Die Geschichte der Sith Teil 1: Die ersten Lords

Sie sind der Inbegriff des Bösen im Star-Wars-Universum, und als solche selbstverständlich meine absoluten Lieblinge: Die Dunklen Lords der Sith. Zwar sind die natürlichen Erbfeinde der Jedi erst seit „Star Wars Episode I: Die Dunkle Bedrohung“ (also seit 1999) wirklich im popkulturellen Bewusstsein angekommen, tatsächlich waren sie aber schon von Anfang an mit dabei.

Der Verkauf der SW-Lizenz an Disney und die damit verbundene Streichung des Erweiterten Universums hat nun natürlich auch dafür gesorgt, dass der aktuelle Status der Sith relativ offen ist, denn momentan ist absolut nicht klar, was die Zukunft für die Dunklen Lords bringen wird. Und da der Kinostart von „Das Erwachen der Macht“ unweigerlich näher rückt, lohnt es sich definitiv, einen Blick auf die Geschichte der Sith zu werfen. Es soll hier allerdings nicht um eine Nacherzählung der langen der Geschichte des Ordens innerhalb des SW-Universums gehen (hierfür rate ich zu den Artikeln von Jedipedia oder Wookieepedia), sondern um eine Metageschichte, die Geschichte des Ordens im Franchise. Dies soll im Rahmen einer ausführlichen Artikelreihe geschehen. Ich werde dabei grob chronologisch vorgehen und mich vor allem an den diversen Inkarnationen der Sith entlanghangeln, es werden aber definitiv auch wichtige Einzelwerke oder sonstige Details besprochen. Es geht mir dabei vor allem um einen soliden Überblick über die Sith und ihre Ausprägung sowie ihre Entwicklung und nicht darum, jeden noch so obskuren Dunklen Lord des Erweiterten Universums einmal zu erwähnen, diese Artikelreihe erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dieser erste Artikel beschäftigt sich mit allem, was vor Episode I kommt, als die Sith dem „normalen“ Kinogänger noch unbekannt vor allem Teil des Erweiterten Universums waren.

Aufgrund der Einheitlichkeit habe ich beschlossen, bei sämtlichen Werke, mit Ausnahme der sechs Filme, die englischen Originaltitel zu verwenden. Am Ende jedes Artikels findet sich eine kurze Auflistung der wichtigsten Werke mit den deutschen Titeln (sofern vorhanden).

Vor dem Orden: Dunkle Proto-Lords
Wie oben bereits erwähnt gehören die Sith, deren Name übrigens der Schottisch-Gälischen Mythologie entstammt, seit jeher zu Star Wars, denn sie finden sich bereits in den frühen Drehbuchentwürfen von George Lucas. Davon gibt es einige, und ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit allen zu beschäftigen, aber eine frühe Version soll hier ein wenig ausführlicher betrachtet werden, nämlich die, die von J. W. Rinzler als Comic adaptiert wurde. Als unterhaltsamer Lesestoff ist dieser Comic leider nicht wirklich geeignet, denn man merkt, dass die Vorlage noch eine ziemlich ungeschliffene Rohfassung war, als Forschungsobjekt dagegen ist er sehr interessant.

Im Vergleich zu später fällt vor allem eines auf: Eine Figur namens Darth Vader taucht zwar auf, ist aber weder ein Machtnutzer, noch ein Sith-Lord, sondern nur ein hochrangiger Militär des Imperiums. Die Sith sind dennoch prominent vertreten, bereits der Lauftext erwähnt die „Sith-Ritter“ und beschreibt sie als grausame und finstere Kriegersekte und Rivalen der Jedi. Vertreten werden sie hier durch einen Prinz Valorum (den Namen verwendete Lucas später für den Obersten Kanzler der Republik in „Die Dunkle Bedrohung“). Interessanterweise ist der hier auftretende Sith allerdings noch nicht so böse wie seine Nachfolger, er scheint eine Art Ehrenkodex zu besitzen, und gegen Ende verbündet er sich sogar kurzfristig mit dem Helden Annikin Starkiller gegen die Häscher des Imperiums. Ansonsten hat Valorum eine ähnlich Rolle inne wie Darth Vader in „Eine neue Hoffnung“, während der Darth Vader dieses Entwurfs eher an Tarkin erinnert. In „Eine neue Hoffnung“ wurden Valorum und Vader dann im Grunde zu einer Figur verschmolzen.

