Green Lantern


Story: Der Testpilot Hal Jordan (Ryan Reynolds) bekommt von dem sterbenden und auf der Erde gestrandeten Alien Abin Sur (Temura Morrison) einen grünen Ring, mit dessen Hilfe er alles, was er sich vorzustellen vermag, als grünes Energiegebilde verwirklichen kann, woraufhin er im Green Lantern Corps, einer galaxisweiten „Polizeitruppe“, aufgenommen wird. In der Tat ist die Situation gerade recht prekär für die Lanterns, denn Parallax, die Verkörperung der Furcht, macht dem Corps Probleme. Der irdische Wissenschaftler Hector Hammmond (Peter Saarsgard) wurde bereits von ihm infiziert…

Kritik:
Green Lantern ist hierzulande ein recht unbekannter Held, ich bin allerdings seit meiner Kindheit mit der Materie vertraut, weshalb ich eine etwas andere Herangehensweise an diesen Film habe als die meisten anderen (v.a. deutsche) Kritiker, die ihn ziemlich gnadenlos verrissen haben. Ist dieser Superhelden-Streifen von „Casino Royale“ Regisseur Martin Campbell ein guter Film? Nicht wirklich. Ist er unterhaltsam? Durchaus.
Man wählte bei der Umsetzung einen ähnlichen Ansatz wie bei den jüngsten Marvel-Filmen („Thor“, „Iron Man“) und bemühte sich, einerseits durchaus nahe an der Vorlage zu bleiben (als Vorlage diente vor allem Geoff Johns‘ „Secret Origins“ aus dem Jahr 2008, das Hal Jordans Entstehungsgeschichte neu erzählte), das ganze allerdings nicht zu ernst zu nehmen und immer wieder mit ein wenig Selbstironie aufzulockern, was durchaus erfolgreich war. Auch die Action-Sequenzen sind im Allgemeinen sehr gelungen und Dank des Rings kreativ und unterhaltsam, hier wurde von Seiten des CGI-Teams gute Arbeit geleistet. Was den restlichen Film angeht, so sind die Animationen allerdings durchwachsen. Der Planet Oa, das Hauptquartier der Lanterns, leidet unter einer ähnlichen Schwäche wie Asgard in „Thor“: Es sieht viel zu künstlich und steril aus. Ebenso unnatürlich ist Hals Uniform, und auch Abin Sur wirkt irgendwie merkwürdig. Sehr gut gelungen sind dagegen Tomar Re (Geoffrey Rush) und Kilowog (Michael Clark Duncan). Diesen beiden sind auch, zusammen mit Sinestro (Mark Strong), der ebenfalls ein wenig seltsam aussieht, aber noch im Bereich des Erträglichen ist, mit Abstand die interessantesten Figuren und hätten viel mehr Leinwandzeit verdient.
Die größte Schwäche von „Green Lantern“ liegt beim Drehbuch (die Dialoge sind zum Teil sehr hölzern und stereotyp) und der Umsetzung. Zwar hält sich der Film durchaus nahe an den Comics, setzt aber die falschen Akzente. Wie bei „Batman Begins“ versuchte man, im ersten Film (denn dass ein Sequel geplant ist, liegt auf der Hand) einen von den weniger bekannten Schurken zu verwenden und noch nicht den Erzfeind (in diesem Fall Sinestro). Doch was bei Chris Nolan gelang, bekommt „Green Lantern“ nicht besonders gut. Hector Hammond ist als Schurke schlicht uninteressant und wird darüber hinaus viel zu spät eingeführt, es wirkt, als wäre Regisseur und Drehbuchautor nach der Hälfte eingefallen: „Ups, wir brauchen ja noch einen Schurken.“ Ebenso schnell wird Hammond dann auch wieder abserviert. Parallax (Clancy Brown), der andere Schurke des Films, ist in der Umsetzung leider ebenfalls eher als misslungen zu betrachten. In ihm stecken (so scheint es zumindest mir) eigentlich gleich zwei Green Lantern Schurken: Die abtrünnige Wächterin Scar und die dämonische Verkörperung der Furcht, von der auch die Filmfigur ihren Namen hat. Dennoch kommt die Figur nie wirklich zum Tragen und wirkt verheizt.
Letztendlich finde ich den Ansatz des Zeichentrickfilms „Green Lantern: First Flight“, der ebenfalls Hal Jordans Origin erzählt, weitaus gelungener. Dort entschied man sich, sich eher von der klassischen Superheldengeschichte zu entfernen und mehr in Richtung Sc-Fi-Abenteuer zu gehen, was in meinen Augen zur Figur weitaus besser passt. Und apropos Figur: Auch der Protagonist ist für mich ein Problem. Ryan Reynolds ist sympathisch, durchaus witzig, selbstironisch und sehr amüsant – aber bereits im Vorfeld hatte ich Schwierigkeiten, ihn als Hal Jordan zu sehen und auch während des Films war es eben immer Ryan Reynolds und nicht Hal Jordan. Wie viele andere auch hätte ich Nathan Fillion (Malcolm Renyolds aus der Serie „Firefly“) gerne in der Hauptrolle gesehen, da er wirklich perfekt zu Hal passt. Wenigstens wird er in der animierten Anthologie „Green Lantern: Emerald Knights“ von ihm gesprochen.
Fazit: „Green Lantern“ ist nicht so schlecht, wie viele Kritiker ihn machen, aber doch zu unausgewogen, überladen und mit zu vielen Schwächen behaftet, um als wirklich gute Comicverfilmung funktionieren zu können. Stattdessen findet man sehr viel verschenktes Potential. Der Film weiß zu unterhalten, aber nicht zu überzeugen. Und warum zur Hölle ist Amanda Waller so schlank?

Trailer

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