Aktuell: Bücher, die verfilmt gehören

Es hagelt wieder Blogstöckchen und -paraden. Sowohl die singende Lehrerin als auch xsehu fragen, initiiert von Ma-Go Filmtipps, nach drei Büchern, die verfilmt gehören. Mit zwei Nominierungen macht das nach Adam Riese sechs zu verfilmende Objekte. Und da ich Comicfan bin, sind es drei Bücher (nun ja, mehr oder weniger, da es sich um Grunde um Kollektivnennungen handelt) und drei Comic-Bücher (und wenn ich „Bücher“ sage, meine ich eine Graphic Novel und zwei Serien).

„Dracula“
Das ist in diesem Fall nicht (bzw. nicht nur) konkret auf Bram Stokers Roman bezogen, sondern eher auf die Figur im allgemeinen. Ich bin ein großer Dracula-Fan, und obwohl er, zusammen mit Sherlock Holmes, die literarische Figur ist, die am öftesten in Film und Fernsehen umgesetzt wurde, ist die Zahl wirklich guter Dracula-Filme (und Serien) sehr gering. Die Dracula-Adaptionen der letzten Zeit, etwa „Dracula Untold“ oder die Dracula-Serie mit Jonthan Rhys Meyers, waren ziemlich enttäuschend. Ist es wirklich zu viel verlangt, mal wieder einen guten Dracula-Film sehen zu wollen? Das kann gerne eine (zur Abwechslung mal Vorlagengetreue) Verfilmung von Bram Stokers Roman sein, oder die Grundidee von „Dracula Untold“ sinnvoll umgesetzt (das könnte eine tolle Serie abgeben), oder aber eine Verfilmung von Kim Newmans „Anno Dracula„. Möglichkeiten und Vorlagen gibt es genug, es müssten sich nur mal die richtigen Leute dranmachen.

Die Darth-Bane-Trilogie von Drew Karpyshyn
Wie xeshu denke ich auch, dass es im Star-Wars-EU einige wunderbare Titel gibt, die sich hervorragend für Spin-offs eignen würden. Das erste Spin-off, „Rogue One“, wird sich aller Voraussicht nach mit den Piloten der Allianz und den Plänen des Todessterns auseinandersetzen, sollten die Spin-offs allerdings erfolgreich werden, hoffe ich, dass Disney auch mutigere Projekte zulässt. Die Darth-Bane-Romane wären meine bevorzugten Kandidaten: Sie erzählen von der Entstehung der Regel der Zwei und natürlich vom Lebensweg des Titelhelden (na ja, Titelschurken), der diese begründete, und bieten viel Stoff für einen düsteren und philosophischen Star-Wars-Film mit Schurkenfokus. Auf dem Regiestuhl hätte ich gerne jemanden wie Guillermo del Toro, während Christopher Young die Musik beisteuern müsste.

Die Zamonien-Romane von Walter Moers
Ich denke, als Realfilme wären Walter Moers‘ Zamonienromane schwierig umzusetzen, da etwa 90 Prozent des Personals nicht aus Menschen besteht, aber in Form eines Zeichentrick- oder Animationsfilmes könnte das was werden (es gab mal eine Ankündigung, aber daraus ist wohl nichts geworden). Eine Serie wäre auch interessant, evtl. als Anthologieserie, ähnlich wie „American Horror Story“ oder „True Detective“, in der jede Staffel eine mehr oder weniger in sich geschlossene Geschichte erzählt (eine Staffel „Rumo“, eine Staffel „Die Stadt der träumenden Bücher“ etc.). Es gibt außerhalb von Japan sowieso viel zu wenig anspruchsvolle Zeichentrickserien für Erwachsene, so spontan fällt mir da nur HBOs „Spawn“ ein. Das wäre natürlich ein sehr riskantes Unterfangen, aber defintiv eines, das ich sehr gerne sehen würde.

„Saga“ von Brian K. Vaughan und Fiona Staples
„Saga“ kann man sich, zumindest bezüglich der Stimmung und der Charaktere, am ehesten wie eine FSK16/R-Rated-Version von „Guardians of the Galaxy“ vorstellen: Eine ziemlich schräge, abgedrehte und lustige Sci-Fi-Comicserie mit einem Romeo-und-Julia-Grundplot: Alana und Marco gehören zu verfeindeten Spezies, haben aber zusammen ein Kind gezeugt und sind nun auf der Flucht, wobei sie alle möglichen und unmöglichen Gestalten treffen, sich mit ihnen anfreunden oder sie zu Feinden machen. „Saga“ ist schlicht und einfach verdammt erfrischend, einerseits lustig, andererseits spricht es aber auch durchaus relevante Themen auf interessante Weise an.

„From Hell“ von Alan Moore und Eddie Campbell
Ja, ja, es gibt den Film aus den 90ern, der hat mit dem Comic allerdings nicht allzu viel zu tun. Gerade hier drängt sich eine werkgetreue Serienadaption, die es schafft, die Komplexität der Vorlage umzusetzen, fast schon auf. Vielleicht wäre Alan Moore dann ja auch endlich mal mit einer Umsetzung eines seiner Werke zufrieden.

„Requiem, der Vampirritter“ von Pat Mills und Olivier Ledroit
Requiem“ ist die wohl abgedrehteste Vampir-Comicserie, die es derzeit gibt, blasphemisch, extrem schwarzhumorig, mitunter recht krank, völlig durchgeknallt, aber mit abartig genialen Bildern: Jedes Panel von Olivier Ledroit ist ein Kunstwerk. Ich glaube zwar nicht, dass eine werkgetreue Verfilmung jemals zustande kommen könnte, aber schon allein der Versuch wäre mit Sicherheit sehenswert.