Beilight – Bis(s) zum Abendbrot

beilight
Story: Becca (Jenn Proske) zieht in das verschlafene Nest Sporks und verliebt sich dort in den bleichen, mysteriösen Edward (Matt Lenter), der aber unglücklicherweise, wie seine gesamte Familie, ein Vampir ist. Und damit beginnen die Probleme erst, denn das Paar muss sich mit dem ebenfalls in Becca verliebten Wer-Chihuahua Jacob (Christopher N. Riggi), den Zolturi, die verhindern wollen, dass die Menschheit die Existenz von Vampiren entdeckt, und einem unglaublich bescheuerten Drehbuch herumschlagen…

Kritik:
Jason Friedberg und Aaron Seltzer sind unter Filmfans geradezu legendär – und das nicht im positiven Sinn, denn neben Uwe Boll gehören sie sicher zu den vielversprechendsten Anwärtern auf den Titel „Ed Wood des 21. Jahrhunderts“. Diesen Ruf haben sie sich durch mehrere „Parodien“ verdient, für die sie verantwortlich sind. In der Tat waren sie praktisch von Anfang an dabei, denn bei „Scary Movie“, dem Film, der die ganze unsägliche Parodienwelle startete, unter der wir immer noch zu leiden haben (der jüngste Auswuchs nennt sich „The Starving Games: Die Pute von Panem“ und wurde, wie könnte es anders sein, ebenfalls von Friedberg/Seltzter auf die Welt losgelassen), arbeiteten sie bereits am Drehbuch mit.

„Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“ nimmt sich – der Titel verrät es überdeutlich – den Twilight-Filmen (genauer: „Twilight“ und „New Moon“) an. Und in der Tat ist der Grundgedanke nicht einmal so übel, denn die Romane und Filme besitzen viel komödiantisches Potential und nehmen sich darüber hinaus selbst viel zu ernst. Um allerdings eine funktionierende und vor allem intelligente Parodie schaffen zu können, müsste man sich mit dem Werk auseinandersetzen, und das ist etwas, das Freidberg/Seltzer mit Sicherheit nicht getan haben. Ohnehin gehen sie auf das komödiantische Potential, das dem Stoff innewohnt, allenfalls oberflächlich ein. Der meiste „Humor“ dieses Machwerks resultiert aus oberflächlichen Metaanspielungen, einer stark übertriebenen Slapstickversion der eigentlichen Handlung, sinnlosen Popkulturreferenzen und Furzwitzen. Somit passt „Beilight“ perfekt zu „Meine Frau, die Spartaner und ich“, „Epic Movie“ und den ganze anderen Friedberg/Seltzer-Produktionen, denn sie alle funktionieren nach demselben Rezept – und im Grunde sind sie auch derselbe Film, nur jedes Mal in anderem Gewand.

Der Ansatz, den Friedberg/Seltzer für ihre Filme verfolgen, funktioniert vielleicht für einen Sketch oder ein Drittel einer Simpsons-Halloween-Episode (wobei diese immer noch lustiger sind), aber nicht für einen vollen Film, selbst wenn dieser nur knapp 90 Minuten läuft. Letztendlich sind diese Filme merkwürdig paradox: Ohne ihr Quellenmaterial funktionieren sie nicht, aber gleichzeitig verstehen sie es nicht; der Humor ist nicht spezifisch genug und völlig austauschbar. Das Traurige daran ist, dass die meisten Menschen bei dem Wort „Parodie“ gerade an die Friedberg/Seltzer-Filme denken, die somit, der Twilight-Saga nicht unähnlich, ihrem Genre ziemlichen Schaden zufügen.

Letztendlich lohnt es sich nicht, über Produktionsqualität oder Schauspieler zu sprechen, weil diese nur schlechte Twilight-Nachahmungen sind. In der Tat ist der einzige gelungene Aspekt dieses Films der Soundtrack. Komponist Christopher Lennertz adaptiert gekonnt Elemente der Franchise-Komponisten Carter Burwell, Alexandre Desplat und Howard Shore und schafft es trotzdem, etwas Eigenes zu komponieren, dass trotz allem auch in einem echten Twilight-Film funktioniert hätte – und in diesem Zusammenhang ist das als Lob zu verstehen.

Fazit: Wie alle Friedberg/Seltzer-Produktionen ist „Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“ Sondermüll der untersten Kategorie. Was zu tun ist ist eindeutig: Man gebe Christopher Lennertz einen guten Film, für den er komponieren kann und schaue sich statt „Beilight“ lieber „Galaxy Quest“ an, das ein Idealbeispiel für eine gelungene Parodie ist und als Komödie darüber hinaus auch unabhängig von der Quelle funktioniert.

Trailer

Siehe auch:
Twilight – Bi(s) zum Erbrechen
New Moon
Eclipse
Breaking Dawn

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