Batmans Rückkehr

Story: Der Millionär Max Shrek (Christopher Walken) möchte ein Kraftwerk bauen, das Gotham City Energie abzieht, anstatt sie zu liefern (warum wird nie erklärt). Für dieses Vorhaben ist ihm allerdings der Bürgermeister im Weg, der schleunigst ersetzt werden muss. Nur, woher bekommt man einen passenden Kandidaten.
Shrek findet schließlich in Oswald Cobblepot (Danny DeVito) einen nützlichen Verbündeten. Diese wurde, weil er Pinguin-Merkmale aufweist (lange, schnabelähnliche Nase, klein und Fett, Flossen statt Fingern) von seinen Eltern 33 Jahre zuvor ausgesetzt und möchte nun den ihm zustehenden Platz in der Gesellschaft.
Parallel dazu wird die Geschichte von Max Shreks Sekretärin Selina Kyle (Michelle Pfeiffer) erzählt, die von ihrem Boss ermodert und durch mysteriöse Katzen wieder belebt wird, um anschließend als in Leder gewandte Catwoman die Stadt unsicher zu machen. Batman (Michael Keaton) muss sich nun mit dem Pinguin, seiner Zirkus-Freakshow und Catwoman sowie Shrek herumschlagen.

Kritik: „Batmans Rückkehr“, Tim Burtons zweiter Batman-Film, ist in vielerlei Hinsicht komplizierter zu bewerten als „Batman“.
Der Film ist sehr viel düsterer und surrealer als der erste Teil, der Handlung ist schwieriger zu folgen und alles in allem ist es weniger ein Batman-Film als ein reiner Tim Burton Streifen. Auch weist der Plot einige Logiklöcher und nicht zu Ende gebrachte Handlungsstränge auf und eine rechte Spannungskurve gibt es auch nicht und alles in allem wirkt die Grundhandlung etwas an den Haaren herbeigezogen. Einige Dinge, wie zum Beispiel das ominöse Kraftwerk, das Max Shrek bauen möchte, bleiben äußerst mytseriös, es wird weder bekannt, warum er das unbedingt möchte, noch wird in der weiteren Handlung groß darauf eingegangen.
Was macht denn nun, da der Plot nicht gerade oscarreif ist, diesen Film aus?
Die Antwort ist: Das ganze Drumherum. Denn wo es an Handlung fehlt wird mit anderen Mitteln nachgeholfen. Zuerst einmal stimmt die Atmosphäre wieder; Gotham ist, mehr noch als in „Batman“, eine in sich geschlossene, düstere, gotisch-romantische Welt, in die man als Zuschauer vollkommen eintauchen kann. Alles ist noch bizarrer, die Figuren sind noch skurriler und das ganze Ambiente wird von Danny Elfmans hervorragender Musik noch unterstrichen, der sich, im Vergleich zu „Batman“ enorm gesteigert hat (wobei der Score zu „Batman“ auch schon sehr gut war).
Ein weiterer großer Pluspunkt sind die Darsteller: Michael Keaton kehrt in die Rolle des Dunklen Ritters zurück und spielt wieder äußerst solide. Besonders erwähnenswert sind die neuen Schurken. Danny DeVito spielt in einer grandiosen Maske (in der man ihn kaum wieder erkennt) den Pinguin und darf sich dabei so richtig austoben, was einfach Spaß macht.
Auch Michelle Pfeiffer liefert eine äußerst gute Darstellung Catwomans ab (nicht zu vergleichen mit der unterirdischen Leistung Halle Berrys im gleichnamigen Kinofilm von 2004). Man nimmt ihr sowohl die laszive Katzenfrau in Lack und Leder ab als auch das Mauerblümchen, das sie zu Anfang des Films ist.
Ebenfalls sehr gelungen sind die vielen Anspielungen an den deutschen Film der 20er Jahre, die Tim Burton immer wieder einstreut. Gotham wirkt, mit seinen gigantischen Statuen, wie eine düstere Version von Fritz Langs „Metropolis“, der Pinguin sieht aus wie Murnaus Nosferatu mit Gewichtsproblemen und Max Shrek hat seinen Namen sicher nicht zufällig bekommen.
Fazit: Wer „Batman“ nicht mochte, wird „Batmans Rückkehr“ hassen. Wer Tim Burtons Filme nicht mag, sowieso. Aber wer wie ich das düstere, bizarre und alptraumhafte mag, wird mit Freuden in diesen Film eintauchen, über die paar Logiklöcher hinwegsehen und sich an den hervorragend gezeichneten, dreidimensionalen und herrlich schrägen Charakteren sowie an der atmosphärischen Dichte erfreuen.

Trailer

Weitere Rezensionen zu Tim-Burton-Filmen:
Batman
Sweeney Todd
Alice im Wunderland
Dark Shadows

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