Media Monday 144

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The time has come. Execute Media Monday 144!

1. Das Charisma von Charles Dance ist immmer wieder beeindruckend. Am Anfang war ich ja enttäuscht, dass Lord Tywin in der Serie nicht kahl und backenbärtig ist, inzwischen kann ich mir aber niemand anderen in der Rolle vorstellen.

2. James Franco spielt auch in mehr Filmen mit, als gut für ihn wäre, denn irgendwie war er 2013 in meinen Augen überpräsent. Vielleicht kommt’s mir aber auch nur so vor.

3. Das schwächste Regiedebüt der letzten Zeit habe ich wahrscheinlich nicht gesehen oder zumindest nicht als solches wahrgenommen.

4. Frank Miller hat wirklich einen Schreibstil zum Abgewöhnen, denn seit spätestens Anfang der 2000er schreibt er nur noch in kurzen, abgehackten Sätzen, die er mindestens fünf Mal pro Seite wiederholt.

5. Die ödeste Serie der vergangenen Zeit habe ich wahrscheinlich nicht weitergeschaut, weshalb sie meinem Gedächtnis wohl entfleucht ist.

6. Die nervigste Horrorfilm-Zutat sind kreischende Teenager.

7. Zuletzt begeistert hat mich der Schauspieler Ralph Fiennes in „Grand Budapest Hotel“, weil der Mann über ein grandioses komödiantisches Talent verfügt, zusätzlich zu seiner Fähigkeit, Psychopathen darzustellen.

Grand Budapest Hotel

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Story: Im einstmals großen, inzwischen aber schon ziemlich heruntergekommenen Grand Budapest Hotel erzählt der Besitzer Zéro Moustafa (F. Murray Abraham) einem Schriftsteller (Jude Law) seine Geschichte: Als Junge war Zéro (Tony Revolori) Lobby-Boy unter dem perfektionistischen Concierge Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes), zu dessen engstem Vertrauten er schnell wird. Der Tod der Hotel-Kundin Céline Villeneuve Desgoffe und Taxis (Tilda Swinton), genannt Madame D., die Monsieur Gustave ein unbezahlbares Bild hinterlässt, sorgt allerdings dafür, dass alles drunter und drüber geht: Madame D.s Sohn Dimitri (Adrien Brody) beschuldigt Monsieur Gustave des Mordes an seiner Mutter, um das Bild in seinen Besitz zu bringen. Monsieur Gustave lässt dies allerdings nicht auf sich sitzen und bricht mit Zéros Hilfe aus dem Gefängnis aus, um die Angelegenheit zu klären…

Kritik: „Grand Budapest Hotel“ ist ein höchst eigenwilliger und stilistisch sehr ausgefallener Film. Als solcher ist Wes Andersons neue und äußerst absurde Tragikkomödie sicher nicht etwas für jeden Geschmack. Das beginnt schon bei der Tatsache, dass es neben der eigentlichen Haupthandlung um Monsieur Gustave und Zéro noch drei weitere Rahmenhandlungen gibt und erstreckt sich über die recht eigenwilligen Stilmittel des Films. So ist die Kamera äußerst statisch, während die Kulissen sehr offensichtliche Modelle sind, sodass oftmals der Eindruck erweckt wird, es handle sich um eine Modelleisenbahn oder ein Puppenhaus. Wie dem auch sei, ich fand den Film jedenfalls äußerst gelungen, die eigenwillige Atmosphäre, die er aufbaut, passt perfekt zu der aberwitzigen Handlung und den enorm skurrilen Figuren. Vor allem in diesem Bereich punktet „Grand Budapest Hotel“ enorm: Die Charaktere sind schrill und außergewöhnlich, und selbst relativ unwichtige Nebenfiguren bleiben problemlos im Gedächtnis. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Film extrem prominent besetzt ist. In zum Teil geradezu winzigen Rollen (und oft auch ziemlich gut verkleidet) tauchen unter anderem Owen Wilson, Bill Murray, Harvey Keitel, Tom Wilkinson und Jeff Goldblum auf – um nur einige zu nennen. Letztendlich sind es allerdings die Darsteller der beiden Hauptfiguren, die den Film tragen und dafür sorgen, dass er funktioniert. Ralph Fiennes beweist ein weiteres mal, dass er nicht nur als Psychopath, sondern auch als liebenswerter Exzentriker problemlos zu überzeugen weiß, während Tony Revolori ein vielversprechener Newcomer ist. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Chemie zwischen beiden einfach hervorragend ist und viel dazu beiträgt, dass der Humor immer ins Schwarze trifft und die großartigen Dialoge ihre Wirkung nicht verfehlen.
Alles in allem ist „Grand Budapest Hotel“ so sehr mit skurrilen, absurden, schwarzhumorigen und kreativen Einfällen und Szenen vollgestopft, dass ich noch ziemlich lange weiterschreiben könnte, was ich allerdings nicht tun werde, da es viel mehr Spaß macht, alles selbst zu entdecken. Unbedingt erwähnt werden muss allerdings noch die Musik von Alexandre Desplat, ebenso verschroben wie der Film selbst, die sehr präsent ist und stark aus dem sonstigen Remote-Control-Einheitsbrei hervorsticht.
Fazit: Schräger, vollauf gelungener Trip ins fiktive Zubrowka. Bisher der beste Film des Jahres (zugegebenermaßen war ich dieses Jahr allerdings noch kaum im Kino und habe einiges verpasst) und für alle geeignet, die auf grandiose Absurdität stehen.

Trailer

Media Monday 143

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Zeit für den neuen Media Monday.

1. Der schönste Liebesfilm
Absolut nicht mein Genre. „Bram Stoker’s Dracula“ vielleicht.

2. Der nervigste Soundtrack
„Man of Steel“ von Hans Zimmer und Team – dieser Soundtrack steht praktisch für alles, was im Score- Business im Allgemeinen und bei Hans Zimmer im Besonderen gerade falsch läuft. Gleichauf: „Verblendung“ von Trent Reznor und Atticus Ross, für mich völlig unhörbar.

3. Die beste Gesangs-, Tanz- oder Musical-Szene
Schwierig, es gibt viele gute. Am unerwartetsten und schrägsten kam sicher „The Name Game“ in der zweiten Staffel von „American Horror Story“. Spontan würde ich allerdings zu „Hellfire“ aus Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“ tendieren.

