X-Men: First Class


Story: Die Mutter von Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) wurde von dem KZ-Wissenschaftler Klaus Schmidt (Kevin Bacon) ermordet. Seither sucht der junge Mutant, der Metall kontrollieren kann, nach Rache und erfährt gut zwanzig Jahre später, dass Schmidt nun als Sebastian Shaw unterwegs ist und dass es sich bei ihm ebenfalls um einen Mutanten handelt. Zusammen mit seinem Hellfire-Club plant Shaw einen Atomkrieg.
Zur selben Zeit beschäftigt sich auch der junge Genetiker und Telepath Charles Xavier (James McAvoy) mit Mutationen. Letztendlich treffen die beiden zusammen und scharen andere Mutanten um sich, um Shaw aufzuhalten…

Kritik: Während die ersten beiden Filme rund um Charles Xaviers Mutanten im Allgemeinen sehr gut ankamen, waren „X-Men 3: Der letzte Widerstand“ und „X-Men Origins: Wolverine“ eher umstritten, was viele auch an der Nichtbeteiligung von Bryan Singer, dem Regisseur der ersten beiden Teile, festmachten.
Die gute Nachricht: An „X-Men: First Class“ war Bryan Singer wieder beteiligt, wenn auch nur als Produzent und Autor. Die schlechte Nachricht: Der Film wurde sehr überhastet produziert und Regisseur Matthew Vaughn („Kick Ass“) hatte insgesamt recht wenig Zeit. Die überraschende Nachricht: Trotz allem ist ein wirklich guter Film dabei herausgekommen. Der Film ist leider nicht ganz ohne Schwächen, man merkt dem Drehbuch manchmal an, dass es etwas überhastet geschrieben wurde, der Film ist ein wenig zu überladen und die Schurken, in erster Linie Emma Frost (gespielt von January Jones, die eine gute Figur macht, aber bei Weitem nicht alles aus ihrer Rolle herausholen kann, da die attraktive Telepathin zwischendurch auf Eis gelegt wird) und Sebastian Shaw (verkörpert von Kevin Bacon, der sichtlich Freude an seiner Schurkenrolle hat) sind recht flach geraten.
Dafür weiß „X-Men: First Class“ aber mit der gelungenen Charakterisierung der beiden Helden (auch wenn sich das ändert) und Freunde Charles Xavier und Erik Lehnsherr zu überzeugen. Vor allem Michael Fassbender sticht hervor und spielt, wie auch schon in „Inglorious Basterds“, einfach hervorragend. Die Zwiespältigkeit seines Charakters nimmt man ihm jeder Zeit ab, er vermag es, sowohl sympathisch als auch gefährlich zu wirken. James MacAvoy bleibt dahinter ein wenig zurück, seiner Figur ist allerdings auch ein wenig undankbarer. Immerhin bekommt man zu sehen, dass selbst Professor X in seiner Jugend ein wenig wilder war.
Auch die anderen Figuren sind sehr gut besetzt, vor allem Mystique wird in diesem Film zu einem weitaus interessanten Charakter, auch wenn sie manchmal von den anderen Figuren ein wenig merkwürdig behandelt wird und ihre Verbindung zu Xavier an den Haaren herbeigezogen wirkt. Ähnliches lässt sich auch über den Plot sagen. Der Film ist sehr spannend und mitreißend, aber dass die Mutanten fast im Alleingang die Kubakrise ausgelöst und auch verhindert haben, wirkt irgendwie zu reduzierend.
Ich erwähnte ja bereits die Überladenheit – in den letzten zehn Minuten des Films finden einfach zu viele Entwicklungen einen abrupten Ausgang, es wurden auf Biegen und Brechen Dinge mithineingepackt, die erst in ein Sequel gehören.
Nichtsdestotrotz gibt es ein gutes Maß an Action und Humor und viele augenzwinkernde Verweise.
Ein großes Problem ist allerdings die Verbindung zu den anderen Filmen, da sich „X-Men: First Class“ nicht so recht entscheiden kann, ob es ein Prequel oder ein Reboot ist. Einerseits werden viele Verbindungen zu den anderen Filmen gezogen (allein der Anfang oder das Charakterdesgin von Mystique), aber andererseits steht Manches in direktem Widerspruch. Am Ende des Films ist Xavier zum Beispiel bereits gelähmt, während er im Prolog von „X-Men 3“ viele Jahre später noch laufen kann. Vielleicht hängt dies mit Bryan Singer zusammen und „X-Men: First Class“ betrachtet nur die ersten beiden Filme als Kanon, wer weiß.
Fazit: Trotz einiger Fehlerchen ist „X-Men: First Class“ eindeutig der beste X-Men-Film seit „X2“, vor Allem dank der hervorragenden Darsteller und dem richtigen Verhältnis von Action, Humor und charakterlicher Tiefe der beiden Hauptfiguren.

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Siehe auch:
X-Men