Aktuell: Batman vs. Superman

Ich nehme die aktuelleste Meldung zum Man-of-Steel-Sequel mal zum Anlass, allgemein über den jetztigen Stand des nächsten Superman-Films zu plaudern, denn seit dem Casting von Ben Affleck als Batman ist nun doch schon einige Zeit vergangen.
Inzwischen wissen wir auch, dass Wonder Woman/Diana Prince im Film vorkommt und von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot verkörpert wird. Ursprünglich klang es, als handle es sich dabei lediglich um einen kleinen Cameo-Auftritt, ähnlich dem von Clint Barton/Hawkeye in „Thor“, doch so langsam erhärtet sich der Verdacht, dass ihre Rolle ein wenig größer ausfallen könnte. Zum Casting von Gadot kann ich leider nichts sagen, da ich sie bisher in keinem Film gesehen habe.In erster Linie ist sie ohnehin für ihr Mitwirken bei der Filmreihe „The Fast and the Furious“ bekannt, die mich sowas von absolut gar nicht reizt. Ich hoffe natürlich, dass sie Wonder Woman gut verkörpert und begrüße es, dass DCs Vorzeigeamazone mit einer relativ unbekannten Schauspielerin besetzt wurde.
galgadot
Gal Gadot

Die aktuellen Neuigkeiten beziehen sich auf zwei weitere Neuzugänge: Supermans Erzfeind Lex Luthor und Batmans Butler Alfred wurden nun ebenfalls besetzt, die Ankündigung erfolgte heute. Gerade für Luthor wurden viele Namen gehandelt, unter anderem Breaking-Bad-Hauptdarsteller Bryan Cranston oder Commodus himself Joaquin Phoenix. Stattdessen wurde die Rolle nun, ziemlich überraschend, mit Mark-Zuckerberg-Darsteller Jesse Eisenberg („The Social Network“, „Zombieland“) besetzt. Und, nun ja, ich muss ehrlich sagen, ich tue mich schwer damit, mir Eisenberg als Lex Luthor vorzustellen. Ich lasse mich allerdings gerne überraschen.
"Now You See Me" - Los Angeles Special Screening
Jesse Eisenberg

Als Alfred wurde Jeremy Irons gecastet, was ich mir nun wiederum ziemlich gut vorstellen kann. Zugegebenermaßen sehe ich Irons lieber als Schurke, aber ich bezweifle keine Sekunde lang, dass er auch als Bruce Waynes Butler überzeugen wird. Das Casting von Irons gibt dem MoS-Sequel darüber hinaus ein schauspielerisches Schwergewicht (quasi ein Gegenstück zu Dark-Knight-Darstellern wie Michael Caine, Gary Oldman oder Morgan Freeman), das Snyders erstem Superman-Film in meinen Augen gefehlt hat.
jeremy irons
Jeremy Irons

Und zum Schluss noch eine kleinere Neuigkeit, die mir besonders gut gefällt: David S. Goyer ist für das Drehbuch nicht mehr alleine verantwortlich, Argo-Autor Chris Terrio wird es überarbeiten (oder hat es schon überarbeitet). Angesichts dessen, was Goyer für „Man of Steel“ zusammengeschustert hat, ist das eindeutig eine positive Nachricht. Auch scheint Chris Nolans Beteiligung nun sehr viel geringer zu sein als noch bei „Man of Steel“.So gerne ich Nolan auch mag, in Snyders erstem Superman-Film fand ich seinen Einfluss eher störend denn nützlich.
Im Großen und Ganzen sind die Neuigkeiten vielversprechend und lassen mich dem Superman/Batman-Film entspannter ein wenig entspannter entgegensehen.

