The King’s Speech


Story: Albert (Colin Firth), der Herzog von York, stottert, und das ist natürlich bei einer Persönlichkeit seines Ranges, die zu allem Überfluss auch noch Reden halten muss, äußerst ungünstig. Aus diesem Grund engagiert seine Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter) den mit äußerst unorthodoxen Methoden arbeitenden Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush), und dieser kann in der Tat helfen. Doch dann dankt Alberts Bruder als König ab und er ist als George VI. der nächste auf dem Thron. Reichen Logues Kenntnisse auch für eine königliche Ansprache?

Kritik: „The King’s Speech“ mag kein Meisterwerk sein, aber er ist ein ungemein sympathischer Film, der eigentlich alles richtig macht, genau den richtigen Ton trifft und einem fast keine Wahl lässt, als ihn zu mögen. Das liegt natürlich vor allem an den Darstellern, die einerseits gekonnt komisch sind, aber andererseits nie zu Abziehbildern oder reinen Parodien werden. Man lacht über „Bertie“, aber man fühlt auch mit ihm. Colin Firth liefert dabei schauspielerisch (und vor allem stimmlich) eine Glanzleistung ab. Das Highlight ist aber selbstverständlich Geoffrey Rush, der in meinen Augen die wahre Meisterleistung des Filmes erbringt. Richtig gut wird der Film natürlich erst durch das Zusammenspiel und natürlich durch die pfiffigen und lustigen Dialoge der beiden.
In den Nebenrollen findet sich (wie so häufig bei britischen Filmen) mal wieder der halbe Harry-Potter-Cast, unter anderem Helena Bonham Carter als Alberts Gattin Elizabeth (ebenfalls köstlich, für besagte Schauspielerin allerdings eine extrem brave Rolle, und natürlich hat sie, wie üblich, zu wenig Leinwandzeit), Michael Gambon als George V. (sehr passend) und Timothy Spall in einem sehr vergnüglichen Auftritt als Winston Churchill.
Auf jeden Fall ist zu empfehlen, sich „The King’s Speech“ im O-Ton anzuschauen, da ich denke, dass die deutsche Synchronisierung einem Film, der so sehr auf Sprache aufbaut, nicht unbedingt gut tut.
Fazit: In meinen Augen nicht der beste Film des letzten Jahres, aber sehr vergnüglich, lustig, unterhaltsam und durchaus auch berührend, was vor allem dem großartigen Spiel von Colin Firth und Geoffrey Rush zu verdanken ist.

Trailer

2 Gedanken zu “The King’s Speech

  1. Cellmorbasg

    Wie ich gerade zufällig gesehen habe, hat es dich nach Xperts verschlagen und so bin ich auf dein Blog gestoßen. Für ein so umfangreiches Schaffen, scheint es mir wenig kommentiert zu werden. Ich hoffe es ist besser besucht und Kommentare sind überhaupt erwünscht.

    Ich hab King’s Speech zwar auf Deutsch gesehen (gab bei mir vor Ort keine andere Möglichkeit – ich bin froh ihn überhaupt gesehen zu haben, 127 hours läuft z.B. nicht), aber kann der großen Leistung von Firth und Rush nur beipflichten. Mit Bonham Carter tu ich mich schwer und ich fand ihre Rolle immer ein wenig schwankend zwischen sehr diszipliniert und zurückhaltend, aber andererseits dann doch etwas menschlich und ihre Rolle etwas ironisch zu kommentieren.
    Aber das ist ja nur ein sehr kleiner Randschauplatz. Hauptsächlich dreht sich der Film um die Männerfreundschaft und das Spiel der beiden ist großartig. Dieser Teil der Geschichte, ebenso wie das Stottern war für mich auf vollkommen glaubwürdig. Die Tatsache, dass es sich hier um das englische Königshaus handelt blieb mir fremd. Diese Seite hat mich nicht überzeugt. Der Winston Churchill kam mir vor wie eine auferstandene Karikatur aus den 30ern.
    Ein weiterer Kritikpunkt sind die Stotter-Reden. Ich glaube zwei große Reden werden anfangs gezeigt und dann kommt die nächste Szene. Ich finde man hätte ruhig eine Rede bis zum Schluss durchhalten können – es wäre mutig gewesen. Was das Stottern betrifft, wäre so der Kontrast zur Schlussrede noch beser gewesen (die ich inzwischen auf Englisch gehört habe und deutlich macht, dass der Film auf Englisch um einiges gewinnt). Für die Schlussrede ziehe ich ebenfalls einen Punkt ab, da man sie in Musik ertränkt hat. Das mir die historische Wahrhaftigkeit fehlte, ist zu verschmerzen, aber diesen Punkt fand ich schon fast eine Gemeinheit.

    Ein wunderbarer Wohlfühlfilm, dem aber mit vier großen Oscars zu viel Ehre zu teil wurde.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, diese sind natürlich erwünscht. Der Blog ist auch recht gut besucht, die Besucher sind wohl nur ein wenig Kommentarfaul.
      Nach X-Perts hat es mich allerdings nicht verschlagen, ich habe mich aufgrund des zur Zeit wieder anwachsenden HP-Interesses gewissermaßen wieder reaktiviert; irgendwo fahren sicher noch alte Beiträge von mir herum.
      Stimmt schon, der Film-Churchill ist wirklich eine ziemliche Karikatur, aber ich fand ihn ganz amüsant, aber wie du sagtest, das Nichtvorhandensein der „historische Wahrhaftigkeit“ ist zu verschmerzen, bzw. ich hatte sie gar nicht erst erwartet und war fast schon überrascht, wie gut die beiden Hauptfiguren rüberkommen.
      Der O-Ton lohnt sich nicht nur wegen Colin Firth (dessen Reden auf deutsch, zumindest in youtube-Ausschnitten) irgendwie komisch rüberkommen, sondern vor allem wegen Rush, dessen Stimme ich immer wieder genial finde.

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