Darth Bane: Die Regel der Zwei


„Darth Bane: Die Regel der Zwei“, wie der Vorgänger „Schöpfer der Dunkelheit“ von Drew Karpyshyn verfasst, setzt kurz nach den Ereignissen besagten Romans an: Die Schlacht von Ruusan ist beendet, Kaan und die Bruderschaft der Dunkelheit sind vernichtet und nur noch ein Dunkler Lord der Sith ist übrig: Darth Bane, der letztendlich für die Vernichtung seiner Brüder verantwortlich ist, da er erkannte, dass Kaans Vorstellung zum Untergang der Sith führen würde. Bane hat ein neues Konzept für den Orden, die Titelgebende Regel der Zwei, gewachsen durch die Lehren des Dunklen Lords Darth Revan: Von nun an soll es nur noch zwei Sith geben, einen Meister, der die Macht repräsentiert und einen Schüler, der nach ihr strebt. Und Bane hat in der Tat bereits eine Schülerin gefunden, ein sehr machtbegabtes Mädchen namens Zannah. Doch bevor Bane mit der Ausbildung seiner Schülerin beginnen kann, muss er nach Onderon reisen und das Grab des Sith-Lord Freedon Nadd aufsuchen, da es dort Informationen gibt, die Bane bei seinem selbstgewählten Vorhaben helfen. Die Unternehmung gelingt, allerdings heften sich im Grab Obralisken an Banes Körper. Die Obralisken sind eine Art von Parasiten bzw. Symbionten, die sich von der Dunklen Seite der Macht und dem Zorn ihres Wirts nähren, ihm aber auch größere Kraft, einen erhöhten Heilungsfaktor und enorme Widerstandsfähigkeit verleihen.
Danach macht die Handlung einen Sprung von zehn Jahren: Darth Bane und Darth Zannah befinden sich nun auf dem Planeten Ambria und beginnen damit, an den Fundamenten der Republik zu nage, ein Netzwerk aufzubauen, Korruption zu fördern etc. Doch jeder von den beiden hat auch ganz eigene Ziele. Bane möchte ein Holocron herstellen, um seine Lehren der Nachwelt zu erhalten, während Zannah bereits daraufhin arbeitet, ihre Aufgabe als Sith-Schülerin zu erfüllen. Nur: Wie soll es ihr gelingen, Bane zu vernichten, solange er durch die Obralisken fast unverwundbar ist?
Währenddessen müssen zwei weitere Überlebende des letzten Sith-Krieges, der Jedi-Ritter Johun Othone und der Heiler Davorit, sehen wie sie zehn Jahre nach dem Krieg zurechtkommen und schließlich entdecken, dass die Sith nicht ganz so ausgelöscht sind, wie es scheint…
Für den zweiten Band der Darth-Bane-Trilogie hatte Drew Karpyshyn sehr viel weniger Zeit als für den ersten, da dieser kurzfristig den Erscheinungstermin des gecancelten Darth-Plagueis-Romans bekam. Leider merkt man das nicht nur am Umfang; „Die Regel der Zwei“ ist um einiges schwächer als „Schöpfer der Dunkelheit“. Wie schon der Vorgänger integriert auch „Die Regel der Zwei“ bereits bestehendes EU-Material, das sich teilweise widersprach, in diesem Fall die letzten Seiten von „Jedi vs. Sith“ und Kevin J. Andersons Kurzgeschichte „Bane of the Sith“. Interessanterweise ist dieses Mal nicht der adaptierte Teil der schwächere. Der Teil des Romans, der zehn Jahre nach der Schlacht um Ruusan spielt, wirkt handlungsmäßig ein wenig erzwungen. Dies hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Schlacht um Ruusan letztendlich der epische Höhepunkt von Darth Banes Zeitalter war. Alles, was in „Die Regel der Zwei“ geschieht, ist eine Nummer kleiner und wirkt darüber hinaus zum Teil recht konstruiert.
Eine weitere Schwäche dieser Fortsetzung ist die Tatsache, dass Darth Bane, anders als im ersten Band, nicht mehr wirklich im Mittelpunkt steht. Von den vier POV-Charakteren (Bane, Zannah, Johun und Davorit) haben sowohl Zannah als auch Johun mehr Passagen als Bane, die aus ihrer Perspektive geschrieben sind. Per se wäre das nicht so schlimm, stünde auf dem Cover des Romans nicht groß „Darth Bane“. Das Problem, vor dem Drew Karpyshyn beim Verfassen wohl auch stand ist, dass Bane in diesem Roman als Figur weitaus uninteressanter ist als in „Schöpfer der Dunkelheit“. Im ersten war Bane eine interessante Figur, weil er eine Wandlung durchmachte, er begann als normaler Minenarbeiter, mit dem sich der Leser identifizieren kann und entwickelte sich zum Sith-Lord. In „Die Regel der Zwei“ ist Bane dagegen eine ziemlich statische Figur, er ist von Anfang bis Ende der große böse Wolf.
Am stärksten ist „Die Regel der Zwei“ in den Passagen, die sich mit Zannah oder dem Wissen der alten Sith beschäftigen. Das mag nun alles negativer klingen, als es eigentlich ist: Auch der zweite Bane-Roman ist spannend und unterhaltsam und wer den ersten Teil genossen hat, wird vermutlich auch den zweiten genießen. Auf das hohe Niveau von „Schöpfer der Dunkelheit“ kommt diese Fortsetzung allerdings nicht. Ein wenig mehr Zeit zum Verfassen hätte diesem Roman sehr gut getan.
Fazit: „Die Regel der Zwei“ ist durchaus spannend, aber weitaus schwächer als „Schöpfer der Dunkelheit“ und vor allem für Fans des ersten Teils geeignet. Wer mit diesem bereits nichts anfangen konnte, wird vermutlich auch vom zweiten Darth-Bane-Roman enttäuscht sein.

Siehe auch:
Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit
Revan

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