Das DC Cinematic Universe

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In den Comics treffen sich die Superhelden bereits seit den 40ern und bilden Teams, im Kino dagegen ist dies ein sehr neues (und eigentlich überfälliges) Phänomen. Nachdem die Marvel Studios vorgemacht haben, wie es geht, will DC/Warner Bros. Sich natürlich nicht lumpen lassen.
Bei Marvel erwiesen sich die ursprünglichen Startprobleme als Glücksfall: Man hatte bereits viele Filmrechte an andere Studios verkauft (u.a. die zu Verlagsflagschiffen wie X-Men, Spider-Man oder den Fantastischen Vier), war aber nicht mit den Anteilen zufrieden, weshalb der Verlag sein eigenes Studio gründete: Die Marvel-Studios. Zufälligerweise besaß man auch alle Filmrechte an den Figuren, die für eine Leinwandadaption der Avengers nötig wären, und so machte man aus der Not eine Tugend, baute die Helden in Einzelfilmen auf und feierte schließlich mit „The Avengers“ einen überragenden Erfolg, Kritiker, Fans und Publikum liebten den Film. Man war ein gewisses Risiko eingegangen und es hatte sich ausgezahlt.
Generell sind Studios allerdings eher selten risikofreudig, besonders, wenn es um Millionenblockbuster geht. Wenn allerdings etwas erfolgreich ist, möchten die anderen natürlich etwas vom Kuchen abhaben. Die Studios, die zum Beispiel immer noch Marvelrechte besitzen, werden den Teufel tun und diese an den Verlag zurückfallen lassen. Und Warner möchte mit den DC-Helden natürlich Marvels Erfolg gerne wiederholen. Und theoretisch wäre das auch kein Problem, denn da DC-Comics Warner gehört, gibt es rechtliche keine Probleme. Das Problem ist eher, dass bisher so ziemlich alle DC-Filme, die nicht Batman oder Superman als Protagonisten hatten, floppten. In der Tat sind viele der Meinung, dass sich die DC-Helden, mit Ausnahme der beiden Flagschiffe, überhaupt nicht für die Leinwand eignen würden. Viele bezeichnen gar Batman als den Marvel-Helden im DC-Universum. Als jemand, der praktisch schon sein ganzes Leben lang DC-Comics liest, sehe ich das völlig anders. Ingesamt ist das Potential der DC-Figuren in meinen Augen genauso groß wie das der Marvel-Helden. In beiden Verlagen gibt es viele tolle Figuren, und in beiden Verlagen wurde schon viel Müll fabriziert. Flash oder Green Lantern sind keineswegs lächerlicher oder schwerer umzusetzen als Thor oder Captain America. In meinen Augen wurden bei DC bisher schlicht und einfach die falschen kreativen Entscheidungen getroffen.
Nun, da „Man of Steel“, von Warner als Startfilme eines DC Cinematic Universe intendiert, zwar keineswegs so gut war, wie ich es mir erhofft habe (im Vergleich mit Marvels Startfilm „Iron Man“ zieht MoS auch eindeutig den kürzeren), aber doch erfolgreich genug, kann man wohl davon ausgehen, dass das DC Cinematic Universe wohl angelaufen ist. Die Fortsetzung zu „Man of Steel“ wurde bereits angekündigt, und in den nächsten Wochen und Monaten hört man sicher weiteres. Dies nehme ich hiermit zum Anlass, um einmal ausführlich über ein DC Cinematic Universe zu sinnieren und meine Hoffnungen, Wünsche und Vorstellungen niederzuschreiben, ähnlich, wie ich das in Hinblick auf zukünftige Star-Wars-Episoden getan habe.