4. Die überwältigendsten Spezialeffekte
Gollum ist immernoch der beeindruckendste Spezialeffekt, der mir einfällt.

5. Die überzogenste Dramaturgie
Es gibt so viele Filme mit völlig überzogener Dramaturgie, dass es schwierig ist, einen Sieger zu küren.

6. Der vorhersehbarste Plot
Roland Emmerichs „2012“. Prinzipiell gilt: Hat man einen Emmerich-Katastrophenfilm gesehen, hat man alle gesehen.

7. Zuletzt habe ich Don Davis‘ Musik zur Matrix-Trilogie gehört und die war anspruchsvoll, aber lohnend weil die Matrix-Scores sehr experimentell und intelligent komponiert sind. Das Ganze entwickelt sich zu einem grandiosen Finale; die Anschuffung von „Matrix Revolutions“ lohnt sich schon allein wegen des brillanten Neodämmerung.

300: Rise of an Empire

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Story: Nicht nur die Spartaner kämpfen gegen die Perser. Parallel zur Schlacht um die Thermophylen stehen sich die Flotten von Athen und Persien gegenüber. Die Athener werden dabei von Themistokles (Sullivan Stapleton) angeführt, der zehn Jahre zuvor Dareios (Yigal Naor), den Vater des Perserkönigs Xerxes (Rodrigo Santoro) bei der Schlacht um Marathon getötet hat, während die Perser von der Griechin Artemisia (Eva Green) angeführt werden. In der Schlacht von Salamis stehen sich beide Widersacher schließlich zum letzten Gefecht gegenüber…

Kritik:
Die Filmadaption von Frank Millers „300“ ist der Inbegriff von „Style over Substance“, und gibt darüber hinaus ein formidables Guilty Pleasure ab. Einerseits war es angesichts des Erfolgs nur eine Frage der Zeit, bis „300“ in irgendeiner Form fortgesetzt wurde, andererseits gab es dafür allerdings verhältnismäßig wenig Möglichkeiten, da nun einmal fast alle Hauptfiguren am Ende des Films sterben. Vielleicht hätte man die Schlacht von Plataiai inszenieren können, mit der „300“ endet, allerdings entschied man sich schließlich für einen anderen Weg.
„300: Rise of an Empire“ ist nun weder Sequel noch Prequel, sondern beides zusammen. Die Handlung des Films erzählt sowohl die Vorgeschichte von „300“, spielt parallel dazu und endet danach. Da Zack Snyder nun verstärkt in die Verfilmung des DC-Universums eingebunden ist, fungierte er bei „300: Rise of an Empire“ nicht mehr als Regisseur, sondern nur noch als Produzent und Drehbuchautor. An seiner statt nahm Noam Murro im Regiestuhl platz. Abermals dient ein Comic von Frank Miller als Vorlage, dieses Mal der bisher unveröffentlichte „Xerxes“.
Letztendlich findet sich bei der 300-Fortsetzung erst einmal mehr vom Selben – kaum jemand hätte wohl so etwas wie Tiefgründigkeit, gelungene Dialoge oder gut ausgearbeitete Figuren erwartet. Stattdessen gibt es, wie schon im Vorgänger, blutige Kämpfe und eine dichte Atmosphäre. Wie bei Fortsetzungen üblich muss alles noch größer und opulenter sein. Dennoch lässt sich nicht leugnen: Während der 300-Look 2007 neu war, hat man sich inzwischen an ihn gewöhnt, nicht zuletzt, weil sich andere Filme und Serien, etwa „Spartacus“, eines ähnlichen Designs bedienen.
In einem Punkt ist „300: Rise of an Empire“ seinem Vorgänger allerdings eindeutig überlegen. Der von Rodrigo Santoro gespielte Xerxes, der auch in diesem Film wieder vorkommt, war und ist als Antagonist ziemlich langweilig. „Rise of an Empire“ enthüllt nun allerdings, dass Artemisia, dargestellt von Eva Green, die eigentliche Kraft hinter Xerxes‘ Thron ist. Als Schurkin des Films macht sie eine weitaus bessere Figur als der in Gold gewandete Gottkönig, vor allem natürlich wegen Eva Green, die beim spielen von Artemisia sichtlich Spaß hat. Die Drehbuchautoren haben ihr sogar einen tragischen Hintergrund verpasst, der zwar relativ klischeehaft ist, aber halbwegs gut funktioniert.
Ähnliches lässt sich leider nicht über Themistokles sagen: Sullivan Stapleton fehlt es an Gerard Butlers Charisma, die Figur ist schlicht uninteressant.
Neben diesen beiden Neuzugängen kehrt fast der gesamte Cast des Vorgängers in kleineren Rollen zurück, sowohl David Wenham als auch Lena Heady und Andrew Tiernan sind wieder zu sehen, um den Zuschauer daran zu erinnern, welche Fortsetzung er da anschaut. Darüber hinaus schaut der Film immer mal wieder bei den Thermophylen vorbei, er beginnt sogar damit, dass Xerxes Leonidas‘ Leiche köpft.
Obwohl „Rise of an Empire“ dem Design des ersten Films ziemlich treu bleibt, wurden doch die Fantasy-Elemente stark zurückgeschraubt. Von Xerxes‘ Goldbad in einem Rückblick einmal abgesehen sind sie nämlich kaum vorhanden, dieses Mal kämpfen ausschließlich Menschen für die persische Armee und keine Orks. Selbst Ephialtes wirkt weniger entstellt als noch in „300“. Gerade dies hat allerdings auch zur Folge, dass dem Sequel einiges vom Charme des Originals abgeht. Insgesamt ist die Action zwar noch blutiger, dafür aber weniger kreativ, was sich wiederum negativ auf das Gesamtbild auswirkt: Obwohl „Rise of an Empire“ nun wirklich kein langer Film ist – nur knapp über eineinhalb Stunden und damit eine Viertelstunde kürzer als „300“ – gibt es in der Mitte doch merkliche Längen, was bei einem Film dieses Genres einfach nicht sein sollte.
Die Filmmusik stammt dieses Mal vom holländischen Komponisten Tom Holkenborg (alias Junkie XL), einem weiteren Zögling von Hans Zimmer, der bereits für „The Dark Knight Rises“ und „Man of Steel“ zusätzliche Musik lieferte und wohl von Zack Snyder empfohlen wurde. Der Soundtrack klingt in der Tat wie „Man of Steel“, erweitert um einige exotische Elemente und den für in der Antike spielende Filme obligatorischen Klagegesang. Traurigerweise ist die Musik immer noch origineller als Tyler Bates‘ Score für „300“, allerdings nur ein wenig.
Fazit: Das Beste an „300: Rise of an Empire“ ist eindeutig Eva Green. Ansonsten: Wer mit „300“ schon nichts anfangen konnte, dem wird die Fortsetzung sicher nicht gefallen, wer nicht genug vom Stil des Erstlings bekommen kann, dem dürfte der Film zusagen, und wer „300“ nur „ganz nett“ fand, kann sich „Rise of an Empire“ eigentlich sparen, es sei denn, man ist Eva-Green-Fan.