Der Sith Prinz Valorum (links im oberen Panel) und nicht-Sith Darth Vader (rechts und unten)

Der Sith Prinz Valorum (links im oberen Panel) und nicht-Sith Darth Vader (rechts und unten)

Das wiederholte Umschreiben des Drehbuchs hatte für die Sith allerdings letztendlich eher negative Folgen, denn bekanntermaßen werden sie in keinem der Filme der ursprünglichen Trilogie namentlich erwähnt. Allerdings wird Darth Vader in der von Alan Dean Foster verfassten Romanadaption von Episode IV als „Dunkler Lord der Sith“ vorgestellt – derselbe Roman erwähnt im Prolog übrigens auch Palpatine und gibt einen kurzen Abriss der Vorgeschichte: Palpatine schwingt sich vom Senator der Alten Republik zu ihrem Präsidenten und schließlich zum Imperator auf, allerdings ist er hier noch definitiv kein Machtnutzer und wird darüber hinaus als schwacher Diktator beschrieben, der von Funktionären wie Tarkin kontrolliert wird – wobei aus dem Text nicht einmal hervorgeht, ob Palpatine zum Zeitpunkt der Handlung immer noch Imperator ist. Aber das nur am Rande.

1977 waren Lucas‘ frühere Drehbuchentwürfe natürlich nicht zugänglich, und insgesamt hatte niemand eine Ahnung, was denn ein Dunkler Lord der Sith eigentlich sein sollte. Bis in die 90er blieb das auch so. In seiner Thrawn-Trilogie (erschienen zwischen 1991 und 1993) bezeichnet Timothy Zahn Vader und Palpatine noch ausdrücklich als „dunkle Jedi“. Auch hatte er vor, Vaders Titel als Sith-Lord mit Bedeutung zu füllen. Zahn wollte ursprünglich die Noghri, die grauhäutige Attentäterspezies, deren Loyalität sich Vader durch eine List gesichert hat, „Sith“ nennen und somit den Titel erklären, doch die Verantwortlichen bei Lucasfilm legten ein Veto ein, sodass Zahn einen anderen Namen für diese Spezies finden musste. Also war von vornherein klar, dass die Sith das Gegenstück zu den Jedi sind, wo die Jedi aus Mitgefühl handeln und den Frieden sichern, bedienen sich die Sith der Dunklen Seite der Macht und ihrer Emotionen, um die Herrschaft zu erlangen. Mit dem Aufleben des Erweiterten Universums wurde dieser Umstand dann auch in diversen Werken verankert.

Tom Veitchs Einzelgänger: Ulic Qel-Droma und Freedon Nadd
Es gibt zwei Werke, die dem Erfolg des Erweiterten Universums zugrunde liegen. Während Timothy Zahns Thrawn-Trilogie insgesamt einen sehr guten Ruf genießt, ist Tom Veitchs und Cam Kennedys Dark-Empire-Saga (bestehend aus „Dark Empire“, „Dark Empire II“ und „Empire’s End“, 1992-95) ziemlich umstritten, nicht zuletzt, weil Palpatine als Klon wiederaufersteht. Die Bedeutung dieser Comics für das kommende EU darf allerdings keinesfalls unterschätzt werden. In „Dark Empire“ versucht Luke, Palpatines dunkle Jedi zu infiltrieren und einen Fall zur Dunklen Seite vorzutäuschen. Als Spiegel für dieses Vorhaben schuf Veitch einen alten Sith-Lord namens Ulic Qel-Droma, der ebenfalls die Mächte der Dunklen Seite infiltriert und daran scheitert, im Gegensatz zu Luke, der letztendlich ins Licht zurückfindet. Ulic Qel-Droma schaffte es jedoch nicht ins fertige Werk und tauchte nur im später veröffentlichten Hintergrundmaterial auf.

