300: Rise of an Empire

kinopoisk.ru
Story: Nicht nur die Spartaner kämpfen gegen die Perser. Parallel zur Schlacht um die Thermophylen stehen sich die Flotten von Athen und Persien gegenüber. Die Athener werden dabei von Themistokles (Sullivan Stapleton) angeführt, der zehn Jahre zuvor Dareios (Yigal Naor), den Vater des Perserkönigs Xerxes (Rodrigo Santoro) bei der Schlacht um Marathon getötet hat, während die Perser von der Griechin Artemisia (Eva Green) angeführt werden. In der Schlacht von Salamis stehen sich beide Widersacher schließlich zum letzten Gefecht gegenüber…

Kritik:
Die Filmadaption von Frank Millers „300“ ist der Inbegriff von „Style over Substance“, und gibt darüber hinaus ein formidables Guilty Pleasure ab. Einerseits war es angesichts des Erfolgs nur eine Frage der Zeit, bis „300“ in irgendeiner Form fortgesetzt wurde, andererseits gab es dafür allerdings verhältnismäßig wenig Möglichkeiten, da nun einmal fast alle Hauptfiguren am Ende des Films sterben. Vielleicht hätte man die Schlacht von Plataiai inszenieren können, mit der „300“ endet, allerdings entschied man sich schließlich für einen anderen Weg.
„300: Rise of an Empire“ ist nun weder Sequel noch Prequel, sondern beides zusammen. Die Handlung des Films erzählt sowohl die Vorgeschichte von „300“, spielt parallel dazu und endet danach. Da Zack Snyder nun verstärkt in die Verfilmung des DC-Universums eingebunden ist, fungierte er bei „300: Rise of an Empire“ nicht mehr als Regisseur, sondern nur noch als Produzent und Drehbuchautor. An seiner statt nahm Noam Murro im Regiestuhl platz. Abermals dient ein Comic von Frank Miller als Vorlage, dieses Mal der bisher unveröffentlichte „Xerxes“.
Letztendlich findet sich bei der 300-Fortsetzung erst einmal mehr vom Selben – kaum jemand hätte wohl so etwas wie Tiefgründigkeit, gelungene Dialoge oder gut ausgearbeitete Figuren erwartet. Stattdessen gibt es, wie schon im Vorgänger, blutige Kämpfe und eine dichte Atmosphäre. Wie bei Fortsetzungen üblich muss alles noch größer und opulenter sein. Dennoch lässt sich nicht leugnen: Während der 300-Look 2007 neu war, hat man sich inzwischen an ihn gewöhnt, nicht zuletzt, weil sich andere Filme und Serien, etwa „Spartacus“, eines ähnlichen Designs bedienen.
In einem Punkt ist „300: Rise of an Empire“ seinem Vorgänger allerdings eindeutig überlegen. Der von Rodrigo Santoro gespielte Xerxes, der auch in diesem Film wieder vorkommt, war und ist als Antagonist ziemlich langweilig. „Rise of an Empire“ enthüllt nun allerdings, dass Artemisia, dargestellt von Eva Green, die eigentliche Kraft hinter Xerxes‘ Thron ist. Als Schurkin des Films macht sie eine weitaus bessere Figur als der in Gold gewandete Gottkönig, vor allem natürlich wegen Eva Green, die beim spielen von Artemisia sichtlich Spaß hat. Die Drehbuchautoren haben ihr sogar einen tragischen Hintergrund verpasst, der zwar relativ klischeehaft ist, aber halbwegs gut funktioniert.
Ähnliches lässt sich leider nicht über Themistokles sagen: Sullivan Stapleton fehlt es an Gerard Butlers Charisma, die Figur ist schlicht uninteressant.
Neben diesen beiden Neuzugängen kehrt fast der gesamte Cast des Vorgängers in kleineren Rollen zurück, sowohl David Wenham als auch Lena Heady und Andrew Tiernan sind wieder zu sehen, um den Zuschauer daran zu erinnern, welche Fortsetzung er da anschaut. Darüber hinaus schaut der Film immer mal wieder bei den Thermophylen vorbei, er beginnt sogar damit, dass Xerxes Leonidas‘ Leiche köpft.
Obwohl „Rise of an Empire“ dem Design des ersten Films ziemlich treu bleibt, wurden doch die Fantasy-Elemente stark zurückgeschraubt. Von Xerxes‘ Goldbad in einem Rückblick einmal abgesehen sind sie nämlich kaum vorhanden, dieses Mal kämpfen ausschließlich Menschen für die persische Armee und keine Orks. Selbst Ephialtes wirkt weniger entstellt als noch in „300“. Gerade dies hat allerdings auch zur Folge, dass dem Sequel einiges vom Charme des Originals abgeht. Insgesamt ist die Action zwar noch blutiger, dafür aber weniger kreativ, was sich wiederum negativ auf das Gesamtbild auswirkt: Obwohl „Rise of an Empire“ nun wirklich kein langer Film ist – nur knapp über eineinhalb Stunden und damit eine Viertelstunde kürzer als „300“ – gibt es in der Mitte doch merkliche Längen, was bei einem Film dieses Genres einfach nicht sein sollte.
Die Filmmusik stammt dieses Mal vom holländischen Komponisten Tom Holkenborg (alias Junkie XL), einem weiteren Zögling von Hans Zimmer, der bereits für „The Dark Knight Rises“ und „Man of Steel“ zusätzliche Musik lieferte und wohl von Zack Snyder empfohlen wurde. Der Soundtrack klingt in der Tat wie „Man of Steel“, erweitert um einige exotische Elemente und den für in der Antike spielende Filme obligatorischen Klagegesang. Traurigerweise ist die Musik immer noch origineller als Tyler Bates‘ Score für „300“, allerdings nur ein wenig.
Fazit: Das Beste an „300: Rise of an Empire“ ist eindeutig Eva Green. Ansonsten: Wer mit „300“ schon nichts anfangen konnte, dem wird die Fortsetzung sicher nicht gefallen, wer nicht genug vom Stil des Erstlings bekommen kann, dem dürfte der Film zusagen, und wer „300“ nur „ganz nett“ fand, kann sich „Rise of an Empire“ eigentlich sparen, es sei denn, man ist Eva-Green-Fan.

Trailer

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2 Kommentare zu “300: Rise of an Empire

  1. olivesunshine91 sagt:

    Du bist schon der zweite, bei dem ich lese, dass „300: Rise of an Empire“ okay war, aber nicht wirklich mehr. Vielleicht spare ich ihn mir dann doch und geh erst für „A Long Way Down“ wieder ins Kino!

    • hemator sagt:

      Das scheint sogar der allgemeine Konsens zu sein, man findet zumindest kaum überschwängliche Lobeshymnen. So im Nachhinein hätte es auf DVD auch gereicht. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die zweite Frank-Miller-Verfilmung mit Eva Green in der Hauptrolle, die dieses Jahr noch kommt, besser wird.

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