American Horror Story: Murder House

Halloween 2012

Nachdem die Halloween-Artikelreihe bisher stark von Vampiren und Cenobiten dominiert war, wenden wir uns nun noch einer völlig anderen Thematik zu: Dem Geisterhaus.
Auf „American Horror Story“ bin ich durch Zufall gestoßen, in einer Filmzeitschrift gab es einen Artikel, der die Serie lobte und mein Interesse weckte. Nach einiger Zeit kam ich schließlich dazu, die erste Staffel anzuschauen und was sich mir da offenbarte, war ein wahres Juwel, das kein Fan gepflegten Horrors verpassen sollte.
Die erste Staffel (12 Folgen) ist bereits beendet, während die zweite im Angloamerikanischen Raum bereits angelaufen ist. Hierzulande ist sie bisher erst auf dem Privatsender FOX gelaufen, die Free-TV-Ausstrahlung erfolgt wohl im Frühjahr 2013 auf sixx. Eine Veröffentlichung der Staffelbox ist bisher leider noch nicht angekündigt.
Jede Staffel von „American Horror Story“ erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte. Zwar gibt es in der zweiten Staffel wiederkehrende Darsteller, diese spielen allerdings andere Rollen als in der ersten.

Die Handlung
Nachdem Vivian Harmond (Connie Britton) eine Totgeburt erlitten und von ihrem Ehemann Ben (Dylan McDermott), eine Psychiater, mit der Studentin Hayden McClaine (Kate Mara) betrogen wurde, wollen die Harmonds einen Neuanfang wagen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Violet (Taissa Farmiga) ziehen sie nach Los Angeles in ein altes, viktorianisches Haus. Besagtes Haus ist allerdings denkbar schlecht für einen Neuanfang geeignet, da sämtliche vorherigen Bewohner des Hauses einen gewaltsamen Tod gestorben sind und das Haus nun als Geister heimsuchen – allerdings als Geister, die äußerst körperlich und nicht sofort als solche zu erkennen sind. Ganz allgemein scheint die Nachbarschaft nicht angenehm zu sein. Constance Langdon (Jessica Lange) etwa, die im Nachbarhaus wohnt, ist zwar oberflächlich freundlich, verhält sich jedoch mitunter recht merkwürdig. Noch merkwürdiger ist ihrer Tochter Addie (Jamie Brewer), die an Down-Syndrom leidet, jedem erzählt, dass er sterben wird und immer wieder in das Haus der Harmonds gelangt. Und dann ist da noch Larry (Denis O’Hare), ein schräger Vogel mit schrecklichen Verbrennungsnarben.
Nach und nach tauchen immer mehr bizarre Gestalten in und um das Haus herum auf, etwa Constance‘ Sohn Tate (Evan Peters), der von Ben therapiert wird und sich in Violet verliebt, das schwule Pärchen Chad (Zachary Quinto) und Patrick (Teddy Sears), die Haushälterin Moira, die von Frauen als älter und respektabel (Frances Conroy), von Männern jedoch als jung und versaut (Alex Breckenridge) wahrgenommen wird. Und wer ist der Mann im Latexanzug, der mit Vivian schläft, während sie denkt, es wäre ihr Ehemann?

Die Umsetzung
Die Thematik des „Haunted House“, das von einem oder mehreren Geistern, Flüchen oder ähnlichem heimgesucht wird, dürfte ja weithin bekannt sein. Es gibt eine große Anzahl an Filmen, Büchern, Comics oder Computerspielen, die sich dieses Handlungsmodells bedienen. Ich muss allerdings sagen, so oft diese Thematik auch schon verwendet wurde, die erste Staffel von „American Horror Story“ weiß dem Ganzen neue Facetten abzugewinnen und lässt sich mit Fug und Recht als bisher beste Umsetzung dieser Grundidee bezeichnen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Figuren wissen zu überzeugen und zu fesseln, und zwar ausnahmslos. Die drei Harmonds sind alle weit davon entfernt, perfekt zu sein, sind aber auch nicht so „fehlerhaft“, dass es schwierig wäre, mit ihnen zu sympathisieren. Man kann nachvollziehen, warum sie tun, was sie tun. Dies gilt auch für die vielen anderen Figuren und hängt natürlich stark mit den Schauspielern zusammen. Besonders hervorzuheben ist Jessica Lange (Tamora in „Titus“), die als leicht verschrobene Nachbarin Constance die beste Leistung abliefert und völlig glaubhaft eine zwischen mütterlicher Fürsorge, leichtem Rassismus und Biestigkeit schwankende Figur darstellt. Aber auch sonst kann der Cast mit Darstellern wie Zachary Quinto (Spock in J.J. Abrahams „Star Trek“) oder Denis O’Hare (Russel Edington in „True Blood“) vollständig überzeugen.
Fast noch interessanter als die drei Hauptfiguren sind die Geister, bei denen es sich um vielschichtige und zum Teil auch sehr bizarre Charaktere handelt. Die stärksten Folgen der Serie sind eindeutig die ersten, in der besagte Geister alle langsam, einer nach dem anderen, eingeführt werden. Dabei beginnt fast jede Folge mit einem spezifischen Todesfall, so dass man bei manchen der neu auftauchenden Figuren sofort weiß, dass es sich um einen der Geister handeln muss. Bei anderen wird man jedoch länger im Dunkeln gelassen. Vor allem in diesen ersten Folgen ist die Serie mitunter äußerst unheimlich. Zwar bleibt die Serie durchgehend spannend und interessant, doch je mehr Geheimnisse aufgedeckt und je besser man die diversen ehemaligen Bewohner des Hauses kennen lernt, desto weniger gruselig wird es – ich wüsste allerdings nicht, wie man dagegen hätte ankämpfen können, schließlich will man als Zuschauer ja auch, dass die Geheimnisse aufgedeckt werden.
Weitere Pluspunkte sind Atmosphäre und Ausstattung. Besonders erstere schwankt gerne zwischen klassischem Gothic-Horror und moderner Horrorästhetik. In einigen Szenen und Folgen ist „American Horror Story“ geradezu unbequem und beängstigend realistisch.
Man könnte den Machern vielleicht vorwerfen, dass die Serie ein wenig überladen ist und es doch manchmal zu viel des Guten gibt, aber auch das hilft der Serie dabei, einen ganz speziellen Charme zu entwickeln.

Fazit: Fans des gepflegten Horrors sollten sich „American Horror Story“ nicht entgehen lassen. Die erste Staffel weiß mit interessanten Figuren, tollen, schaurigen und bizarren Ideen sowie atemloser Spannung aufzuwarten und ist vielem, was man aus diesem Genre heutzutage im Kino sieht, eindeutig überlegen.

Intro
Trailer

Halloween 2012:
Prämisse
Hellraiser
Hellraiser: Inferno
Gehenna: Die letzte Nacht
Hellraiser: Revelations
Sodium Babies
Die zehn besten Horror-Soundtracks
Finale

Siehe auch:
American Horror Story: Asylum

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