Die Stadt der Träumenden Bücher


Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist „Die Stadt der Träumenden Bücher“ von Walter Moers.
Walter Moers ist vor allem für seine Comicschöpfungen bekannt, etwa „Das Kleine Arschloch“ und „Adolf, die Nazi-Sau“. Nebenbei ist er auch der Erfinder von Käpt’n Blaubär. Alle, die vielleicht durch diese Vorgeschichte belastet sind, sei gesagt, dass „Die Stadt der Träumenden Bücher“ mit all diesen Publikationen so gut wie gar nichts gemeinsam hat.
„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist der vierte Roman von bisher fünf Romanen von Walter Moers, der auf dem fiktiven Kontinent Zamonien spielt (die anderen sind „Die dreizehneinhalb Leben des Käpt’n Blaubär“, „Ensel und Krete“, „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ so wie „Der Schrecksenmeister“).
In Zamonien gibt es fast keine Menschen, dafür aber eine sehr große Anzahl an anderen Wesensarten, die sich allerdings sehr menschlich verhalten. Da tummeln sich unter anderem Wolpertinger, Eydeeten, diverse Zyklopen, Hundlinge, Wildschweinlinge und noch ein ganzer Haufen weiterer sehr fantasievoller Wesenheiten.
Besonders von Bedeutung sind für „Die Stadt der Träumenden Bücher“ jedoch die Bewohner der Lindwurmfeste, ein Volk schriftstellernder Dinosaurier. Der fiktive Autor dieses Buches, bekannt als Hildegunst von Mythenmetz (der größte Schriftsteller Zamoniens) gehört dieser Rasse an; „Die Stadt der Träumenden Bücher“ stellt das erste Kapitel seiner Autobiographie „Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers“ dar. Soviel zur Vorgeschichte, nun zum Buch selbst: Der Dichtpate des jungen Hildegunst von Mythenmetz hinterlässt ihm nach seinem Tod ein Manuskript, das wirklich phänomenal ist.
Hildegunst möchte nun den Autor dieses Manuskripts ausfindig machen und begibt sich deshalb nach Buchhaim (die titelgebende Stadt), das praktisch Mekka aller derer ist, die im Literaturbetrieb zu tun haben. Dort kommt er einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur, die mit diesem Manuskript zu tun hat.
„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist nicht nur ein extrem spannender Roman, sondern auch eine fabelhaft ausgearbeitet Karikatur auf die Literatur und den Literaturbetrieb unserer Welt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie liebevoll Moers und mit so vielen Details versehen Moers Buchhaim gestaltet hat.
Besonders zu erwähnen ist auch die zamonische Literatur, in die der Leser eingeführt wird und die einige Parallelen zu unsere Literatur aufweist, und dies nicht nur in den Namen der Autoren, die Anagramme von realen Autoren sind, wie zum Beispiel Gofid Letterkerl (Gottfried Keller) oder Perla la Gadeon (Edgar Allen Poe).
„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Liebeserklärung an das Medium Buch, extrem unterhaltsam, spannend und lustig geschrieben und auch, trotz des Mangels an Menschen, durchaus für Leser geeignet, die sich sonst eher weniger aus Fantasy machen.

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