Star Wars: Shadows of the Empire – Soundtrack


Tracklisting:

01. Main Theme from Star Wars and Leia’s Nightmare
02. The Battle of Gall
03. Imperial City
04. Beggar’s Canyon Chase
05. The Southern Underground
06. Xixor’s Theme
07. The Seduction of Princess Leia
08. Night Skies
09. Into the Sewers
10. The Destruction of Xixor’s Palace

Das Sujet dieses Reviews ist im Star-Wars-Universum (und auch sonst) ein ziemliches Unikat, da es sich hierbei um einen Soundtrack zu einem Buch handelt. „Shadows of the Empire“ war das erste Multimediaprojekt des Erweiterten Universums, das gedacht war, um die Wartezeit auf die Prequels zu verkürzen und vermarktet wurde wie ein Film. Das Kernstück dieses Projekts war Steve Perrys Roman, der erklärt, was in der Zeit zwischen „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ geschehen ist; es gab eine Comic- und eine Computerspieladaption, die alle unterschiedliche Elemente in den Vordergrund stellten (sie spielt man im Spiel den Schmuggler Dash Rendar, der im Comic dafür kaum vorkommt), Merchandising (u.a. Actionfiguren der Pro- und Antagonisten) und eben auch einen Soundtrack, komponiert von Joel McNeely. Um eines gleich vorwegzunehmen: Teile dieses Soundtracks wurden zwar im PC-Spiel verwendet, er wurde aber nicht speziell für dieses komponiert und ist daher kein Game-Score.
Beschäftigen wir uns nun aber mit dem Eigentlichen, nämlich Joel McNeelys Musik. Diese ist gewissermaßen das positive Gegenbeispiel zu Kevin Kiners „The Clone Wars“ und ich bin der Meinung, dass statt Kiner McNeely die Musik für Pilotfilm und Serie hätte komponieren sollen, eine Ansicht, mit der ich bei weitem nicht allein dastehe. Zwar hätte McNeely für meinen Geschmack durchaus noch mehr der Williams’schen Themen adaptieren dürfen, aber es ist schon weitaus mehr, als Kiner getan hat.
In Main Theme from Star Wars and Leia’s Nightmare wird, wie nicht anders zu erwarten, das berühmte Hauptthema gespielt, ganz so wie sich das gehört, gefolgt von einem Neuarrangement des Stückes Crabon Freeze (inklusive einer Variation des Imperialen Marsches) aus „Das Imperium schlägt zurück“ – dieses Stück beschreibt Leias Alptraum, in dem sie diese Szene abermals erlebt. Die zweite Verwendung von Williams-Themen findet in Night Skies statt, einem der absoluten Höhepunkte. Hier variiert McNeely geschickt den Imperialen Marsch und das Macht-Thema und vermengt beide mit seinem eigenen Material. Das Thema Darth Vaders taucht auch in The Destruction of Xixor’s Palace auf, zumeist in die Actionuntermalung eingearbeitet, bis der Marsch dann am Ende schließlich ein volles Statement erhält. Wie gesagt, McNeely hätte durchaus noch mehr der klassischen Themen einarbeiten können, das Thema von Prinzessin Leia etwa hätte sich an der einen oder anderen Stelle angeboten.
Aber was McNeely an eigenem Material liefert, ist ebenfalls mehr als brauchbar. Am bedeutendsten ist dabei das Thema für den Hauptschurken des Romans, Prinz Xizor, natürlich zu finden in Xizor’s Theme, das stark auf Schlagzeug setzt und einen östlichen Touch hat. Darüber hinaus hat McNeely ein neues heroisches Thema für die Allianz komponiert, zu hören u.a. in The Battle of Gall und The Destruction of Xixor’s Palace. Sehr interessant ist auch die Identität, die McNeely Coruscant in Imperial City verschafft: Das Zentrum des Imperiums wird u.a. durch einen monumentalen Chor repräsentiert, der ein wenig an das Thema des Imperators erinnert.
Auch stilistisch orientiert sich McNeely an Williams und vollbringt das Kunsstück, sich einerseits in der für Star Wars typischen klanglichen und instrumentalen Ebene zu bewegen, aber andererseits nicht einfach nur stupide den Williams-Stil zu kopieren. An manchen Stellen (speziell zu Beginn von Xizor’s Theme und in The Destruction of Xixor’s Palace) tendiert er ein wenig mehr zur Atonalität als Williams das tut, dafür ist seine Action-Musik (vor allem in The Battle of Gall) ein wenig leichter zugänglich und nicht so hektisch wie im Original.
Fazit: „Shadows of the Empire“ ist so, wie ich mir den Soundtrack zu „The Clone Wars“ gewünscht hätte; McNeely balanciert mit vollem Erfolg auf dem schmalen Grat zwischen Treue zum Original und eigenen Ideen, während Kiner seinen Score einfach mit allem vollgestopft hat, ohne darauf zu achten, ob es passend ist oder nicht. Zwar hätte auch McNeely, zusätzlich zu seinen eigenen, sehr gelungenen Leitmotiven, mehr Williams-Themen verwenden können, aber jedes Mal, wenn er es tut, geschieht es auf kreative, sinnvolle und gelungene Art.

Siehe auch:
Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung – Soundtrack
Stae Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück – Soundtrack
Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter – Soundtrack
Star Wars Episode I: Die Dunkle Bedrohung – Soundtrack
Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger
Star Wars Episode III: Die Rache der Sith – Soundtrack
Star Wars: The Clone Wars – Soundtrack
Star Wars: The Old Republic – Soundtrack

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