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Repo! The Genetic Opera

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Story: Nachdem eine weltweite Epidemie einen großen Teil der Menschheit ausgerottet hat, hat die Firma GeneCo, unter Leitung von Rotti Largo (Paul Sorvino), es geschafft, dem Sterben durch Organaustausch Einhalt zu gebieten. GeneCo bietet Organe „auf Pump“ – doch wehe dem, der nicht bezahlen kann! Denn Schuldnern schickt Largo die Repo Men auf den Hals, gnadenlose Kopfgeldjäger, die die Organe wieder entfernen, und zwar ohne Rücksicht oder Betäubung. Nathan Wallace (Anthony Head) ist so ein Repo Man, was er allerdings vor seiner siebzehnjährigen Tochter Shilo (Alexa Vega) verheimlicht. Shilo leidet an einer ominösen Krankheit und wird von Rotti Largo persönlich kontaktiert, der ihr eine Heilung anbietet, die aber sicher nicht umsonst ist. In der Tat möchte er, dass Shilo die Erbin seines Konzerns wird, da seine eigenen Kinder Pavi Largo (Kevin Graham Ogilvie), Luigi Largo (Bill Moseley) und Amber Sweat (Paris Hilton) ihm nicht geeignet scheinen. Und darüber hinaus ist Shilo die Tochter von Rottis ehemaliger großer Liebe, die schließlich jedoch Nathan heiratete und deshalb von Rotti vergiftet wurde. Und als ob das noch nicht genug wäre, mischen auch noch der Drogendeale Grave Robber (Terrance Zdunich) und die Diva Blind Mag (Sarah Brightman) mit…

Kritik: „Repo! The Genetic Opera“ ist eine seltsame Monstrosität von einem Film. Wir haben hier ein Metal/Goth-Rock-Musical, für das Darren Lynn Bousman, der Regisseur der Saw-Filme II bis IV verantwortlich ist und bei dem zu allem Überfluss auch noch Paris Hilton mitspielt. Wenn man sich die Reaktionen ansieht, scheint es nur zwei Alternativen zu geben: Entweder man liebt das Teil, oder man hasst es. Und es hat mich ehrlich überrascht, aber auch mich trifft Ersteres zu. Überraschend ist es vor allem, weil ich mich für die genannten Musikrichtungen eigentlich nicht wirklich erwärmen kann – aus diesem Grund habe ich mich bis vor Kurzem auch nicht mit dem Film beschäftigt, bis ich eher zufällig ein paar Ausschnitte im Internet gesehen habe, wobei mich das Ganze irgendwie angesprochen hat. Und zum Glück ist die Musik von „Repo!“, in Anbetracht der Richtung, zumindest für meine Ohren, recht angenehm und lässt vieles von dem vermissen, was mir sonst auf die Nerven geht. Meine absoluten Lieblingslieder werden die Repo!-Songs sicher nicht, aber es ist nicht zu leugnen, dass sie zum Ambiente des Films sehr gut passen. „Repo!“ ist insofern eine Oper, als dass es kaum gesprochenen Dialog gibt. Der Film wirkt sehr durchkomponiert, was auch zur Folge hat, dass viele Songs sehr kurz und wenig einprägsam sind. In der Tat hält „Repo!“ den Rekord für das Musical, für das die meisten Lieder komponiert wurden (74 ingesamt, 38 davon sind im Film gelandet). Dennoch, das Konzept funktioniert.