Trailer

Star Wars Expanded Universe: The Very Best Of

Das erweiterte Star-Wars-Universum ist ein sehr umstrittener Teil des Franchise. Viele Fans lehnen es komplett ab, andere genießen Teile davon, aber für sie gehört es „nicht wirklich“ dazu – die Filme sind der Kern. Mein eigenes Verhältnis ist ein wenig anders: Für mich waren die Filme nicht der Kern, sondern der Startpunkt. Das EU hat für mich praktisch von Anfang an dazugehört, das große Universum hinter den Filmen war einer der Aspekte, die den Reiz des Franchise für mich ausgemacht haben.
Nun, da Lucasfilm Disney gehört und neue Star-Wars-Filme kommen, ist zwar noch vieles unklar, aber eines ist eindeutig: Von großen Teilen des EU, möglicherweise vom gesamten, wird man sich verabschieden müssen. Die Gründung der Lucasfilm-Story-Group ist dabei in meinen Augen eine gute Entscheidung, um dafür zu sorgen, dass der neue Kanon einheitlich und in sich stimmig ist. Denn zugegeben: Im alten EU gab es einige Kontinuitätsprobleme, nicht zuletzt, aber auch nicht ausschließlich, durch „The Clone Wars“. Entgegen der landläufigen Meinung durfte allerdings auch nicht jeder Autor machen, was er wollte.
Ich will keinesfalls behaupten, dass alles Gold war, was das EU so über die Jahrzehnte ausgespuckt hat – es gibt durchaus einiges, bei dem ich absolut nicht traurig bin, wenn es aus dem Kanon verschwindet. Es gibt allerdings auch Werke, bei denen das extrem schade ist, Werke, die an die Qualität der Filme durchaus heranreichen – mindestens. Deswegen zähle ich hier, quasi als Abgesang, die in meinen Augen zwölf besten EU-Werke auf, grob nach Erscheinungsdatum sortiert.

Die Thrawn-Trilogie
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Zugegeben, hierbei handelt es sich eher um eine „Nennung ehrenhalber“. Ich habe Timothy Zahns Thrawn-Trilogie erst verhältnismäßig spät gelesen und war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich übersättigt mit Post-Endor-Geschichten um Luke, Han und Leia. Die Formel der Filme und der Thrawn-Trilogie war für mich seinerzeit schon ziemlich ausgereizt, wofür man aber natürlich keinesfalls Zahn verantwortlich machen kann. Ich habe einfach die falschen Bücher zuerst gelesen.
Aber nichtsdestotrotz ist die Thrawn-Trilogie ohne Zweifel eines der wichtigsten SW-Werke außerhalb der Filme; sie war zwar nicht das erste Werk des EU, leitete aber eine neue Phase ein und wurde Vorlage für viele andere Romane. Zahn schafft hier den Spagat zwischen klassischem SW-Handlungsaufbau und neuen Ideen, der nötig ist, um das ganze interessant zu machen – die Thrawn-Trilogie ist das Post-Endor-Werk, das den Geist der Filme am besten fortsetzt, ohne sich einerseits zu weit vom ursprünglichen Konzept wegzubewegen, und andererseits nur das bisher dagewesen zu wiederholen. Gerade in den Werken, die der Thrawn-Trilogie folgten, kam das Imperium (oder ein anderer Gegner) immer wieder zu einem neuen Pseudo-Todesstern, sodass die Superwaffen letztendlich unglaublich öde wurden.
Während die Handlung der Thrawn-Trilogie verhältnismäßig simpel ist – imperialer Großadmiral taucht auf und bedroht die noch junge Neue Republik, ist es vor allem die Umsetzung, die besticht. Die Dynamik der Film-Figuren passt und die neuen Charaktere sind durchweg interessant, seien es Talon Karrde, Mara Jade, Joruus C’baoth oder natürlich Großadmiral Thrawn selbst, ohne Zweifel einer der besten EU-Schurken.
Dir Thrawn-Trilogie ist ein klassisches SW-Abenteuer, nicht ohne Schwächen, aber auch mit vielen Stärken – ich wünsche mir nur, ich würde sie noch mehr wertschätzen. Aufgrund ihrer Bedeutung für das EU darf sie in so einer Liste allerdings einfach nicht fehlen.

