Hellbound: Hellraiser II

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Story: Nach der Begegnung mit ihrem untoten Onkel Frank (Sean Chapman) und den Cenobiten landet Kirsty Cotton (Ashley Laurence) in einer Nervenheilanstalt, wo sie eine Nachricht von ihrem Vater erhält, der scheinbar in der Hölle gefangen ist.
Der Leiter besagter Anstalt, ein gewisser Dr. Channard (Kenneth Cranham), hat seinerseits ein ungesundes Interesse an der Puzzlebox und dem, was sie anzubieten hat. Auch schafft er es, die Matraze, auf der Kirstys Stiefmutter Julia (Claire Higgins) gestorben ist, in seinen Besitz zu bringen und Julia durch das Blut eines Patienten wiederzuerwecken. Schließlich bringen die beiden das autistische Mädchen Tiffany (Imogen Boorman) dazu, die Puzzlebox zu öffnen. Sowohl Kirsty, die ihren Vater retten möchte, als auch Channard und Julia begeben sich nun in die Hölle selbst…

Kritik: Nachdem er „Hellraiser“ beendet hatte, wandte sich Clive Barker anderen Projekten zu. Dummerweise hatte er die Rechte für weitere Verfilmungen bereits an das Studio abgetreten, und da „Hellraiser“ durchaus erfolgreich war, folgte natürlich eine Fortsetzung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hellraiser-Sequels lieferte er für „Hellbound: Hellraiser II“ immerhin noch die Grundstory und arbeitete zusammen mit Peter Akins am Drehbuch, während Tony Randel im Regiestuhl Platz nahm.
Der zweite Teil der Serie ist der einzige, der als eine direkte Fortsetzung fungiert. Die meisten Figuren des ersten Films sind wieder mit dabei, Kirsty Cotton ist abermals die eher uninteressante Heldin, Julia ist laut eigener Aussage nicht mehr die böse Stiefmutter, sondern die böse Königin, Onkle Frank hat einen kurzen Auftritt in der Hölle und der von Doug Bradley gespielte Pinhead ist natürlich ebenfalls wieder mit von der Partie. Während „Hellraiser“ jedoch ein relativ homogenes Ganzes war, ist das Sequel zerfaserter. Es besteht aus mehreren Handlungssträngen, die nicht wirklich passend in einander laufen. Dennoch ist vor allem die erste Hälfte des Films äußerst gut gelungen, was nicht zuletzt Kenneth Cranham zu verdanken ist, der als Antagonist weitaus interessanter ist als Frank. Seine genaue Motivation ist zwar ungeklärt, aber dennoch stellt Cranham Channard als faszinierende, zwischen Wissendurst und Entsetzen hin und eher gerissene Figur dar.
Die Probleme des Films finden sich vor allem in der zweiten Hälfte, die ziemlich überladen ist. Einerseits erweitert „Hellbound: Hellraiser II“ die Mythologie wie kein anderer Film der Serie danach; wir sehen das Labyrinth, quasi die Hölle und Leviathan, den „Gott“ der Cenobiten. Wir erfahren, wie ein Cenobit entsteht und dass sie alle früher Menschen waren. Sogar Pinheads Erschaffung dürfen wir zu Beginn des Films beiwohnen. Gleichzeitig scheinen die Verantwortlichen alles, was sie an Ideen hatten, in diesen Film quetschen zu wollen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Channard selbst zum Cenobiten wird, überschlagen sich die Ereignisse, und gleichzeitig scheint man nicht mehr zu wissen, was man mit dem Channard-Cenobiten anfangen soll. Dessen Design ist zwar grandios, aber außer mit Stop-Motion-Tentakeln zu metzeln tut er nicht viel.
Möglicherweise wollte Clive Barker verhindern, dass aus Hellraiser eine Endlosserie wird, wie es bei so vielen anderen Horrorfilmen der Fall ist; das Ende des Films impliziert das jedenfalls, denn Julia, Channard und die Cenobiten (inklusive Pineahd) bringen sich praktisch alle gegenseitig um und der Leviathan wird ebenfalls besiegt. Sollte Barker „Hellbound: Hellraiser II“ in der Tat als Ende der Serie im Sinn gehabt haben, hat er die Rechnung in jedem Fall ohne das Studio gemacht, denn was möglicherweise nur als ironische Schlusspointe gedacht war, wurde als Aufhänger für „Hellraiser III: Hell on Earth“ genommen.
Schauspielerisch sind es abermals Claire Higgins und Doug Bradley, die hervorstechen. Letzterer darf dieses Mal sein Gesicht sogar am Anfang und am Ende unmaskiert zeigen. Kenneth Cranham begegnet den beiden durchaus auf Augenhöhe; als Channard spielt er ziemlich subtil, aber überzeugend, während er als Cenobit gnadenlos aufdreht.
Das einzige Element, das den Vorgänger eindeutig übertrifft, ist die Musik, abermals von Christopher Young. Für das Sequel zieht Young sämtliche Register und entwickelt die Themen und Motive aus „Hellraiser“ gekonnt weiter.
Fazit: „Hellbound: Hellraiser II“ ist durchaus amüsant und unterhaltsam, hätte aber sehr viel mehr sein können, das Potential wäre vorhanden gewesen. Die Mythologiebildung steht eindeutig im Vordergrund, während der Horror zweitrangig ist.

Trailer

Siehe auch:
Hellraiser
Hellraiser III: Hell on Earth
Hellraiser: Bloodline
Hellraiser: Inferno
Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Deader
Hellraiser: Hellworld
Hellraiser: Revelations

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