Man of Steel 2
In meinem Review zu „Man of Steel“ habe ich versucht, das Ganze möglichst spoilerfrei zu halten, dies wird hier nicht der Fall sein.
Trotz einiger gravierender Schwächen hat „Man of Steel“ eines auf jeden Fall richtig gemacht: Das Casting von Superman. Die größte Schwäche von Martin Cambbells „Green Lantern“ war in meinen Augen Ryan Reynolds, den ich nicht als Hal Jordan sehen konnte und den ich auch nicht als Hal Jordan sehen will (ich bin immer noch für Nathan Fillion). Henry Cavill dagegen gefällt mir als Superman richtig gut, und ich kann mir auch gut vorstellen, ihn in weiteren Filmen in dieser Rolle zu sehen.
Was eine Fortsetzung zu „Man of Steel“ allerding in jedem Fall braucht, ist mehr Charakter. Nolan, Goyer und Snyder arbeiten mit so ikonischen Figuren, dass das eigentlich kein Problem sein sollte, ist es aber dennoch. Und etwas weniger Daueraction und stattdessen mehr Entwicklung wäre sicher auch nicht verkehrt. Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb: Es wäre wohl nicht übel, David S. Goyer noch einen weiteren Drehbuchautor zur Seite zu stellen, der ein wenig korrigierend wirkt.
Was ebenfalls wichtig ist: Die Verantwortlichen bemühten sich sehr, das Ganze ernst und düster wirken zu lassen, möglicherweise auch, um Marvel und den recht selbstironischen Ansatz nicht einfach nur zu kopieren. So weit so gut, dann aber bitte auch durchgängig. Der Mord an Zod sollte schon große Nachwirkungen haben. Mit dem Umstand, dass Superman Zod umbringt, habe ich weniger Probleme (auch wenn man das Ganze plausibler hätte inszenieren können), denn in den Comics hat Superman das ebenfalls getan (irgendwann in den frühen 90ern, wenn ich mich recht erinnere, hatte etwas mit einem Taschenuniversum und dem formwandelnden Matrix-Supergirl zu tun). Jedenfalls hatte diese Tat enorme Nachwirkungen und hat Superman noch lange gequält. Wenn man schon diesen Ansatz wählt, sollte man auch im kommenden Film zeigen, dass Superman sich extreme Vorwürfe macht, sich fragt, ob es wirklich richtig und nötig war etc. Ebenso die Zerstörung von Metropolis: Wenn man bedenkt, welche Nachwirkungen der 11. September hatte, wäre das mehr als logisch: Aliens haben eine Großstadt verwüstet. Damit lässt sich viel Konfliktpotential aufbauen.
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Mark Strong mit fast passender Frisur

Dies bringt mich auch gleich zum Schurken: In diesem Zusammenhang ist Lex Luthor unabdingbar und drängt sich geradezu auf. Luthor als verrückter Wissenschaftler oder labiler Immobiliengangster wäre allerdings völlig fehl am Platz. Ich mochte weder Gene Hackman noch Kevin Spacey in der Rolle, was aber auch an der Konzeption lag. Luthor gefällt mir als eiskalter Geschäftsmann, der in Superman eine Bedrohung der menschlichen Größe (und seiner eignen) sieht, am besten – so, wie er in „Superman: The Animated Series“ auftrat. Gerüchtehalber will Zack Snyder Mark Strong in der Rolle, wenn es allerdings nach mir ginge, würde man einfach Clancy Brown, den Luthor-Sprecher aus S:TAS nehmen und ihn rasieren.
Luthor sollte allerdings nicht alleine agieren, denn das hatten wir schon in „Superman“ und „Superman Returns“.
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Clancy Brown hat für Lex Luthor noch zu viele Haare, aber das kann man schnell ändern

