Batman


Story: Gotham City ist eine völlig korrupte Stadt, die Polizei unter Comissioner Gordon (Pat Hingle) ist machtlos. Carl Grissom (Jack Palance), ein mächtiger Mafiaboss, ist der wahre Herr der Stadt. Doch mit dem Auftauchen des mysteriösen Vigilanten Batman (Michael Keaton) beginnt sich die Situation zu ändern. Jeder interessiert sich für den neuen Mitspieler, so auch die beiden Journalisten Vicky Vale (Kim Basinger) und Alexander Knox (Robert Wuhl). Sie begeben sich auf Batmans Spur und treffen dabei auch zufällig auf Bruce Wayne, einen reichen Playboy, der als kleiner Junge seine Eltern verloren hat und deshalb nachts als Batman das Verbrechen bekämpft. Hinter seine wahre Identität kommen sie allerdings nicht.
Bei einem Überfall in eine Chemiefabrik trifft Batman mit dem Gangster Jack Napier (Jack Nicholson) zusammen, der die rechte Hand des Unterweltbosses Carl Grissom ist. Die Begegnung endet für Napier mit einem Sturz in einen Chemikalienbottich.
Napier überlebt zwar, allerdings furchtbar entstellt; seine Haut ist weiß, seine Haare grün und auf seinem Gesicht ist ein ewiges Grinsen eingebrannt. Durch diese Ereignisse zum Wahnsinn getrieben nennt sich Napier jetzt „Der Joker“ und tötet sich an die Spitze des organisierten Verbrechens hoch.
Derweil beginnt Bruce mit Vicky eine Beziehung, allerdings hat auch der Joker ein Auge auf sie geworfen. Nebenbei überschwemmt er die Stadt mit vergifteten Alltagsprodukten und macht den Bewohnern von Gotham und natürlich ganz besonders Batman das Leben schwer.

Kritik: Bis zu diesem Film war Batman allen Nichtcomiclesern nur aus der trashigen TV-Serie der bekannt.
In dieser Serie spielte Adam West einen Batman in Strumpfhosen, der durch ein sonnendurchflutetes Gotham rannte und immer einen markigen Spruch auf den Lippen hatte. Robin, gespielt von Burt Ward, begann jeden seiner Sätze mit „Heilige(r) [Platzhalter], Batman“, und auch ansonsten war dieser Serie sehr, sehr, sehr albern (allein Batmans Ausrüstung, zu der unter anderem ein Bat-Antihaispray gehörte).
Die Comics hatten sich aber seit den 60ern enorm weiterentwickelt, nicht zuletzt dank großartiger Autoren wie Danny O’Neill oder Frank Miller, die Batman zu seinen düsteren Wurzeln zurückführten und ihn wieder zu einem glaubhaften Charakter machten.
Auf der Basis dieser großartigen und düsteren Comics (v.a. Frank Millers „The Dark Knight Returns“ wird oft als Inspirationsquelle genannt) drehte Tim Burton seinen ersten Batman-Film. Damals war Tim Burton noch relativ neu im Geschäft und hatte erst einen wirklich erfolgreichen Film gedreht, nämlich die herrlich schräge Geisterkomödie „Beetlejuice“.
Mit „Batman“ schaffte er den endgültigen Durchbruch – und zwar völlig zurecht.
Zum ersten Mal konnten die Fans des Dunklen Ritters Batman auf der Leinwand so sehen, wie sie ihn aus den Comics kannten: Als düsteren Rächer, der in einer heruntergekommenen, dreckigen Stadt gegen das Verbrechen kämpft.
„Batman“ ist ein wunderbar düsterer, sehr gotischer Film, der die Essenz der Figur ausgezeichnet einfängt und eine gelungene Interpretation des Dunklen Ritters darstellt. Die beiden Hauptdarsteller sind hervorragend gewählt, Michael Keaton gibt einen passablen Batman und einen äußerst grüblerischen Bruce Wayne ab. Sehr gut ist der Zwiespalt zwischen den beiden Seiten der Persönlichkeit dargestellt: Michael Keaton spielt Bruce Wayne als etwas unsicheren, verwirrten Zeitgenossen, während er als Batman selbstsicher, hart und gnadenlos vorgeht.
Auch Jack Nicholsons Interpretation des Jokers ist mehr als gelungen. Der „Todeskünstler“, der auf dem schmalen Grat zwischen Albernheit und Wahnsinn tänzelt, passt hervorragend in Burtons bizarres und abartiges Gotham.
Einzig Kim Basinger als Vicky Vale stört ein wenig, aber darüber kann man problemlos hinwegsehen.
Noch kurz ein Wort zu Jack Nicholson im Vergleich zu Heath Ledger als Joker: Die beiden Darstellungen zu vergleichen ist, als würde man Äpfel und Birnen vergleichen. Ledgers Joker wäre in „Batman“ ein Fremdkörper, ebenso wie Nicholsons Joker ein Fremdkörper in „The Dark Knight“ wäre.
Fazit: Der erste Leinwandausflug des Dunklen Ritters („Batman hält die Welt in Atem mal nicht mitgerechnet) ist mehr als gelungen. Zwar ist die Story nicht übermäßig innovativ oder einfallsreich, aber das muss sie auch gar nicht sein. Bei diesem Film zählt vor allem die Atmosphäre, die gelungene Umsetzung der beiden Hauptfiguren und natürlich die atmosphärische Musik von Danny Elfman.

Trailer

Weitere Rezensionen zu Tim-Burton-Filmen:
Batmans Rückkehr
Sweeney Todd
Alice im Wunderland
Dark Shadows

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