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Der Geist des Sith-Lords Freedon Nadd

Allerdings beschlossen Veitch und Dark Horse, diese Ideen weiterzuverfolgen und schufen mit den „Tales of the Jedi“ eine Reihe zusammenhängender Miniserien, die die Vergangenheit des SW-Universums beleuchten sollte. Die ersten drei Geschichten der „Tales“, „Ulic Qel-Droma and the Beast Wars of Onderon” (1993), „The Saga of Nomi Sunrider“ (1993/94) und „The Freedon Nadd Uprising“ (1994) verfasste Veitch noch alleine. Die beiden ersten dienten ihm dabei zur Vorstellung der beiden wichtigsten (und titelgebenden) Protagonisten, während die dritte Geschichte beide zusammenführte. Ulic Qel-Droma tritt hier als Jedi-Ritter auf, dessen Fall zur Dunklen Seite erst noch bevorsteht. Am wichtigsten war jedoch, dass die „Tales“ zum ersten Mal die Sith als Erzfeinde der Jedi etablierten. Als Schurke dieser ersten drei Miniserien (bzw. der ersten und dritten) fungiert ein neu geschaffener Sith-Lord namens Freedon Nadd, dessen Geist vierhundert Jahre nach seinem Tod den Planeten Onderon heimsucht und seine Nachfahren beeinflusst. Vor allem fällt hier auf, dass die Natur der Sith in diesen drei Geschichten noch relativ schwammig ist. Nadd ist zwar ein Sith-Lord, aber genauer definierte Strukturen fehlen noch, die Erläuterungen bleiben vage und gehen kaum über „Jedi, die der Dunklen Seite verfallen sind“ hinaus. Veitch scheint die Sith hier vor allem als Einzelgänger darzustellen (der Jedi-Meister Arca Jeth erläutert, dass es jeweils immer nur einen Dunklen Lord der Sith geben kann), obwohl es natürlich verbindende Elemente und Traditionen gibt bzw. geben muss – Veitch erläutert sie nur kaum.

Exar Kun und die Bruderschaft der Sith
Etwa zur selben Zeit, als sich Tom Veitch Gedanken über eine Fortsetzung der „Tales of the Jedi“ machte, verfasste Kevin J. Anderson seine Jedi-Akademie-Trilogie (erschienen 1994), in der es Luke, Han, Leia und diverse andere Figuren, darunter die ersten Schüler, die Luke auf Yavin 4 ausbildet, nicht nur mit Admiral Daala zu tun bekommen, sondern auch mit dem Geist des Sith-Lords Exar Kun, der in den Tempelruinen auf Yavin 4 herumspukt. Anderson und Veitch kamen über ihre Projekte ins Gespräch und beschlossen, diese zu vereinen. Die nächste Tales-Miniserie, „Dark Lords of the Sith“ (1994/95), verfassten sie gemeinsam und setzten damit nicht nur die Geschichte von Ulic Qel-Droma und Nomi Sunrider fort, sondern erzählten gleichzeitig die Ursprünge von Exar Kun, der als Jedi-Schüler mit einer Faszination für die Dunkle Seite beginnt, nach Onderon reist und dort von Freedon Nadds Geist dazu gezwungen wird, die Dunkle Seite anzunehmen – dies beinhaltet letztendlich auch eine Reise nach Korriban, welche von Veitch und Anderson als Begräbniswelt der Sith etabliert wurde. Diese griff Veitch auch in „Empire’s End“ wieder auf; nachdem Palpatines Klonkörper langsam versagen, sucht der Imperator Korriban auf, um von den Geistern der alten Sith Rat zu erhalten. Die Szene mutet im Kontext der Prequels recht merkwürdig an, wofür man Veitch allerdings nicht verantwortlich machen kann, denn bis Episode I war keinesfalls klar, ob Palpatine denn nun ein Sith oder „nur“ ein sehr mächtiger dunkler Jedi ist. Angesichts der Tatsache, dass Vader ein Grab auf Korriban besitzt und die alten Sith-Geister Palpatine fragen, ob er bereit sei, Vaders Platz einzunehmen, kann man wohl davon ausgehen, dass Veitch eher von Letzterem ausging. Korriban erwies sich letztendlich als eine der bedeutendsten Schöpfungen der Tales-Comics.