Für „Man of Steel 2“ sollte man ihn mit einem anderen Schurken kombinieren, bei dem er im Hintergrund die Fäden ziehen kann. Metallo (John Corben, ein Cyborg mit Kryptonit-Herz) würde sich vielleicht anbieten, oder der Parasit (kann die Kräfte von Superhelden absaugen). Luthor in Kombination mit Metallo oder dem Parasiten wären darüber hinaus eine logische Weiterführung von „Man of Steel“, wo Superman es mit Artgenossen zu tun bekam, die dieselben Fähigkeiten hatten wie er. In der potentiellen Fortsetzung würde er dann seine Kräfte verlieren (entweder durch Metallos Kryptonit oder die Fähigkeiten des Parasiten) und würde so die Erfahrung machen, wie es ist, als „Normalo“ gegen jemanden mit Superkräften bestehen zu müssen.
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Der Parasit und Metallo (aus „Superman: The Animated Series“)

Wen ich ebenfalls gerne sehen würde, nach Möglichkeit allerdings noch nicht in „Man of Steel 2“, ist Brainiac, eine außerirdische künstliche Intelligenz, die Informationen von verschiedenen Planeten sammelt und diese anschließend zerstört.
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Eine der vielen verschiedenen Inkarnationen von Brainiac

Batman
DASS der Dunkle Ritter auf die Leinwand zurückkehren wird, dürfte außer Frage stehen, immerhin hat er Warner zwei Mal Rekordeinnahmen beschert. Die Frage ist, WIE. Der einfachste Weg für Warner wäre es natürlich, an den Erfolg der Dark-Knight-Trilogie anzuknüpfen, zumindest theoretisch. Allerdings gibt es da freilich einige Probleme. Die pseudorealistische Inszenierung der Dark-Knight-Trilogie verhindert die Existenz anderer Superhelden, und mehr noch: Nolan hat explizit gesagt, dass es in der Welt, in der sein Batman existiert, keine weiteren Superhelden gibt. Das Ende von „The Dark Knight Rises“ macht es darüber hinaus noch schwieriger (denn mal ehrlich, wer will schon Joseph-Gordon-Levitt als nicht-Bruce-Wayne-Batman sehen?). Man hatte auch überlegt, Christian Bale einfach in einem Reboot erneut als Bruce Wayne/Batman einzusetzen (so ähnlich wie Judy Dench, die sowohl in den Brosnan-Bonds als auch in den Craig-Bonds, die ja einer unterschiedlichen Kontinuität folgen, M darstellt), dieser machte sein Mitwirken an einem weiteren Batman-Film allerdings an Chris Nolan fest. Es wird also auf einen kompletten Reboot hinauslaufen, und mal ehrlich, ich bin damit ziemlich zufrieden. Ich liebe die Dark-Knight-Trilogie (zumindest die ersten beiden Teile, „The Dark Knight Rises“ ist immerhin noch akzeptabel), aber Batman ist eine Figur, die bei der Adaption sehr viele Herangehensweisen erlaubt.
Gerüchten zufolge will man sich bei einem Batman-Reboot lose an den Arkham-Spielen („Arkham Asylum“ und „Arkham City“) orientieren, was eigentlich gar keine üble Idee ist. Das sog. „Arkhamverse“ vereint sowieso Stilmittel aller Interpretationen. Die Charaktere wirken mitunter wie düsterere Versionen der Figuren aus „Batman: The Animated Series“, nicht zuletzt deshalb, weil einige der Sprecher (Kevin Conroy für Batman, Mark Hamill für den Joker, in „Arkham Asylum“ auch Arleen Sorkin für Harley Quinn) ihrer Rollen wieder aufnehmen und viele andere (zum Beispiel Mister Freeze und Two-Face) ihren B:TAS-Pendants stimmlich sehr ähneln. Atmosphärisch wird Tim Burtons Gothic-Ambiente mit der dreckig-realistischen Stimmung von „Batman Begins“ vermischt und in „Arkham City“ finden sich sogar Anspielungen an die Schumacher-Filme in Form von Neonfragenzeichen.
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Der Pinguin in „Arkham City“

