Sandman Band 1: Präludien & Notturni


Neil Gaiman, hierzulande wohl eher unbekannt, in GB und den USA allerdings für seine Romane und Comics gefeiert, wurde bereits in meiner Einführung erwähnt, und hier kommt nun auch sein erstes Werk, der erste Band der Sandman-Reihe, die wohl zu Gaimans besten Arbeiten zählt.
Die Serie wird zurzeit gerade vom Panini-Verlag in Deutschland in einer Reihe von zehn Paperbacks neu aufgelegt (die zwar mit 15 bis 25 Euro nicht gerade billig sind, dafür aber qualitativ hochwertig, sowohl was Druck, Papier etc. angeht, als auch den Inhalt).
Was macht den „Sandman“ nun so besonders?
Erst einmal kurz zum Inhalt: Die Sandman-Serie dreht sich um die so genannten „Ewigen“, uralte und mächtige Wesen, die, anders als Götter, nicht darauf angewiesen sind, dass man an sie glaubt. Solange Menschen existieren, wird es auch die Ewigen geben. Diese sieben Wesen sind (Achtung, sehr sprechend Namen, die Ewigen sind eine Verkörperung dieser Aspekte) Death, Desire, Despair, Destruction, Delirium, Destiniy und natürlich der Titelheld Dream (alias Sandman, alias Morpheus etc.)
Die Handlung des ersten Bandes, „Präludien und Notturni“, beginnt folgendermaßen: Eine Gruppe von okkulten Mystikern versucht am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Death einzufangen, um sie für finstere Zwecke zu gebrauchen, bekommt aber stattdessen Dream und sperrt ihn viele Jahrzehnte lang.
Dies verursacht viele Komplikationen, das Reich der Träume gerät in Unruhe und eine merkwürdige Schlafkrankheit greift um sich.
Viele Jahre später kann Dream entkommen und muss nun sein Reich ordnen, dafür braucht er allerdings drei Gegenstände, die ihm abhanden gekommen sind: Seinen Helm, einen Beutel mit „Schlafsand“ und seinen Traumstein. Die Suche führt Dream durch die ganze Welt bis in die Hölle, und er begegnet dabei auch einigen bekannten Figuren des DC-Comicuniversums (etwas, das in späteren Bänden eigentlich gar nicht mehr vorkommt, da die Sandmanreihe dem DC-Label Vertigo zugeordnet wurde, das für erwachsenere und düsterere Comics abseits der Superhelden steht), zum Beispiel John Constantine (der später ebenfalls zu Vertigo wanderte), dem Martian Manhunter oder dem Dämon Etrigan. Sogar Batman und Green Lantern haben einen Cameo-Auftritt.
Im letzten Kapitel des ersten Bandes, der quasi einen Epilog darstellt, hadert Dream schließlich mit sich selbst und hat ein erhellendes Gespräch mit seiner Schwester Death.
Was die Sandman Comics so einzigartig macht, ist die Detailverliebtheit, mit der Gaiman erzählt, die vielen Anspielungen auf diverse Mythologien und die philosophische Tiefe, die dieses Werk erreicht. Die Sandman Comics sind eine gelungene Mischung aus allen möglichen Genres und „Präludien & Notturni“ ist gerade mal der Auftakt.
Zeichnerisch ist der Band ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Bilder nicht ganz so glatt sind, wie man das zum Beispiel von einem Superheldencomic erwarten würde. Dennoch gewöhnt man sich schnell an sie und kann der Geschichte trotz ihrer Komplexität sehr gut folgen.
Eine besondere Erwähnung verdient noch die im letzten Kapitel auftauchende Death: Eine so sympathische, liebenswerte und dennoch nachdenklich-düstere Version des Todes ist mir bisher noch nie untergekommen. Man muss Death einfach mögen.
Fazit: Wirklich eine der genialsten Comicreihen überhaupt, mit einem phänomenalen Anfang. Sollte man wirklich gelesen haben.

Weitere Vertigo-Rezensionen:
Fables Band 1: Legenden im Exil
Die Löwen von Bagdad

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s