Wir sind die Nacht


Story: Die Kleinganovin Lena (Karoline Herfurth) wird von einem Vampitrtrio, bestehend aus der Anführerin Louise (Nina Hoss), Charlotte (Jeniffer Ulrich) und Nora (Anna Fischer), „entdeckt“ und ebenfalls zur Vampirin gemacht. Lena kommt mit ihrem neuen Dasein jedoch nicht wirklich klar, sie schafft es nicht, Menschen zu töten und dann ist da auch noch der Polizist Tom (Max Riemelt), in den sie verliebt ist.

Kritik: Ein Genrefilm, noch dazu einer über Vampire, aus deutschen Landen? Das ist wirklich eine Seltenheit (die wir wohl dem Twilight-Hype zu verdanken haben), da wir sonst fast ausschließlich Krimis, Komödien, Schnulzen und Historienfilme (am liebsten über die eigene Vergangenheit) hinbekommen. Leider Gottes merkt man „Wir sind die Nacht“ diesen Umstand an, denn die Optik erinnert zumindest mich irgendwie an den „Tatort“.
Zwar ist der deutsche Beitrag zur aktuellen Vampirwelle nicht ganz so schlimm wie die Streifen über Stephenie Meyers Glitzersauger (die Vampire zerbröseln wenigstens in der Sonne, so wie sich das gehört), aber von einem überzeugenden Gruselfilm ist Dennis Gansels („Die Welle“) Werk leider meilenweit entfernt. Die Grundvoraussetzungen sind denen von „Interview mit einem Vampir“ recht ähnlich (auch wenn es sich hier um Emanzenvampire handelt, die alle männlichen Exemplare vernichtet haben): Louise wirkt ein wenig wie ein blasses weibliches Abziehbild von Lestat, während Lenas moralischer Kampf an Louis erinnert. Im Gegensatz zum oben erwähnten Genreklassiker bleiben die Figuren und schauspielerischen Leistungen hier allerdings völlig blass und uninteressant. Den vier Damen nimmt man ihre Rollen einfach nicht ab – Karoline Herfurth schafft es keine Minute, das moralische Dilemma glaubhaft zu vermitteln, während die anderen drei unentschieden (Nina Hoss), kaum vorhanden (Jeniffer Ulrich) oder schlicht nervig (Anna Fischer) wirken.
Die Handlung an sich wirkt unausgegoren und nicht zu Ende gedacht, während so etwas wie Spannung oder gar Grusel praktisch völlig abwesend ist. Das einzige wirklich gelungene Element ist Lenas langsame Verwandlung zur Vampirin – hier weiß auch Karoline Herfurth zu überzeugen.
Fazit: Enttäuschend. Auf einen wirklich guten neuen Vampirfilm werde ich wohl noch eine ganze Weile warten müssen.

Trailer