Außerdem ist der Film sehr comichaft gestaltet. Normalerweise mag ich dieses Wort überhaupt nicht, weil es ähnlich aussagekräftig ist wie „romanhaft“, aber hier passt es, da das wohl auch eindeutig die Intention war – warum sonst würde man die Hintergründe in Form von Comicpanels erzählen? Auch sonst ist „Repo!“ atmosphärisch sehr gut gelungen, obwohl man dem Film anmerkt, dass er ein eher niedriges Budget hatte. Die Kamerafahrten über die dystopische Stadtlandschaft sind zwar schön anzusehen, stammen aber eindeutig aus dem Computer, während die Sets alle sehr kulissenhaft wirken und so teilweise den Eindruck einer Bühnenproduktion erwecken. Dies wird im Finale sogar noch verstärkt, das wie bei einem gewissen anderen Musical komplett in einem Theater spielt.
In der Tat halte ich den Vergleich zur „Rocky Horror Picture Show“, der oftmals gezogen wird, durchaus für gerechtfertigt (und das nicht nur, weil Paris Hilton in einer Szene ein Frank-N.-Furter-Gedächtnisoutfit trägt). Wie die RHPS ist auch „Repo!“ einfach „anders“, schert sich nicht sonderlich um Konventionen und hat seine Wurzeln sowohl im Sci-Fi- als auch im Horror-Genre, ist aber nicht wirklich gruselig (im Gegensatz zur RHPS fließt allerdings mehr Blut und mehr Organe werden entfernt).
Dem Film haftet etwas Schund-, bzw. Exploitationhaftes an, was sich schon an der unnötig komplizierten Story zeigt, die in sich nicht wirklich logisch ist und in der sich die meisten Charaktere nicht wirklich nachvollziehbar oder gar nicht entwickeln. Manche Figuren sind eigentlich ziemlich überflüssig und tragen nicht wirklich etwas bei. Aber „Repo!“ gehört zu den Filmen, denen dies alles nicht schadet, sondern ihren herrlich verschrobenen Charakter nur unterstreicht. Die Figuren sind derartig abgedreht und kreativ, das man keine davon im Film missen möchte. Darüber hinaus sind die meisten Darsteller sowohl gesanglich als auch darstellerisch ziemlich gut. Vor allem Alexa Vega („Spy Kids“) und Sarah Brightman (Christine in der Uraufführung von Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“) wissen stimmlich wie schauspielerisch zu überzeugen. Paris Hilton kann natürlich nicht gut singen, aber das passt, denn ihre Figur kann es auch nicht. Darüber hinaus ist Amber Sweet praktisch eine überdrehte Version ihrer Schauspielerin, insofern wurde sie sogar ideal besetzt. Kevin Graham Ogilvie und Bill Moseley sind als Rotti Largos Söhne herrlich verschroben, während Anthony Head Nathan als wunderbar gespaltene Figur darstellt und Paul Sorvino sich in seinen Gemeinheiten suhlt. Meine Lieblingsfigur ist aber eindeutig der charismatische Erzähler Grave Robber (gespielt von Terrance Zdunich, der zusammen mit Darren Smith auch die Musik komponiert hat), der mich irgendwie an eine düstere Version von Clopin aus Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“ erinnert.
Und welche der Songs haben mir nun am besten gefallen? Wie gesagt sind viele sehr kurz oder haben eher den Charakter eines Recitativs, aber es gibt auch einige längere Nummern. Von diesen gefallen mir Chromaggia (aus offensichtlichen Gründen) und Zydrate Anatomy (verdammter Ohrwurm) am besten.
Fazit: Völlig abgedrehte Rock-Oper, die man entweder liebt oder hasst, die man aber gesehen haben sollte und die wunderbar als geistiger Nachfolger zur „Rocky Horror Picture Show“ funktioniert.

