Iron Man 3

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Story: Nach den Ereignissen von New York schläft Tony Stark (Robert Downey jr.) nicht mehr gut und tüftelt permanent daran, die Iron-Man-Technologie weiter zu verbessern, was die Beziehung zu Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) nicht unbedingt verbessert. Währenddessen bedroht der Mandarin (Ben Kinsgley), ein Terrorist, Amerika. Und als ob das noch nicht genug wäre sorgt ein Virus namens Extremis, der die Infizierten zur Explosion bringt, für Unruhe. Tony muss nun herausfinden, welchen Zusammenhang es zwischen Extremis, dem Mandarin und den beiden Wissenschaftlern Maya Hansen (Rebecca Hall) und Aldrich Killian (Guy Pearce) gibt, die er beide von früher kennt…

Kritik: Nachdem „The Avengers“ letztes Jahr zu einem gigantischen finanziellen Erfolg wurde, wird mit „Iron Man 3“ nun Phase 2 des Marvel Cinematic Universe eröffnet. Auf den dritten Film des Eisernen folgt dann im Herbst „Thor 2: The Dark World“, nächstes Jahr kommen „Captain America 2: The Winter Soldier“ und „Guardians of the Galaxy“, bevor 2015 alles in „The Avengers 2“ kulminiert.
Nachdem „Iron Man 2“ allerdings sehr stark darauf ausgelegt war, das große Superheldentreffen vorzubereiten, versucht Shane Black („Kiss, Kiss, Bang, Bang“), der John Favreau als Regisseur ersetzt hat, „Iron Man 3“ wieder selbstständiger zu gestalten. Vorbereitungen auf „The Avengers 2“ sind entweder sehr subtil oder kaum vorhanden, und auch mit Anspielungen an das größere Marveluniversum hält man sich zurück, es gibt keinen Einsatz von SHIELD, Nick Fury oder Hawkeye, nur in der Post-Credits-Szene gibt sich ein alter Bekannter die Ehre. Lediglich War Machine alias James Rhodes (Don Cheadle), der allerdings zum festen Cast der Iron-Man-Filme gehört, taucht auf. Allerdings hat er seine Rüstung neu lackiert und trägt nun den Namen Iron Patriot – eine interessante Entscheidung, denn in den Comics steckt unter dem Helm des Iron Patriot kein anderer als Norman Osborn, der Grüne Kobold höchstpersönlich, der in der Serie „Dark Avengers“ eine Zeit lang sein eigenes Rächerteam anführte. An Rhodes‘ Rolles hat sich allerdings trotz des neuen Namens kaum etwas geändert. Aropos Comics: Als (wenn auch eher frei adaptierte) Vorlage dieses Films dient die Iron-Man-Geschichte „Extremis“, die bereits großen Einfluss auf den ersten Teil hatte. Sowohl Maya Hansons (die relativ Vorlagengetreu übernommen wurde) als auch Aldrich Killian (der mit dem Film-Killian außer seiner Arbeit an Extremis nichts gemein hat) stammen ursprünglich aus diesem Comic, ebenso wie der titelgebende Virus und einige der Rüstungsupdates – im Comic hängen diese allerdings mit Extremis zusammen, im Film nicht.
Allgemein beschäftigt sich „Iron Man 3“ mit den psychologischen Folgen, die die Ereignisse in New York für Tony haben, hier finden sich auch die stärksten Bezüge zum (filmischen) Marveluniversum, die allerdings eher rückbezogen denn vorausdeutend sind. Wie schon bei den ersten beiden Filmen liegt der Fokus vor allem auf Tony, der dieses Mal allerdings eher mit psychischen statt mit körperlichen Problemen zu kämpfen hat – Schlaflosigkeit, Angstattacken, Verlustängste. Und wie bei den Vorgängern bringt dieser enge Fokus sowohl Vor- als auch Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass Robert Downey jr. ein weiteres Mal in seiner Paraderolle glänzen kann; Starks „Reise zur Selbstfindung“ wirkt die meiste Zeit über glaubwürdig, lediglich im Mittelteil zieht es sich etwas, und die Einlage mit Eric, für den Tony zeitweilig als Vaterfigur fungiert, hätte nicht wirklich sein müssen. Der Nachteil liegt bei den anderen Figuren, die kaum Platz finden. Pepper etwa verschwindet ab der Hälfte fast völlig aus dem Film. Am härtesten trifft es allerdings die Schurken. Diesbezüglich waren die Iron-Man-Filme noch nie die Crème de la Crème, weder der Iron Monger noch Whiplash konnten wirklich mit dem Helden gleichziehen, und dieses Mal ist es nicht anders. Ohne zu viel zu Spoilern: Den Mandarin umgibt ein Twist, der das Potential, mit dem Ben Kingsley die Figur anlegt, quasi ruiniert. Dieser Twist ist Dank der Tatsache, dass mit ihm äußerst ironisch umgegangen wird, zwar noch ganz amüsant, erinnert aber ansonsten unangenehm an Dan Brown, während Guy Pearce als „Zweitschurke“ Aldrich Killian leider völlig blass und uninteressant bleibt. Der Fokus auf Tony verhindert auch, dass die Motivationen der anderen Figuren, Killian, Maya, etc., entsprechend ergründet werden können.
Dennoch gibt es auch noch einiges an Positivem anzumerken. Das Finale ist von allen Iron-Man-Filmen bisher das Beste und hat mehr Biss als die relativ kurzen Endkämpfe der beiden Vorgänger – sogar Pepper darf mal ordentlich draufhauen und an Schauwerten wird nicht gegeizt. Ebenfalls gelungen ist Brian Tylers Soundtrack. In den ersten beiden Filmen waren die Hans-Zimmer-Zöglinge Ramin Djawadi (Teil 1) und John Debney (Teil 2) für die Musik verantwortlich, und in beiden Fällen war der Score zwar reich an E-Gitarren, aber arm an Substanz. Tylers Soundtrack ist zwar nun auch nicht der komplexeste, gibt dem Titelhelden aber endlich ein brauchbares Thema, das gut ins Ohr geht und erinnert an Alans Silvestris Old-School-Musik für „The Avengers“.
Fazit: Vergnügliches Superheldenspektakel, das allerdings weder an den ersten Iron-Man-Film, noch an „The Avengers“ heranreicht.

Trailer

Siehe auch:
Iron Man
Iron Man 2
Thor
Captain America: The First Avenger
The Avengers