Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme Wünsche Teil 4

Ich denke, da gibt es kein Leugnen: 2015 ist Star-Wars-Jahr. Für uns, die wir gespannt auf „Das Erwachen der Macht“ warten, läuft alles darauf hinaus, Episode VII wird der (hoffentlich) krönende Jahresabschluss. Das hatte bereits Auswirkungen auf meinen Blog und wird sicher noch weitere haben. Im letzten Halbjahr habe ich in Form meiner EU-Rückblicke gewissermaßen mit dem alten Star Wars abgeschlossen, 2015 werde ich mich vor allem um Aktuelles und Zukünftiges kümmern (was natürlich nicht heißt, dass ich nicht auch trotzdem den einen oder anderen Blick zurück auf die reichhaltige Geschichte dieses Franchise werfen werde). Mit meinen Rezensionen zu „A New Dawn“ und „Tarkin“, den Roman-Anfängen der neuen Einheitskontinuität, habe ich damit ja bereits begonnen, und mit den neuen Romanen wird es auch weitergehen, ebenso wie mit den neuen, von Marvel herausgebrachten Comics, sobald diese in gesammelter Form als Paperback erscheinen.
Vorerst blicke ich aber noch einmal in die Zukunft und beschäftige mich mit einem Aspekt, der bei einem Star-Wars-Film (oder bei seiner SW-Serie oder einem SW-Spiel) für mich immer enorm große Bedeutung hat: Die Musik (wie könnte es auch anders sein).
Star-Wars-Musik genießt einen erstaunlichen Bekanntheitsgrad, selbst jemand, der nicht einmal die Filme gesehen hat, erkennt vermutlich das Hauptthema oder den Imperialen Marsch. Auch ist SW das Franchise, dessen musikalische Sprache über die verschiedenen Medien hinweg am homogensten ist – keine Serie und kein Spiel schafft es, John Williams‘ unvergesslichen Themen nicht in irgendeiner Form Tribut zu zollen. Und wenn es nach mir geht, bleibt das so.
Trotzdem ist die Zukunft natürlich stets im Wandel, ein paar Dinge sind sicher, und viele sind möglich.

Aktuelle Star-Wars-Komponisten

John Williams

Er schreibt die Musik für Episode VII. Und mit ein wenig Glück auch die für Episode VIII und IX. In der Tat gab es kaum eine Alternative, solange Williams selbst noch aktiv ist. Mit über 80 immer noch Filmmusik zu schreiben ist an sich schon höchst beeindruckend. Zwar hat der Altmeister hat seinen Output in den letzten Jahren stark eingeschränkt (zwischen 2008 und 2011 erschien kein neuer Score von ihm), was angesichts seines Alters kaum verwunderlich ist, und auch seit 2011 hat er „nur“ vier Scores geschrieben (drei davon für Spielberg-Filme), aber dennoch, es gibt nicht viele, die da mithalten können. Man kann zwar durchaus argumentieren, dass die nach 2011 komponierten Scores mit den großen Klassikern wie „Jurassic Park“, „Schindlers Liste“ oder eben „Das Imperium schlägt zurück“ nicht ganz mithalten können, allerdings lässt sich kaum leugnen: Williams schreibt immer noch derartig komplexe und durchdachte Musik, wie man sie heute, in Zeiten von simplen, Remote-Control-dominierten Blockbuster-Scores, nur selten findet, und vor allem mit „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ hat der Maestro bewiesen, dass er es gerade im Action/Abenteuer-Bereich noch voll drauf hat.
Insgesamt sehe ich dem Score von „Das Erwachen der Macht“ ziemlich positiv entgegen. Meine größte Sorge ist, dass Disney und Abrams zu sehr auf die Nostalgie-Schiene setzen (siehe auch Kevin Kiner). Ja, die Themen der klassischen Trilogie sollen wieder auftauchen, wenn sie angebracht sind. Um die Main Titles kommen wir sicher nicht herum, und diese dürfen auch gerne wieder als Thema für Luke fungieren, so wie es eben in der OT war. Auch das Machtthema, die Rebellen-Fanfare, der Imperiale Marsch, Prinzessin Leias Thema etc. drängen sich nach dem, was bislang bekannt ist, geradezu auf. Aber sie sollten in Maßen verwendet werden, in neuen Variationen und sie sollten neuen Themen auch genug Platz lassen.
Schwieriger wird es bei den Themen der Prequel-Trilogie, da sich diese vor allem auf Personen und Objekte beziehen, die eben nur in den Prequels auftauchen. Der Marsch der Handelsföderation, Anakins und Padmés Liebesthema oder Grievous‘ Motiv sind wohl recht schwierig unterzubringen. Dennoch hoffe ich, dass nicht alle Stilmittel der Prequels, etwa die hochkomplexe Actionmusik oder der stärkere Einsatz von Chören, aus Episode VII verbannt werden. In der Tat würde es sich anbieten, Verweise auf die Prequels in Form der szenenbezogenen Themen, die keine leitmotivische Bedeutung besitzen, einzubauen – gerade in Episode III gibt es einige, die durchaus das Zeug zu wiederkehrenden Leitmotiven hätten.

