X-Men: Days of Future Past

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Story: In naher Zukunft stehen die Mutanten kurz vor der Auslöschung, nur noch wenige, unter Führung von Charles Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen), können sich gegen die Sentinels, übermächtige, Mutanten-jagende Killerroboter, behaupten. Aus diesem Grund beschließen sie, mit der Hilfe von Kitty Pryde (Ellen Page), Wolverine (Hugh Jackman) in die Vergangenheit zu schicken, um zu verhindern, dass es jemals zu diesem Krieg kommt. Wolverine erwacht im Körper seines jüngeren Selbst im Jahr 1973 und muss nun sowohl Xavier (James McAvoy) als auch Magneto (Michael Fassbender) davon überzeugen, ihm dabei zu helfen das zu verhindern, was die düstere Zukunft ausgelöst hat: Zusammen müssen sie Mystique (Jennifer Lawrence) daran hindern, Bolivar Trask (Peter Dinklage), den Erfinder der Sentinels, zu töten…

Kritik: Der bereits siebte Film des X-Men-Film-Franchise (die beiden Wolverine-Filme mitgerechnet) markiert die Rückkehr von Bryan Singer auf den Regiestuhl, der die Filmreihe damals, vor langer, langer Zeit, startete. Während die ersten beiden X-Men-Filme fast durchweg positiv aufgenommen wurden, verhält es sich mit den diversen Nachfolgern und Spin-offs anders. „X-Men 3“ und „X-Men Origins: Wolverine“ werden von Fans der Filme und Comics fast rundheraus abgelehnt. „X-Men: First Class“ und „The Wolverine“ dagegen sind eher umstritten, für manche setzen sie den Abwärtstrend fort, für andere sind sie dagegen eine Rückkehr zu alter Stärke.
In diesem Zusammenhang hat sich Bryan Singer viel vorgenommen und auch viel versprochen. „X-Men: Days of Future Past“ sollte nicht nur alle anderen X-Men-Filme übertreffen, sondern auch die Fehler korrigieren, die man nach Singers Abgang gemacht hatte. Und was bietet sich da besser an als ein Zeitreiseplot? Dieser sorgt allerdings auch dafür, dass das Verhältnis dieses Films zu seinen Vorgängern ziemlich kompliziert ist, weshalb ich in absehbarer Zeit einen eigenen Artikel zur Kontinuität des X-Men-Film-Universums schreiben werde, auch, damit dieser Artikel spoilerfrei bleibt. Aus diesem Grund wird die Frage, ob Singer es geschafft hat, den Kontinuitätsknoten dieses Franchise zu entwirren, hier noch nicht beantwortet, stattdessen liegt der Fokus auf dem Film selbst.
Es freut mich sagen zu können, dass „X-Men: Days of Future Past“ mich im Großen und Ganzen überzeugt hat. Nach „The Amazing Spider-Man 2“ hatte ich schon befürchtet, dass man hier etwas Ähnliches veranstalten würde, da auch Fox auf ein großes filmisches Superheldenuniversum schielt. Dem ist allerdings nicht so.
Singer verbindet gekonnt die Stärken seiner X-Men-Filme mit denen von Matthew Vaughns „X-Men: First Class“. Die Rahmenhandlung, die in einer dystopischen Zukunft spielt, führt die eher düstere, farblose Herangehensweise der Singer-Filme zum Höhepunkt, während die Handlung in den 70ern ganz klar auf der Stimmung von Vaughns Film aufbaut.
Darstellerisch hat Singer ein enormes Ensemble versammelt. Viele der Figuren aus der ursprünglichen Trilogie haben wenigstens einen kurzen Cameo-Auftritt, selbst Brian Cox‘ William Stryker darf in einem Flashback kurz sein Gesicht zeigen. Trotz der vielen Figuren wirkt dieser Film allerdings nicht überladen und ist auch sehr angenehm strukturiert.
Der Fokus liegt allerdings eindeutig auf Wolverine, Mystique und den jungen Versionen von Xavier und Magneto. Dabei kann man durchaus bemängeln, dass es schon wieder Wolverine ist, der im Zentrum steht. Besonders Fans von Kitty Pryde/Shadowcat waren damit unzufrieden, da sie es in der gleichnamigen Comicvorlage (mit der dieser Film allerdings bis auf die Grundidee nur wenig gemein hat) ist, die in die Vergangenheit reist. Im Verlauf der Geschichte wird allerdings klar, dass Xavier die eigentliche Hauptperson ist – Wolverine ist während des Finales nicht einmal bei Bewusstsein. Die Darsteller sind alle solide bis sehr gut, vor allem die Chemie zwischen Fassbender und McAvoy, der sich gegenüber „X-Men: First Class“ noch einmal ordentlich gesteigert hat, ist hervorragend. Besonders erwähnenswert ist Evan Peters als Quicksilver, der während seines Einsatzes allen die Show stiehlt. Schade, dass er nicht öfter vorgekommen ist, allerdings hätte sein weiteres Mitwirken vieles zu einfach gemacht.
Ebenfalls erfreulich: Endlich mal wieder ein Superheldenfilm, in dem nicht eine ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Die Action ist wohldosiert, an manchen Stellen etwas konservativ, an anderen aber, gerade im vergleich zu Singers anderen X-Men-Filmen, ziemlich kreativ und amüsant. Zu nennen wären hier vor allem die grandiose Szene mit Quicksilver und Blinks Portalkämpfe.
Einige Kritikpunkte gibt es dann allerdings doch: Viele der neuen Figuren sind zwar interessant, werden aber kaum beleuchtet. Am stärksten trifft dies Bolivar Trask. Peter Dinklage spielt wie gewohnt gut, aber die Figur bleibt zu blass, die Motivation zu unklar.
Auch mit dem Design der Sentinels bin ich nicht ganz einverstanden, allerdings haben sie mir in den Comics auch nicht wirklich gefallen, gerade die klassische Version fand ich immer leicht dämlich. Allgemein hätte ich gerne noch mehr über die finstere Zukunft erfahren, und es gibt wohl auch noch einiges an Material. Vielleicht wird irgendwann ein Director’s Cut veröffentlicht.
Und schließlich bekommt man noch den Eindruck, dass zwischen den Filmen zu viel geschehen ist, die Antworten auf manche Fragen werden nur angedeutet, andere werden gar nicht beantwortet und viele der First-Class-Figuren sind zwischen den Filmen einfach gestorben, was irgendwie schade ist. Dennoch sind all diese Kritikpunkte kaum der Rede wert.
Fazit: Gelungene Fortführung des X-Men-Filmfranchise, vielleicht in der Tat der bisher beste X-Men-Film, bei dem sowohl Fans der Singer-Filme als auch Anhänger von „First Class“ auf ihre Kosten kommen können. Eine ausführliche Analyse der Kontinuität der Filmreihe und ein Vergleich zur Vorlage folgt in Kürze.

