Batman: Year One

Bei dem ersten Comic (oder der ersten Graphic Novel, wem das lieber ist), den ich hier auf meinem Blog vorstellen möchte, handelt es sich ohne Zweifel um einen modernen Klassiker, ein Werk, das Batman wie kaum ein zweites geprägt hat. 
Es handelt sich um Frank Millers „Batman: Year One“.
Im Jahr 1987 entschlossen sich die Verantwortlichen von DC-Comics, Batmans Ursprungsgeschichte neu zu erzählen und sie zeitgemäßer zu machen. Als Autor wählte man keinen geringeren als Frank Miller, der bereits Marvels Daredevil aufpoliert und kurz zuvor mit seiner meisterhaften Miniserie „Batman: The Dark Knight Returns“ dem Dunklen Ritter Düsternis und  Ernsthaftigkeit zurückgegeben hatte.
Anders als bei „The Dark Knight Returns“ zeichnete Miller dieses Mal nicht selbst, dieser Job wurde bei „Batman: Year One“ von David Mazuchelli erledigt.
Wie nicht anders zu erwarten erzählt Frank Miller in diesem Comic Batmans erstes Jahr als Batman. Die Geschichte beginnt damit, dass Bruce Wayne und James Gordon nach Gotham kommen; Wayne kehrt von einer Weltreise zurück, auf der er das nötige Know-how erlangt hat, um Batman werden zu können, während Gordon von der Chicagoer Polizei nach Gotham versetzt wurde, um dort als Leutnant für die dortige Polizei zu arbeiten.
So erlebt der Leser parallel Bruces Weg zu Batman und Gordons Kampf als ehrlicher Cop. Der Comic endet mit einem Bündnis der beiden einsamen Kämpfer.
Frank Miller hat hier eine sehr realistische und tief greifende Geschichte geschrieben, die eher ein Krimi als ein Superheldencomic ist. Keiner der Protagonisten ist perfekt, dafür sind beide aber sehr menschlich, wobei der Leser vermutlich eher mit Gordon mitfühlt als mit dem getriebenen, ja fast besessenen Bruce. Dennoch werden beide als absolut glaubwürdige Charaktere dargestellt. Auch die Nebenfiguren haben es in sich, von denen vor allem zwei von Bedeutung sind: Zum einen Catwoman, die hier einen sehr interessanten Hintergrund als Prostituierte bekommt, und zum anderen der Mafiaboss Carmine Falcone, ohne den niemals Jeph Loebs fabelhafte Miniserie „The Long Halloween“ entstanden wäre.
Allgemein kann man „Batman: Year One“ auch als Bild einer kaputten Stadt sehen; Gotham mit seinen korrupten Cops und Würdenträgern, seinen Gangsterbossen und Rotlichtbezirken wird als realistische Großstadt hingestellt.
Dazu passend sind auch die Zeichnungen von David Mazuchelli. Sie sind eher schlicht und erinnern absichtlich ein wenig an die vierziger Jahre, was extrem gut passt, immerhin wurde Batman 1939 erfunden. Die Kolorierung ist im Allgemeinen bräunlich-dunkel und wirkt irgendwie – passend zu Gotham City – dreckig.
Fazit: „Batman: Year One“ ist der perfekte Einstieg ins Batman-Universum und der endgültige Beweis dafür, dass Superheldencomics sich emanzipiert haben und sehr wohl eine tiefgründige Handlung und glaubhafte Charaktere haben können. Nicht umsonst war „Year One“ eine der Hauptinspirationen für den fabelhaften Film „Batman Begins“.

Siehe auch:
Batman: Year One – Review zur Verfilmung

Weitere Rezensionen von Batman-Comics:
Batman: The Long Halloween
Batman – Joker: Des Teufels Advokat
Batman: Schatten über Gotham
Batman – Vampire

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