Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 3

Okay, der Titel passt vielleicht nicht ganz. Eigentlich handelt es sich hierbei eher um eine kommentierte Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Zustands. Aber was tut man nicht alles für die Kontinuität der Artikel?

Episode VII
Wirklich viel hat sich nicht getan. Es fehlen immer noch die offiziellen Bestätigungen, dass Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford auch wirklich mitspielen, und genauso gibt es keine Bestätigungen für weitere Verteranen oder Neulinge. Stattdessen gibt es Gerüchte noch und nöcher (die meisten davon haben mit Benedict Cumberbatch zu tun) und immerhin erfährt man, wer so alles bei Castings war, u.a. Saiorse Ronan („Abbitte“) und Jesse Plemons („Breaking Bad“), aber nicht, wie diese ausgegangen sind. Die einzige Figur, die bisher offiziell bestätigt wurde, ist R2D2.
Stattdessen gibt die Drehbuchsituation zu denken. Ursprünglich wurde Michael Arndt („Toy Story 3“) beauftragt, dieses zu verfassen, doch inzwischen hat sich das geändert, zu welchem Ausmaß lässt sich allerdings nicht sagen. Offiziell heißt es, Arndt habe seine Arbeit am Drehbuch beendet und diese werde nun von J. J. Abrams und Lawrence Kasdan fortgeführt. Wahrscheinlich wird auch nach der Sichtung des Films nicht klar sein, was nun von Arndt und was von Abrams und Kasdan stammt. Die Begründung für diesen Wechsel liegt wohl im Fokus der Geschichte; Arndt hatte vorgehabt, die Skywalker/Solo-Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, während Abrams sich in Episode VII noch einmal auf die Helden der klassischen Trilogie konzentrieren will, um die Fackelübergabe angemessen zu inszenieren. Beide Herangehensweisen haben jedenfalls Anhänger, die ihre Position vehement verteidigen. Ich persöhnlich würde allerdings eher Wert auf die gelungene Umsetzung legen, solange ein guter Film dabei herauskommt, sind mir beide Recht. Aus diesem Grund warte ich hier auch mit einem Urteil, zumindest bis die Richtung, in die der Film gehen wird, besser abschätzen lässt.

Spin-offs
Nichts genaues weiß man nicht. Es tauchen aber immer wieder widersprüchliche Gerüchte auf. Zuerst hieß es, man wolle die Ursprünge der bekannten und beliebten Figuren erzählen und Filme über die Jugend von Boba Fett, Han Solo und Yoda seien bereits in den Startlöchern. Dann heißt es wieder, die Spin-off-Filme sollen sich nicht mit bereits bekannten Figuren beschäftigen, sondern eigenen Pfaden folgen. Von einem kann man wohl allerdings mit Sicherheit ausgehen: Die Spin-offs werden nicht die Episoden vorbereiten, wie das die unterschiedlichen Marvel-Filme tun, das hat Kathleen Kennedy selbst zu Protokoll gegeben. Auch hier gilt: Man wird sehen und sollte sich mit Pauschalurteilen zurückhalten, bis es genaue Informationen gibt oder das erste Projekt offiziell angekündigt wird. Ich für meinen Teil bin ja immer noch für einen Film über die alten Sith von Guillermo del Toro.

Rebels
„The Clone Wars“ ist praktisch schon beendet, die sechste Staffel wurde absgesagt, die 13 bereits fertiggestellten Episoden besagter Staffel werden als Bonusmaterial mit dem Untertitel „The Lost Missions“ nachgereicht und feiern morgen auf SuperRTL ihre Premiere – und zwar noch bevor sie im angloamerikanischen Raum zu sehen sind.
Die Nachfolgeserie, die selbstverständlich im Disney Channel laufen wird, ist allerdings bereits angekündigt: „Star Wars: Rebels“. Diese soll die Lücke zwischen den Episoden III und IV schließen und, bei diesem Titel nicht verwunderlich, von der Entstehung der Rebellenallianz erzählen. Clone-Wars-Produzent Dave Filoni wird auch an „Rebels“ arbeiten, zusätzlich zu Simon Kinberg („X-Men: First Class“, „Sherlock Holmes“) und Greg Weisman („Gargoyles“). Besonder das Mitwirken von Letzterem lässt mich neugierig werden, da „Gargoyles“ zu meinen Lieblingszeichentrickserien gehört. Trotz Filonis Mitwirken soll sich „Rebels“ auf jeden Fall von „The Clone Wars“ unterscheiden und eine durchgängige, chronologische Geschichte um eine kleinere Gruppe von Figuren erzählen, im Gegensatz zum nicht-chronologischen Anthologie-Charakter, den „The Clone Wars“ hat. Zwei Figuren wurden ebenfalls bereits vorgestellt: Danan (Freddie Prinze Jr.), ein Jedi, der Order 66 überlebt hat und ein Imperialer Inquisitor, bisher noch ohne Namen und Sprecher, der Jagd auf überlebende Jedi macht. Mit Gastauftritten bekannter Figuren ist wohl ebenfalls zu rechnen (gerade bei einer Animationsserie bietet sich das an), ebenso wie mit der Auflösung einiger Handlungsstränge, die in „The Clone Wars“ nicht beendet wurden. Obwohl ich nicht gerade ein großer Fan von „The Clone Wars“ bin, bemühe ich mich, unvoreingenommen an „Rebels“ heranzugehen. Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass es aus dem Zeitraum, in dem „Rebels“ spielt, noch kaum Geschichten gibt. Die Klonkriege dagegen wurden bereits einmal ausführlich erzählt, als „The Clone Wars“ anlief, und in meinen Augen ist die erste Version dieses Konflikts weitaus gelungener als die zweite.