Tales of the Jedi
Exarkun
Während die Thrawn-Trilogie sowohl inhaltlich als auch geistig die Trilogie einfach fortsetzte und es dem geneigten Leser ziemlich leicht machte, in die weit, weit entfernte Galaxis zurückzukehren, sind die „Tales of the Jedi“ praktisch das genaue Gegenteil. Wer zum ersten Mal einen Blick in diese von Tom Veitch und Kevin J. Anderson verfassten Comics wirft, wird Schwierigkeiten haben, das Ganze als Teil des Star-Wars-Universums zu identifizieren. Im Gegensatz zu „The Old Republic“, wo alles, trotz einem Zeitunterschied von über 3000 Jahren, fast gleich aussieht wie in den Filmen, wählten Veitch und Anderson ein sehr archaisch anmutendes Ambiente. Zwar gibt es auch weiterhin Blaster, Lichterschwerter und Raumschiffe, aber trotzdem scheinen die Zeichnungen besser zu einem Fantasy-Comic zu passen.
Auch inhaltlich gibt es einige Unterschiede: Die „Tales of the Jedi“ besitzen eindeutig nicht den Charme, den Humor und die liebenswerten Charaktere der Filme, aber diese wären bei einem derartigen Vorhaben auch ein wenig Fehl am Platz, denn die hier erzählten Geschichten sind praktisch die Heldensagen der Alten Republik. Trotz dieser bestimmten Art des Erzählens und des etwas eigentümlichen Stils werden sehr spannende und interessante Geschichten erzählt, deren Charaktere zwar ein wenig ikonisch wirken (eben so, wie man sie in späteren Jahren des SW-Universums sieht), aber dennoch sehr glaubhaft sind. Die diversen Miniserien wurden hierzulande alle von Panini im Rahmen der SW-Sonderband- bzw. SW-Essentials-Reihe (neu) aufgelegt, und nach diesen werde ich mich richten: Der erste, „Das Geheimnis der Jedi-Ritter“, führt in die neue Epoche ein und stellt die beiden zentralen Charaktere vor: Die jungen Jedi-Ritter Ulic Quel-Droma und Nomi Sunrider. Im Vergleich zu den beiden folgenden Bänden sind die Konflikte noch relativ klein, die Bedrohung besteht in erster Linie aus dem Geist des Sith-Lords Freedon Nadd. In „Die Lords der Sith“ und „Der Sith-Krieg“ geht es schließlich richtig zur Sache, Nadds Schüler Exar Kun, der neue Dunkle Lord der Sith, droht, die Galaxis in Dunkelheit zu hüllen, und die Jedi müssen vieles opfern, um das zu verhindern. Von den verbleibenden drei Bänden sind zwei, „Das goldene Zeitalter der Sith“ und „Der Untergang der Sith“ Prequels, die ebenfalls von einem gigantischen galaxisweiten Konflikt, dem Großen Hyperraumkrieg, erzählen, während der dritte, „Redemtpion“, ein erstaunlich intimer Epilog zu „Der Sith-Krieg“ ist, der sich weniger mit dem Kampf Gut gegen Böse, sondern der Schuld der Überlebenden und dem Neuaufbau nach dem Krieg auseinandersetzt.
Somit sind die „Tales of the Jedi“ sicher nicht nach jedermanns Geschmack, aber sie sind dennoch äußerst wichtig und auch einzigartig. Denn obwohl spätere Werke ebenfalls Geschichten aus diesen Zeiten erzählten, waren diese doch viel stärker an das Aussehen der Filme angepasst; somit sind die „Tales“ mit ihrem archaischen Ambiente ziemlich einzigartig. Oh, und sie haben einen meiner absoluten Lieblings-Sith-Lords hervorgebracht: Exar Kun. Dieser tauchte zwar erstmals in Andersons Jedi-Akademie-Trilogie auf, aber wirklich definiert wurde er erst in den „Tales“.

Crimson Empire
crimson empire
Diese sechsteilige Miniserie, geschrieben von Randy Stradley und gezeichnet von Paul Gulacy, gehört mit zu den ersten Star-Wars-Comics, die ich gelesen habe. Es handelt sich um eine Post-Endor-Geschichte, allerdings eine, die weit von den Standards dieser Ära entfernt ist; in ihr treten in erster Linie neue, für diese Serie geschaffene Figuren auf, lediglich in Rückblicken haben Palpatine, Vader und Luke kurze Auftritte.
Statt sich mit der nächsten Auseinandersetzung der Helden der OT zu beschäftigen, liegt der Fokus in „Crimson Empire“ auf Kir Kanos, dem letzten Überlebenden der Imperialen Ehrengarde des Imperators. Dieser wird gezwungen, mit den Truppen der Neuen Republik zusammenzuarbeiten, da der gegenwärtige Anführer des Imperiums, Carnor Jax, selbst ein ehemaliger Gardist, indirekt für den Tod des Imperators (bzw. für den Tod des letzten Palpatine-Klons) verantwortlich ist.
Gerade Kir Kanos ist ein wirklich toller Protagonist, der, anders als viele andere Star-Wars-Figuren, weder eindeutig gut noch böse ist. Eigentlich ist er ein guter, treuer Mann, doch wird er vom Rachedurst getrieben. Die Handlungs ist geradlinig, actionreich und stetig spannend. Nur schade, dass die beiden Fortsetzungen nicht mehr an den ersten Teil heranreichen.
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Verräter
Vergere
Ich bin nicht unbedingt ein Fan der Romanreihe „Das Erbe der Jedi-Ritter“. Während ich die Idee der außergalaktischen Invasoren und die Konzeption der Yuuzhan Vong durchaus gelungen finde, zieht sich das Ganze unheimlich in die Länge – ich muss zugeben, dass ich nur einige der neunzehn Bände gelesen habe – „Verräter“ ist von diesen nicht nur mit Abstand der Beste, sondern auch eines der besten Post-Endor-Werke. Nicht nur ist er Matthew Stovers erster Star-Wars-Roman, „Verräter“ ist auch der erste Star-Wars-Roman, in welchem keine der Figuren aus den Filmen vorkommt. Gemessen an der Anzahl an Charakteren hat die Geschichte schon fast etwas Kammerspiel-artiges: Im Zentrum stehen Jacen Solo, der von den Yuuzhan Vong gefangen genommen wurde, Vong-Executor Nom Anor und die ehemalige Jedi Vergere. Das Ganze ist lose an Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ angelehnt, mit Jacen als Dante und Vergere als Vergil, die ihn durch die Unterwelt führt und ihm ein neues Verständnis der Macht und auch der Vong offenbart. „Verräter“ ist ein sehr philosophischer Roman, in dem an Handlung oder Action nicht besonders viel passiert und der sich stattdessen stark auf die metaphysischen Aspekte der Star-Wars-Saga konzentriert. Somit ist „Verräter“ sicher nicht jedermanns Sache, und wer nur kurzweilige Abenteuer sucht, wird damit wahrscheinlich auch nicht glücklich werden.
Das Gute an Stovers‘ Roman ist, dass man die anderen Erbe-der-Jedi-Ritter-Bücher zum Verständnis nicht gelesen haben muss, eine grobe Inhaltsangabe reicht völlig.
Leider wurde im Nachhinein noch einiges bezüglich „Verräter“ verpfuscht, da George Lucas zu Protokoll gab, dass letztendlich die Sichtweise der Jedi auf die Macht die korrekte sei (womit ich nicht wirklich glücklich bin), weshalb Vergere rückwirkend zur Sith uminterpretiert wurde. „Verräter“ funktioniert am besten, wenn man sämtliche Romane nach „Das Erbe der Jedi-Ritter“ ignoriert.

