Hellraiser: Bloodline

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Story: Im Jahr 2127 versucht Paul Merchant (Bruce Ramsay) auf einer Raumstation, Pinhead (Doug Bradley) und die Cenobiten in eine Falle zu locken, allerdings wird er von einer Gruppe Sicherheitsleute gestört. Eine von ihnen, Rimmer (Christine Harnos), soll ihn verhören. Um sie von seinem Vorhaben zu überzeugen erzählt Merchant ihr von seiner Familiengeschichte: Sein Vorfahre Philippe Lemerchand (ebenfalls Bruce Ramsay) war derjenige, der im 18. Jahrhundert die erste Puzzlebox erschuf, mit deren Hilfe der Magier De L’Isle (Mickey Cottrell) die Dämonin Angelique (Valentina Vargas) beschwor, die seine Familie seither heimsucht. Zweihundert Jahre später versuchte ein weiterer Vorfahr, John Merchant (zum dritten Mal Bruce Ramsay), die Puzzlebox unschädlich zu machen, scheiterte jedoch. Kann es Paul gelingen, das Ganze zu Ende zu bringen?

Kritik: Zum vierten Hellraiser-Film habe ich ein äußerst zwiespältiges Verhältnis. Einerseits ist er, trotz großem Potential, eine mittlere Katastrophe, andererseits ist er aber auch der erste Hellraiser-Film, den ich gesehen habe, und letztendlich ist meine intensive Beschäftigung mit dem Franchise auf ihn zurückzuführen, darum werde ich wohl immer eine gewisse Schwäche für ihn haben.
„Hellraiser: Bloodline“ beinhaltet wieder mehr Input von Clive Barker als der Vorgänger. Abermals schrieb Peter Akins das Drehbuch, während Kevin Yagher Regie führte. „Bloodline“ sollte ein epochaler Film werden, der sowohl den Anfang als auch das Ende der Puzzlebox und der Cenobiten erzählt und somit die Reihe beendet. Ursprünglich war sogar ein Zeitreiseplot geplant, doch wie so oft mischte sich das Studio ein, mit katastrophalem Ergebnis, denn es begann, den Film hinter Yaghers Rücken umzuschneiden. Yagher verließ wütend die Produktion, ohne den Film fertiggestellt zu haben und distanzierte sich von ihm, die fehlenden und neugeschriebenen Szenen wurden von Joe Chappelle gedreht und im Abspann steht das Pseudonym „Alan Smithee“.
Auch ohne die Zeitreiselemente sind noch viele der interessanten ursprünglichen Ideen enthalten, die zeigen, wie „Hellraiser: Bloodline“ hätte sein können. Der Film erinnert an eine Anthologie und spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen: Er schildert die Entstehung der Puzzlebox im 18. Jahrhundert, setzt in der Gegenwart (also 1995) dort an, wo „Hellraiser III: Hell on Earth“ endete und erzählt schließlich das Ende der Cenobiten in der Zukunft. Die gesamte Idee der Cenobiten im Weltall ist leider eher suboptimal, Pinhead und Konsorten wirken an Bord einer Raumstation ziemlich fehl am Platz, und darüber hinaus merkt man leider nur allzu gut, wie eingeschränkt das Effektbudget war. Umso gelungener sind dafür die Rückblicke – oder wären es, hätte man sie nicht gnadenlos verstümmelt. Mit der von Valentina Vargas gespielten Angelique wird der Figurenriege erstmals ein wirklich interessanter Dämon/Cenobit hinzugefügt, der Pinhead auf Augenhöhe begegnet. Im ursprünglichen Skript konkurrieren die beiden viel stärker miteinander. Gewisse Reste sind im fertigen Film zwar noch vorhanden, doch die Feindschaft wirkt nun ziemlich unausgegoren, da sie kaum beleuchtet wird. Ganz allgemein fehlt einfach zu viel, was zur Folge hat, dass die Geschichte merkwürdige Sprünge macht oder schlicht unlogisch ist. Exemplarisch hierfür ist der Tod des Duc de L’Isle: In der ursprünglichen Version war sein Ableben gut begründet und ein wichtiger Teil der Handlung, in der endgültigen Schnittfassung ist er plötzlich einfach tot. Auf Youtube findet sich sogar ein Fan-Cut, in dem viele der geschnittenen Szenen eingefügt sind, durch welche der Film um einiges logischer wird.
Dennoch gibt es auch einiges an Positivem, das erwähnenswert ist. Sowohl Bruce Ramsay als auch Valentina Vargas machen in ihren Rollen eine sehr gute Figur, und Doug Bradley legt sogar einen seiner besten Auftritte als Pinhead hin. Die Teile der Geschichte, die im Frankreich des 18. Jahrhunderts spielen sind darüber hinaus sehr atmosphärisch und, trotz der Verstümmelung, ziemlich interessant.
Die Musik komponierte dieses Mal Daniel Licht, vor allem bekannt für seine Soundtracks zur Showtime-Serie „Dexter“. Sein Score ist zurückhaltender und subtiler als der von Randy Miller, allerdings auch recht unspektakulär. Dennoch tauchen abermals die großartigen Themen von Christopher Young auf – leider zum letzten Mal innerhalb der Reihe.
Fazit: „Hellraiser: Bloodline“ besitzt enormes Potential, wurde jedoch vom Studio brutal verstümmelt. Dank Doug Bradley und Valentina Vargas gibt es dennoch viele gelungene Augenblicke; in gewissem Sinn ist „Bloodline“ der letzte „richtige“ Hellraiser-Film.

Trailer

Siehe auch:
Hellraiser
Hellbound: Hellraiser II
Hellraiser III: Hell on Earth
Hellraiser: Inferno
Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Deader
Hellraiser: Hellworld
Hellraiser: Revelations

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