Stück der Woche: A Thunder Battle


Bevor wir zu den wirklich faszinierenden Stücken kommen (will heißen: den Stücken, bei denen es signifikante Unterschiede zwischen Film und Album gibt), gilt es noch, zwei leitmotivische weniger interessante Tracks zu besprechen.

A Thunder Battle untermalt den Kampf der Steinriesen, die Jackson ein wenig zu wörtlich interpretierte, mit, wie der Titel es schon sagt, donnernden Blechbläserfiguren, deren Intensität sich ab der Einminutenmarke immer weiter steigert und die in Don Davis‘ Matrix-Scores sicher ebenfalls nicht fehl am Platz gewesen wären. Bei 2:15 steuern die Streicher einige zwergisch klingende Passagen bei, mit der die Schwierigkeiten der Kompanie, in dieser Situation am Leben zu bleiben untermalt werden. Die Melodie klingt ein wenig nach dem Zwerge-im-Exil-Motiv, es ist aber diskutabel, ob es sich hierbei um ein tatsächliches Statement handelt. Nicht diskutabel ist hingegen der kurze Einsatz von Azogs Thema bei 3:39.

In Under Hill stellt Shore eine neue Ausprägung des Ork-Materials vor, das die Bewohner von Orkstadt repräsentiert. Diese ebenso aggressiven wie missgestalteten Kreaturen bekommen ein abwärtssteigendes Blechbläsermotiv spendiert, unterlegt von einem treibenden Rhythmus, bei dem sich die Pauken ab 0:40 ziemlich verausgaben. Um die chaotische Natur dieses Völkchens zu verdeutlichen, setzt Shore zusätzlich aleatorische Blechbläser ein. Aleatorik bedeutet, dass Musiker im Orchester, in diesem Fall, wie erwähnt, die Blechbläser, gewissermaßen beschränkt improvisieren dürfen. In der aleatorischen Passage bekommen sie einige Noten vorgesetzt, die sie in beliebiger Reihenfolge und z.T. auch beliebigem Tempo spielen dürfen, wobei sie nicht einmal gezwungen sind, alle zu spielen. Auch in der LotR-Trilogie finden sich einige aleatorische Passagen, die bei einer Live-Aufführung natürlich besonders interessant sind, da hier die Unterschiede zum Album am größten ausfallen.

Als der Großork erwähnt, dass Azog noch am Leben ist, streut Shore natürlich das Thema des bleichen Ork ein. Hier zeigen sich schön sowohl die Gemeinsamkeiten (aggressive Blechbläser) als auch die Unterschiede (aleatorisches Chaos) zwischen den verschiedenen Ork-Themen. Azog und seine Gundabad-Orks sind deutlich disziplinierter als der Sauhaufen des Großorks – Shore macht das in der Musik sehr deutlich, verknüpft das Thema dieser Orks allerdings dennoch fest mit dem bereits etablierten Material, sodass es wunderbar zu den anderen Ork-Themen passt.

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