Republic
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1991 begann der Dark-Horse-Verlag damit, Star-Wars-Comics zu publizieren. Dies geschah zumeist in Form von Miniserien. Als jedoch acht Jahre später Episode I kam, startete Dark Horse eine fortlaufende Serie mit dem schlichten Titel „Star Wars“, die allerdings ausschließlich Geschichten aus der Prequel-Ära enthielt und aus diesem Grund später in „Star Wars: Republic“ umbenannt wurde. Die Republic-Serie ist, zusammen mit einigen anderen Einträgen in dieser Aufzählung, zumindest dafür mitverantwortlich, dass ich die Prequels, trotz ihrer Schwächen, verhältnismäßig gern habe, da sie es schaffen, deren Ponential voll auszureizen. Natürlich sind nicht alle der vielen verschiedenen Story-Arcs gleich gut, aber im Schnitt ist die Qualität hervorragend. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich für die Republic-Serie ein Dream-Team zusammen fand: Autor John Ostrander und Zeichnerin Jan Duursema, die zusammen einige der absoluten besten Star-Wars-Comics überhaupt verfassen sollten und darüber hinaus auch einen der interessantesten und vielschichtigsten Charaktere der Prequel-Ära erschufen: Den Jedi-Ritter Quinlan Vos.
Die Republic-Serie steigerte ihre Qualität nach dem etwas mauen Start stetig und erreichte nach dem Kinostart von Episode II ihren Höhepunkt: Dort wurden ausgiebig und grandios die Klonkriege geschildert, wodurch einige der düstersten und vielschichtigsten Star-Wars-Geschichten überhaupt entstanden. Im Zuge von „Star Wars: The Clone Wars“ wurden diese Comics in neun Bänden noch einmal neu aufgelegt, und ich kann sie jedem Star-Wars-Fan nur wärmstens empfehlen.
Nach Episode III wurde die Serie mit „Star Wars: Dark Times“ fortgesetzt; diese kam zwar nicht mehr ganz an die Qualität von „Republic“ heran, erzählte allerdings immer noch ziemlich qualitativ hochwertige Geschichten, insbesondere der erste Story-Arc mit dem Titel „Der Weg ins Nichts“, verfasst von Crimson-Empire-Autor Randy Stradley ist sehr lohnenswert.
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Shatterpoint
Shatterpoint
Matthew Stovers zweiter Star-Wars-Roman übertrifft den ersten noch. Im Grunde hat er dieselben Grundzutaten: Interessante, vielschichtige Charaktere, viel Philosophie und eine neue Sichtweise auf die Macht. Dem fügt Stover dieses Mal allerdings auch noch grandiose Action hinzu. Der Roman handelt von Mace Windu (der in meinen Augen durch diesen Roman erst interessant wurde), der auf dem Planeten Haruun Kal nach seinem verschollenen Padawan sucht und dabei in große Gefahr gerät. Wie auch „Verräter“ basiert „Shatterpoint“ lose auf einem großen Werk der Weltliteratur, in diesem Fall Joseph Conrads „Heart of Darkness“ (und Francis Ford Coppolas Adaption „Apocalpyse Now“). Wie auch in den oben beschriebenen Klonkriegscomics findet sich in „Shatterpoint“ eine für Star-Wars-Verhältnisse außergewöhnlich realistische Kriegsdarstellung, die für mich die Klonkriege prägte und die mit einer der Gründe für meine Abneigung gegen „The Clone Wars“ ist.
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Die Dark-Lord-Trilogie
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Und noch mehr Klonkriege. Die Dark-Lord-Trilogie umfasst die Romane „Labyrinth des Bösen“ (James Luceno), „Die Rache der Sith“ (Mathew Stover) und „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ (nochmal James Luceno). Die beiden Luceno-Werke fungieren als Pro- und Epilog zu „Die Rache der Sith“, während Stovers dritter SW-Roman natürlich die Adaption des Drehbuchs von George Lucas ist. Zusammen schildern sie die den Werdegang Darth Vaders weitaus besser, glaubwürdiger und nachvollziehbarer, als Episode III allein dies tut.
„Labyrinth des Bösen“ bereitet die Ereignisse der dritten Star-Wars-Episode vor, zeichnet ein gelungenes Bild der Republik in ihren letzten Tagen und schafft es trotzdem, einer der unterhaltsamsten klassischen Star-Wars-Abenteuer-Romane zu sein. In „Die Rache der Sith“ beschränkt sich Matthew Stover nicht nur darauf, das Drehbuch in Romanform nachzuerzählen, er wählt spezielle Blickwinkel und verändert den Fokus. Die Schlacht um Kashyyyk etwa findet kaum Beachtung, stattdessen konzentriert sich Stover vor allem auf das Innere der Figuren. Und mit „Dunkle Lord“ gibt es schließlich noch einen gelungen Epilog, der zwar nicht ganz an die anderen beiden Teile heranreicht, aber nichts desto trotz ebenfalls überzeugt, vor allem in den Passagen, die aus Vaders Perspektive geschrieben sind.
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Knights of the Old Republic
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Schlechte Spiele mit Filmlizenz gibt es viele, allerdings gehört Star Wars zu den Franchises, die diesbezüglich einiges an qualitativ überzeugendem Material zu bieten haben. „The Force Unleashed“, die Jedi-Knight-Reihe oder die alten X-Wing-vs.-Tie-Fighter-Spiele sind alle zumindest unterhaltsam oder haben sogar Klassikerstatus. Die beste Story haben allerdings eindeutig die beiden Knights-of-the-Old-Republic-Spiele; dieser Eintrag bezieht sich allerdings nicht nur auf sie, sondern auch auf die gleichnamige, von John Jackson Miller geschriebene Comicserie.
Obwohl sich die KotOR-Spiele des Settings von „Tales of the Jedi“ bedienen und nur einige Jahrzehnte nach diesen spielen, wurde ihre Optik stärker an die der Filme angeglichen, wohl auch, um den typischen Filmschauer stärker anzusprechen. Das ist aus Kontinuitätsgründen zwar schade, ändert aber nichts daran, dass beide Spiele eine gute, spannende und interessante Story haben. Vor allem KotOR bietet ein rundes Spielerlebnis, praktisch „klassisches“ Star Wars mit neuen Figuren und einem guten Twist. Leider kann zumindest „Knights of the Old Republic II: The Sith Lords“ sein volles Potential nicht ausnutzen, da es unvollendet auf den Markt geworfen wurde, dafür wagt es sich allerdings auch in eine andere Richtung und ist, im Guten wie im Schlechten, stärker etwas Eigenes.
Noch gelungener als die beiden Spiele finde ich allerdings John Jackson Millers Comicserie, die einige Jahre vor dem ersten KotOR und dem darin geschilderten Jedi-Bürgerkrieg spielt. In den Mandalorianischen Kriegen wird der ungeschickte Padawan Zayne Carrick zu Unrecht beschuldigt, seine Mit-Padawane ermordet zu haben, und nun muss er sich durch eine feindliche, vom Krieg gebeutelte Galaxis kämpfen, verfolgt von seinem eigenen Meister. Millers KotOR-Comics bestechen vor allem durch interessante, schräge Charaktere und exotische Einfälle. Leider lässt die Serie nach dem Ende des Haupthandlungsstrangs nach, und der Epilog „Krieg“ ist ziemlich mittelmäßig, allerdings gehört „Knights of the Old Republic“ dennoch ohne Frage zu den gelungensten Star-Wars-Comicserien, ebenso wie die beiden KotOR-Teile zu den besten Star-Wars-Spielen gehören.
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Legacy
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Nach dem Ende von „Republic“ wandten sich John Ostrander und Jan Duursema einem neuen Projekt zu: „Star Wars Legacy“ schildert die Zukunft der weit, weit entfernten Galaxis: 130 Jahre nach der Schlacht um Endor sind die Sith unter der Führung des Dunklen Lords Darth Krayt zurückgekehrt und haben die Herrschaft über das Imperium übernommen. Blöd nur, dass Cade, Luke Skywalkers Erbe, absolut keine Lust darauf hat, Held oder Symbolfigur einer Widerstandsgruppierung zu sein,
Zugegebenermaßen ist die Legacy-Comicserie im Fandom ziemlich umstritten, da ihr von vielen Vorgeworfen wird, sie würde nur den alten Status Quo wieder herstellen: Die Sith herrschen über die Galaxis und die Guten sind wieder Rebellen. Diese Vorwürfe haben durchaus Hand und Fuß, allerdings setzen Ostrander und Duursema diese Grundprämisse in meinen Augen äußerst gelungen um: Star Wars ist hier so dreckig und düster wie selten, es wimmelt nur so vor grauen, ziemlich vielschichtigen Charakteren und mit Darth Krayt wird der Riege der EU-Sith-Lords ein weiteres, toll gestaltetes Mitglied hinzugefügt. Freilich ist diese Umsetzung ein weiterer Grund, weshalb „Legacy“ bei vielen unbeliebt ist, aber mir gefällt das Ambiente dieses Settings extrem gut.
Zugegebenermaßen hat auch „Legacy“ in den späteren Ausgaben einiges an Qualität eingebüßt, die sechsteilige Miniserie, die als Finale fungiert, ist sogar ein wenig enttäuschend, was aber auch damit zusammenhängen dürfte, dass Ostrander und Duursema alle ihre Handlungsstränge auf relativ begrenztem Raum auflösen mussten. Dennoch, für Fans eines düsteren Star Wars sehr empfehlenswert.
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Die Darth-Bane-Trilogie
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Vor 2006 gab es nur zwei Romane, deren Titelhelden Sith-Lords waren: Der bereits erwähnte „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ und „Darth Maul: Schattenjäger“. In beiden Büchern waren die jeweiligen Dunklen Lords weniger DER Protagonist als EIN Protagonist, da man wohl der Meinung war, ein Schurke allein könnte keinen ganzen Roman tragen. Bei „Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit“ verhält sich dies anders, denn Darth Bane ist ohne Frage DER Protagonist. Es gibt zwar noch ein paar andere Point-of-View-Charaktere, aber deren Passagen sind kurz und wenig. Der erste Darth-Bane-Roman ist ein vollauf gelungener Schurkenroman, der den Weg seines Protagonisten glaubhaft aufzeichnet. Autor Drew Karpyshyn, der auch einer der Autoren des ersten KotOR-Spiels war, schafft es, Bane (zu Beginn noch unter dem Namen Dessel) als sympathischen Charakter einzuführen, auf dessen Seite man als Leser steht, und ihn dann immer böser werden zu lassen, sodass sich der Leser (zumindest der Leser, der nicht wie ich sowieso für die Bösen ist) irgendwann fragt, ob er sich über Banes Erfolge überhaupt freuen sollte.
Die beiden folgenden Bände der Trilogie, „Die Regel der Zwei“ und „Dynastie des Bösen“ sind zwar ebenfalls gelungen, kommen aber an den ersten Band nicht heran. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Bane in diesen Romanen wieder nur EIN Protagonist ist. Dennoch sind die Bane-Roman für Fans der Dunklen Seite der Macht unverzichtbar, allein schon, weil sie viel Wissen über und Einblick in die Sith enthalten.
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Luke Skywalker und die Schatten von Mindor
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Matthew Stovers bis dato (aber hoffentlich nicht endgültig) letzter Star-Wars-Roman spielt direkt nach der Schlacht um Endor, basiert auf einer kurzen Eintragung über die Schlacht von Mindor in einem Sekundärwerk und erzählt, wie wie die altbekannten Helden Luke, Han, Leia, Lando und die Renegatenstaffel es mit dem imperialen Kriegsherren Shadowspawn zu tun bekommen. Im Vergleich zu Stovers anderen Star-Wars-Romanen ist „Luke Skywalker und die Schatten von Mindor“ leichtherziger und ironischer (obwohl natürlich eine gewisse Düsternis ebenfalls nicht fehlt). Allerdings gilt auch hier: „Luke Skywalker und die Schatten von Mindor“ ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Durch die Holothriller, das SW-Pendant zu Filmen, die im Roman eine wichtige Rolle spielen, bekommt Stovers Werk einen sehr metafiktionalen Anstrich, der gekonnt mit Star Wars als Filmsaga sowie den Vorlagen (etwa den alten Flash-Gordon-Serials) spielt. Dies zeigt sich an der bewusst blumigen Sprache – der Epilog deutet gar an, dass „Luke Skywalker und die Schatten Mindor“ Fiktion innerhalb der Fiktion ist.
Ansonsten gibt es alles, was man von einem Stover-Roman erwarten kann: Viele interne Prozesse, viel Philosophie und einiges an Action. Zugegebenermaßen ist „Die Schatten von Mindor“ Stovers schwächster SW-Roman, aber keinesfalls ein schwacher.