Trailer

Siehe auch:
X-Men: Days of Future Continuity
X-Men: Days of Future Past – Soundtrack
X-Men
X-Men: First Class
Wolverine: Weg des Kriegers

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7 Kommentare zu “X-Men: Days of Future Past

  1. Robin Urban sagt:

    Ich hab mich total auf den Film gefreut, insofern hatte ich vielleicht zu übersteigerte Erwartungen. So großartig, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, war er dann tatsächlich nicht, aber eine Kinokarte war er definitiv wert!

    Gerade James McAvoy und Michael Fassbender finde ich einfach nur so wahnsinnig großartig. So großartig, dass ich mir wünsche, der (die) nächste(n) Film(e) würden auch in der Vergangenheit spielen. Ich will mehr vom jungen Magneto sehen! Deshalb ist First Class auch mein Lieblingsteil der Reihe.

    Was wohl bei einem Zeitreisefilm unvermeidlich ist: So ganz logisch war das ja am Ende doch nicht. Von dem Moment an, in dem Wolverine praktisch aus der Handlung ausscheidet hatte er keinen Einfluss mehr auf das Kommende, weshalb die Zukunft sich schon da hätte ändern müssen. Sie ändert sich aber erst, als Mystique beschließt, keinen zu ermorden. Macht eigentlich alles keinen Sinn. Aber: egal!

    Und warum Mystique am Ende in die Rolle von General Stryker geschlüpft ist, habe ich ehrlich gesagt schlicht und ergreifend nicht kapiert ^^ Vielleicht hätte Wolverine mal überprüfen sollen, ob er sein Adamantiumskelett überhaupt noch hat…

    • hemator sagt:

      „Gerade James McAvoy und Michael Fassbender finde ich einfach nur so wahnsinnig großartig. So großartig, dass ich mir wünsche, der (die) nächste(n) Film(e) würden auch in der Vergangenheit spielen.“

      Dann kannst du frohlocken: „X-Men: Apocalypse“ kommt 2016, ist wieder von Bryan Singer und handelt wieder von den jungen Versionen, McAvoy, Fassbender und Co. spielen also auch im nächsten Film die Hauptrollen. Der Film spielt wahrscheinlich in den 80ern.

      „Was wohl bei einem Zeitreisefilm unvermeidlich ist: So ganz logisch war das ja am Ende doch nicht. Von dem Moment an, in dem Wolverine praktisch aus der Handlung ausscheidet hatte er keinen Einfluss mehr auf das Kommende, weshalb die Zukunft sich schon da hätte ändern müssen. Sie ändert sich aber erst, als Mystique beschließt, keinen zu ermorden. Macht eigentlich alles keinen Sinn. Aber: egal!“

      Das wurde schon erklärt. Ob diese Erklärung ihrerseits wieder sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Es wurde ja etabliert, dass die düstere Zukunft und Wolverines Vergangenheitstrip so lange parallel verlaufen wie Wolverines Geist in der Vergangenheit ist. Im Finale hatte er zwar nichts mehr zu tun, aber sein Geist war ja immer noch in den 70ern, bis zu dem Moment, als Kitty aufgehört hat, Strahlen durch sein Hirn zu schießen, weil Sentinel-Angriff. In diesem Moment ist Wolverines Geist zurückgekehrt und damit wurde dann die neue Zeitlinie „aktiviert“. So habe ich es auf jeden Fall verstanden. Aber es stimmt schon, Zeitreisefilme sind prinzipiell meistens unlogisch.

