Sin City


Story:

Stadt ohne Gande
Der Hüne Marv (Mickey Roark), ein entstellter und leicht psychopathischer Schläger, der dennoch irgendwie sympathisch ist, verbringt die Nacht seines Lebens mit einer Frau namens Goldie (Jamie King). Als er später neben ihr aufwacht, ist sie tot und die Polizei steht bereits vor der Tür; jemand muss das geplant haben, denn sonst wäre die korrupte Polizei nie so schnell gekommen.
Marv wittert eine Verschwörung und zieht aus, um sich für Goldies Tod zu rächen und die Wahrheit zu erfahren.

Das Große Sterben
Dwight McCarthy (Clive Owen) ist gewissermaßen der Beschützer der Prostituierten von Sin City und hilft ihnen aus, als diese Porbleme mit einem toten Cop und sehr vielen lebendigen Gangstern bekommen. Dabei kommt es zu einigen recht bizarren Situationen.

Dieser Feige Bastard
Kurz vor seiner Pensionierung will der Cop Hartigan (Bruce Willis) einen letzten Fall lösen: Das Mädchen Nancy (Makenzie Vega) Callahan wurde von dem Sohn (Nick Stahl) des korrupten Senatoren der Stadt entführt. Aber diese Situation bringt Hartigan in Teufels Küche – zwar überlebt Nancy, aber der Cop selbst kommt ins Gefängnis. Acht Jahre später scheint es, als wolle der Senatorensohn sein Werk vollenden und Rache an Nancy (Jessica Alba) und Hartigan nehmen.

Kritik:
 „Sin City“ ist der ultimative Beweis, dass es möglich ist, einen Comic Bild für Bild abzufilmen und dass das Ergebnis auch noch großartig werden kann.
Dieser Film ist ein Gemeinschaftsprojekt von drei Regisseuren: Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“, „Planet Terror“), Frank Miller, der der Autor der Comicvorlagen ist, und Rodriguez Langzeitkumpel Quentin Tarantino („Kill Bill“, „Pulp Fiction“), der für die symbolische Gage von einem Dollar eine Szene abgedreht hat.
„Sin City“ stellt eine Verfilmung der Bände 1, 3 und 4 der gleichnamigen Comicserie dar und ist somit ein Episodenfilm, der hauptsächlich durch die Kelnerin Shelly (Brittany Murphy) verbunden ist, die in allen drei Episoden auftaucht. Zusätzlich enthält der Film auch die Kurzgeschichte „Der Kunde hat immer Recht“ aus dem sechsten „Sin City“ Band „Bräute, Bier und Blaue Bohnen“, die dem Film als Prolog vorangestellt ist und von einem Profikiller (Josh Hartnett), der ein Opfer stellt und tötet.
Wie oben bereits erwähnt ist „Sin City“ praktisch Bild für Bild abgefilmt. Über die Handlung (die, wie die Comics eben auch, übermäßig brutal stilisiert ist) und den tiefschwarzen Humor, mag man denken, was man will (mir gefällt beides, aber es ist wahrlich nicht Jedermanns Sache), aber selbst jemand, dem beides nicht liegt, wird zugeben müssen, das die Optik des Films schlicht genial ist. Größtenteils ist „Sin City“ schwarz/weiß (teilweise, wie die Comicvorlage, wortwörtlich), allerdings immer wieder unterbrochen von grellen Farbklecksen, etwa rotes Blut, blaue Augen, blonde Haare etc. Diese Farbklekse wirken durch den restlichen Grauton extrem grell und ziehen den Blick des Zuschauers sofort auf sich.
Auch sonst wurde, allerdings durch subtilere Mittel, die Optik und die Atmosphäre der Comics perfekt umgesetzt. Seien es das weiße Blut, die comichaften Shilouettenszenen oder die Mauerritzen, die normalerweise schwarze sind, aber weiß werden, wenn ein Schatten auf sie fällt.
Auch die Darstellet sind hervorragend aufgelegt; Michey Rourk spielt nicht nur Marv, er IST Marv. Bruce Willis spielt wie immer routiniert; die Rolle des Hartigan wurde ihm praktisch auf den Leib geschrieben.
Die Damen sind grundsätzlich atemberaubend; unter ihnen ist besonders Rosario Dawson hervorzuheben, die trotz ihres äußerst verzwickten Kostüms immer leich ironisch daherkommt. Auch der Rest weiß zu überzeugen und ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt.
„Sin City“ ist vor allem als eine tiefe Vorbeugung vor dem Film Noir und den verwandten Hard Boiled Krimis zu verstehen, deshalb sind natürlich harte Kerle und heiße Ladys im Dutzend billiger vorhanden. Wie bereits erwähnt ist die damit verbundene Gewaltdarstellung nicht unbedingt leicht bekömmlich, allerdings ist die Gewalt derartig überzogen, dass man sie praktisch nicht ernst nehmen kann, was auch eine der Intentionen von Frank Miller ist.
Fazit: Mit „Sin City“ wurde, was Filme im Allgemeinen und Comicverfilmungen im Besonderen angeht, absolutes Neuland betreten und man kann den Machern nur zu ihrem Mut gratulieren. Das Experiment ist mehr als geglückt, denn herausgekommen ist wohl einer der genialsten Filme überhaupt. Ich jedenfalls warte schon sehnlichst auf den zweiten Teil.

Trailer

Direktvergleich Film/Comic:

Siehe auch:
Machete
Inglorious Basterds
Django Unchained

2 Gedanken zu “Sin City

  1. Sin City ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich liebe die Umsetzung, die Farbgestaltung des Films ist einfach wahnsinnig, und ich möchte jeden der Fabulous Three herzlichst gern abküssen für dieses Wahnsinnswerk.
    Eigentlich bin ich für Filme dieses Genres überhaupt nicht geschaffen, weil ich immer noch ein bisschen kleines Mädchen bin und Angst hab, die bösen Jungs könnten aus dem Film kriechen. Hier ist das irgendwie nicht so. Wie du erwähnstest – Mickey Rourke IST Marv, und ich nehm ihm das einfach so absolut ab, und es ist so toll zu glauben, dass es wirklich jemanden wie ihn geben könnte.
    Was mich noch interessieren würde, ist – wie immer bei mir – die Synchronisation. Bisher hab‘ ich SC nur auf Deutsch gesehen. Ich glaube, die O-Ton-Version wird langsam fällig.

    Danke für’s an den Film erinnern!

    1. An Sin City erinnere ich immer gerne, denn er ist auch einer meiner absoluten Lieblingsfilme.
      „Sin City“ im O-Ton ist natürlich äußerst interessant, aber mitunter, wegen starkem Slang, sehr schwer zu verstehen.
      Hast du die Comicvorlagen gelesen? Denn als Fan des Films sollte man das auf jeden Fall in Erwägung ziehen, auch wenn diese nicht ganz billig sind.

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