Darth Plagueis
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Last but not least: James Lucenos Meisterwerk. Mit „Labyrinth des Bösen“, „Dunkler Lord: Der Aufstieg des Darth Vader“ und „Schleier der Täuschung“ hat Luceno bereits einige gute, in der Prequel-Ära spielende SW-Romane geschrieben, aber mit „Darth Plagueis“ hat er sich in meinen Augen selbst übertroffen und einen Sith-Roman geschrieben, der selbst Drew Karpyshyns „Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit“ übertrifft. Nicht nur erzählt „Darth Plagueis“ die Geschichte besagten Sith-Lords (und nebenbei auch gleich die seines Schülers Darth Sidious), sondern ordnet nebenbei auch gleich sämtliche EU-Werke, die vor Episode I spielen, in den Masterplan der Sith ein. Allein schon die Recherchearbeit Lucenos ist beeindruckend, allerdings hat er nicht einfach nur „Fakten“ aneinander gereiht, er hat das Ganze zu einem vollauf überzeugenden Ganzen vermengt. „Darth Plagueis“ ist dabei vieles – Schurkenroman (das ganze wird fast ausschließlich aus der Perspektive der Sith-Lords Plagueis, Sidious und Maul erzählt), Politthriller – aber eines ist er eindeutig nicht: Ein gewöhnlicher Star-Wars-Roman. Wie viele andere Werke auf dieser Liste sticht „Darth Plagueis“ angenehm aus der Masse der EU-Werke hervor. Letztendlich ist „Darth Plagueis“ ist der Beispiele, was man aus Star Wars alles herausholen kann – und ich hoffe inständig, dass die neuen Star-Wars-Filme und das „neue“ Erweiterte Universum sich qualitativ an „Darth Plagueis“ und den anderen hier aufgezählten Werken orientieren.
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Star Wars Expanded Universe: The Very Worst Of
Star Wars Expanded Universe: Things to Come