Trailer

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia

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Story: Die vier Geschwister Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell), Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) werden während des Zweiten Weltkriegs aufs Land zum verschrobenen Professor Digory Kirke (Jim Broadbent) geschickt, um den deutschen Bombenangriffen zu entgehen. Dort entdecken sie beim Versteckenspielen, dass ein alter Wandschrank in Wahrheit das Tor in ein magisches Land namens Narnia ist. In diesem Land herrscht ewiger Winter und die aus Fabelwesen bestehende Bevölkerung wird von der Weißen Hexe Jadis (Tilda Swinton) unterdrückt. Es gibt allerdings Hoffnung, denn der mächtige Löwe Aslan (Liam Neeson) rüstete zum Kampf gegen die Hexe. Darüber hinaus wurde die Ankunft der Kinder vor langer Zeit prophezeit, ihnen ist es vorherbestimmt, die neuen Könige und Königinnen von Narnia zu werden. Allerdings muss die Weiße Hexe zuerst besiegt werden, was sich als schwierig erweisen könnte, da eines der vier Kinder zum Verräter wird und alles in Gefahr bringt…

Kritik: Was tut man als großes Studio, wenn Fantasy durch den Erfolg der Harry-Potter- und Herr-der-Ringe-Filme gerade enorm beliebt wird? Man versucht, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Derartige Überlegungen hatten viele Studios, die hofften, den Erfolg von Warner wiederholen zu können, weshalb im Fahrwasser der beiden oben genannten Filmreihen viele ähnlich gelagerte Romanadaptionen, die zu erfolgreichen Serien ausgearbeitet werden sollten, ins Kino kamen. Während die meisten, etwa „Der goldene Kompass“ oder „Eragon“, Schiffbruch erlitten, waren die Versuche des Disney-Studios noch am ehesten von Erfolg gekrönt.
Um möglichst jede Schicht ansprechen zu können, wählte Disney eine siebenteilige, britische Kinderbuchserie (wie Harry Potter) aus, die zu allem Überfluss auch noch von Clive Staples Lewis, einem Freund Tolkiens, verfasst worden war, und das etwa zur selben Zeit wie der „Herr der Ringe“.
Die Narnia-Romane sind in Großbritannien enorm bekannte und beliebte Klassiker der Kinderliteratur, während sie in Deutschland vor dem Erscheinen der Filme relativ unbekannt waren und erst durch diese ein größeres Publikum gewinnen konnten. Bei mir war es allerdings andersherum, da ich die gesamte Romanreihe bereits als Kind gelesen hatte und deshalb, trotz plakativ-religiöser Allegorie, eine gewisse Schwäche für die Reihe hatte und habe.
Im Vorfeld der Verfilmung stand man erst einmal vor einem inzwischen nur allzu bekannten Problem: Zwar sind die Narnia-Romane Fantasy, aber sie sind nun einmal nicht epische High Fantasy, sondern eher kindgerechte und märchenhafte Fantasy. Regisseur Andrew Adamson musste einen ähnlichen Drahtseilakt hinlegen wie Peter Jackson bei den Hobbit-Filmen: Man hat eine Vorlage, die eindeutig ein Kinderbuch ist, und muss sie nun episch aufplustern, um den Publikumsgeschmack zu treffen. Hinzu kommt, dass die Narnia-Romane allesamt sehr dünn und nicht besonders ergiebig sind. Somit ist die Verfilmung letztendlich inhaltlich recht stark erweitert, auch wenn sie sich im Großen und Ganzen ziemlich eng an die Vorlage hält. Die vier Protagonisten sind beispielsweise älter als bei Lewis und charakterlich auch besser ausgearbeitet. Der Film beginnt nicht erst mit ihrer Ankunft im Haus des Professors, der Zuschauer sieht bereits, wie sie aus London fliehen, was in der Tat hilfreich ist. Die vier Darsteller sind durchaus akzeptabel, nicht außergewöhnlich, aber auch nicht schlecht, wobei sie in den kommenden Narnia-Filmen beweisen, dass ihre Leistung noch steigerungsfähig ist.
Die erste Hälfte des Films hält sich ziemlich eng an Lewis‘ Vorlage, inklsuive des Fauns Mister Tumnus (James McAvoy) und der sprechenden Biber (Ray Winstone und Dawn French). Die meisten Erweiterungen finden sich in der zweiten Hälfte, die sich bemüht, alles sehr viel größer und epischer zu machen, als es bei Lewis ist. Das beginnt bei der Flucht der Kinder zu Aslan, die im Roman ziemlich unspektakulär ist, während im Film die Wölfe der Weißen Hexe und ein gefrorener Fluss hinzugefügt wurden. Und in dieser Art geht es weiter. Im Roman hat der Konflikt mit der Weißen Hexe verhältnismäßig kleine Ausmaße. Lewis nennt nie Zahlen, aber wenn man von seiner Schilderung ausgeht, handelt es sich beim finalen Kampf nur um ein eher kleines Scharmützel. Von besagtem Kampf bekommt der Leser im Roman ohnehin kaum etwas mit, da die Erzählung an dieser Stelle nur Susan und Lucy folgt. Im Film dagegen handelt es sich bei der finalen Auseinandersetzung, der viel Zeit eingeräumt wird, um eine ausgewachsene Schlacht, die wohl vor allem da ist, um das Herr-der-Ringe-verwöhnte Publikum anzulocken – wobei gerade diesem die Schlacht wahrscheinlich zu sauber sein dürfte.
Mit Jacksons Tolkien-Verflimung kann „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ nun freilich nicht mithalten, aber letztendlich geht es mir bei den Verfilmungen ähnlich wie bei den Romanen: Ich habe eine gewisse Schwäche für sie. Das liegt nicht zuletzt auch an Liam Neeson und Tilda Swinton als Aslan und Jadis, die ohnehin die eigentlichen Stars sind. Die Holzhammer-Allegorie (Aslan ist Jesus) ist auch im Film vorhanden und ähnlich unsubtil, und leider schwingen Lewis‘ doch sehr konservative Ansichten immer noch durch, auch wenn man sich bemüht hat, das zu entschärfen. An einigen Stellen wäre es vielleicht besser gewesen, ein wenig zu kürzen, speziell in Bezug auf die Episode mit dem Weihnachtsmann, die im Film doch ziemlich Fehl am Platz wirkt und eigentlich auch unnötig ist, da die Kinder ihre Waffen ebenso gut von Aslan hätten bekommen können.
Wenn man darüber allerdings hinwegsehen kann, ist der erste Narnia-Film ein kurzweiliges Fantasy-Abenteuer, das zu gefallen weiß, wenn man nicht zu viel von ihm erwartet.
Fazit: Andrew Adamson bemüht sich, C. S. Lewis‘ religiöse Kindergeschichte zu modernisieren und für ein Herr-der-Ringe-Publikum attraktiv zu machen. Das gelingt nicht vollständig, aber als nettes Guilty Pleasure für Fantasy-Fans eignet sich „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ allemal.

