Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit


Darth Bane ist ein Sith-Lord mit einer äußerst interessanten Geschichte, und das nicht nur innerhalb des SW-Universums. Im Gegensatz zu den anderen Sith-Lords, deren Geschichte in den Comics, Computerspielen und Romanen des Erweiterten Universums erzählt wird, ist Darth Bane eine Schöpfung von George Lucas, der diesen für die Hintergrundgeschichte der Sith erfand. Nach Lucas entstanden die Sith 2000 Jahre vor der Schlacht um Yavin und bekämpften die Jedi und die Republik ein Millennium lang, bis der Orden schließlich an seinen eigenen internen Streitigkeiten zerbrach. Nur Darth Bane überlebte und lernte aus den Fehlern, weshalb er die Regel der Zwei ins Leben rief: Von nun an sollte es nur noch zwei Sith-Lords geben, den Meister, der die Macht verkörpert, und den Schüler, der nach ihr strebt. Die Sith von Banes Orden sollten aus dem Schatten operieren und die Jedi und die Republik durch Tücke und Verrat zu Fall bringen, was Darth Sidious dann letztendlich ja auch gelang. So kam es, dass Darth Bane zum ersten Mal in Terry Brooks‘ Romanadaption von „Die Dunkle Bedrohung“ erwähnt wurde. Bald darauf folgten zwei Geschichten, die Darth Banes Geschichte weiter beleuchteten. Die Comic-Miniserie „Jedi vs. Sith“ (geschrieben von Darko Macan und gezeichnet von Roman Bachs) brachte die Geschichte um Darth Bane mit dem erweiterten Hintergrund des Spiels „Dark Forces II: Jedi Knight“ bzw. der Novellen-Adaption von William C. Dietz in Verbindung, der zufolge das Tal der Jedi (befindlich auf dem Planeten Ruusan) entstand, weil der Sith-Lord Kaan eine Gedankenbombe zündete, die jeden Jedi und jeden Sith in der Nähe vernichtete. „Jedi vs. Sith“ verband diese Geschichten nun: Darth Bane war ursprünglich ein Mitglied von Kaans Sith und kämpfte auf Ruusan, wo er erkannte, dass Kaans Orden niemals würde siegen können und so die Regel der Zwei erdachte. Diese Geschichte wurde in der Kurzgeschichte „Bane of the Sith“ von Kevin J. Anderson weiter geführt, in welcher Bane nach der Schlacht um Ruusan zum Grab des Sith-Lords Freedon Nadd fliegt, um dessen Holocron zu konsultieren. Allerdings gab es zwischen „Dark Forces: Jedi Knight“ (so der Titel von Dietz‘ Novelle), „Jedi vs. Sith“ und „Bane of the Sith“ einige Ungereimtheiten, weshalb man sich wohl entschloss, die definitive Version von Banes Geschichte herauszubringen. Als Autor wurde Drew Karpyshyn, der Lead-Writer des Spiels „Knights of the Old Republic“ bemüht, der mit „Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit“ sein äußerst gelungenes Romandebüt im Star Wars Universum feierte. Aber nach der langen Vorrede nun zur eigentlichen Handlung:
Die Republik und die Sith befinden sich seit langer Zeit im Krieg. Um den Streitigkeiten untereinander ein Ende zu machen hat der charismatische Lord Kaan, der neue Anführer der Sith, den Orden reformiert: Die Sith sind nun die „Bruderschaft der Dunkelheit“, in der alle Dunkeln Lords gleich sind und als vereinte Front gegen die Jedi kämpfen.