Das EU
Man kann wohl davon ausgehen, dass alles, was im EU nach Episode VI spielt, vollständig verworfen wird. Möglicherweise wird das bisherige EU sogar vollständig verworfen. Auch hier fehlen bisher genaue Informationen. Jedenfalls hat Disney/Lucasfilm eine Storygroup beauftragt, zu der unter anderem Comicautor Pablo Hidalgo und Holocron-Hüter Leeland Chee gehören, die sich mit dem Kanon auseinandersetzt und festlegt, wie weiter damit verfahren wird. Das bzw. ein EU wird mit ziemlicher Sicherheit fortbestehen, wie es allerdings aussieht und ob Bestandteile des alten EU noch dabei sein werden, muss sich noch zeigen. Del Rey scheint immer noch die Romanlizenz für Star Wars zu haben, allerdings ist der Verlag ebenfalls von der Umstrukturierung betroffen, seit einiger Zeit werden keine neue Romane mehr angekündigt und andere, wie etwa eine Trilogie über Jaina Solo, wurden für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.
Schlimmer getroffen hat es Dark Horse, den Comicverlag, der seit Anfang der 90er Star-Wars-Comics produziert. Die Star-Wars-Comiclizenz wandert zu Disneys hauseigenem Marvel-Verlag, 2014 ist das letzte Jahr, in dem Dak Horse Comics aus der weit entfernten Galaxis produziert. Dieser Schritt ist für Disney nachvollziehbar, aber dennoch traurig; Dark Horse hat in den letzten zwanzig Jahren viele hochwertige Star-Wars-Comics herausgebracht. In den letzten Jahren hat der Output zwar ein wenig geschwächelt, aber dennoch…

Fazit: Handfeste Informationen sind rar, Gerüchte sind es nicht. Im Mai 2014 soll mit dem Dreh von Episode VII begonnen werden, bis dahin wissen wir hoffentlich noch ein wenig mehr.

Siehe auch:
Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 1
Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 2

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6 Kommentare zu “Dinge, die ich mir für zukünftige Star-Wars-Filme wünsche Teil 3

  1. Stefan Kraft sagt:

    Ich gebe zu, dass ich zu denen gehöre, dem die Verschiebung des Fokus von den Skywalker/Solo-Kindern auf das alte Trio (Quartett mit Chewie? Quintett mit Lando?) nicht so zusagt.

    Keiner fand Ep. IV so toll, weil Obi-Wan Kenobi im Alleingang den Todesstern zerlegt hat und Luke staunend danebenstand, sondern weil der Fokus auf dem Weg eines neuen Helden lag. Auch die Prequels haben den Werdegang einer neuen Generation gezeigt und nicht die Heldentaten alteingesessener Jedi wie Yoda.
    Im Moment hätte ich also erwartet, dass dies die neuen Episoden ebenso machen.

    Ich könnte noch mehr Bedenken äußern, doch letztendlich muss ich auch Hemator zustimmen – wenn’s am Schluss ein für mich toller SW-Film ist, kümmert mich das Geschwätz von Gestern nicht mehr.

    Zum EU habe ich einmal den Vorschlag von Kyle Newman gelesen, das bisherige EU in ein (sinngemäß) „offiziell als inoffiziell, aber doch von Lucasfilm genehmigtes“ umzuwandeln. Die alte Kontinuität bleibt intakt, wird aber als „offiziell apokryph“ angesehen. Das wäre wohl ganz gut, um auch in Zukunft Bücher wie die Thrawn-Trilogie offiziell kaufen zu können – nur eben mit dem Hinweis am Anfang, dass es nicht mehr Teil des Kanons ist. Zudem würde Lucasfilm/Disney so weiterhin eine Geldquelle mehr haben.
    Eine Frage: Das Abwandern der Comiclizenz von Dark Horse zu Marvel bedeutet letztendlich auch den Wechsel von einem sicherlich nicht kleinen, aber doch eher „independent“-Label zu einem großen Verlag, oder?

    • Stefan Kraft sagt:

      P.s.: Ist J.J. Abrams nicht für seine Verschwiegenheit beim Drehen bekannt, d.h. dass Spoiler eher spärlich fließen?

