Stück der Woche: Kingdoms Will Burn


Ramin Djawadis Warcraft-Score ist eigentlich nicht übel, hat aber das Pech, Teil eines Franchise mit qualitativ hochwertiger, distinktiver Musik zu sein. Während es dem Zimmer-Zögling gelungen ist, den Warcraft-Sound zumindest teilweise ansprechend zu adaptieren und er eine brauchbare, wenn auch recht simple Themenstruktur (ein Hauptthema, zusätzlich zu einigen Charakter- bzw. Fraktionsthemen; eine gelungene Analyse findet sich hier) entwickelt hat, kommt seine Musik für Azeroth nur sehr selten über den funktionalen Aspekt hinaus – das gewisse Etwas (sowie die nötige Portion Bombast), das die WoW-Scores ausmacht, fehlt.

Das wurde umso deutlicher, als kurz nach Kinostart das Main-Title-Stück von „World of Warcraft: Legion“, dem im August erscheinenden nächsten Add-on, veröffentlicht wurde. Während Kingdoms Will Burn nicht ganz an, sagen wir, The Shattering heranreicht, ist es doch eindeutig nochmal einige Level über allem, was Djawadi für „Warcraft: The Beginning“ abgeliefert hat. Passend zum Thema und den Gegnern des neuen Add-ons ruft die Variation des WoW-Hauptthemas, mit der Kingdoms Will Burn beginnt Erinnerungen an „The Burning Crusade“ wach. Das Thema selbst ist von dämonischen, dissonanten Manipulationen durchzogen, die sich nach und nach aufbauen, bis bei 0:55 Illidans Thema hervorbricht. Danach wird der Tonfall ruhiger und tragischer, Frauenchor und gezupfte Streicher spielen ein Thema, das bereits in „The Bruning Crusade“ zu hören war. Schließlich kommen Männerchor und Blechbläser hinzu und das Ganze baut sich auf, wird kraftvoller, heroischer und schließlich regelrecht triumphal. Es folgt eine Passage, in der Streicher und Flöten eine mysteriöse, leicht bedrohliche Melodie spielen, die später durch Blechbläser und Chor ergänzt wird, sich abermals aufbaut und dann von einer kurzen, tragischen Streicherpassage abgelöst wird. Es dauert nicht lange, bis der Chor zurückkehrt und einen fast sakralen Tonfall herbeiführt. Kurz vor der Fünfminutenmarke übernehmen Trompeten für ein weiteres triumphales Intermezzo, bevor die Holzbläser, unterstützt von den Streichern, erneut einige eher elegische Passagen spielen. Danach kehrt das Stück zu den bereits zuvor etablierten, kraftvolleren Blechbläsermelodien zurück, bis Chor und Percussions die Führung übernehmen. Deren Melodie wird schließlich bei 8:32 von einem Dudelsack aufgegriffen – dieser gehört als Soloinstrument seit „Warlords of Draenor“ auch zum musikalischen Repertoire von Azeroth. Hier vereint er sich bald mit Orchester und Chor zu einem majestätischen Thema, jedenfalls bis Chor und Blechbläser eine bedrohlich-martialische Melodie anstimmen, die nach einem Angriff der Brennenden Legion klingt. Abgerundet wird Kingdoms Will Burn von einem kurzen, aber ergreifenden Statment von Illidans Thema, gesungen von einem Fraunchor. Kingdoms Will Burn ist ein wunderbarer Appetitmacher auf einen weiteren, hoffentlich sehr gelungenen WoW-Score. Wenn dieser hält, was das erste Stück verspricht, taucht Illidans Thema, eines meiner liebsten WoW-Leitmotive, hoffentlich noch das eine oder andere Mal auf.

Siehe auch:
World of Wacraft: Main Titles

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