Der junge Minenarbeiter Dessel hat mit all dem freilich nicht viel zu tun, er ist auf Apatros praktisch ein Gefangener, da er die hohen Schulden seines Vaters bei der Firma, welche die Mine betreibt, geerbt hat. Sein Leben verändert sich drastisch, nachdem er einen Soldaten der Republik beim Kartenspielen schlägt und dieser ihn im Anschluss angreift. Dessel weiß, dass man ihm die Schuld geben wird, er flieht und schließt sich der Armee der Sith an. Dort kämpfte er, steigt auf und leistet gute Dienste, bis der Dunkle Lord Kopecz sein Machtpotential bemerkt und ihn zur Sith-Akademie auf Korriban bringt. Dort blüht Dessel, der sich nun Bane nennt, regelrecht auf. Doch schon bald erkennt er, dass die Sith nicht ihr volles Potential nutzen, er beginnt die Lehren der Bruderschaft der Dunkelheit zu hinterfragen und studiert die alten Schriften in den Archiven der Akademie. Doch weder für die Sith noch für Bane läuft alles optimal: Während Kaan und seine Bruderschaft auf Ruusan in einem Stellungkrieg mit den Jedi hängen, hat Bane ernsthafte Probleme mit seinem Mitschüler Sirak. Zwar gelingt es ihm, diesen mithilfe einer anderen Schülerin, Githany, zu überwinden, doch durch all die Ereignisse wachsen seine Zweifel an der Bruderschaft der Dunkelheit noch weiter. Kurz nach seiner Ernennung zum Sith-Lord fliegt er schließlich nach Rakata Prime und entdeckt dort das Holocron des Sith-Lords Revan, das ihm die Augen öffnet und die Grundlagen der Regel der Zwei offenbart. Schließlich geht auch Bane nach Ruusan, doch nicht, um Kaan dort zu unterstützen…
Drew Karpyshyn gelingt mit „Schöpfer der Dunkelheit“ die äußerst schwierige Aufgabe, aus Bane wirklich einen Protagonisten zu machen, mit dem man mitfühlen kann und dessen Schicksal einem durchaus am Herzen liegt. Die gelungensten Teile des Romans sind eindeutig die ersten beiden Drittel, die Banes Leben auf Apatros und seine Zeit an der Akademie schildern. Der Leser erlebt hier seinen Weg vom Minenarbeiter Dessel zum Sith-Lord Darth Bane mit und anders als etwa bei Anakin Skywalker kann man hier keinesfalls von einem „Fall zur Dunkeln Seite“ reden, stattdessen ist er ein Sith-Lord, der die Helle Seite der Macht niemals kennen lernt. Auch die Einblicke in das Leben einer Sith-Gemeinschaft sind äußerst interessant und zeigen, dass auch die Sith nicht ausschließlich Monster sind. Natürlich geht es an einer Sith-Akademie etwas härter zu als anderswo, aber dennoch pflegen auch Sith-Adepten Freundschaft, Sith-Lehrer haben Lieblingsschüler etc.
Banes Weg und Ausbildung, sein Studium des Lichtschwertkampfes, seine Entdeckung der Kraft der Dunklen Seite und seine Erkenntnis über die Bruderschaft der Dunkelheit sind äußerst spannend zu lesen, was natürlich auch an Karpyshyns sehr gutem und spannendem Schreibstil liegt, der sehr angenehm ist und dafür sorgt, dass man den Roman kaum aus der Hand legen kann; Darth Banes Entwicklung ist glaubhaft und nachvollziehbar geschildert.
Ein wenig schwächer wird „Schöpfer der Dunkelheit“ leider ab den letzten 70 Seiten, also dem Teil, der die Handlung von „Jedi vs. Sith“ abdeckt und einige Szenen direkt miteinbezieht. Gerade besagte Szenen wirken ein wenig wie Fremdkörper, die in die Handlung hinein mussten (was ja auch der Fall ist) – vermutlich ist es gut, dass die Schlacht um Ruusan relativ kurz abgehandelt wird.
Darüber hinaus ist es auch sehr schön, wie Karpyshyn das restliche Erweiterte Universum, insbesondere die KotOR-Spiele miteinbezieht. Besonders die Idee, Revan als Inspiration für Banes Regel der Zwei zu verwenden, ist ein wirklich schöner Einfall.
Fazit: Trotz eines eher schwächeren letzten Drittels ist „Darth Bane: Schöpfer der Dunkelheit“ vollauf gelungen, gehört mit zu den besten Romanen des EU und ist eines Sith-Lords von Banes Kaliber mehr als würdig.

Siehe auch:
Darth Bane: Die Regel der Zwei
Revan

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