Nachdem vor allem „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“ sehr große Filme waren (mitunter eines der Hauptprobleme von Letztgenanntem, er war fast zu groß und wollte zu viel) würde ich mich auch über einen kleineren Batman-Film freuen, in dem Mal nicht die ganze Stadt in Gefahr ist, etwas psychologischeres, das eher in Richtung Thriller geht, Batmans detektivische Seite hervorhebt, und das am besten mit Schurken, die es in den Nolan-Filmen nicht zu sehen gab. Hush würde sich anbieten (hier könnte man sich am Hush-Quest in „Arkham City“ orientieren und etwas Ähnliches als Ausgangspunkt verwenden. Ebenso wäre eine düsterere Version des Riddlers denkbar, Calendar Man (wie er in Jeph Loebs „The Long Halloween“ auftaucht) wäre eine Möglichkeit und Hugo Strange würde sich ebenfalls anbieten. Darüber hinaus könnte man den Pinguin oder Black Mask als Gangsterboss etablieren.
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Hush in „Arkham City“

Die Ursprungsgeschichte sollte nach Möglichkeit vermieden oder in ein, zwei Flashbacks relativ schnell abgehandelt werden; zugegebenermaßen wurde dieser Aspekt in „Batman Forever“ recht gut bearbeitet, der Film verlangt eigentlich keine Vorkenntnisse, Batman ist bereits etabliert und der Mord an Thomas und Martha wird in Rückblicken noch einmal als Subplot aufgearbeitet.
Eine weitere Möglichkeit, die von Warner ebenfalls bereits in Erwägung gezogen wurde, ist, Batman zuerst in einem Team-Film vorzustellen, entweder direkt „Justice League“ oder ein World’s-Finest-Film, also ein Zusammentreffen von Batman und Superman. Von Superman ausgehend könnte in einem solchen Streifen Batman neu eingeführt werden.
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Black Mask

Wie auch immer Batman auf die Leinwand zurückkehrt, ich hoffe, dass dieses Mal David S. Goyer nicht am Drehbuch beteiligt ist, und das nicht nur wegen des suboptimalen MoS-Scripts, sondern auch, weil ich sehr gerne die Vision eines anderen Autors sehen würde. Ob Paul Dini wohl zu gewinnen wäre…?

Die Anderen
„Man of Steel“ wird in die zweite Runde gehen und Batman mit Sicherheit zurückkehren, aber DC verfügt noch über viele weitere Helden, die filmische Potential aufweisen. Green Lantern, Flash und Wonder Woman wären wohl die aussichtsreichsten für einen eigenen Film.
Aktuell ist noch nicht einmal geklärt, ob der gefloppte Green-Lantern-Film mit Ryan Reynolds fortgesetzt bzw. integriert wird oder nicht, aber die Chancen stehen relativ schlecht. Die Frage ist natürlich, ob Warner nach so kurzer Zeit schon wieder einen Reboot veranlassen wird oder ob Green Lantern erst in einem Justice-League-Film auftauchen wird. Eventuell könnte man den Weg der Justice-League-Zeichentrickserie gehen und einfach einen anderen als Hal Jordan im Green-Lantern-Kostüm nehmen, John Stewart oder Kyle Rayner vielleicht.
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Erst nur Hald Jordans Ersatzmann, später durch die Justice-League-Serie enorm populär: John Stewart

Wie auch immer Warner es anpackt: Man sollte die Verschiedenheit der Helden nutzen. Die Wonder-Woman-TV-Serie, die vor einiger Zeit angekündigt wurde und mit den Testvorführungen des Pilotfilms gescheitert ist, ist ein schönes Negativbeispiel: In ihre versuchte man, aus Wonder Woman eine Art weiblichen Batman mit Superkräften zu machen. Die von Adrianne Palicki gespielte, in ein dämliches Latexkostüm gehüllte Wonder Woman muss sich darin mit einer korrupten Firmenchefin auseinandersetzen. Das Ganze hat mit Wonder Woman recht wenig zu tun. Anstatt einfach einen „gewöhnlichen“ Verbrechensbekämpfer mit Kräften aus den Helden zu machen, sollte man sich lieber genau überlegen, in welchem Subgenre man den Film ansiedelt.
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Wonder Womans Badeanzug wirkt im Film sicher leicht lächerlich und das superheldentypische Latex passt auch nicht, also warum nicht ein etwas…griechischeres Outfit?