      „Und warum Mystique am Ende in die Rolle von General Stryker geschlüpft ist, habe ich ehrlich gesagt schlicht und ergreifend nicht kapiert“

      Das hat dann sicher im bereits erwähnten „X-Men: Apoclaypse“ Auswirkungen.

  2. Ich finde es ja in der Tat beruhigend, dass auch Fans der Comics den Film so positiv einschätzen. Ich lese keine Comics, sondern schaue mir immer nur die Verfilmungen an, sodass ich bzgl. einzelner Figuren, Designs, etc., keinerlei Vorstellungen habe. Ich messe das – bei größeren Franchises oder Reboots – dann höchstens an bereits gesehenem. Und für mich ist der aktuelle Film wohl auch der beste in der ganzen Reihe.

    Ähnlich wie Robin Urban geht es mir mit James McAvoy und Michael Fassbender, die ich aber schon in „First Class“ als hervorragende Besetzung empfunden hatte. Aber du hast Recht – McAvoy legt in „Days of Future Past“ nochmal deutlich zu!

    Meine Kritiken übrigens: http://singendelehrerin.wordpress.com/2014/05/24/x-men-days-of-future-past-kurzkritik/ und http://singendelehrerin.wordpress.com/2014/06/01/x-men-days-of-future-past-3d-bryan-singer-usauk-2014-ausfuhrliche-kritik/

    • hemator sagt:

      Zugegebenermaßen bin ich bei X-Men nicht ganz so sattelfest wie bei, sagen wir mal, Batman, ich habe „nur“ einige hier und da zufällig gekaufte Hefte und einige der Klassiker („Days of Future Past“, „God Loves, Man Kills“, die Dark-Phoenix-Saga etc.), aber es reicht dann doch ganz gut aus, und die Lücken zu recherchieren ist auch nicht weiter problematisch. 😉

      Ich würde sagen, im Großen und Ganzen sehen wir das (außer beim Soundtrack) sehr ähnlich, wobei ich wohl sagen würde, dass „Days of Future Past“ nicht ganz an „Avengers“ herankommt, aber das sind eher Haarspaltereien.

      • Wobei ich zugeben muss, dass ich mir den Soundtrack nicht nochmal extra angehört habe. Anders als bei „Herr der Ringe“ z. B. (wie du ja weißt ;)). Ich fand ihn jetzt auch nicht herausragend, ich verspürte kein Bedürfnis, ihn mir losgelöst vom Film anzuhören, aber an manchen Stellen ist er mir eben positiv aufgefallen. Richtige Themen habe ich allerdings keine rausgehört.

        Du, da bin ich mir auch noch nicht ganz einig, ob ich „Avengers“ letztlich besser finde als „Days of Future Past“. Immerhin kann der „X-Men“-Film mit keinem Loki aufwarten! 😉 Der Rush nach dem ersten Sehen war auf jeden Fall unglaublich!

        Finde es übrigens cool, dass du auch mit den Originaltiteln arbeitest. Ich nehme an, du siehst dir die Sachen auch nur im Original an?

      • hemator sagt:

        John Ottmans X-Men-Thema, das ja noch aus „X2: X-Men United“ stammt (http://www.youtube.com/watch?v=padpEYIkq4c), ist schon ordentlich und brauchbar, das Problem ist nur, dass er es nur bei der Titeleinblendung und im Abspann, aber nicht im Film selbst verwendet.

        Sagen wir es mal so: Ich ziehe bei englischen Filmen den O-Ton eindeutig vor, aber es klappt leider nicht immer. Ist auch davon abhängig, wann der Film im ortsansässigen O-Ton-Kino gezeigt wird, wer mitgeht u.ä. Ich verwende den englischen Titel vor allem dann, wenn ich die deutsche Übersetzung dämlich finde; die Marvel-Filme der letzten Zeit haben sich da alle nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

  3. So, höre mir gerade das Thema aus X2 an – hach, auch paar schöne Chorstellen dabei! *seufz* Jetzt müsste ich mir natürlich „Days of Future Past“ nochmal anschauen, um das Thema wiederzuerkennen. Hmm…

    Mit den deutschen Titeln (nicht nur) der Marvel-Filme hast du sicher recht. Ganz besonders toll finde ich ja immer die Ersetzung des Original(unter)titels durch einen anderen englischen (Unter)titel, siehe bei Thor 2 und Captain America 2.

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