New 52: Batman 1

Dieser Artikel ist Teil des TDKR-Countdowns

Ah, ja, Reboot. Zur Zeit eine sehr beliebte Maßnahme in Hollywood, die vielleicht sogar bald das Remake ablösen wird. Wenn ein Franchise nicht mehr funktioniert oder nicht mehr genug Geld abwirft, wird es einfach wieder von vorn gestartet – interessanterweise funktioniert das meistens sogar. „Batman Begins“ hat es vorgemacht, „Casino Royale“ ist ein weiteres erfolgreiches Beispiel. Dieses Jahr ist Spider-Man an der Reihe, und nach dem Misserfolg von „Green Lantern“ plant Warner Bros. auch hier wohl schon einen Reboot. Im Comicbereich gibt diese Taktik allerdings schon länger. In den 80ern wucherte das DC-Universum, dank zahlreicher Parallelerden, über die absolut niemand mehr den Überblick behalten konnte, zu stark, weshalb sich der Verlag zu einem Einschnitt entschied: Mit der „Crisis on Infinte Earths“ entledigte man sich des Multiversums und schuf zum Teil neue Entstehungsgeschichten für die diversen Superhelden (die bekanntesten sind „Superman: The Man of Steel“ von John Byrne und Dick Giordano und „Batman: Year One“ von Frank Miller und Dave Mazuchelli). Seither hat DC derartige Aktionen in größerem oder kleinerem Umfang immer wieder veranstaltet („Zero Hour“, „Infinte Crisis“). Bei der letzten dieser realitäts- und kontinuitätsverändernden Krisen, „Flashpoint“, entschloss sich der Verlag zu einem sehr weitreichenden Schritt: Alle Serien, selbst „Action Comics“ und „Detective Comics“, die in absehbarer Zeit ihre tausendste Ausgabe erreicht hätten, wurden von vorn gestartet und die Kontinuität des DC-Universums in 52 neuen (bzw. neu gestarteten) Serien allgemein stark umgekrempelt. Mit anderen Worten: Nichts ist mehr sicher, alles ist möglich.
In diesem Monat hat der DC-Reboot auch die deutschen Lande erreicht (in den USA fand er bereits im Herbst des letzten Jahres statt), am 12. Juni ist das Sujet dieses Reviews, die neue Nummer 1 der deutschen Batman-Serie erschienen, welche die beiden ersten Ausgaben der US-Serie „Detective Comics“ enthält, geschrieben und gezeichnet von Tony Daniel.
Ich muss leider sagen, dass ich seit „Batman: R.I.P.“ irgendwie das Interesse an der bzw. den monatlichen Batman-Serien verloren habe. Mit Dick Grayson als Batman konnte ich mich nie so wirklich anfreunden, ebenso wenig wie mit dem Konzept von „Batman Inc.“ (Verbrechensbekämpfung als Franchise, Batmen auf allen Kontinenten). Zwar scheint einiges davon auch nach dem Reboot noch Gültigkeit zu besitzen, aber davon merkt man zumindest in diesem Heft noch nichts.
Werfen wir erst einmal einen Blick auf allgemeine Änderungen: Batman ist hier erst seit fünf oder sechs Jahren aktiv (im Gegensatz zu den 10+x Jahren vor dem Reboot), was man u.a. an den noch rot-braunen Haaren von Comissioner Gordon merkt (Einfluss von Nolans Filmen?). Auch Batmans Kostüm wurde verändert und sieht nun ein wenig mehr nach einem Körperpanzer aus (wohl ebenfalls auf die „Dark Knight Saga“ sowie die Arkham-Spiele zurückzuführen). Dick Grayson ist wieder Nightwing, Barbara Gordon Batgirl („The Killing Joke“ hat zwar stattgefunden, aber Barbara wurde dabei nur temporär gelähmt) und Tim Drake und Damian Wayne sind immer noch Red Robin bzw. Robin, sie tauchen in den ersten beiden Detective-Comics-Ausgaben allerdings alle nicht auf. Auch die Organisation Batman Inc. spielt glücklicherweise (noch) keine Rolle, denn mal ehrlich, als Einzelgänger mochte ich Batman immer am liebsten. Statt einer umfassenden Bat-Familie wird dem Leser eine spannende, wenn auch etwas konfuse Geschichte präsentiert, in der es Batman mit dem Joker und einem neuen Widersacher, dem Puppenmacher zu tun bekommt. Beide Schurken agieren darin eher wie Serienkiller, was mir ausnehmend gut gefällt, mit dem Joker als Gangsterboss hatte ich immer eher meine Probleme. Dazu gibt es noch einige Einblicke in das (Liebes-) Leben von Bruce Wayne, die ebenfalls recht gelungen sind. Tony Daniel liefert eine kurzweilige, recht blutige und düstere Geschichte im eher kleinen Rahmen und sorgt auch gleich noch für die passenden, atmosphärischen Zeichnungen, die mir sehr gut gefallen, allerdings nicht ganz an seine besten Arbeiten für „Teen Titans“ herankommen.
Fazit: Durchaus gelungener Neustart der Serie ohne unnötigen Ballast. Hoffen wir, dass es so bleibt und sich Autor Scott Snyder, der die US-Batman-Serie schreibt, ebenfalls etwas Anständiges Einfallen lässt.

Der TDKR-Countdown:
Prämisse
Batman Begins – Soundtrack
Batman Vampire
BB: Meltdown
Bane
The Dark Knight – Soundtrack
The Dark Knight Rises

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