Warum Wonder Woman gegen Verbrecher kämpfen lassen, wenn es viel interessanter ist, sie gegen Figuren aus der griechischen Mythologie antreten zu lassen? Warum Green Lantern mit der x-ten Neuauflage des mutierten Wissenschaftlers konfrontieren (nein, ich mag Hector Hammond nicht), wenn man ihn stattdessen im Weltall viel interessantere Abenteuer erleben lassen könnte. Bei den Filmen des Marvel-Cinematic-Universe hat das auch ziemlich gut funktioniert: „Captain America: The First Avenger“ ging in Richtung Kriegsfilm (und das Sequel „The Winter Soldier“ soll wohl ein Spionage-Thriller werden), und auch Thor musste sich nicht mit irgendwelchen unpassenden irdischen Schurken herumschlagen, sondern mit Loki und den Eisriesen.

Justice League Dark
Bevor ich über das große Ziel, DCs Äquivalent zu Marvels Avengers spreche, noch kurz zu etwas anderem, das damit nur lose (wenn überhaupt) zusammenhängt: Die Justice League Dark. Bei dieser handelt es sich um ein Team von DCs übernatürlichen Helden, die Zauberin Zatanna, die Wahrsagerin Madame Xanadu, John Constantine oder der Geist Deadman sind nur einige Beispiele. Obwohl ich DCs magische Helden wirklich liebe, würden sie wohl nicht in diesem Artikel auftauchen, wäre da nicht die Aussage Guillermo del Toros, er habe vor, die Justice League Dark zu verfilmen. Meine Reaktion: ICH WILL DAS SEHEN! Wenn es jemanden gibt, der DCs übernatürliche Helden verfilmen kann, dann Guillermo del Toro – der Stil von „Pans Labyrinth“ und den beiden Hellboy-Filmen eignet sich vorzüglich.
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Mögliche Mitglieder der JLD: Deadman, Madame Xanadu, John Constantine, Zatanna, Enchantress, Shade und Mindwarp

Die JLD existiert unter diesem Namen erst seit dem Reboot des DC-Universums, allerdings gab es in der Gestalt der Sentinels of Magic und des Shadowpact zwei ähnlich geartete Vorgängerteams, die sich im Rahmen größerer übernatürlicher Bedrohungen immer mal wieder zusammenfanden.
Gegenwärtig arbeitet del Toro nach eigener Aussage wohl am Drehbuch und hat bereits einige Figuren genannt, die nach seiner Vorstellung auftauchen sollen, neben den oben genannten unter anderem auch der Spectre, der Dämon Etrigan und der Phantom Stranger, welche ich alle nur zu gern in einem Film sehen würde.
Als Randnotiz: Anders als Tim Burton oder Chris Nolan, die einen Lieblingskomponisten haben, mit dem sie fast immer zusammenarbeiten, wechselt del Toro praktisch von Film zu Film, sogar innerhalb einer Filmreihe (Marco Beltrami schrieb die Musik für „Hellboy“, Danny Elfman für „Hellboy II: Die goldene Armee“). Für einen Justice-League-Dark-Film würde ich sehr gerne hören, wie eine Zusammenarbeit von del Toro und Christopher Young klingen würde.