Kevin Kiner

Der zweite, derzeit an SW-Material arbeitende Komponist ist Kevin Kiner, der bereits die Clone-Wars-Serie vertonte und nun auch die Musik für „Star Wars Rebels“ schreibt. Ich war von seiner Clone-Wars-Musik anfangs eher enttäuscht, da sie stilistisch und leitmotivisch ziemlich weit von Williams entfernt war, dies wurde allerdings kontinuierlich besser, da Kiner Williams‘ Themen oftmals auf clevere Weise einbaute, aber gleichzeitig den Stil des Maestros nicht einfach nur kopierte. Die Rebels-Musik bedient sich leider des entgegengesetzten Pfades – die Musik der aktuell laufenden Serie besteht (gefühlt) zu etwa dreiviertel aus neu eingespielten Stücken der Episoden IV und V, praktisch ohne Variation. Der einzige Unterschied ist, dass Kiner ein kleineres Ensemble zur Verfügung steht, sodass die Musik von Rebels bezüglich Volumen und Intensität weit hinter dem Original zurückbleibt. Hier ist mehr Eigenständigkeit gefragt: Neue, Rebels-spezifische Themen und neue Variationen der alten Themen an passenden Stellen.

Wahrscheinliche (und nicht ganz so wahrscheinliche) Star-Wars-Komponisten

Michael Giacchino

Seien wir ehrlich, John Williams ist nicht mehr der Jüngste. Ich will keinesfalls den Teufel an die Wand malen, aber es besteht die Chance, dass er, nun, sagen wir, in Rente geht, bevor die Episode IX durch ist. Sollte dies der Fall sein, ist Michael Giacchino ein ziemlich wahrscheinlicher Nachfolger, ist er doch J. J. Abrams‘ Stammkomponist. Abrams selbst wird bei Episode VIII und IX zwar nicht mehr selbst Regie führen, aber doch wahrscheinlich involviert bleiben, und schon des Öfteren hat er Giacchino auch zu Projekten „mitgebracht“, die er nur produziert hat.
Ganz davon einmal abgesehen ist Giacchino bei Weitem nicht die schlechteste Wahl. Vor allem in seiner Anfangszeit (Stichwort: „Medal of Honor“) hat er bewiesen, dass er Williams‘ Stil ziemlich gut imitieren kann. Zwar hat er sich mit der Zeit weiter von seinem Vorbild entfernt und seinen eigenen Stil weiter herausgearbeitet, aber hin und wieder blitzt doch das eine oder andere Williams’sche Stilmittel auf, vor allem in seiner John-Carter-Musik. Leitmotivisch ist er zwar nicht ganz auf Williams Level (in der Tat sind das sehr wenige Komponisten), aber dennoch, als SW-Komponist wäre mir Giacchnio lieber als viele andere. Wie gut er mit Williams-Themen arbeiten kann, kann er dieses Jahr mit „Jurassic World“ beweisen – der Trailer verspricht das Auftauchen der ikonischen Themen, und ich hoffe, dass Giacchino dieses Versprechen hält.
Es bestünde natürlich auch die Möglichkeit, dass, sollte Williams nicht zu Verfügung stehen, Rian Johnson, der Regisseur der Episoden VIII und IX, seinen üblichen Komponisten mitbringt. Leider habe ich bisher kein Werk von Nathan Johnson (Regisseur und Komponist sind Cousins) gehört und kann somit nicht beurteilen, ob er sich als SW-Komponist eignet.