Media Monday 142

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St. Patrick’s Day wird von mir eigentlich nicht zelebriert, aber nun gut. Media Monday ist trotzdem.

1. Der irische Schauspieler Brendan Gleeson ist mir der liebste, weil seine Version von Alastor Moody mir besser gefallen hat als meine Vorstellung der Figur.

2. Die irische Schauspielerin Evanna Lynch ist mir der liebste, weil ihre Version von Luna Lovegood exakt mit meinen Vorstellungen übereinstimmt.

3. Der Nationalfeiertag der Iren: Welcher Film oder welche Serienepisode, der/die in irgendeiner Form den St. Patrick’s Day behandelt, ist euch der/die liebste und warum?
Die Simpsons-Episode „Der Bier-Baron“ – sie gehört zweifellos zu den lustigsten der gesamten Serie.

4. Das Glück der Iren: Welche/r ProtagonistIn aus Film oder Fernsehen hat so viel mehr Glück als Verstand, dass es kaum noch glaubwürdig wirkt?
Das gibt es leider ziemlich oft. Allein was James Bond in diversen Inkarnationen schon alles überlebt hat…

5. Die Trinkfestigkeit der Iren: Alkohol ist ein essentieller Bestandteil der Buchereihe „A Song of Ice and Fire“, die mir gut gefallen hat, weil das Trinkverhalten der Figuren oftmals ein Indikator für Veränderungen sind.

6. Die Literatur der Iren: Der irsche Schriftsteller Bram Stoker hat die Vampirliteratur definiert und wie kaum ein anderer Autor beeinflusst. Hut ab.

7. Zuletzt gesehen oder gelesen, was irgendetwas mit der grünen Insel zu tun hatte, habe ich wahrscheinlich irgendeine Serie, in der der St. Patrick’s Day thematisiert wurde, und das war, weil es halt gerade kam.

Media Monday 141

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Zeit für den Media Monday.

1. Enttäuschendste Fortsetzung aller Zeiten war für mich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (Buch).

2. Am Donnerstag ist es soweit: Veronica Mars – das Vorzeige-Kickstarter-Projekt – startet in den deutschen Kinos. Wie sieht es bei euch aus, seid ihr echte Marshmallows oder geht euch dieser Film zur Serie am A**** vorbei?
Ich habe die Serie nie gesehen, also interessiert mich der Film auch nicht.

3. Und auch wenn es die Frage in ähnlicher Form schon einmal gab: Für welche Serie würdet ihr euch eine ähnliche Aktion wünschen, um nach einem unbefriedigenden (Serien-)Ende in den Genuss eines Kinofilms zu kommen?
Disneys „Gargoyles“, „Camelot“, „Rome“… es gibt eingentlich ziemlich viele.

4. Es gibt Leute, die können kein Blut sehen, andere wollen in Filmen keine Leichen, wieder andere können mit Fantasy überhaupt nichts anfangen und noch wieder andere kommen mit Psycho-Horror, um es mal so platt auszudrücken, nicht zurecht. Was verscheucht euch geradewegs aus dem Film, den ihr euch anseht oder lässt euch direkt zögern, es überhaupt zu „probieren“?
Ich bemühe mich, mich nicht von Genre-Grenzen und ähnlichem aufhalten zu lassen. Natürlich gibt es Themen, Genres oder Inhalte, die mich einfach nicht interessieren, aber per se fällt mir da nichts allgemeines ein. Höchstens, wenn der Film auf einem Werk von Rosamunde Pilcher basiert.

5. Sammeln kann ja jeder, aber so richtig stolz bin ich auf die abgeschlossene Reihe der Batman-Serie vom Dino-Verlag bei mir im Regal, weil die Anfänge dieser Serie zu meinen allerersten Comics gehören.

