Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden

Bei diesem geradezu epischen Werk handelt es sich um die Biographie der reichsten Ente der Welt: Dagobert Duck. Verfasst wurde es von dem amerikanischen Zeichner und Autor Keno Don Hugo Rosa, der sich bei den Duck-Fans aus aller Welt großer Beliebtheit erfreut und nebenbei mein Lieblingszeichner und -autor der Familie aus Entenhausen ist.

Das Hauptwerk besteht aus zwölf Kapiteln, dazu gibt es noch einige Neben- bzw. Ergänzungskapitel.
Die Biographie beginnt im Jahr 1867 mit Dagoberts Kindheit in Schottland. Das erste Kapitel handelt von seiner Familiengeschichte (die Ducks sind ein verarmter schottischer Clan) und seinen ersten Gehversuchen als „Geschäftsmann“ (u.a. als Schuhputzer und Holzverkäufer) und endet mit seiner ersten Reise nach Amerika zu seinem Onkel Diethelm, der dort als Dampferkapitän tätig ist.
Im zweiten Kapitel arbeit Dagobert für seinen Onkel auf dessen Dampfer und lernt unter anderem Dankwart Düsentrieb, Daniel Düsentriebs Großvater sowie den Großvater und die Väter der Panzerknacker kennen (und Letztere auch hassen).
Im dritten Kapitel versucht sich Dagobert als Cowboy in Montana (und begegnet so berühmten Persönlichkeiten wie Frank und Jesse James sowie dem späteren Präsidenten Theodore Roosevelt), was er im vierten Kapitel aufgibt, um Kupfer zu schürfen. Gerade in dem Moment, in dem er beginnt, wirklich Geld zu verdienen, wird die Duckenburg, der Stammsitz seiner Familie, verpfändet und Dagobert muss sich im fünften Kapitel mit den Schulden seiner Familie und einer alten Fehde herumplagen.
Im sechsten Kapitel führt in seine Suche nach Reichtum nach Afrika, wo er sich einen weiteren Feind macht, mit dem er in späteren Tagen noch oft zu kämpfen haben wird: Mac Moneysac.
Dagoberts Weg führt ihn schließlich nach Australien (siebtes Kapitel), von wo aus er sich nach Alaska aufmacht (achtes Kapitel). Dort, in der eisigen und wilden Gegend des Yukon, erreicht Dagobert endlich sein Ziel: Er findet Gold und wird reich.
Doch Dagobert Duck ist niemand, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht, weshalb er sich in Kapitel neun in kürzester Zeit seine erste Milliarde verdient und zurück nach Schottland begibt, um sich niederzulassen. Er muss allerdings erkennen, dass das verschlafene Schottland nichts für ihn ist, weshalb er sich abermals nach Amerika begibt, genauer gesagt in eine kleine, aufstrebende Siedlung namens Entenhausen. Dort errichtet er in Kapitel zehn seinen berühmten Geldspeicher.
In Kapitel elf reist er weiter um die Welt, um seinen Reichtum zu mehren und verlässt sogar kurzzeitig den Pfad der Tugend, was ihn allerdings in Form eines Zombies, der ihm an den Kragen will, viele Jahre lang verfolgt. Am Ende des Kapitels ist Dagobert bereits ein älterer Mann und lässt sich in Entenhausen, das inzwischen eine blühende Großstadt ist, nieder.
Die vielen Jahre des Kämpfens haben ihn allerdings hart und kalt gemacht, was zur Folge hat, dass er seine gesamte Familie (u.a. seine Schwestern) vergrault.
17 Jahre später, im zwölften und letzten Kapitel, erfolgt dann die erste Begegnung zwischen Dagobert, seinem Neffen Donald und dessen Neffen Tick, Trick und Track.
In den Zusatzkapiteln werden einzelne Zeiten in Dagoberts Leben genauer behandelt, zum Beispiel seine Zeit als Cowboy oder die Alaska-Ära. So viel erstmal zum Inhalt.
Was macht nun diese Biographie so besonders? Don Rosa ist ein eingefleischter Fan des Autors und Zeichners Carl Barks, der Dagobert (und auch viele andere Figuren wie Daniel Düsentrieb, die Panzerknacker etc.) erfunden hat. Als solcher hat er sich bemüht, alle „Bark’schen Fakten“ über Dagoberts Leben, die in den Comics des Entenaltmeisters auftauchen, zu verarbeiten, und wenn es noch so kleine Andeutungen sind. Darüber hinaus bemüht sich Don Rosa stets um historisch korrekte Tatsachen.
Aber das alles ist nur das Sahnetüpfelchen, denn was die Geschichten von Don Rosa wirklich ausmacht, ist sein überragender, sehr detaillierter und oft ein wenig überladen wirkender Zeichenstil und sein unvergleichlicher Humor sowie seine Fähigkeit, gute und spannende Gesichten zu erzählen. Dabei holt er nie den moralischen oder humoristischen Holzhammer hervor, sondern bemüht sich um Subtilität.
Fazit: Dieses Epos in Comicform gehört zum Besten, was jemals über die berühmtesten Enten der Welt geschrieben und gezeichnet wurde und sollte nach Möglichkeit im Regal von jedem stehen, der sich für Comics und/oder die Familie Duck interessiert. Und selbst wer sich für keines von beidem sonderlich erwärmen kann, wird vielleicht durch dieses Werk bekehrt.

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