Inglourious Basterds

Story: Es war einmal…im von den Nazis besetzten Frankreich. Wir schreiben das Jahr 1941. SS-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz), genannt der Judenjäger, ist auf Pirsch und schafft es in einer beispiellosen Aktion, die jüdische Familie Dreyfus aufzuspüren und zu exekutieren. Nur ihre Tochter Shosanna (Melanie Laurent) überlebt und kann fliehen.
Drei Jahre später schickt der amerikanische Secret Service eine jüdisch-amerikanische Spezialeinheit ins Naziterritorium, die so genannten „Basterds“, die einen äußerst grausam Guerilla-Feldzug gegen die germanischen Usurpatoren führen und vor allem dafür bekannt sind, die Skalps ihrer Opfer zu entfernen. Nicht von Ungefähr nennt man ihren Anführer auch „Aldo, the Apache“ (Brad Pitt).
Mithilfe dieser Basterds soll nun, mit Unterstützung der Briten und der deutschen Doppelagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) ein tollkühner Anschlag auf die Nazigrößen ausgeübt werden, bei dem ein Kino im Mittelpunkt steht, das der rachedurstigen Shosanna Dreyfus gehört. Allerdings hat Hans Landa bereits die Witterung aufgenommen… 

Kritik: „Inglorious Basterds“ ist der einzige Film, in dem ich 2009 zwei Mal im Kino war, und das allein will schon etwas heißen. Bei einem derart außergewöhnlichen Film weiß man gar nicht recht, wo man mit dem Lob anfangen soll.
Schon allein das Konzept „Tarantino plus Nazis“ ist hochinteressant, immerhin ist Quentin Tarantino ja grundsätzlich bekannt für Filme der etwas anderen Art. Zugegeben, mit dieser Art komme ich nicht immer gut klar. So hatten Filme wie „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“ doch deutliche Längen, vor allem begründet durch die berüchtigten „Tarantino-Dialoge“. So interessant diese auch sein mochten, in den oben genannten Filmen führten sie bei mir früher oder später zu Ermüdungserscheinungen.
Ganz anders als beim aktuellen Tarantino Streifen. Zwar gibt es auch bei den „Basterds“ diese Art von Gespräch, aber hier sind die Dialoge so messerscharf, treffend und genial, dass kein einziges Mal auch nur der Hauch von Langeweile bei mir aufkam.
Die oben beschrieben Handlung des Films ist natürlich, wie bei Tarantino üblich, eher zweitrangig. Wie bei allen Filmen dieses Regisseurs kommt es auf die Figuren und Szenen an, was dazu führt, dass der Film manchmal fast einem Kammerspiel gleicht, und ein solches Kammerspiel steht und fällt natürlich mit den Schauspielern. Und da hat Tarantino, mit ein paar Ausnahmen, voll ins Schwarze getroffen. Allein schon das Vorhaben, nach Nationalität zu besetzen, ist erfrischend, aber natürlich extrem passend, und diese Vielsprachigkeit macht einen der ganz großen Pluspunkte des Films aus. Daher gibt es auch Glanzleistungen aus drei Ländern, bzw. Sprachregionen. Auf Seite der Amerikaner (bzw. der Englischsprachigen) sticht vor allem Brad Pitt mit seinem herrlichen Tennesee-Akzent hervor. Einmal mehr beweist er seine Wandlungsfähigkeit und zeigt, dass er nicht nur als Vampir oder antiker Held eine gute Figur macht.
Auch Melanie Laurent spielt für die französische Seite absolut überzeugend auf dem Schmalen Grat zwischen Trotz, Rachedurst und Verletzlichkeit.
Aber die beste Leistung des Films gibt es ohne Zweifel auf deutscher Seite. Zwar ist Diane Kruger eher enttäuschend, und auch Till Schweigers Spiel ist nicht gerade oscarreif (obwohl er seinen Zweck recht gut erfüllt), aber der deutsche Rest, etwa August Diehl als Gestapo-Offizier oder Daniel Brühl als Frederick Zoller, macht sich wirklich glänzend. Am hervorstechendsten ist allerdings die Leistung von Christoph Waltz, der als eloquenter, sadistischer, bösartiger und genialer Oberst Hans Landa alle anderen viersprachig gnadenlos an die Wand spielt. Mit der Figur des Landa haben sich Tarantino und Waltz ohne Zweifel selbst übertroffen.
Fazit: Dank genialer Schauspielleistungen, interessanter Musikauswahl und messerscharfer, vor Anspielungen an das deutsche und internationale Kino nur so strotzender Dialoge einer der besten Filme des Jahres 2009, wenn nicht gar der beste. Und ohne Zweifel der großartigste Tarantinostreifen.

Trailer

Siehe auch:
Django Unchained
Sin City
Er ist wieder da

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