6. Peter Dinklage ist ja ein toller Schauspieler, aber an seine Rolle in „Game of Thrones“ als Tyrion Lannister wird er nie wieder heranreichen, weil Tyrion einmalig ist.

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „Hellboy: Saat der Zerstörung“ und das war gut, weil Mike Mignolas Hellboy-Comics immer zu unterhalten wissen.

Der Herr der Ringe: Die zwei Türme – Live in Concert

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Es gibt Dinge, die lässt man sich als Fan von Howard Shores Mittelerde-Musik nicht entgehen, und die Aufführung von „Die zwei Türme“ mit live gespielter Filmmusik, die am 1. März in der Stuttgarter Liederhalle stattfand, gehört eindeutig dazu.
Wie schon bei „Die Gefährten“ war die Erfahrung, Shores grandiose, vielschichtige Musik live zu hören, einfach grandios. Insgesamt würde ich „Die zwei Türme“ sogar noch ein wenig besser bewerten, was vor allem daran lag, dass es dieses Mal keine Störungen wie angehendes Licht während der Vorstellung gab. Auch technisch haben die Verantwortlichen wohl noch ein wenig dazugelernt; war während der Vorstellung des ersten Teils der Dialog oftmals zu leise (nicht wirklich tragisch, man kommt ja ohnehin wegen der Musik), war das Verhältnis dieses Mal wirklich optimal.
Wie schon beim letzten Mal war es auch hier wieder hochinteressant, die mir inzwischen doch sehr vertraute Musik von einem anderen Ensemble gespielt zu hören – in diesem Fall vom The Sound of Hollywood Symphony Orchestra & Chorus unter der Leitung von David Reitz. Dabei fallen immer wieder Nuancen und Details auf, die man bei den Filmaufnahmen nicht mitbekommt, und es gibt immer wieder die eine oder andere aleatorische Passage, die dann natürlich auch anders interpretiert wird. Insgesamt ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Musik zu „Die zwei Türme“ doch düsterer und schwerer ist als die zu „Die Gefährten“, oder doch zumindest über mehr dissonante und finstere Passagen verfügt, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass das Auenland-Thema spärlicher eingesetzt wird. Der eigentliche Star des Abends war ohnehin das Rohan-Thema, das ein weiteres Mal beweisen hat, dass es mit und ohne Hardangerfiedel einfach eine grandiose, mitreißende Komposition ist.
Zwei kleine Kritikpunkte gibt es allerdings doch: Da wäre zum einen die Moriamusik zu beginn, bei der der Chor abermals nicht tief genug war – was allerdings auch sehr schwer zu bewerkstelligen ist. Bei den Filmaufnahmen wurden extra zehn massige Rugby-Spieler verpflichtet, die spezifisch für die tiefen Passagen eingesetzt wurden. Der andere betrifft die Dominanz der Belchbläser, vor allem während der Helms-Klamm-Szenen, wo man zwar sehen konnte, dass die Streicher auch gespielt haben, es aber absolut nicht zu hören war. Aber auch hier: Das ist ein Problem, dass bei den Filmaufnahmen durch die Abmischung gelöst werden kann, bei einer Live-Performance aber nicht.
Ansonsten: Einfach grandios, Orchester und Chor waren in Topform. Besonderes Lob verdienen die Sopranistin Clara Sanabras, die souverän alle Gesangspassagen gemeistert hat, lediglich bei Gollum’s Song hat man Emiliana Torrinis spezielle Stimmfärbung ein wenig vermisst, und der Knabensopran, dessen Namen ich leider nicht herausgefunden habe. Der Einsatz der Rückforderung-der-Natur-Themas war genau so Gänsehaut-erzeugend, wie ich mir das im Vorfeld vorgestellt hatte.
Fazit: Auch beim zweiten Mal ist Shores Musik live gespielt wieder genial. Der einzige Nachteil: Bis zu „Die Rückkehr des Königs“ dauert es wieder ein ganzes Jahr.

Siehe auch:
Der Herr der Ringe: Die Gefährten – Live in Concert
The Music of the Lord of the Rings Films
Stück der Woche: For Frodo
Rückforderung der Natur

Media Monday 140

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Media Monday die Dritte.

1. Über schlechte Spezialeffekte zu hadern fällt ja leicht, aber ich wollte doch mal losgeworden sein, dass das Make-Up in „Spawn“ auch extrem schlecht war, weil das Produktionsdesign und alles, was damit zusammenhängt, einfach nichts taugt. Genauso wie so ziemlich jeder andere Aspekt des Films.

2. Überhaupt, Make-Up und Spezialeffekte, es gibt doch auch noch SchauspielerInnen, die sich richtig in die Rollen knien und körperlich einiges in Kauf nehmen, um der Figur gerecht zu werden, ohne dass man mit dem Computer oder Schminke nachhelfen müsste. Bestes Beispiel wäre Christian Bale , denn was immer man auch von ihm halten mag, was er auf sich nimmt, um seine Rollen angemessen zu verköprern ist beachtlich. Und mit Sicherheit nicht gerade gesund.

3. Dann gibt es ja auch noch den Fall, dass ein- und derselbe Schauspieler mehrere Rollen verkörpert. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir da Eddie Murphy in „Der verrückte Professor“, weil die Hälfte der Figuren praktisch von ihm gespielt wird. Was per se allerdings nicht unbedingt positiv ist.

4. Halloweenfilme gibt es viele, Weihnachtsfilme auch, Karnevalsfilme tendenziell eher wenige. Fällt dir einer ein und wenn ja welcher und warum?
Nein, so spontan fällt mir keiner ein.

5. Verkleiden kann man sich ja aber auch zu anderen Gelegenheiten. Für einen Banküberfall beispielsweise. Einprägsamster Film mit maskierten Bankräubern?
The Dark Knight

6. Und Karneval heißt natürlich auch: Spaß haben. Bitte ein Filmtipp für einen besonders witzigen Streifen, den jeder mal gesehen haben sollte.
„Ein Königreich für ein Lama“

7. Und zum Schluss für alle, die mit Karneval überhaupt nichts am Hut haben: Was mich am meisten nervt zur Karnevalszeit, ist, dass man ständig mit Uff-da-da-Musik konfrontiert wird.