Trailer

Aktuell: Trailer zur vierten Staffel von Game of Thrones


Der erste Trailer zur vierten Staffel von HBOs Erfolgsserie „Game of Thrones“ ist da und macht, zumindest mir, gleich mal unheimlich Appetit (drei Monate können so laaaaaang sein).
Was gibt es zu sehen? Viel. Joffrey fährt mit seinem Regierungsstil fort, Jaime hat eine neue Kurzhaarfrisur und Melisandre spielt mit Feuer. Es gibt erste Eindrücke von Mereen (wenn es denn in der Serie Mereen ist und nicht stattdessen Yunkai herhalten muss). Es wird deutlich, dass Tyrion in Schwierigkeiten gerät, Wildlinge und Eisenmänner rücken näher und es gibt erste bewegte Bilder von Oberyn Martell, der roten Viper (gespielt von Pedro Pascal). Gerade auf die Einführung der Dornischen bin ich sehr gespannt. Sollte es wieder eine Liedadption geben (wie The Rains of Castamere in Staffel 2 und The Bear and the Maiden Fair in Staffel 3) tippe ich für Staffel 4 auf The Dornishman’s Wife – würde doch gut zum ersten Auftritt eines Martells passen.

Skyfall – Soundtrack

skyfall
Tracklisting:

01. Grand Bazaar, Istanbul
02. Voluntary Retirement
03. New Digs
04. Severine
05. Brave New World
06. Shanghai Drive
07. Jellyfish
08. Silhouette
09. Modigliani
10. Day Wasted
11. Quartermaster
12. Someone Usually Dies
13. Komodo Dragon
14. The Bloody Shot
15. Enjoying Death
16. The Chimera
17. Close Shave
18. Health & Safety
19. Granborough Road
20. Tennyson
21. Enquiry
22. Breadcrumbs
23. Skyfall
24. Kill Them First
25. Welcome to Scotland
26. She’s Mine
27. The Moors
28. Deep Water
29. Mother
30. Adrenaline