Exar Kun, der erst Sith mit einem doppelseitigen Lichtschwert

Exar Kun, der erst Sith mit einem doppelseitigen Lichtschwert

„Dark Lords of the Sith“ ist in mehr als einer Hinsicht ein Novum. Bisher waren die Sith stets recht vage Entitäten und die Helden musste sich vor allem mit ihren Überbleibseln herumschlagen. Veitchs und Andersons Miniserie lieferte Kontext und zeigte gleichzeitig das Entstehen eines neuen Sith-Ordens. Kontext kam in Form einer ersten Definition des alten Sith-Imperiums, tatsächlich beginnt das erste Heft von „Dark Lords of the Sith“ mit einem Rückblick, in dem Naga Sadow seinen ersten Auftritt hat – zu ihm später mehr. Vor allem thematisierte der Comic allerdings den individuellen Fall zweier Jedi zur Dunklen Seite. Qel-Droma, der ursprünglich als Spiegel Luke Skywalkers in „Dark Empire“ vorgesehen war, versucht die Sith-Sekte der Krath, die ebenfalls auf Freedon Nadd zurückgeht, zu infiltrieren, nur um dabei tatsächlich zu ihr überzutreten, während Kun seinem Wissensdurst zum Opfer fällt. Letztendlich schließen sich beide zusammen und werden vom Geist eines alten Dunklen Lords (später als Marka Ragnos identifiziert) zu den neuen Lords der Sith auserkoren. Hier zeigt sich bereits eine Proto-Version der Regel der Zwei, denn Kun und Qel-Droma haben zwar einige dunkle Jedi als Anhänger, aber nur sie beide scheinen vollwertige Sith zu sein. Tatsächlich basiert dies auf Lucas-Input, der wohl gerade dabei war, die Regel der Zwei für die Prequels auszuarbeiten, auch wenn die Details noch nicht ganz klar waren.

Es folgte eine weitere Tales-Miniserie, „The Sith War“ (1995/96), die dieses Mal nur von Anderson allein geschrieben wurde, aber doch immerhin auch auf Ideen von Veitch basierte. Die Konflikte der Tales waren bislang eher lokal begrenzt, mit „The Sith War“ stürzte Anderson nun die ganze Galaxis in den Krieg. Mithilfe der Krath und der Mandalorianer stellen Exar Kun und Ulic Qel-Droma eine Armee auf, um die Republik zu erobern und die Jedi zu vernichten. Als Leser erleben wir hier zum ersten Mal aktive Sith-Lords auf der Höhe ihrer Macht, die auch als solche auftreten und natürlich letztendlich besiegt werden. Exar Kuns Geist wird letztendlich auf Yavin 4 eingesperrt, wo er 4000 Jahre wartet, bis Luke Skywalker seine Jedi-Akademie gründet.

Das Sith-Imperium
Bereits in den vorherigen Tales-Miniserien wurde das alte Reich der Sith thematisiert, repräsentiert wurde es allerdings nur durch Ruinen und Geister. Die beiden folgenden Geschichten der „Tales of the Jedi“, „The Golden Age of the Sith“ (1996/97) und „The Fall of the Sith Empire“ (1997/98), änderten dies. Sie gingen noch weiter in die Vergangenheit und zeigten das alte Sith-Imperium auf der Höhe seiner Macht und erzählten gleichzeitig von seiner Entstehung: Einige Jedi verfielen der Dunklen Seite, sagten sich vom Orden los und versuchten die Macht in der Republik zu übernehmen. Sie wurden besiegt, konnten allerdings fliehen und stießen in einem entfernten Winkel der Galaxis auf ein humanoides, primitives, aber machtbegabtes Volk mit einer natürlichen Affinität zur Dunklen Seite: Die Sith. Die dunklen Jedi eroberten die Sith, machten sich zu ihren Gottkönigen und errichteten ein Imperium. In späteren Veröffentlichungen wurde die Frühgeschichte noch ausdifferenziert. Aber die ursprüngliche Idee, dass es sich bei den Sith ursprünglich nicht um Menschen, sondern um ein rothäutiges Volk mit Auswüchsen am Kinn handelt, stammt aus „The Golden Age of the Sith“ – in den vorherigen Tales-Geschichten wurden sowohl Marka Ragnos als auch Naga Sadow noch als Menschen dargestellt. Ganz allgemein bekommt das Sith-Imperium hier einen weitaus distinktiveren Look als es bisher der Fall war. Wirkte Korriban bisher vage ägyptisch, sind die Design-Einflüsse in Architektur und Kleidung der Sith fast schon überpräsent.

