Sin City: A Dame to Kill For

dametokillfor
Story:

Just Another Saturday Night
Marv (Mickey Rourke) wacht auf und kann sich ums Verrecken nicht erinnern, warum er von mehreren Leichen und einem Autounfall umgeben ist. Stück für Stück versucht er, zu rekonstruieren…

The Long Bad Night
Johnny (Joseph Gordon-Levitt) hat noch ein Hühnchen mit Senator Roark (Powers Boothe), dem mächtigsten Mann von Sin City, zu rupfen. Aus diesem Grund lässt er sich auf ein gefährliches Spiel mit dem Politiker ein und lernt bald, dass man sich mit einem Roark nicht einfach so anlegt…

A Dame to Kill For
Dwight McCarthy (Josh Brolin) hat sein Leben halbwegs auf die Reihe gebracht, da meldet sich seine Ex-Freundin Ava (Eva Green) bei ihm und behauptet, ihr Ehemann Damien Lord (Marton Csokas) würde sie brutal misshandeln. Dwight geht dem nach und in der Tat deuten alle Anzeichen darauf hin. Er ahnt nicht, dass er sich in einem Netz aus Intrigen verfängt, in dem Ava keinesfalls das Opfer ist…

Nancy’s Last Dance
Nach Hartigans (Bruce Willis) Tod ertränkt Nancy (Jessica Alba) ihren Kummer in Alkohol und Rachephantasien. Sie braucht vier Jahre, um sich aufzurappeln, doch dann beschließt sie, dass Senator Roark bezahlen muss…

Kritik:
Es ist schon ein wenig lustig: Im Jahr 2014 sind zwei Fortsetzungen zu Filmadaptionen von Frank-Miller-Comics erschienen, in beiden spielt Eva Green eine Hauptrolle und beide sind keine Sequels oder Prequels im traditionellen Sinn, sondern winden sich um die Handlung des Erstlings herum. Es freut mich sagen zu können, dass „Sin City: A Dame to Kill For“ weitaus besser und unterhaltsamer ist als „300: Rise of an Empire“, auch wenn der zweite Ausflug in die Stadt der Sünde durchaus einige Probleme hat.
Betrachten wir erst einmal, wo und wie dieser Film innerhalb des Sin-City-Werkkomplexes einzuordnen ist. Zwei der Geschichten, „Just Another Saturday Night“ und „A Dame to Kill For“, basieren auf bereits veröffentlichen Comics, Erstere stammt aus dem Sin-City-Kurzgeschichtenband „Bräute, Bier und blaue Bohnen“ („Booze, Broads, & Bullets“), bei Letzterer handelt es sich um die zweite Sin-City-Miniserie, die unter diesem Namen in einem Band gesammelt wurde. Die anderen beiden Geschichten wurden von Frank Miller, der wie beim ersten Teil wieder als Co-Regisseur fungiert, extra für diesen Film geschrieben. Chronologisch ist die Einordnung der Geschichten nicht ganz leicht: „Just Another Saturday Night“ spielt parallel zu „That Yellow Bastard“, „A Dame to Kill for“ erzählt die Vorgeschichte von „The Big Fat Kill“ (in den Comics spielt die zweite Hälfte zeitgleich zu „The Hard Goodbye“, im Film scheint dies aber nicht der Fall zu sein). Sowohl „The Long Bad Night“ als auch „Nancy’s Last Dance“ spielen schließlich nach „That Yellow Bastard“, aber wohl vor „The Hard Goodbye“. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist nicht ganz einfach, alle Sin-City-Fragmente in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Beschäftigen wir uns nun mit dem eigentlichen Film. Inzwischen dürfte klar sein: Wer dem ersten Teil schon nichts abgewinnen konnte, wird mit dem zweiten sicher ebenfalls nicht glücklich werden. Im Grunde handelt es sich bei „Sin City: A Dame to Kill For“ nämlich um mehr vom Selben. Das ist auch eines der Probleme des Films: Der erste Teil war zur Zeit seines Erscheinens (vor allem optisch) etwas Neues und Beeindruckendes. Dieser Faktor fällt beim zweiten Teil weg, weil wir die Sin-City-Optik in der Zwischenzeit schon das eine oder andere Mal gesehen haben, man erinnere sich nur an Frank Millers missratene Adaption von „The Spirit“. Inhaltlich und stilistisch bleibt „A Dame to Kill For“ beim Altbekannten: Harte Kerle, gefährliche Femme Fatals, übertriebene, absolut nicht ernstzunehmende Gewalt und trocken-lakonische Kommentare. Rache ist nach wie vor ein wichtiges Thema. Und natürlich wimmelt es auch von Frank-Miller-Stilmitteln, allerdings funktionieren diese in einem Sin-City-Film mit Abstand am besten und sind weitaus weniger nervig als, sagen wir mal, in einem Batman-Comic. Und Millers doch eher fragwürdige Ansichten sind auch nicht so stark vertreten – vielleicht ist das auf den Einfluss von Robert Rodriquez zurückzuführen.
Waren bei Teil 1 die einzelnen Segmente alle in etwa gleich stark, sieht dies nun ein wenig anders aus. Am gelungensten ist eindeutig Dwights Geschichte, hier versammeln sich nicht nur die meisten alten Bekannten aus dem ersten Film, die Geschichte fügt sich am besten in die Reihe der bisherigen Segmente ein und die Figuren sind am interessantesten; wie auch in „300: Rise of an Empire“ ist Ava Green eines der gelungensten Elemente des Films. „Just Another Saturday Night“ und „The Long Bad Night“ sind ganz nett, „Nancy’s Last Dance“ dagegen ist eher suboptimal. Die Idee, Nancys Umgang mit Hartigans Tod zu zeigen ist durchaus gut, aber das Ganze resultiert dann schon wieder in einer Hausstürmung, an der Marv beteiligt ist. Darüber hinaus passt diese Geschichte nicht besonders gut zum ersten Film, in der Tat funktioniert sie am besten, wenn man davon ausgeht, dass es sich beim letzten Drittel des Segments um eine Wunschvorstellung von Nancy handelt.
Zum Schluss noch ein Wort zur Rezeption des Films: In den USA ist er sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum durchgefallen und kann wohl als Flop gelten. Im Grunde kommt „A Dame to Kill For“ gleichzeitig zu spät und zu früh, da das Interesse an einem weiteren Sin-City-Film nach neun Jahren Wartezeit merklich gesunken ist, es aber noch zu früh für Nostalgie ist.
Fazit: „A Dame to Kill For“ ist für Fans des ersten Teils durchaus zu empfehlen, ihm fehlt allerdings die Originalität des Vorgängers. Wer mehr aus der Stadt der Sünde möchte, ist durchaus gut bedient, wer etwas neues aus der Stadt der Sünde möchte, eher weniger.

Trailer

Siehe auch:
Sin City
300: Rise of an Empire
Holy Terror

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