Catching Fire

catching fire
Story: Katniss (Jennifer Lawrence) mag der Arena entkommen sein, doch die Hungerspiele sind für sie nicht vorbei. Nicht nur wird sie von Alpträumen und Angstattacken geplagt, sie muss sich auch, zusammen mit ihrem Mit-Sieger Peeta (Josh Hutcherson) auf eine Siegertour begeben. Im Vorfeld erhält sie allerdings Besuch von Präsident Snow (Donald Sutherland), der ihr klar macht, wie wichtig es ist, Panem zu zeigen, dass die Aktion, mit der sie die Hungerspiele gewonnen hat, lediglich aus Liebe geschah und nicht aus Willen zur Rebellion. Denn in den Distrikten kriselt es, wie Katniss während der Siegertour selbst bemerkt. Leider erweisen sich ihre Bemühungen als nicht ausreichend und Snow beschließt, sich der Sieger der Hungerspiele zu entledigen: Bei den nächsten Spielen müssen die Sieger gegeneinander antreten. Im Klartext bedeutet das: Katniss und Peeta müssen wieder in die Arena…

Kritik: Ironischerweise ist die größte Schwäche von „Catching Fire“ auch die größte Stärke. Denn im Grunde macht dieses Sequel etwas, das eine gute Fortsetzung gerade nicht machen sollte: Sie wiederholt den Plot des Vorgängers. Es gibt neue Hungerspiele, in der ersten Hälfte des Films wird wieder alles dafür vorbereitet, wir haben erneut eine Parade der Tribute, Interviews mit Caesar Flickerman (Stanley Tucci) und schließlich geht’s ab in die Arena. Eine Stärke ist es, weil „Catching Fire“ das alles weitaus interessanter inszeniert und dabei auch gleich noch einige der Schwächen des Vorgängers (etwa die nervige Shaky-Cam) ausmerzt. Aber der Reihe nach.
Trotz des Erfolgs von „The Hunger Games“ entschied sich Regisseur Gary Ross dazu, die Filmreihe zu verlassen, sodass man seinen Nachfolger Francis Lawrence (nicht verwandt mit der Hauptdarstellerin) nicht nur für „Catching Fire“, sondern auch gleich für „Mockingjay“ (welches, ganz in bester Harry-Potter-Tradition, in zwei Teilen adaptiert wird) anheuerte.
Mehr noch als „The Hunger Games“ ist „Catching Fire“ nicht einfach nur eine gelungene Verfilmung der Vorlage, Lawrence schafft es sogar, diese noch zu verbessern. Zwar fallen nach wie vor einige durchaus wichtige Details unter den Tisch (die Bedeutung des Mockingjay sollte jetzt langsam erklärt werden), aber ansonsten finde ich die leichte Fokusverschiebung sehr willkommen. Während im Roman Gale (Liam Hemsworth) und Katniss‘ Zerrissenheit zwischen ihm und Peeta eine größere Rolle spielt, wurde dieser Handlungsstrang im Film glücklicherweise reduziert – wir hatten in letzter Zeit nun wirklich genug Dreiecksgeschichten, und darüber hinaus ist Gale einfach nicht interessant. Gerade die Distrik-12-Abschnitte des Romans ziehen sich mitunter etwas, diese zu beschneiden war eine hervorragende Idee. Stattdessen bekommen wir, wie schon im ersten Film, mehr von den Hintergründen zu sehen und verlassen Katniss‘ Perspektive des Öfteren. Das bedeutet vor allem, dass es mehr von Präsident Snow und Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman) zu sehen gibt, was ebenfalls nützlich ist, sind die beiden doch zwei der interessantesten Figuren der Filmreihe.
Alles in Allem ist „Catching Fire“ um einiges politischer als noch der erste Teil, die Ereignisse können besser in Zusammenhang gebracht werden und es zeigt sich ein besseres Gesamtbild. Darüber hinaus sind selbst die Elemente, die aus „The Hunger Games“ wiederverwendet werden, schlicht interessanter. Gerade die neuen Tribute – jedes von ihnen hat ja bereits einmal die Hungerspiele gewonnen – sind um so Vieles markanter als ihre zum größten Teil ziemlich blassen Gegenstücke aus dem Vorgänger; besonders Finnick (Sam Claflin), Beetee (Jeffrey Wright) und Johanna (Jena Malone) sind hier zu nennen. Und apropos Neuzugänge, gerade bei diesen zeigt sich, dass „Catching Fire“ schauspielerisch einfach besser ist als der Vorgänger.
Ähnliches lässt sich auch über die neue Arena sagen. Wie schon im ersten Film ist auch hier die zweite Hälfte, in der die eigentlichen Spiele thematisiert werden, die schwächere, aber gerade im Vergleich zu der doch recht uninteressanten Wald-Arena des ersten Films ist die Dschungel-Uhr sehr viel spannender, auch gibt es mehr charakterliche Interaktion und vor allem zieht es sich nicht so. Die Spiele im zweiten Teil sind weit stringenter mit einem eindeutigeren Ziel, was ihnen sehr gut tut.
Fazit: Gelungener zweiter Teil, der nicht nur „The Hunger Games“ übertrifft, sondern auch die Buchvorlage.

Trailer

Siehe auch:
The Hunger Games

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2 Kommentare zu “Catching Fire

  1. Stimme dir weitgehend zu. Einzig bei der Frage, ob der Film besser als die Buchverlage ist, schwanke ich. Wobei es schon so ist, dass die exzellente Besetzung dafür sorgt, dass manche Charaktere einfach noch mit mehr Leben gefüllt werden, als im Buch.

    Mir kommt es ja immer fast ketzerisch vor, eine Verfilmung besser als die Vorlage zu finden, aber mir geht es beispielsweise mit „Cloud Atlas“ so. Das wird wohl mein nächster „Book meets film“-Beitrag, aber das wird noch ne Weile dauern…

    • hemator sagt:

      Hin und wieder soll das vorkommen – ist natürlich, wie bei allem, eine sehr subjektive Frage. Der Film kürzt genau die Stellen des Romans, die sich für mich beim Lesen in die Länge gezogen haben und gibt dafür Figuren, die mich interessieren, mehr Leinwandzeit. Auch finde ich die Quarter-Quell-Tribute im Film, wie du sagst, noch prägnanter. Hin und wieder kann eine Adaption eben die Vorlage doch noch aufwerten. Geht mir zum Beispiel beim siebten Harry-Potter-Band so, den ich nicht ausstehen kann. Die Verfilmungen sind mir da weitaus lieber, 7.1 ist zusammen mit 3 und 5 sogar mein Lieblingsfilm der Serie.

      Bei „Cloud Atlas“ kenne ich nur den Film. Ich erinnere mich aber irgendwo gelesen zu haben, dass das Thema „Reinkarnation“ im Roman ganz anders bearbeitet und interpretiert wird als im Film.

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