      • hemator sagt:

        „Keiner fand Ep. IV so toll, weil Obi-Wan Kenobi im Alleingang den Todesstern zerlegt hat und Luke staunend danebenstand, sondern weil der Fokus auf dem Weg eines neuen Helden lag. Auch die Prequels haben den Werdegang einer neuen Generation gezeigt und nicht die Heldentaten alteingesessener Jedi wie Yoda.
        Im Moment hätte ich also erwartet, dass dies die neuen Episoden ebenso machen.“

        Obi-Wan und Yoda waren zu Beginn allerdings ebenso neue Figuren wie Luke, Han und Leia, während das Trio nun etabliert ist. Ich denke, dass hat auch einiges mit Marketing zu tun: Bei der OT wollte man die Filme vor allem an ein junges Publikum verkaufen, ergo nimmt man jugendliche Helden. Bei den Sequels dagegen wird ja viel getan, um die Fans der OT begeistern, von denen viele ja doch eher zu den Älteren zählen.
        In diesem Zusammenhang habe ich letztens einen interessanten Spiegelartikel darüber gelesen, dass Senioren zur Zeit zu einer immer einflussreicheren Zielgruppe gehören und deshalb auch immer mehr Filme für die älteren Kailber gemacht werden. Die „Action-Omas“ und „-Opas“ tummeln sich ja gegenwärtig ohnehin in vielen Filmen, sei es „Stirb Langsam“, „The Expandables“ oder „R.E.D.“. In sofern versucht Disney/Abrams möglicherweise auch an diesen Trend ein wenig anzuknüpfen. Aber ich verstehe deine Bedenken schon. Immerhin soll das Trio ja nur in Episode VII im Fokus stehen, während Episode VIII und IX dann der jüngeren Generation gewidmet ist.

        „Zum EU habe ich einmal den Vorschlag von Kyle Newman gelesen, das bisherige EU in ein (sinngemäß) “offiziell als inoffiziell, aber doch von Lucasfilm genehmigtes” umzuwandeln. Die alte Kontinuität bleibt intakt, wird aber als “offiziell apokryph” angesehen. Das wäre wohl ganz gut, um auch in Zukunft Bücher wie die Thrawn-Trilogie offiziell kaufen zu können – nur eben mit dem Hinweis am Anfang, dass es nicht mehr Teil des Kanons ist. Zudem würde Lucasfilm/Disney so weiterhin eine Geldquelle mehr haben.“

        In diese Richtung wird’s wahrscheinlich laufen, das Bisherige hört ja nicht auf zu existieren. Wenn Del Ray die Rechte für die Romane behält, könnte ich mir schon vorstellen, dass das Material vom alten EU (zumindest einiges), das nach den neuen Filme als unkanonisch gilt, irgendwann in teuren Klassiker-Ausgaben für Sammler und Fans dieser Werke (und so wie ich mich kenne, werde ich das Zeug auch noch kaufen). Bei den Comics weiß ich nicht, wie es mit der rechtlichen Lage aussieht, ob man da an Dark Horse zahlen müsste, um altes Material zu veröffentlichen.

        „Eine Frage: Das Abwandern der Comiclizenz von Dark Horse zu Marvel bedeutet letztendlich auch den Wechsel von einem sicherlich nicht kleinen, aber doch eher “independent”-Label zu einem großen Verlag, oder?“

        So könnte man es eher ausdrücken. Dark Horse verlegt vor allem Sachen mit Filmlizenz (wie eben Star Wars oder Alien) und Dinge, die als Creator-owned bezeichnet werden, Mike Mignolas „Hellboy“ zum Beispiel.

        „P.s.: Ist J.J. Abrams nicht für seine Verschwiegenheit beim Drehen bekannt, d.h. dass Spoiler eher spärlich fließen?“

        Ist er, aber nach dieser etwas peinlichen Geschichte bei „Star Trek Into Darkness“ hat er Besserung gelobt.

  2. Illuminat sagt:

    Neben der Sache, dass ich wieder Menschen plus Aliens auf der Gegnerseite haben will, gibt es noch eine Sache, die ich mir wünsche:

    Und zwar hoffe ich, dass R2 wieder eine passivere Rolle einnimmt. Der kann ruhig weiterhin Schlösser knacken, die Helden in letzter Sekunde zur Flucht verhelfen und ab und zu fliegen, wenn er einen Weg nicht per Fuß schafft. Allerdings sollte er nicht zum General von umprogrammierten Droiden gemacht werden und vor allem nicht mehr aktiv in Kämpfe eingreifen. Was am Anfang von Rache der Sith anfing, wurde in The Clone Wars zum Teil echt auf die Spitze getrieben. Und dass nur, damit kleine Kinder den noch cooler finden. Nur hat man es bei mir geschafft, dass ich selbst gegeg den eine kleine Abneigung entwickelt habe. Und dabei fand ich den im Gegensatz zu 3PO vorher immer in Ordnung.

    • hemator sagt:

      Da sich Abrams und Team sehr bemühen, die OT-Fans wieder ins Boot zu holen, denen R2s Eskapaden ebenso missfallen haben, könnte ich mir gut vorstellen, dass er in den Sequels wieder eine etwas gesetztere, seinem höheren Alter angemessene Rolle spielen wird – er gehört ja nun auch zur alten Garde.

  3. Illuminat sagt:

    Was man bis jetzt von Rebels gesehen hat, sieht nichts groß anders aus, im Vergleich zu The Clone Wars.

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