Django Unchained

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Story: Der deutsche Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) ist zur Ergreifung von Kriminellen auf die Mithilfe des Sklaven Django (Jamie Foxx) angewiesen, den er kurzerhand auf höchst eigenwillige Art kauft und anschließend befreit. Nachdem die beiden die besagten Verbrecher zur Strecke gebracht haben, beschließen sie, auch weiterhin als Duo tätig zu sein mit dem endgültigen Ziel, Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington) aus den Händen des sadistischen Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio). Dies erweist sich jedoch als schwierig, vor allem wegen Candies gerissenem Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson)…

Kritik: Nachdem sich Quentin Tarantino mit dem düstersten Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigt hat, wendet er sich mit „Django Unchained“ nun dem düstersten Kapitel der amerikanischen Geschichte zu: Der Sklaverei. Und da er ein großer Fan des Spaghetti-Western-Genres ist, hat er das Ganze als solchen inszeniert (zugegebenermaßen ließen sich auch in „Inglorious Basterds“ gewisse Tendenzen in diese Richtung feststellen).
Rein strukturell lassen sich allerdings eher Parallelen zu „From Dusk Till Dawn“ (für diesen Film von Robert Rodriguez hat Tarantino das Drehbuch geschrieben) denn zu „Inglorious Basterds“ ziehen. Wie „From Dusk Till Dawn“ lässt sich auch „Django Unchained“ in zwei Hälften teilen, die ziemlich unterschiedlich sind: Die erste Hälfte gleicht einem Buddy-Movie mit Jango und Schultz als humorigem Kopfgeldjägerduo, das Gewaltausmaß hält sich (verhältnismäßig) in Grenzen, während vor allem der Humor im Vordergrund steht. Die zweite Hälfte (bzw. das letzte Drittel) ist dann eher ein ziemlich harter Rachfilm, in dem das Blut ordentlich spritzt.
Und auch sonst gibt es, trotz Christoph Waltz und Samuel L. Jackson, viele weitere Unterschiede zu den „Basterds“: „Django“ ist sehr viel weniger als Kammerspiel inszeniert, weitaus geradliniger und simpler als die meisten anderen Tarantinos und alles in allem sehr viel lockerer und humorvoller, speziell natürlich in der ersten Hälfte. Dennoch wird eindeutig nichts beschönigt und die Sklaverei wird als das gezeigt, was sie ist: Ein Gräuel sondergleichen. Zwar ist amerikanische Geschichte, speziell diese Epoche, nicht gerade mein Fachgebiet, aber dennoch wirkte auf mich alles recht authentisch. Tarantino wandelt hier auf einem schmalen Grad: Er zeigt die Gräuel, aber niemals mit erhobenem Zeigefinger, und bleibt dennoch seinem Stil treu (unvergleichlich beispielsweise der Auftritt des Proto-Ku-Klux-Klan).
Schauspielerisch wird einiges geboten. Jamie Foxx in der Titelrolle ist vor allem stoisch und cool, die eigentlichen Zugpferde des Ensembles sind jedoch Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson. Dass Tarantino Waltz nicht noch einmal als Schurken gecastet hat (wie es in fast jedem anderen Film der Fall war, in dem Waltz seit 2009 mitspielte), ist eindeutig positiv zu bewerten. Obwohl es ein paar Gemeinsamkeiten zwischen Hand Landa und King Schultz gibt, ist Schultz doch nie einfach nur ein Abziehbild, sondern eine fast ebenso gelungene Figur mit ihrem ganz eigenen Charme. Waltz ist dieses Mal der Lehrmeister des Helden, seine Figur macht allerdings eine ganz eigene Wandlung durch und ist äußerst vielschichtig.
Leonardo DiCaprio, der ursprünglich Landa hätte spielen sollen, bevor Tarantino sich für Waltz entschied, hat nun endlich die Gelegenheit, den Fiesling in einem Tarantino-Streifen zu spielen, was er genüsslich und zur großen Freude der Zuschauer tut. Interessant ist dabei auch die Rollenumkehrung zwischen ihm Samuel L. Jacksons Stephen (eine großartige, kauzige und unheimlich lustige Performance). Denn Stephen ist es, der den Plan von Django und Schultz durchschaut und er fungiert auch im letzten Drittel des Films als eigentlicher Schurke.
Fazit: Gelungener „Southern“ mit brillanten schauspielerischen Leistungen, der Tarantinos Meisterwerk „Inglorious Basterds“ allerdings nicht ganz das Wasser reichen kann. Dennoch, vollste Empfehlung!

Trailer

Siehe auch:
Inglorious Basterds
Sin City

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