Naga Sadow, letzter Herrscher des alten Sith-Imperium

Naga Sadow, letzter Herrscher des alten Sith-Imperium

Inhaltlich thematisieren die beiden Serien den „Großen Hyperraumkrieg“ und den darauf folgenden Untergang des Sith-Imperiums. In diesem Zusammenhang treten die Sith hier, anders als bisher, als eigenständige Kultur auf und nicht als Sekte oder Armee. Diese Kultur ist etwa so, wie man das erwarten würde: Harsch, intrigant und ausgelegt auf das Recht des Stärkeren. Die Abkömmlinge der dunklen Jedi, die sich inzwischen mit den Sith vermengt haben, herrschen als Adel über mehrere Kasten und werden ihrerseits von einem Dunklen Lord der Sith aus ihrer Mitte regiert. Zu Beginn von „The Golden Age of the Sith“ endet gerade die hundertjährige Herrschaft von Marka Ragnos. Zwei seiner ehemaligen Gefolgsleute, Naga Sadow und Ludo Kressh, streiten um den Thron. Letztendlich gewinnt Naga Sadow und stürzt das Sith-Imperium durch einen Angriff auf die Republik in den Untergang. Am Ende schließt sich der Kreis: Naga Sadow überlebt und flieht nach Yavin 4, dort wird ihn 600 Jahre später Freedon Nadd aufsuchen, um selbst zum Sith zu werden; anschließend übernimmt er die Herrschaft über Onderon und setzt damit letztendlich die Handlung der bisherigen „Tales of the Jedi“ in Gang.

Die Bruderschaft der Dunkelheit
Bevor die Prequels die Sith endgültig und weitreichend definierten, gab es im EU noch eine weitere Inkarnation des Ordens die, anders als die meisten anderen, nicht mit den Tales-Comics zusammenhing. 1995 erschien der First-Person-Shooter „Dark Forces“, gefolgt von „Dark Forces II: Jedi Knight“ (1997); in beiden Spielen schlüpft der Spieler in die Rolle des Rebellen-Söldners Kyle Katarn, im passend betitelten zweiten Teil darf er sogar zum Lichtschwert greifen. Begleitend zu den beiden Spielen erschienen drei illustrierte Novellen, „Dark Forces: Soldier for the Empire“ (1997), „Dark Forces: Rebel Agent“ (1998) und „Dark Forces: Jedi Knight“ (1998), die die Geschichte der beiden Spiele nacherzählten und mit weiteren Details und Hintergründen versahen. In „Dark Forces II: Jedi Knight“ sucht der dunkle Jedi Jerec das auf dem Planeten Ruusan gelegene Tal der Jedi, eine Begräbnistätte, die große Macht verleiht. Die Novellen erläuterten die Geschichte des Tals: Vor vielen Jahrhunderten fand dort eine große Schlacht zwischen den Jedi (der Armee des Lichts) unter Lord Hoth und den Sith (der Bruderschaft der Dunkelheit) unter Lord Kaan statt, die mit einer Gedankenbombe endete, die beide Armeen vernichtete und ihre Geister im Tal einsperrte, bis ein Ritter (selbstverständlich Kyle Katarn) kommt, um sie zu befreien.

