht, allerdings vermisse ich wirklich markante Themen, das ganze kommt doch etwas breiig herüber, ganz anders, als es bei Danny Elfmans Soundtrack zu „Batman“ und „Batmans Rückkehr“ der Fall war. Aber das ist, neben Katie Holmes, auch schon so ziemlich das einzige Manko.
Fazit: Endlich ein Batmanfilm, der dem Dunklen Ritter wirklich gerecht wird und sich, anders als zum Beispiel die beiden Burton-Filme, voll auf den Titelhelden konzentriert.
So hat ein Batman-Film zu sein, Herr Schumacher.

Trailer

Siehe auch:
Batman Begins – Soundtrack
The Dark Knight
The Dark Knight Rises
The Dark Knight – Soundtrack
The Dark Knight Rises – Soundtrack