Alexandre Desplat

Während ich mir für die Sequels den Williams-Sound wünsche, bieten sich die Spin-off-Filme natürlich für den Einsatz anderer Stile an, und auch dafür bin ich offen, solange man nicht auf den von Hans Zimmer geprägten RCP-Stil zurückgreift.
Der Regisseur des ersten Spin-offs ist Gareth Edwards, und damit stehen die Chancen gut, dass Alexandre Desplat, mit dem Edwards schon (sehr erfolgreich) an „Godzilla“ zusammenarbeitete, auch bald in der weit, weit entfernten Galaxis komponiert. In der Tat hoffe ich das sogar. Nicht nur ist Desplat einer der talentiertesten und vielseitigsten Hollywood-Komponisten, er hat auch bereits bewiesen, dass er in der Lage ist, mit Williams-Themen zu arbeiten und dem Stil des Maestros Respekt zu zollen, ohne seine eigene Stimme aufzugeben. Für einen SW-Score von Desplat bin ich definitiv zu haben.

Joel McNeely

McNeely wäre eine ziemlich naheliegende Wahl, immerhin hat er bereits einen SW-Soundtrack geschrieben, auch wenn der einem Roman und nicht einem Film galt. Jedenfalls hat McNeely ebenfalls Talent darin bewiesen, sich Williams‘ Stil und Themen anzunehmen, ohne einfach nur plump zu kopieren. Wenn man seinem „Shadows of the Empire“ einen Vorwurf machen könnte, dann den, dass er die klassischen Leitmotive noch in ein paar mehr Stücken hätte einarbeiten können, aber ansonsten ist der „Buch-Score“ ziemlich gut gelungen. McNeely ist zwar ein Komponist, der nicht sonderlich bekannt ist, allerdings hat er unter Filmmusikfreunden einige Fans, nicht zuletzt wegen dem im letzten Jahr erschienenen „A Million Ways to Die in the West“. Ein weiterer SW-Score von ihm ist zwar bislang eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

John Ottman

John Ottman ist für eines der wenigen, fast perfekten Beispiele für Themenübernahme in einem Franchise bekannt. Für „Superman Returns“ bediente sich Bryan Singers Stammkomponist der ikonischen Themen John Williams‘, integrierte diese gekonnt und intelligent in seinen Score, variierte und fragmentierte und schuf so die perfekte Balance zwischen Kontinuität zum Franchise und Eigenleistung. Das macht ihn natürlich zum idealen Kandidaten für einen SW-Score, da anzunehmen ist dass er mit den SW-Leitmotiven ähnlich verfahren würde wie mit den Superman-Themen.

Christopher Young

Okay, das ist wirklich Wunschdenken. Christopher Young ist ein grandioser Komponist, allerdings auch einer, der leider weit unter Wert verkauft wird, wie sich letztes Jahr wieder gezeigt hat. Für „The Monkey King“, eine chinesische Produktion, komponierte er einen grandiosen Score, der nicht einmal als Album veröffentlicht wurde, was wirklich eine Schande ist: So bleiben lediglich vom Komponisten selbst hochgeladene Einzelstücke auf Youtube – hätte es ein komplettes Release gegeben, wäre „The Monkey King“ sicher auf meiner Jahresbestenliste gelandet.
Wie dem auch sei, Young ist ein Komponist, dessen Ansatz für Star Wars ich wirklich verdammt gerne hören würde. Ich habe es ja bereits anderswo gesagt: Guillermo del Toro sollte einen Film über die alten Sith machen, Young kommt als Komponist dazu und schreibt einen grandiosen, düsteren Score auf Basis von Williams Sidious/Sith-Thema. Allerdings denke ich, dass Young mit jeder Art von SW-Film gut arbeiten könnte. Gebt dem Mann Arbeit!

Siehe auch:
Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 1
Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 2
Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 3

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