Justice League
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Die aktuelle Justice League (von links nach rechts): Aquaman, Green Lantern, Wonder Woman, Superman, Batman, Flash und Cyborg

Das Ziel, das DC-Äquivalent zu den Avengers: Die Justice League. Kann sie funktionieren? Wenn es richtig angepackt wird, ja. Warner möchte am liebsten auch für die Justice League David S. Goyer, nach „Man of Steel“ muss ich allerdings sagen: Bitte nicht, zumindest nicht ohne Unterstützung. Der Plot von „The Avengers“ war zwar relativ simpel (Aliens greifen die Erde an), aber der Film hat funktioniert, weil Joss Whedon es exzellent versteht, mit einem Ensemblecast umzugehen. Jede der ikonischen Figuren wird entsprechend in Szene gesetzt und bekommt ihren Anteil. Genau das ist es, was auch die Justice League benötigt und was ich bei „Man of Steel“ vermisst habe – Stichwort Funktionalität vs. echter Charakter.
Die nächste Frage ist die Zusammensetzung: Bei der Justice League spielt die Zahl sieben immer eine große Rolle. Als die Gruppe in den 60ern zum ersten Mal zusammenkam, bestand sie aus sieben Mitgliedern: Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern, Aquaman und Martian Manhunter. Die ersten fünf sind wohl mit ziemlicher Sicherheit dabei, Aquaman und Martian Manhunter wurden bereits in der Vergangenheit gerne ausgetauscht, Ersterer in der Justice-League-Zeichentrickserie (ersetzt durch Hawkgirl) und Letzterer im aktuellen Reboot (durch Cyborg). Natürlich besteht auch die Möglichkeit, mit einer anderen Mitgliederzahl anzufangen, fünf zum Beispiel, und die genannten Helden für einen späteren Film aufzuheben – oder durch völlig andere zu ersetzen. Auf der B-List der Justice League gibt es ja auch noch einen ganzen Haufen Helfen, etwa Green Arrow, Black Canary, The Atom, Zatanna, Plastic Man, Steel, und, und, und…
Wichtig ist in jedem Fall, dass diew Gruppendynamik stimmt und jede der Figuren auch einen Zweck hat. Batman zum Beispiel hat zwar keine Superkräfte, eignet sich aber hervorragend als Taktiker des Teams, der einen Blickwinkel hat, den alle anderen nicht vorweisen können.
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Darkseid

Noch interessanter als die Mitglieder ist die Frage nach dem Schurken und der Bedrohung, der sich die Justice League entgegenstellen muss. Gerüchtehalber möchte man Darkseid als ersten Schurken der Liga sehen, immerhin war er auch der erste Gegner der New-52-Justice League, allerdings bin ich dagegen. Darkseid ist praktisch DER Oberschurke des DC-Universums und würde sich für einen späteren Film viel besser anbieten. Traditionell wird die Justice League in den Comics zumeist wegen einer Alien-Invasion ins Leben gerufen (auch bei Darkseid wäre etwas in diese Richtung wohl unausweichlich). Als globale Bedrohung bietet sich das natürlich an, die Frage ist, ob man es damit nicht zu ähnlich wie Marvel macht. Meine Meinung: Wenn es Aliens werden, dann mit einem speziellen Twist. Hierfür würden sich eventuell die Weißen Marsianer (bösartige Verwandte des Martian Manhunter und damit Gestaltwandler) oder Starro der Eroberer (der Seesterne in Parasiten verwandeln kann und auch der erste Gegner der Justice League in den 60ern war). Ansonsten gäbe es freilich auch die Möglichkeit, einen irdischen Gegner zu bemühen. Beispiele wären die Injustice Gang, die Legion of Doom oder die Secret Society of Super Villains (alles Zusammenschlüsse von Superschurken, ähnlich der Justice League), Vandal Savage (ein unsterblicher Höhlenmensch), Prometheus (eine Art Anti-Batman), Projekt Cadmus (eine Regierungseinrichtung gegen Superhelden, würde sich aber erst für einen späteren Film eignen) oder der Androide Amazo, der die Fähigkeiten der Justice League imitieren kann.
In jedem Fall gibt es genug Quellenmaterial, an dem man sich orientieren kann und in dem die Justice League funktioniert hat, vor allem Grant Morrisons JLA-Run, die Justice-League-Zeichentrickserie (inklusive „Justice League Unlimited“) und Miniserien wie „JLA: Das erste Jahr“.

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