Es gibt unleugbar etwas, das man als „DNA“ der Bond-Musik beschreiben könnte. Wie viele Franchises hat auch James Bond einen distinktiven Sound, was in Anbetracht der Tatsache, dass bereits sehr viele Komponisten Musik für 007 geschrieben haben, durchaus beeindruckend ist. Natürlich liegt das mitunter auch daran, dass die Verwendung des Bond-Themas vom Studio diktiert und vom Publikum erwartet wird, aber selbst, wenn man vom Bond-Thema absieht, gibt es gewisse Stilmittel, die einfach dazugehören, etwa die jazzigen Elemente, die mal mehr, mal weniger in den Vordergrund treten. Ein schönes Beispiel für gelungene Anwendung der „Bond-DNA“ findet sich in Richard Jacques Musik zu dem Bond-Spiel „Blood Stone“; dort wird das Thema zwar nicht verwendet, aber dennoch ist es unverkennbar Bond-Musik.
Freilich ist es nicht jedem der vielen Komponisten gleichermaßen gelungen, mit der von John Barry und Monty Norman geschaffenen grundsätzlichen Stilistik auch einen guten Soundtrack zu komponieren. Eric Serra, der Komponist des Brosnan-Debüts „GoldenEye“, ist in meinen Augen zum Beispiel grandios gescheitert (den von Tina Turner gesungenen Titelsong natürlich außen vorgelassen). Als „Erbe“ John Barrys, der bis dato die meisten Bond-Filme vertont hat und für viele DER Bond-Komponist ist, gilt David Arnold, der den Sound des modernen Bond prägte, das Ganze rockiger gestaltete und sowohl für die restlichen drei Brosnan-Bonds als auch für „Casino Royale“ und „Quantum Trost“ verantwortlich ist. Während ich mit den älteren Bond-Soundtracks außerhalb des ikonischen Themas kaum vertraut bin, finde ich vor allem das, was Arnold für die Craig-Bonds komponiert hat, äußerst gelungen.
Sam Mendes, der Regisseur des neuesten Bond-Films „Skyfall“, griff allerdings nicht auf Arnold, sondern auf seinen Stammkomponisten Thomas Newman zurück. Leider bin ich mit Newmans anderen Werken nicht vertraut, allerdings bin ich durchaus geneigt den Stimmen zu glauben, die behaupten, dass seine Musik für „Skyfall“ viele der Stilmittel enthält, die er auch sonst gerne verwendet. Auf jeden Fall enthält seine Musik weniger vom typischen Bond-Sound als das, was David Arnold für den Agenten mit der Lizenz zum Töten komponiert hat. Der größte Pluspunkt ist Newmans äußerst gelungene Verwendung des Bond-Themas, das meistens recht subtil eingesetzt wird (wenn auch nicht ganz so subtil wie in „Casino Royale“). Im Auftaktstück Grand Bazaar, Istanbul arbeitet Newman das Thema beispielsweise immer wieder fragmentarisch ins Action-Underscoring ein, und auch in New Digs und Day Wasted sind subtile Anspielungen herauszuhören. In Komodo Dragon, The Bloody Shot und Enquiry taucht es schon ein wenig stärker auf, und in Breadcrumbs (welches die nostalgisch aufgeladene Aston-Martin-Szene untermalt) erklingt es voll. Weitere, heroische Fragmente sind in She’s Mine zu hören.
Ansonsten besticht Newmans Musik vor allem durch interessantes Action-Scoring und der Verwendung einer eher unkonventionellen Instrumentiertung (zusätzlich zu viel Elektronik), was vor allem im bereits erwähnten Grand Bazaar, Istanbul seine Wirkung durchaus nicht verfehlt, an anderen Stellen aber eher Fehl am Platz ist und des Öfteren dafür sorgt, dass die Musik einfach nicht nach Bond klingt. Newman scheint sich im Allgemeinen eher für orchestrale Strukturen denn für Leitmotive zu interessieren, denn außer dem Bond-Thema gibt es praktisch keines. Dies ist vor allem in Anbetracht des Titelsongs sehr Schade, da sich die von Adele und Paul Epworth komponierte Melodie wunderbar als Thema für Bonds innere Konflikte geeignet hätte. Zugegebenermaßen ist es nicht Newmans Schuld, dass es nur in Komodo Dragon eine Score-Adaption des Liedes gibt, da es nicht rechtzeitig fertig wurde; besagtes Stück wurde nachträglich komponiert. Was man Newman allerdings vorwerfen kann ist, dass er keinen adäquaten Ersatz geschaffen hat – oder überhaupt eine leitmotivische Struktur. Das einzige Element, das in diese Richtung geht, ist eine ziemlich simple Blechbläserfigur, die in Voluntary Retirement und Mother auftaucht und wohl M gilt. Eine andere, sich wiederholende Figur taucht öfter in den Action-Stücken auf, etwa in Grand Bazaar, Istanbul bei 1:10 oder in The Bloody Shot bei 2:38, vielleicht handelt es sich dabei um ein Gefahren-Motiv, vielleicht ist es auch nur Zufall. Möglicherweise gibt es noch weitere wiederkehrende Motive, aber mir ist zumindest nichts aufgefallen, markante Themen gibt es jedenfalls keine. Newman verlässt sich fast ausschließlich auf Underscoring und vernachlässigt die narrativen Elemente des Scores, mit Ausnahme seiner Anwendung des Bond-Themas, sträflich.
Fazit: Thomas Newman bleibt als Bond-Komponist, trotz passender Anwendung des klassischen Themas, leider weit hinter David Arnold zurück. „Skyfall“ mangelt es außerhalb des Adele-Songs sowohl an Identität als auch an narrativen Qualitäten.

Siehe auch:
Skyfall