Von den drei Novellen erschien nur die erste auf Deutsch, und die anderen beiden bekommt man selbst auf Englisch nur noch zu horrenden Preisen, weshalb ich nicht überprüfen konnte, wie viel hier tatsächlich über die Sith gesagt wird, aber es ist wohl nicht allzu viel. Lord Kaan und die Bruderschaft der Dunkelheit wurde in späteren Werken jedenfalls noch ausführlicher thematisiert, in erster Linie in der Comic-Miniserie „Jedi vs. Sith“ (geschrieben von Dako Markan und gezeichnet von Roman Bachs, erschienen 2001/02) und in dem Roman „Darth Bane: Path of Destruction“. Diesen zufolge begegnet Lord Kaan der großen Schwäche der Sith, nämlich den ständigen internen Konflikten, indem er die Bruderschaft der Dunkelheit zu einer Art Demokratie macht, in der es mehrere gleichgestellte Dunkle Lords gibt statt eines Dunklen Lords und diverser Anhänger, die gegen ihn konspirieren, auch wenn Lord Kaan de facto natürlich den Anführer ist. Das funktioniert allerdings nicht und führt letztendlich zur Auslöschung der Bruderschaft der Dunkelheit und zur Regel der Zwei, die im nächsten Artikel ausführlich diskutiert wird.

Zusammenfassung
Im Grunde waren die Sith durch Darth Vader seit jeher Bestandteil des Star-Wars-Universums, der Titel „Sith-Lord“ wurde allerdings erst Anfang der 90er wirklich mit Bedeutung versehen. In den „Tales of the Jedi“ wurden die Sith als Widersacher der Jedi und Nutzer der Dunklen Seite der Macht definiert. Dort wurden auch zwei Inkarnationen etabliert: Das alte Sith-Imperium, eine von der Dunklen Seite der Macht durchdrungene Kultur, und die Bruderschaft der Sith, ein Kult, der bereits einige Gemeinsamkeiten mit späteren Inkarnationen des Ordens haben sollte und aus den Überresten des alten Imperiums entstand. Die Dark-Forces-Novellen fügten noch eine dritte Inkarnation hinzu, die Bruderschaft der Dunkelheit, die von den anderen beiden relativ losgelöst war. Alle drei hatten zu den Filmen allerdings nur sehr vage Beziehungen, da die Vorgeschichte der OT-Figuren für das EU bis 1999 tabu war. Die „Tales of the Jedi“ für sich betrachtet zeigen eine interessante rückwärtsgewandte Entwicklung: Die Sith begannen als Einzelgänger, wurden zu einem Kult und dann rückwirkend zu den Erben eines mächtigen Imperiums.

Wichtige Werke:
Anderson, Kevin J.: Flucht ins Ungewisse
Anderson, Kevin J.: Der Geist des Dunklen Lords.
Anderson, Kevin J.: Die Meister der Macht
Anderson, Kevin J. u.a.: Star Wars Essentials Band 10: Jedi-Chroniken: Der Sith-Krieg
Anderson, Kevin J. u.a.: Star Wars Essentials Band 11: Jedi Chroniken: Das goldene Zeitalter der Sith
Anderson, Kevin J. u.a.: Star Wars Essentials Band 12: Jedi Chroniken: Der Untergang der Sith
Dietz, William C.: Soldat des Imperiums
Rinzler, J. W.; Mayhew, Mike: The Star Wars – Die Urfassung
Veitch, Tom; Kennedy, Cam: Star Wars Essentials Band 1: Das Dunkle Imperium I
Veitch, Tom; Kennedy, Cam; Baikie, Jim: Star Wars Essentials Band 2: Das Dunkle Imperium II
Veitch, Tom u.a.: Star Wars Essentials Band 5: Jedi-Chroniken: Das Geheimnis der Jedi-Ritter
Veitch, Tom; Anderson, Kevin J.: Star Wars Essentials Band 6: Jedi Chroniken: Die Lords der Sith

Siehe auch:
Die Geschichte der Sith Teil 2: Die Regel der Zwei
Die Geschichte der Sith Teil 3: Lords of the Old Republic

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