Aktuell: Spider-Man wird Teil des Marvel Cinematic Universe

spideravengers„The Amazing Spider-Man 2“ war bei Weitem nicht so erfolgreich, wie Sony sich das gewünscht hat, und ist darüber hinaus auch bei Fans und Kritikern (inklusive meiner Wenigkeit) nicht besonders gut angekommen. Ein typischer Fall von „zu viel gewollt“: Sony wollte den Marvel Studios nacheifern und ein großes, mit Spin-offs und ineinandergreifenden Handlungssträngen versehenes Filmuniversum schaffen, und mit TASM 2 versuchte das Studio, das vorzubereiten – leider vergaß es dabei, auch einen anständigen Film in die Kinos zu bringen. Nachdem klar wurde, dass TASM 2 finanziell hinter den Erwartungen zurückblieb, war man bei Sony erst einmal ratlos. Zuerst hieß es, man wolle „The Amazing Spider-Man 3“ hinten anstellen und den mit TASM 2 vorbereiten Sinister-Six-Film vorziehen, auch von einem Venom-Spin-off war die Rede. Dann kamen die Gerüchte auf, Sony plane einen neuen Reboot – befeuert wurden diese Gerüchte durch den Hackerangriff.
Nun, die Gerüchte haben sich bewahrheitet, Spider-Man erfährt tatsächlich einen Reboot. Erfreulicherweise hat sich Sony aber für die einzige wirklich vernünftige Lösung entschieden: Man hat sich mit den Marvel Studios an einen Tisch gesetzt und einen Deal gemacht: Sony behält die finanzielle und kreative Kontrolle am Spinnenmann, dafür wird er aber ins Marvel Cinematic Universe integriert. Ein Marvel/Sony (bzw. Disney/Sony) Gemeinschaftsfilm kommt 2017 in die Kinos, wir werden die dritte Leinwandinkarnation Spider-Mans allerdings wohl schon in „Captain America: Civil War“ im nächsten Jahr zu Gesicht bekommen. Das bringt natürlich Phase 3 des MCU ein wenig durcheinander, einige der bereits angekündigten Filme, etwa „Thor: Ragnarök“ oder „Captain Marvel“ werden nun nach hinten verschoben.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Wie werden Marvel und Sony den neuen MCU-Spider-Man gestaltetn? Es steht fest, dass Andrew Garfield nicht zurückkehren wird. Gerüchteweise führt man bereits Gespräche mit Dylan O’Brien und Logan Lerman. Jedenfalls denke ich (und viele, viele andere sehen das auch so), dass wir nicht noch einmal ausführlich Spider-Mans Entstehungsgeschichte brauchen – wenn man sich nicht völlig von den Comics abwenden will, gibt es nur eine begrenzte Variationsmöglichkeit. Ein zehnminütiger Flashback wäre noch drin, aber auch nicht mehr, besonders, wenn Spider-Man bereits in „Civil War“ auftritt. Es bestünde natürlich auch die Möglichkeit, einen anderen Spider-Man als Peter Parker zu verwenden. Im Ultimate Universe, einer sekundären Marvel-Kontinuität, war zwar zu Beginn auch Peter Parker Spider-Man, doch nach dessen Tod trat ein Jugendlicher namens Miles Morales in dessen Fußstapfen und wurde zum neuen Spider-Man. Das hätte natürlich den Nachteil, dass der Mainstream nun einmal vor allem Peter Parker mit Spider-Man identifziert. Die Vorteile wären allerdings auch nicht von der Hand zu weisen. Zum einen hätten wir dann einen Spider-Man, der sich wirklich stärker von seinen Vorgängern unterscheidet, und zum anderen würde Marvel damit auf die (nicht ganz unberechtigte) Kritik reagieren, dass alle Solo-Filme einen weißen, männliche Protagonisten haben, denn Miles Morales ist Afroamerikaner. Dies wird besonders relevant, da der neue Spider-Man-Film sowohl „Captain Marvel“ als auch „Black Panther“ (beide haben eine nicht-weiße bzw. nicht-männliche Hauptfigur) nach hinten schiebt.
Wie auch immer, nach TASM 2 denke ich, dass das das Beste ist, was passieren konnte. Wenn jetzt aus der Marvel/Sony-Zusammenarbeit auch noch eine passende Interpretation der Figur erwächst, bin ich zufrieden.

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6 Kommentare zu “Aktuell: Spider-Man wird Teil des Marvel Cinematic Universe

  1. Obwohl ich TASM2 doch sehr mochte, bin ich ganz froh, dass sie keinen dritten Teil machen. Und was den Rest betrifft, sehe ich das so wie du: bitte keine neue Entstehungsgeschichte. Das ist jetzt wirklich zur Genüge durchgekaut worden …

    • hemator sagt:

      Ich denke auch, in der Zwischenzeit weiß auch so ziemlich jeder, wie Spider-Man zu Spider-Man geworden, mit Spinne, Onkel Ben und „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“. Aber, wie gesagt, da Spidey wohl zuerst in „Civil War“ auftaucht, halte ich es für unwahrscheinlich, dass Marvel/Sony dann ein Prequel nachreichen.

  2. xsehu sagt:

    Ich mochte die altrn filme, wurde aber mit garfield absolut nicht warm, insofern sehr gute nachrichten

    Das der hauptfarbe so viel bedeutung zu kommt ist wohl leider war, sollte aber eigentlich gar keine rolle spielen

    • hemator sagt:

      Andrew Garfield gefiel mir als Peter Parker ganz gut (wie auch TASM insgesamt), allerdings nicht so gut, dass ich ihn unbedingt um jeden Preis beihalten möchte. Und nach TASM 2 denke ich, dass das der beste Weg ist.
      Hautfarbe ist natürlich immer noch problematisch, und es stimmt schon, dass es da ein Ungleichgewicht gibt. Gäbe es das nicht, wäre diese Frage wahrscheinlich auch kaum problematisch. Die Frage ist letztendlich, ob man einen Film wegen sich selbst oder einer Statistik dreht, bzw. ob man bei jedem Einzelfilm das „große Ganze“ im Auge behalten kann. Nachdem Marvel allerdings Sachen wie „Thor“ und „Guardians of the Galaxy“, denen man zuvor nicht allzu großen Erfolg vorausgesagt hätte, erfolgreich auf den Weg gebracht hat, sollte man eigentlich meinen, dass eine weibliche oder nicht-weiße (oder sogar beides!) Hauptfigur eigentlich nicht so schwer wäre. 😉

  3. kulii sagt:

    Also ich war eigentlich ziemlich zufrieden mit dem TASM Filmen. Zwar war ich auch ein großer Fan der alten Filme, aber die neuen haben gezeigt, dass es auch besser geht. Deswegen finde ich es eigentlich schade, dass das jetzt alles so ein bisschen durcheinander gebracht wird. Ich wahr ehrlich gesagt noch nie ein großer Fan von diesem riesen Marvel Filme Universum und hatte mit Spiderman als eigenes Universum immer meine Freude. Aber das Film Business wollte es wohl wieder nicht anders…

    • hemator sagt:

      Den Ansatz der TASM-Filme mochte ich auch tatsächlich lieber als den der Raimi-Filme, und beim ersten hats auch noch ziemlich gut funktioniert. TASM 2 dagegen…
      Ist natürlich auch immer eine Frage der Herangehensweise. Ich komme in dieser Hinsicht halt aus dem Comicbereich, weswegen diese Entwicklung für mich vollkommen logisch und wünschenswert ist – für mich war Spider-Man nie isoliert.

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